Kreuzfahrten und Golfbälle: Spielend lernen und arbeiten

 IndustryGamification-MVM3 © Centigrade GmbH

Beim Spielen kann man nicht nur viel Spaß haben, sondern auch eine Menge erproben. Zum Thema „Gamification“ habe ich mich in der vielfältigen Spielebranche umgehört. Welchen Nutzen hat spielerisches Denken für klein- und mittelständische Unternehmen und kann es Mitarbeiter tatsächlich motivieren?

Wie tickt der Markt? Was wollen die Kunden? Kaum eine Branche investiert in die Beantwortung dieser Frage so viel Zeit und Geld wie die Software- und Games-Industrie. Es ist der umsatzstärkste Teilmarkt der Kultur- und Kreativbranche. Viele Spiele werden als Testversionen auf kostenfreie Plattformen (z. B. steam) gestellt, um Rückmeldungen von der Community einzuholen. Beta-Tester erstellen Fehlerberichte und beantworten inhaltliche Fragen: Funktioniert die Story? Wie kommen die Protagonisten an? Wie hoch ist der Unterhaltungswert? Wo bricht der Spieler ab? Wo liegen die Gründe, langweilig oder zu schwierig? Für welche Zusatzangebote würden Spieler zahlen?

239259_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Community-Pflege

Die wertvollen Informationen aus der Community lassen sich die Gamesfirmen einiges kosten. Um mit den Spielern in engen Austausch zu gelangen, wurden spezielle Abteilungen für „Customer Service“ geschaffen. Sie bilden die Schnittstelle zum Community Manager und den Entwicklerteams, die ihre Produkte mit den Hinweisen der Testspieler ständig nachjustieren.

Spielemechanismen erkennen

Auch die klassische Wirtschaft steht vor der Herausforderung, individuelle Kundenwünsche zu ermitteln und zu berücksichtigen. Erkenntnisse aus der Spielepraxis können dabei helfen. „Erkunden, entdecken, sammeln, punkten, in Rollen schlüpfen, Strategien planen, Erfahrungen teilen – das sind die Mechanismen, nach denen gute Spiele funktionieren und die Spieler bei der Stange halten“, erzählt mir Roland Weiniger vom Netzwerk SpieleGilde. Sein PIAGET-Institut in Nürnberg entwickelt für klein- und mittelständische Unternehmen Lernspiele, so genannte „serious games“, vor allem für Bildung und Gesundheit.

Weinigers Team entwickelt spezielle Angebote für Senioren, die sogenannten Silver-Gamer. Für Demenz-Erkrankte hat das PIAGET-Institut ein Computerspiel produziert, das auf einem Kreuzfahrtschiff spielt. Nur wenn der Senior-Spieler die richtigen Lebensmittel am Buffet zuordnen kann, wird der nächste Hafen angesteuert, als Belohnung winkt eine Besichtigungstour.

753736_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Menschen werden älter und müssen länger arbeiten. „Lernen muss Spaß machen, es darf nicht zur Qual werden“, so Weiniger, daher sei es wichtig, „die Vorlieben der Zielgruppe genau zu kennen.“

Spielemechanismen übertragen

„Im Mittelstand ist das Thema Spiele noch nicht so angekommen wie in großen Firmen, was auch an den Kosten liegt“, berichtet mir Carsten Fichtelmann am Rande der GamesConference in Hamburg. Die elektronischen Games seiner Firma DAEDALIC Entertainment in Hamburg bestechen mit ungewöhnlichen, oft poetischen Geschichten, die häufig prämiert wurden. Fichtelmann weiß: „Die Entwicklung wirklich guter serious games ist im Grunde genau so zeitaufwändig und teuer wie die Realisierung normaler Unterhaltungsspiele.“ Klein- und Mittelständler können dennoch Erkenntnisse aus der Branche nutzen. Wenn es gelingt, Spiele-Mechanismen geistreich auf Belange von Kunden oder Mitarbeitern zu übertragen, wird deren Motivation steigen, sich auch ungeliebten Herausforderungen zu stellen.

720178_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de © Juergen Jotzo, Pixelio

Spielerische Motivation per Golfball

Der Anbieter von Unternehmenssoftware SAP integrierte z. B. in seine Firmensoftware ein Spiel, bei dem Kundenwünsche als Golfball schneller zum zuständigen Kollegen geputtet werden sollen. Punkte, Ranglisten und Prämien allein reichen allerdings nicht aus, um Beteiligung zu erreichen. „Das Prinzip: ‚Wenn Du dies tust, bekommst Du das’“ funktioniert selten, warnt Spiele-Expertin Nora Stampfl. Den meisten Spielern geht es um die Herausforderung, um Neugierde und Teilhabe. Unternehmen sollten mit ihren Mitarbeitern gemeinsam spielerische Ideen entwickeln, die den Praxistest im Alltag auch wirklich bestehen und das Team zusammenschweißen.

