Mit Leichtigkeit: Innovatives Material für neue Produkte

633324_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.de © Rosel Eckstein, pixelio.de

Mit innovativem und leichtem Material lassen sich Produkteigenschaften erzielen, die bis vor kurzem kaum vorstellbar waren. Bahnbrechende Ideen enstehen nicht zuletzt durch Kooperationen zwischen Ingenieuren und Akteuren der Kreativbranche.

Die Firma CompriseTec in Hamburg forscht, entwickelt und produziert Kunststoffprodukte und Faserverbundbauteile, die vor allem leicht sein sollen. Um diesen Aspekt der Gebrauchstauglichkeit frühzeitig in den Entwicklungs- und Gestaltungsprozess einzubeziehen, arbeitet Gründer Christian-André Keun mit kreativen Köpfen aus der Kultur- und Kreativbranche zusammen. Gemeinsam mit Designern und Marketingspezialisten tüftelte er an der Herausforderung, das Gewicht von Trolleys und von Geschirr in der Luftfahrt zu reduzieren.

Trolley CompriseTec © CompriseTec: Leichtbau-Carbon-Trolley

Dank neu entwickelter Verbundstoffe, den sogenannten Kunststoffcompounds, kann im Luftfahrtcatering das in der Business Class normalerweise verwendete Porzellan ersetzt werden. Teller, Becher und Tassen werden deutlich leichter und bieten trotzdem dennoch eine hohe Wertigkeit.

CompriseTec_Material © CompriseTec: Kunststofffaserverbundstoffe

Investitionsförderung Hamburg

Das Projekt wurde im Rahmen des Hamburger Förderprogramm „Umweltinno – Ressourceneffizienz“ unterstützt, aufgelegt von der Hamburg Kreativ Gesellschaft und der Hamburgischen Investitions- und Förderbank. 25%-80% der Projektkosten werden im Rahmen des Programms gefördert. In geeigneten Fällen erhalten auch Kooperationen mit Hochschulen einen Zuschlag, wenn dabei neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren entstehen. Das innovative Ergebnis von Keuns Kreativteam kann sich sehen lassen. Aluminium wird durch faserverstärkte Kunststoffe ersetzt. Der neue Carbon-Trolley ist mit 9,8 Kilo nur halb so schwer wie ein herkömmlicher Servicewagen. Er kommt heute bei der Lufthansa zum Einsatz.

CompriseTec__gross © CompriseTec: neue Produkte dank Leichtbauweise (v.l.n.r.) Dr. Christian-André Keun (Geschäftsführer von CompriseTec), Sven Polatzek (Projektmitarbeiter) und Simon Kaysser (zuständiger Projektleiter)

Material-Erforschung für Alltag und Kunst

Julia Lohmann ist Materialforscherin, Designerin und Design-Professorin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Nachdem sie einige Zeit mit Schafsmägen experimentiert hat, zieht sie ein neuer Naturstoff in den Bann: Seetang und Algen. Damit kreiert sie einerseits künstlerische Installationen, andererseits Alltags- und Gebrauchsgegenstände, wie Möbelfurniere, Lampenschirme, Hüte und Verpackungen. Was sie am Material aus dem Meer schätzt? Es ist flexibel und lässt sich in fast jede denkbare Form überführen.

Nicht nur das Material erforscht Lohmann, sondern auch neue Handwerkstechniken,  mit denen sich Seetang bearbeiten und in Gebrauchsgegenstände verwandeln lässt. Für ihre innovativen Ansätze im Design ist sie bereits mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. vom British Council und der Arts Foundation sowie auf der Design Miami Basel als Designer of the Future.

Julia Lohmann_Oki Naganode_Fotograf Petr Krejci © Julia Lohmann: Installation „Oki Naganode“, Foto: Petr Krejci

Lohmann schärft mit ihren Werken den Blick für bislang ungenutzte Naturstoffe. Neben Algen experimentieren Designer weltweit u. a. mit Papier, StrohLöwenzahnPalmleder und Bambus. Das Thema Bioökonomie wird immer wichtiger. Nicht zuletzt, weil es auch Menschen in Entwicklungsländern ganz neue Chancen eröffnet. Sie können sich mit Naturmaterialien eine neue Existenz aufbauen. Die thailändische Designerin Khun Tük stellt z. B. Rattan-Möbel aus Wasserhyazinthen her. Die tropische Pflanze mit 98% Wassergehalt gilt als Plage, weil sie in Südostasien die Gewässer verwuchert. Khun Tük erntet, mangelt und trocknet das Gewächs, bevor sie das Rattan-Material weiter zu Sitzmöbeln verarbeitet. Das Unternehmen sichert ihr inzwischen ihr Auskommen.

Wasserhyazinth-de_Faltin © waterhyacinth.de

Die Spanierin Carmen Hijosa arbeitet mit Ananas-Fasern, die sie in auf den Philippinen entdeckte – bei der Suche nach einem günstigen Material, ähnlich stabil, vor allem aber nachhaltiger als Leder. Als bei der Ernte Ananas-Blätter übrig blieben, war ihre Idee geboren, aus den Fasern  neben Stühlen und Sofas auch Schuhe, Taschen und nachhaltige Bio-Textilien zu fertigen. Der britischen Tageszeitung The Guardian berichtete Hijosa:  „Wir können damit auch die Innenräume von Autos  auskleiden“. Abgeleitet vom spanischen Piña für Ananas erhielt das Material den Namen Piñatex.  Von Hijosas Startup Ananas Anam sollen auch ländliche Kleinbauern profitieren.

Modellbau mit neuem Material

Designen heißt: ein Modell entwerfen, testen, nachbessern, von Neuem testen und wieder nachbessern. Solange, bis der Prototyp allen Wünschen und Anforderungen entspricht. Roswitha Farnsworth ist Künstlerin, hat gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten den Werkstoff NonaD erfunden, ihn kürzlich auch patentieren lassen. NonaD lässt sich ähnlich wie Ton verarbeiten, muss aber nicht gebrannt werden. Auch nach Tagen und Wochen kann der Stoff weiter bearbeiten werden.

Farnsworth hat viele Skulpturen aus NonaD geformt und ist überzeugt: „Mein innovatives Material kann auch in anderen Branchen vielfältig eingesetzt werden.“ Der Vorteil: Bereits geformten Modelle aus NonaD lassen sich so oft wie nötig verändern und auch im Außenbereich verwenden, denn das Material ist frostsicher, hitze- und witterungsbeständig. Bänke und Möbel, Brunnen und Wasserläufe im Garten lassen sich ebenso daraus bauen wie Prototypen für neue Erfindungen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Inspirationstipps:

  • CompriseTec: Hersteller innovativer Kunststoffprodukte und Faserverbundbauteile
  • NonaD: wandlungsfähiges Modellbaumaterial
  • Das Eco-Innovation Observatory (EIO) ist eine von der EU finanzierte Initiative, die Öko-Innovationen recherchiert, Trends in diesem Bereich ermittelt und Fallbeispiele „good practice“ vorstellt. 

 

 

Kreislaufprinzip und Gemeinwohlökonomie: Ideen für mehr Nachhaltigkeit

130984_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de  © S. Hofschläger, Pixelio.de

Die Ziele von Politik und Wirtschaft gehen nicht immer mit dem Schutz der Umwelt einher. Doch Designer, Kulturwissenschaftler und Umweltjournalisten forschen mit Überzeugung und Leidenschaft an alternativen Lösungen, die sich um Kreislaufwirtschaft, Wissensvermittlung und Gemeinwohlökonomie  drehen. Kreative branchenübergreifende Teams spielen bei der Entwicklung von Innovationen  eine maßgebliche Rolle.

Am 14./15. April findet der Kongress Work in Progress 2016 im Kulturzentrum Kampnagel in Hamburg statt, initiiert von der Hamburg Kreativgesellschaft.  Ein Impulsvortrag von Michael Braungart eröffnet die Veranstaltung. Der Ökovisionär, Chemiker, Designer und Umweltberater kämpft für eine Welt und eine Ökonomie, in der wir alle Gebrauchsgüter entweder schadstofffrei in die Natur zurückgeben oder sie endlos wiederverwerten können. Das von ihm entwickelte Konzept Cradle to Cradle (“von der Wiege zur Wiege”) entspricht dem ewigen Kreislauf der Stoffe. Anstatt Umweltverschmutzung durch immer effizientere Produktionsweisen zu reduzieren, fordert Braungart ein radikales Umdenken und „Ökoeffektivität“, d. h. eine Welt, die  Umweltverschmutzung von vornherein verhindert und vermeidet.

Viele innovative Ideen entstehen aus Unzufriedenheit mit Vorhandenem. Tetrapaks z. B. sind aufgrund ihrer Mehrschichtigkeit nicht voll recycelbar. PET-Flaschen stehen wiederum unter Verdacht, gesundheitsschädliche Stoffe freizugeben. Der Designer Carsten Buck von der MUTTER Gesellschaft für Design & Vermarktung suchte daher nach einer Alternative. Schon lange beschäftigte er sich mit dem cradle-to-cradle-Prinzip und fokussierte speziell  die vollständige Wieder- und Weiterverwertung von Verpackungsmaterial. Im Rahmen einer Konzeptstudie wollte Buck erforschen, wie sich das Prinzip auf Design und Markenentwicklung übertragen lässt. Vor den Toren Hamburgs kam er in Kontakt mit der norddeutschen Molkerei-GmbH De Öko Melkburen. In deren Auftrag kreierte Buck eine neuartige Milchflasche, die ohne Wertverlust in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert.

Logo_de_oeko_melkburen_Jahreszeitenmilch © De Öko Melkburen

Ressourcenschonende Gestaltung

Innerhalb eines Jahres entstand der Milk-Tumbler (Tumbler = Rüttler), eine Milchflasche mit rundem Boden. Er animiert zum Schütteln, damit sich Fett und Wasser in der Milch wieder vermischen. Ein interdisziplinäres Team entwickelte für die Flasche ein innovatives, polyesterartiges Material, den Bio-Rohkunststoff PLA, englisch: „polylactic acid“. PLA ist ein Abfallprodukt der Käseherstellung, kann beliebig oft und ohne Qualitätsverlust eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Die Projektbeteiligten haben mit ihrem jeweiligen Hintergrundwissen unterschiedliche Perspektiven eingebracht: Form und Funktion durch Designer der MUTTER Gesellschaft und des BFGF Design Studios, Material und fachliche Unterstützung durch die EPEA Umweltforschung GmbH sowie Vertriebs- und Vermarktungsideen durch eine Masterstudentin der Hochschule Stuttgart und eine Hamburger Journalistin.