404232_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Kundenkontakte intensivieren

Wie knüpft man Kontakt zu Kunden, wie erhält man wertvolle Informationen? Unboxing-Filme über das Auspacken von Waren sind auf youtube gerade Trend. Überlegen Sie, welche spielerischen Methoden bei Ihren Kunden auf Sympathie treffen. Testen Sie sie couragiert aus und bessern Sie nach. Fragen Sie Kunden nach Erfahrungen mit Ihren Produkten. Überlegen Sie, ob Sie zusätzlich zu Ihren Produkten auch Service- und Dienstleistungen anbiete, auch das dient der Kundenbindung.

Bitten Sie um kleine Geschichten oder Handy-Videos, die zeigen, wie Ihre Produkte oder Dienstleistungen dem Kunden helfen. Schaffen Sie Plattformen, live und digital, auf denen Kunden sich mitteilen, welche Angebote noch erweitert oder verbessert werden können. Losen Sie unter engagierten, kreativen Kunden einen Gewinner aus. Laden Sie ihn zum nächsten Firmenfest ein oder zeigen sie ihm bei einem Rundgang die Firma. Bitten Sie einen Journalisten dazu ein, vielleicht berichtet er darüber. Beteiligung und Erkenntnisgewinn führen auch bei Kunden zu intrinsischer Motivation, also zum Antrieb aus sich selbst heraus.

129737_web_R_K_B_by_110stefan_pixelio.de © 110Stefan, Pixelio

Planspiele

Prozesse spielerisch zu durchdenken und zu simulieren, kann enorme Kosten sparen. Planspiele bieten die Chance, unter geschützten Bedingungen Vorhaben auszuprobieren, die real zu teuer oder zu gefährlich wären. Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr, medizinisches Personal in der Notaufnahme von Krankenhäusern sowie Produzenten und Logistiker von Gefahrengütern simulieren auf diese Weise mögliche Risikoszenarien. Die Akteure nehmen verschiedene Sichtweisen ein, erkennen Zusammenhänge zwischen Abläufen und Prozessen und wie wichtig die Kommunikation dabei ist. Auch der beim Spielen typische Rollenwechsel steigert Lernerfolg und Erkenntnisgewinn.

IndustryGamification-ProductionStation © Centigrade GmbH

Fehler schleichen sich oft bei unbeliebten und monotonen Arbeiten ein, weiß der Interaktionsdesigner Jörg Niesenhaus. Er erforscht, wie sich spielerische Elemente in Steuer- und Bedienoberflächen einbauen lassen, um für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Er ist Standortleiter der Firma Centigrade in Mülheim und hat mit seinem Team u. a. Fließband-Szenarien mit Lego-Sets nachgestellt. Sie sollen das Zusammenspiel von Mensch und Maschine besser nachvollziehbar machen. Ich habe mit Jörg Niesenhaus ausführlich über das Thema Gamification gesprochen und darüber was seine Firma „Centigrade“ erforscht und woran sie aktuell arbeitet.

Setzen Sie in Ihrem Unternehmen auf den Spieltrieb !

Lassen sie sich von Kreativen und Branchen-Experten unterstützen: Laden Sie einen Spiele-Experten in Ihr Unternehmen ein. Beraten Sie sich mit ihm über Spiele-Mechanismen und wie sie sich auf Ihr Alltagsgeschäft übertragen lassen. Auch Games-Studiengänge an Hochschulen entwickeln inzwischen erfolgreich Spielekonzepte. Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten finden Sie bei lokalen Initiativen, im Norden z. B. bei gamecity:Hamburg oder bei bundesweiten Kreativnetzwerken, wie Kreative Deutschland.

 

Audio-Interview von Antje Hinz mit dem Spiele-Experten Roland Weiniger, PIAGET-Institut Nürnberg:

      Tel-Interview Roland Weiniger_part1
      Tel-Interview Roland Weiniger_part2
      Tel-Interview Roland Weiniger_part3

 

Inspirationstipps:

  • Die SpieleGilde ist eine Verbundplattform, Interessenvertretung, Dienstleister und Netzwerk und verbindet kleine und mittlere Unternehmen, freiberufliche Game Designer und Spieleautoren sowie Dienstleister und Forschungseinrichtungen rund um die Spielebranche
  • DAEDALIC Entertainment entwickelte im Bereich serious games u. a. Lern-Adventure für Alltags- und Berufssituationen und in der dualen handwerklichen Berufsausbildung
  • Serious Games Solutions entwickelt serious games, u. a. zur internen Mitarbeiterschulung, im Bereich Gesundheit und für Unternehmenswerbung
  • Nora Stampfl: Die verspielte Gesellschaft. Gamification oder Leben im Zeitalter des Computerspiels. Heise 2012.
  • gamecity:Hamburg ist eine Fachgruppe der Initiative nextMedia.Hamburg, getragen von der Stadt, dem Verein Hamburg@work, der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und engagierten Unternehmen. Das Netzwerk hilft Unternehmen, Kooperationen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Web, Apps, Games: Flucht als Selbsterfahrung