milk_tumbler_presse_01_RGB© MUTTER Gesellschaft

Kreislaufprinzip als Einheit aus Design und Vertrieb

Bucks Team beließ es nicht beim Prototypen, sondern dachte das Kreislaufkonzept mit Vertrieb und Vermarktung konsequent weiter. Der Verkauf des Milk-Tumblers sollte statt über den Einzelhandel über ein regionales Netz von Versorgungsautomaten erfolgen. Der Vorteil: Auf lange Lagerzeiten und weite Transportwege kann zugunsten von Lokalität und Frische verzichtet werden. Nach Vorstellungen der Designer können die Automaten aber noch viel mehr sein: eine „soziale Litfasssäule“, um Nachrichten und Annoncen auszutauschen, ein innovativer Treffpunkt für bewusst lebende Menschen. Erkenntnisse aus der Konzeptstudie zum Prototypen haben die Tüftler in strategische Tools überführt, die sie als Berater für nachhaltiges Design für Ihre Agentur Mutter nutzen.

228788_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © S. Hofschläger, Pixelio.de

Wissenstransfer: Zusammenhänge vor Augen führen

Medienproduzentin Corinna Hesse vom Silberfuchs-Verlag meint, die Diskussion um Nachhaltigkeit werde oft von ideologischen Grabenkämpfen und Lobbyismus bestimmt: „Es geht dabei nicht pauschal um Verzicht, wie viel zu oft proklamiert wird. Wenn wir alle verantwortungsbewusster leben und handeln, gewinnen wir sehr viel Lebensqualität hinzu.“ Hesse hat gemeinsam mit Studenten der Hochschule für Gestaltung Wismar das interaktives Wissensportal Zukunft-Leben-Nachhaltigkeit.org realisiert, das spielerisch und kulinarisch mit ökologischen Grundfragen vertraut macht und mit Aspekten nachhaltigen Wirtschaftens. „Die Nutzer treffen mit ihren Klicks eigene Entscheidungen“, sagt Hesse. „Sie sehen, was z. B. passiert, wenn sie den Kühen mehr zu fressen geben. Wie dann der Boden reagiert und wie das wiederum unsere Nahrung beeinflusst.“ Mit interaktiven Grafiken, Audios, Filmen und Zeichnungen auf dem Portal wird deutlich, das Prozesse miteinander in Verbindung stehen und Kreisläufe bilden. Basis für das Wissensportal ist ein Hörbuch, das der Silberfuchs-Verlag 2015 veröffentlicht hat: zukunft|leben – Nachhaltigkeit wurde für den Deutschen Hörbuchpreis 2016 nominiert. Der Jury gefiel das mediale Projekt, weil es sich einem hochaktuellen Thema sachlich und zugleich erzählerisch und philosophisch annähert. Das Sounddesign mit authentischen Klängen der Erde macht den Text auch sinnlich erfahrbar.

298574_web_R_K_B_by_Stephanie  Hofschlaeger_pixelio.de © S. Hofschläger, Pixelio.de

Gemeinwohlökonomie

Christian Felber ist Vorsitzender des globalen Bürgernetzwerkes Attac Österreich und Autor des Buches Gemeinwohlökonomie. Das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Die Anhänger dieser Wirtschaftstheorie und -praxis setzen sich wie die Mitglieder von Attac dafür ein, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, Selbstbestimmung und Demokratie zu fördern und den Schutz der Umwelt gleichberechtigt zu den Zielen von Politik und Wirtschaft zu betrachten. Es geht um eine ökologische, solidarische und friedliche Weltwirtschaftsordnung und um eine gerechte Verteilung von Gewinnen, Erträgen und Kapital.

Felber hat einen Index für gemeinwohlorientierte Unternehmensführung entwickelt. Er bewertet dabei die Kriterien soziale Sicherheit, Grad der Mitbestimmung, Regionalisierung der Wertschöpfungskette, Frauen in Führungspositionen, Transparenz, Vertrauen, Solidarität, Vielfalt usw. mit Punkten. Im Moment hat der Index nur eine ideelle Wirkung. Langfristig besteht das Ziel: Je höher die Punktzahl in der Gemeinwohl-Bilanz eines Unternehmens umso günstiger ist die steuerliche Veranlagung und um so höher die Kreditwürdigkeit bei gemeinwohlorientierten Banken, wie z. B. der GLS-Bank. In Österreich ist die Gründung einer ethischen Gemeinwohl- bzw. Alternativbank noch in Planung, derzeit können Genossenschaftsanteile gezeichnet werden.

Eigenverantwortung und Sebstwirksamkeit

Wie lassen sich diese Beispiele praktisch und ohne übermäßigen Aufwand auf den (Unternehmens-)Alltag übertragen? Holen Sie Mitarbeiter an einen Tisch und beraten Sie gemeinsam, wie Sie in Ihrer Firma nachhaltiger agieren können. Einige konkrete Tipps dazu finden Sie in weiteren Artikel von mir:

Gummi-Twist für Ihr Unternehmen: Nachhaltigkeit als Team-Projekt

© Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag

Nachhaltigkeit ist längst ein Modewort geworden, bei näherer Betrachtung jedoch ein dehnbarer Gummi-Begriff. Er kann auf verschiedenste Lebensbereiche bezogen werden. Vielleicht versteht deshalb fast jeder etwas anderes darunter. Wie mittelständische Unternehmer ganz konkret im Firmenalltag nachhaltig handeln können, zeigen die folgenden, von mir zusammengetragenen Beispiele. Zum Artikel

 

Inspirationstipps:

  • Milktumbler: innovative, komplett recyclebare Milchflasche der Agentur Mutter
  • Harald Welzer: Selbst denken: eine Anleitung zum Widerstand. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2013.

Rundum-Sorglos-Pakete mit mehr Kundenservice

415692_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio.de

Wer neue Märkte erobern will, sollte nicht nur seine Produkte erweitern, sondern den Service gleich mitdenken. Im Trend liegen Rundum-Sorglos-Pakete und individualisierte Angebote, die den Kunden zum König machen. Wer die Bedürfnisse seiner Käufer im Blick hat und ihre speziellen Wünsche berücksichtigt, verschafft sich Luft gegenüber Konkurrenten.

Der Ditzinger Konzern Trumpf liefert Baumaschinen und die passende Software gleich mit dazu sowie Kurse für die richtige Bedienung. Alles aus einer Hand zu erhalten, ist zeitsparend, effizient und nachhaltig. Es sichert Kundenbindung und Vertrauen. Es muss nicht immer um Produkte oder Technik gehen. Manchmal ist es sinnvoll, gezielt den Kundenservice in den Fokus zu nehmen und das Ohr ganz dicht an den Vorstellungen oder den Problemen der Nutzer und Käufer zu haben.

427401_web_R_K_B_by_Viktor Mildenberger_pixelio.de © Viktor Mildenberger, Pixelio.de

MyBoshi: Stricken und Häkeln in der Community
Dass sich Kunden neben Produkten auch Service wünschen, haben Thomas Jaenisch und Felix Rohland aus dem oberfränkischen Hof schnell verstanden. Beim Skilaufen in Japan kam den beiden Freuden 2009 die Idee, trendige Mützen zu häkeln, japanisch: Boshi. Zunächst häkelten sie selbst. Die Nachfrage nach individuell gestalteten Modellen wurde so groß, dass sie sich Unterstützung suchen mussten. Sie fragten die, die sich mit dem Häkeln naturgemäß auskennen: Omas. Heute beschäftigen die Jungunternehmer etwa 30 Renterinnen, die sich so ihre Pension aufstocken. 80.000 Mützen haben die MyBoshi-Gründer bislang verkauft.

677552_web_R_K_B_by_Petra Bork_pixelio.de © Petra Bork, Pixelio.de

Neben gestrickten und gehäkelten Mützen bieten sie auch Schals, Taschen und Deko-Artikel an sowie – wegen wachsender Nachfrage nach Material und Designs – inzwischen auch Komplett-Sets: Wolle, Häkelnadeln, Anleitungen. Geliefert wird in 15 verschiedene Länder. Die anfängliche Geschäftsidee des Mützenverkaufs erweiterte sich in eine Do-It-Yourself-Ideenplattform rund ums Häkeln und Stricken. Grundanleitungen werden auf der Website gratis geliefert, auf youtube gibt es kleine Film-Tutorials. Für weitere Details werden Bücher verkauft, sogar in verschiedenen Sprachen. Prominente zeigen sich auf der Website und in sozialen Netzwerken gern mit den trendigen Kopfbedeckungen. Empfehlungsmarketing wie man es sich kaum besser wünscht.
Was lässt sich davon lernen? Es ist ratsam, den Service vom Anfang bis zum Ende zu denken.

682496_web_R_K_B_by_Dirk Kruse_pixelio.de © Dirk Kruse, Pixelio.de

Individualisierung des Konsums

Die Akteure der Do-it-yourself- und Makerspace-Kultur gehen direkt auf individuelle Wünsche der Community ein. Mit einem 3D-Drucker zaubert funky3Dfaces ein dreidimensionales Abbild des eigenen Kopfes für die Lego-Figur und  Namensschriftzüge werden in Fruchtgummimasse verewigt. Jeder erhält genau das, was er sich wünscht. Mit dieser Idee sind einst auch die Macher von MyMuesli angetreten. Kunden können sich die einzelnen Zutaten für ihre Müsli-Kreationen individuell und portionsweise zusammenstellen. Das einstige Start-Up, das 2007 von drei Studenten gegründet wurde, beschäftigt heute bereits mehr als 300 Mitarbeiter, davon rund 150 Mitarbeiter in Passau und Umgebung.

mymuesli.de_DieJungs© mymuesli.com die Gründer (v.l.): Philipp Kraiss, Max Wittrock und Hubertus Bessau

Sichtbarkeit für Kundenservice

Im Rahmen von BRENNEREI next generation lab sind es junge Absolventen, die frischen Wind in unternehmerische Fragen bringen. Das Stipendiatenprogramm der Wirtschaftsförderung Bremen ist ein Think Tank. Er bringt Wirtschaft und Kreative zusammen. Die Firma HEC Software z. B. wollte herausfinden, wie sie ihren Dienstleistungen für IT- und Softwarelösungen mehr Sichtbarkeit beim Kunden geben kann.

Tastatur_Antje Hinz329323_web_R_K_B_by_A.Dreher_pixelio.de © A. Dreher, Pixelio.de

In den kreativen Prozess wurden Angestellte und Geschäftsleitung einbezogen und ausführlich befragt. Die SWOT-Analyse (Strengths=Stärken/ Weaknesses=Schwächen, Opportunities = Chancen, Threats=Gefahren) brachte wichtige rationale Erkenntnisse, weitere kreative Methoden rückten emotionale Aspekte in den Mittelpunkt. Das interdisziplinäre Team aus Autoren, Grafikern, Psychologen und Kommunikationsdesignern gab didaktische Hinweise, wie die Softwarefirma ihre Kompetenzen und Unternehmenswerte klarer formulieren sollte und entwickelte ideenreiches Material für die Außendarstellung.

Produktrückruf_Antje Hinz365766_web_R_K_B_by_Kurt Michel_pixelio.de © Kurt Michel, Pixelio.de

Krisenmanagement bei Rückrufaktionen
In einem anderen Projekt der BRENNEREI haben Stipendiaten das Thema Verbraucherschutz bearbeitet. Ziel war es, bei einem Produktrückruf die Kommunikation zwischen Unternehmen, Verbrauchern und Behörden zu verbessern. In Kooperation mit dem Software-Unternehmen „consider it GmbH“ wurde der Prototyp für eine übergreifende Internet-Plattform entwickelt, um einen informativen und hilfreichen Austausch zwischen Herstellern und Konsumenten zu ermöglichen. Als praktische Gebrauchsanleitung produzierten die Stipendiaten einen Erklärtrickfilm.

Inspirationstipps:

MyBoshi: Do-It-Yourself Ideenshop rund ums Häkeln und Stricken

MyMuesli: Unternehmensgeschichte – Wie alles begann

● Das BRENNEREI next generation lab ist ein Stipendiatenprogramm der WFB Wirtschaftsförderung Bremen. Kreative Nachwuchskräfte erarbeiten unter Anleitung von Experten und im Dialog mit ihren Auftraggebern aus der Wirtschaft oder öffentlichen Einrichtungen Grundlagen für neue unternehmerische Ansätze.

Löwenzahn und Fahrraddisko: technologische und soziale Innovationen

398473_web_R_K_B_by_knipseline_pixelio.de © knipseline, pixelio.de

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Häufig geht es um Ressourcen und Kosten. Doch immer mehr Menschen engagieren sich für mehr Verantwortung und Gemeinwohl. Anregungen für ein bewusstes und nachhaltiges Handeln kommen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, durch technologische und soziale Innovationen, durch Bioökonomie und Kunst-Aktionen, mit lohnenden Übertragungseffekten für den Mittelstand …

1855 erfand der Engländer Alexander Parkes den ersten biobasierten Kunststoff der Welt: Celluloid. Dann kam der Erdölboom und die Biokunststoffe gerieten in Vergessenheit. Dafür wurde nicht abbaubares Plastik in Massen produziert. Der Müll zwingt nun zum Umdenken. Die Wanderausstellung Endstation Meer hat dem Besucher das ganze Ausmaß beeindruckend vor Augen geführt – mit wertvollen Informationen und einem gigantischen Berg aus Plastikmüll als „Hauptattraktion“, zusammengetragen aus drei Weltmeeren. In Hamburg war die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen, unterstützt von der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz. Plastik ruiniert unsere Umwelt. Wir können das ändern, unsere heimische Natur bietet viele Alternativen. Nachwachsende Rohstoffe kann auch der Mittelstand nutzen, dabei verantwortungsbewusst handeln und Kosten sparen.

Technologische Innovation: Bioökonomie

Verpackt wird in nahezu jeder Branche, statt mit genoppter Luftpolsterfolie immer öfter mit Maisstärke oder Zellulose. Auch Müllbeutel aus Getreidestärke sind biologisch abbaubar. Die Firma Trigema hat ein komplett kompostierbares T-Shirt entwickelt. Giftstoffe lassen sich mit Blättern von Olivenbäumen reduzieren, etwa 40 % des weltweit produzierten Leders lässt sich so giftfrei gerben. Löwenzahn enthält gummiartige Inhaltsstoffe, die den teuren Kautschuk langfristig ersetzen können.

Löwenzahn_sfg.uni-hohenheim-de © Judith, sfg.uni-hohenheim.de

So genannte Composite-Verbundstoffe ermöglichen, Plastik zumindest in Anteilen zu reduzieren und durch Naturstoffe zu ersetzen: im Leichtbau, bei medizinischen Implantaten, in der Automobilindustrie. Ein Verfahrenstechniker und ein Designer der Dresdner Firma “LignoTube” tüftelten an gewickelten Furnierschichten aus Holz, um ein Fahrrad mit Leichtbaurohren auszustatten. Für das innovative Design ihres Nemus-Modells erhielten sie den „Red Dot Award“.

Riesen-Lego-Steine aus einem Holz-Plastik-Gemisch (WPC=Wood Plastic Composite) waren kürzlich am Messestand der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zu sehen. Die Agentur will im Auftrag der Bundesregierung den Anteil biobasierter Werkstoffe in der Kunststoffproduktion deutlich erhöhen und eine nachhaltige Ressourcennutzung der Industrie vorantreiben, u. a. auch im Automobilbau (siehe Foto). Gabriele Peterek, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, meint: „Die Förderung von fossilen Rohstoffen wird immer schwieriger, teurer und umweltschädlicher. Biokunststoffe lassen sich hingegen aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren.“

BCC_Bioverbund_16 © Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)

Soziale Innovation: Bewusstsein schaffen mit Kunst

Neben Ausstellungsmachern und Designern sorgen auch Künstler regelmäßig dafür, dass Ökologie und Umwelt im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleiben. Robert Kessler hat ein interaktives Brunnenkunstwerk geschaffen – einen überdimensionalen Doppel-Löffel als Wippe, die zufließendes Wasser hin- und her bewegt: Gleichgewicht in einem Kreislauf. Mit seiner social kinetic art will Kessler nicht nur die Dinge selbst bewegen, sondern seine Betrachter zum Nachdenken und Verändern animieren.

Dieses Ziel verfolgt auch Björn Hansen. Seine Morgenwelt GmbH organisiert u. a. „Grüne Live-Events“, konzipiert nachhaltige Ideen für Messen und sorgt für leibliches Wohl mit feinem Bio-Catering. Die Mischung kommt bei Sponsoren gut an. Stadtwerke und Stadt Elmshorn sowie die örtliche Sparkasse unterstützen Hansens Events zum Thema Nachhaltigkeit regelmäßig. Den Strom für die Bühnenprogramme müssen die Besucher übrigens selbst erzeugen, indem sie auf Fahrrädern kraftvoll in die Pedale treten. Erst wenn die Muskeln brennen, wird dem einen oder anderen bewusst, wie kostbar Energie doch ist. Das muss man auf originelle Art vermitteln, meint Hansen: „Die Energiewende ist eine Ensemble-Leistung, bei der die Kommunikation ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.“ Umweltschutz im Rock’n’Roll – Format! Morgenwelt bietet ebenfalls Bildungsworkshops und Beratung an – zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und nachhaltiger Entwicklung.

Fahrraddisko Vorne 2Fahrraddisko hinten 1 © morgenweltrocks.de

Vermittlung und Umsetzung

„Wachstum kann per se nicht nachhaltig sein“ – sagt der Soziologe Harald Welzer. In seinem Bestseller „Selbst denken: Anleitung zum Widerstand“ macht er klar, dass wir beim Thema Nachhaltigkeit kein Vermittlungsproblem haben, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Fakten sind weitgehend bekannt. Nun gehe es darum zu zeigen, welchen Beitrag jeder Bürger selbst leisten kann und dass das gar nicht so schwer ist, wenn jeder nachhakt und Behauptungen überdenkt.

Kontraproduktiv sind die Lobbyisten, die die Bürger einseitig verschrecken wollen – nach dem Motto: Wer nachhaltig leben wolle, müsse auf alles verzichten. Dahinter steht die Angst der Industrie, dass die Bürger längerfristig ihren Konsum einschränken würden. Dabei verschweigen Lobbyisten bewusst, dass mehr Nachhaltigkeit zu einem Zugewinn an Lebensqualität führt, wenn wir alle verantwortungsbewusster leben und handeln.

Inspirationstipps:

  • Beratung und Events für mehr Nachhaltigkeit: Morgenwelt
  • Internationaler Kongress für nachhaltige Unternehmensführung: fairpreneur.org
  • Harald Welzer: „Selbst denken: Anleitung zum Widerstand“, S. Fischer Verlag 2013.
  • Das Eco-Innovation Observatory (EIO) ist eine von der EU finanzierte Initiative, die Öko-Innovationen recherchiert, Trends in diesem Bereich ermittelt und Fallbeispiele „good practice“ vorstellt. 

Arbeit als Spiel: Gamification für die Industrie

IndustryGamification-MVM3 © Centigrade GmbH

Jörg Niesenhaus ist „User Experience Engineer“ und damit Experte für Interaktionen zwischen Maschine und Mensch. Er ist außerdem Leiter des Standorts Mülheim beim Unternehmen „Centigrade“ und sorgt mit seinem Team für ein übersichtliches Schnittstellendesign an Maschinen und technischen Geräten und für benutzerfreundliche Interaktionsformen.

Niesenhaus plädiert dafür, mehr spielerische Elemente (Gamification) in den Arbeitsalltag einzubeziehen. So lassen sich z.B. die Motivation und die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern, vor allem bei eintönigen Routinevorgängen. Um Abläufe greifbarer zu machen und zu visualisieren, nutzen er und seine Kollegen auch schon mal Legosteine bzw. -Figuren und simulieren damit Szenarien aus der Arbeitswelt der Industrie. Wird Gamification richtig eingesetzt, können Prozesse effizienter ablaufen.

IndustryGamification-ProductionStation IndustryGamification-ProductionStation5 © Centigrade GmbH: Prozess-Simulationen mit Lego

Vor seiner Zeit bei Centigrade war Jörg Niesenhaus 11 Jahre lang in der Spieleindustrie tätig, u. a. bei den Firmen Blue Byte, Similis und Ubisoft. Auch an der Universität Duisburg-Essen setzte er sich in der Forschungsgruppe Interaktive Systeme und Interaktionsdesign mit digitalen Spielen auseinander und beschäftigte sich mit Fragestellungen aus dem Bereich Mensch-Maschine-Interaktion und Usability Engineering.

IndustryGamification-LoadingStation IndustryGamification-TeamScore2 © Centigrade GmbH

Jörg Niesenhaus leitet für die IT-Firma Centigrade den Standort in Mülheim. Sie hat ihren Sitz in der „Games Factory Ruhr“ – seit 2009 Kompetenzzentrum und Treffpunkt für die Gamesbranche.

Ich habe mit Jörg Niesenhaus ausführlich über das Thema Gamification gesprochen und darüber was seine Firma „Centigrade“ erforscht und woran sie aktuell arbeitet.

Inspirationstipps:

• Blogartikel von Jörg Niesenhaus zum Thema Maschine motiviert Mensch

Foldit – kollektives Computerspiel, das Wissenschaftlern bei der Optimierung von Proteinen helfen soll

Sight – ein kritischer futuristischer Kurzfilm über unsere spielefizierte Zukunft von Eran May-raz and Daniel Lazo

• taz-Artikel: Weil wir alle Spielkinder sind. Wie man Menschen dazu bringt, Dinge zu erledigen, auf die sie keine Lust haben.

Innovationen mit Papier-Design: Pop-Up und Origami

Kristina Wißling_studentische Kopfarbeit_Burg GiebichensteinKristina Wißling_mit Origami
© Kristina Wißling: Studentische (Kopf-)Arbeit, Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle

„Design ist die passende Kombination von Materialien, um ein Problem zu beheben.“
Charles Eames, Designer

In Japan findet Papier seit Jahrhunderten als Baumaterial Verwendung, z. B. mit Shojis, den verschiebbaren Leichtbauwänden. Langsam setzt sich der unschlagbar leichte Stoff auch hierzulande durch. Forscher des Fraunhofer-Instituts haben kürzlich einen Fahrradsattel aus Papier-Composite hergestellt. Dem Material wird viel Potential zugeschrieben: für Möbel und Innenausbau, Automobil- und Elektroindustrie.

Pop-Up mit Papier
Der Designer Peter Dahmen macht Papier zum Star. Die spektakulären Pop-Up-Skulpturen des „Paper-Engineers“ füllen ganze Bühnen und sorgen bei Events für großes Aufsehen, etwa bei der New Media Award Gala 2013. Auch jenseits von Events ist Dahmen als Botschafter und Berater unterwegs. Er regt Perspektivwechsel an und gibt Industrie und Mittelstand Impulse, um über Material und Herstellungstechniken neu nachzudenken. Großkunden wie BMW zählten zu seinen Auftraggebern.

Kristina Wißling_Star Twist Tesselation_rot © Kristina Wißling: Origami-Reihe „Star Twist Tesselation“

Papier-Design mit Origami
Die Designerin Kristina Wißling beschäftigt sich mit der Verarbeitung von Papier. Ihr erstes Origami-Buch zum Nachfalten bekam sie mit 6 Jahren von ihrer Mutter. Seitdem faltet sie Blätter aller Art. Leichtes Kinderspiel ist Origami allerdings nicht. Man muss jeden Schritt genau durchdenken. Wenn schon die erste Faltung daneben geht, kann das Ergebnis verheerend sein.
Kristina Wißling ist zu verdanken, dass innovative Falttechniken Eingang in die Industrie finden, inspiriert von Origami aus Japan. „Origami ist nicht nur Kunst, sondern vor allem Mathematik“, sagt Wißling. Analytisches Denken und geometrische Vorstellungskraft sind dringend gefordert, wenn komplexe Bauteile aus einem Stück gefertigt werden sollen. Herstellungsprozesse ohne Kleben, Nieten oder Schweißen werden in der Industrie immer wichtiger. Falten spart Zeit und Geld, vor allem bei der Lagerung und beim Versand, wenn Produkte im Designprozess von Anfang an richtig geplant werden.

Kristina Wißling_Origami-Vögel für Messestand Kristina Wißling_Origami für einenn Messestand
© Kristina Wißling: Fantasievolle Falt-Objekte für einen Messestand

Innovationen mit Papier-Design
Im Innovationsinkubator für technologiebasierte Verwertungs- und Geschäftsideen in Dortmund hat Wißling neue Verfahren zur Minimierung und Maximierung von Objekten und Oberflächen entwickelt. Gemeinsam mit anderen Kreativen fand sie branchenübergreifend neue Einsatzmöglichkeiten von Origami: im Leichtbau, in der Medizin für minimal-invasive Chirurgie und für Implantate, in der Automobilindustrie für Airbags und in der Weltraumforschung für Sonnensegel. Die strukturelle Vorarbeit wird mit Computer-Modellen und entsprechender Software geleistet.

Kristina Wißling_3D_Origami-Pot © Kristina Wißling: „Origami Pot“

Glanzvolles Falten in Hollywood
Dank ausgeklügelter Animationen ist das Falten auch im Film populär geworden. Die der Transformers-Reihe zeigt: Mit 3D-Technik lässt sich auch Schwermetall auseinander- und ineinanderfalten. Erdacht wurden die mechanischen Verwandlungswelten ursprünglich im Comic. Dort waren die Transformers zunächst Spielzeugfiguren. Ein harmloser Roboter klappte sich mehrfach auseinander und wurde zum Ghettoblaster und auch zu militanteren Gegenständen, wie Düsenflugzeuge oder Panzer.
Im wahren Leben spielt Schwermetall beim Falten keine Rolle. Industrielles Origami ist dort sinnvoll, wo dünne Materialien bearbeitet werden, wie Bleche, Kunststoffe, Papier und Kartonagen. Auch platzsparendes Kartenmaterial ist nach wie vor gefragt.

Kristina Wißling_Faltplan_Morphing_Structure © Kristina Wißling: Faltplan “ Morphing Structure“

Inspirationstipps:

● Pop-up-Papierdesigner Peter Dahmen: Filmdokumentation in englischer Sprache „The Magic Moment“

● Origami-Designerin Kristina Wißling

● Das INNOVATIONSLABOR – Virtueller Innovationsinkubator für technologiebasierte Verwertungs- und Geschäftsideen, Projekt von „Der Innovationsstandort e.V.“, koordiniert von der Stadt und der Wirtschaftsförderung Dortmund

10 Szenarien: Wie Künstler Unternehmen beflügeln können

Kopfwolke3 © Björn Kempcke

Großer Änderungsbedarf im Unternehmen, aber keine Ideen? Künstlerische Interventionen bringen frischen Wind in die Firma und konkreten Ideen für einen erfolgreichen Wandel. Künstler können Unternehmen helfen, Herausforderungen aus ganz anderer Perspektiver zu betrachten. In diesen Unternehmenssituationen sind sie besonders sinnvoll:

1. Wachstum und Umstrukturierung
Ein Unternehmen wächst rasant oder wird umstrukturiert. Wie können sich Unternehmer und Mitarbeiter organisatorisch auf die neuen Strukturen einstellen und Abläufe daran anpassen? Welche Änderungen in der Kommunikation nach innen und außen verlangt der Wandel?

2. Service
In einem Unternehmen steht der Service an erster Stelle. Wie gelingt es den Mitarbeitern, sich dem Kunden mit mehr Achtsamkeit und Engagement zuzuwenden?

3. Mitarbeiterpflege
In einem Unternehmen kündigen die Mitarbeiter besonders häufig. Wie kann erreicht werden, dass sich die Mitarbeiter dem Unternehmen stärker verbunden fühlen? Wie lässt sich deren Persönlichkeit stärken?

4. Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung
Ein Unternehmen hat Schwierigkeiten, geeigneten Nachwuchs und Fachkräfte zu finden, besonders in strukturschwachen Regionen. Mit welchen Mitteln können geeignete Mitarbeiter erreicht werden?

5. Komplexes Wissen
Ein Unternehmen steht vor großen Herausforderungen, weil das notwendige Fachwissen immer komplexer wird. Wie kann das Wissen sinnvoll recherchiert, gesammelt, strukturiert und für alle Mitarbeiter aufbereitet werden?

6. Eigenverantwortung
Ein Unternehmer fühlt sich ausgebrannt, weil er sich ständig wachsenden Aufgaben gegenüber sieht. Welche Aufgaben kann er Mitarbeitern übertragen? Entstehen positive Nebeneffekte, wenn sie mehr Verantwortung erhalten? Empowerment für mehr Eigenverantwortung!

7. Fehlerkultur
Ein Unternehmen will nach innen und außen besser auf Fehler reagieren beziehungsweise sie bereits im Vorfeld vermeiden. Nach innen: Wie lässt sich konstruktiv mit Fehlern umgehen? Nach außen: Wie lässt sich der Kundenservice verbessern, zum Beispiel bei Rückrufaktionen?

8. Monotonie
In einem Unternehmen müssen häufig eintönige Arbeiten erledigt werden. Wie lassen sich Mitarbeiter motivieren, die Tätigkeiten dennoch sorgfältig zu verrichten.

9. Produkte und Dienstleitungen
Kunden nehmen die Produkte und Dienstleistungen nicht mehr so positiv an wie früher. Wie lassen sich bestehende Angebote neu und originell nach außen tragen? Wie lassen sich bestehende Angebote modifizieren oder neue Angebote finden?

10. Wertschätzung
Ein Unternehmen beschäftigt Mitarbeiter aus unterschiedlichen Kulturen und quer durch alle Generationen. Wie gelingt es, dass sich Mitarbeiter besser kennenlernen, einander achten, sich verbunden fühlen und im Unternehmen an einem Strang ziehen?

Künstlerische Interventionen eignen sich für alle Branchen und Gewerbe!
in Logistik und Verwaltung, in der Chemie- und Autoindustrie, im Finanzwesen und im Handel, in der Energiewirtschaft und im Agrarsektor, im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Sport- und Freizeitbereich, in der Bau- und Immobilienbranche, im Tourismus und Gesundheitswesen.
Für jeden Bereich finden Künstler im direkten Austausch mit den Akteuren die passende unternehmerische Fragestellung und die passende künstlerische Methode.

Seien Sie offen! Machen Sie sich auf den Weg, für die Zukunft Ihres Unternehmens!

Wollen Sie mehr über „künstlerische Interventionen“ in Unternehmen erfahren?
Wollen Sie wissen, wie das Matching abläuft, wer Sie als Intermediär berät und die passenden Künstler findet?

Schreiben Sie mir! Ich stelle gerne Kontakte her.