491912_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche, Teil 7 – Web, Apps, Games

Künstler und Kreativschaffende aus unterschiedlichen Branchen unterstützen überall in Deutschland Geflüchtete: egal ob im Theater oder auf der Opernbühne, in Film- oder Tonstudios, in Architektur- oder Designwerkstätten, in Kunst-Ateliers oder in multikulturellen Küchen, bei Flashmobs, Tanzperformances oder in Game-, App- und Web-Laboren. Die Beispiele der folgenden 10teiligen Blogreihe zeigen, dass Deutschlands Kreativszene ein starker Innovationsmotor für eine gelungene Integration ist, die Parallelgesellschaften vorbeugt und damit uns allen hilft.

Flüchtlinge-Willkommen.de © Flüchtlinge Willkommen

Web I: Internet-Portal vermittelt WG-Zimmer für Asyl-Suchende

Flüchtlinge Willkommen – so heißt ein Webportal von Mareike Geiling, Jonas Kakoschke und Golde Ebding. Die drei Kreativen möchten Geflüchteten mit der Vermittlung von WG-Zimmern eine Alternative zu Massenunterkünften bieten: „Wir sind der Auffassung, dass geflüchtete Menschen durch Massenunterkünfte nicht stigmatisiert und ausgegrenzt werden sollten, sondern dass wir ihnen einen warmen Empfang bieten sollten. Wir sind der Meinung, dass wir gemeinsam eine andere Willkommenskultur in Deutschland etablieren sollten.“ Freie Zimmer können auf der Website angemeldet werden. Die drei Initiatoren stellen dann den Kontakt zwischen dem Vermieter und dem Geflüchteten her. Die Miete wird mit Hilfe von Spenden finanziert. Knapp 250 Geflüchtete fanden bisher mit Hilfe des Portals ein WG-Zimmer.

Workeer.de  © workeer, Foto: Alessandra Schelnegger

Web II: Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse

Die Plattform workeer soll dabei helfen, dass arbeitssuchende Geflüchtete und passende Arbeitgeber zueinander finden. Die Jobbörse entstand als Abschlussprojekt im Rahmen des Bacheler-Kommunikationsdesignstudiums an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Die Studenten und Absolventen planen, das Portal dauerhaft weiterzuentwickeln. Die Betreiber schreiben auf der Website „5 gute Gründe, Flüchtlingen Jobs zu geben“:

  • Geflüchtete sind motivierte und engagierte Arbeitskräfte.
  • Eine gelungene Integration in den Arbeitsmarkt fördert auch die weitere erfolgreiche Integration von Menschen.
  • Geflüchtete haben oft eine besondere Lebensgeschichte und bereichern dadurch Unternehmen mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihren unterschiedlichen kulturellen Prägungen.
  • Geflüchteten wird es durch einen Arbeitsplatz ermöglicht, ein eigenständiges Leben zu führen ohne von Sozialleistungen abhängig zu sein. Das hat für sie positive psychische Effekte und entlastet außerdem das deutsche Sozialsystem.
  • Viele von ihnen verfügen über Ausbildungen oder Studienabschlüsse in Branchen, in denen es in Deutschland an Fachkräften mangelt.“

Willkomenkultur-Hamburg.de © Willkommenskultur Hamburg

Web III: Willkommensplattform

In Hamburg kommen aktuell täglich bis zu 260 Flüchtlinge an (1-2016). Die Hamburger Kultur will Geflüchtete mit Herz und Kompetenz willkommen heißen. Mit Hilfe der Plattform Willkommenskultur Hamburg können sich Akteure und Unterstützer vernetzen, die kulturelle Angebote für Geflüchtete planen und organisieren – mit Infos zu Aktionen, Terminen, Förderstrukturen u.v.m. Die Website ist ein gemeinsames Projekt von STADTKULTUR HAMBURG, Dachverband für Lokale Kultur und Kulturelle Bildung, und der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur.

680484_web_R_K_B_by_Maik Schwertle_pixelio.de © Maik Schwertle, Pixelio

Web IV: Freies WLAN für Geflüchtete

Das Mobiltelefon ist für viele Geflüchtete oft die einzige Verbindung zu Angehörigen und Freunden in der Heimat. Umso wichtiger ist ein guter Internetzugang in den Unterkünften. Die Initiative Freifunk versorgt Geflüchtete in verschiedenen deutschen Städten per WLAN mit einem Internetzugang. Die Kosten werden meist aus Spenden finanziert. Die Freifunker installieren die WLAN-Infrastruktur und versorgen ganze Einrichtungen mit Netz. Die Mitglieder von Freifunk engagieren sich seit Jahren für offene Funknetze.

bei-uns-in-neuwulmstorf-fluechtlinge © Bei uns in Neu Wulmstorf

Web V: Internet-Portal mit Aktionen und Filmberichten über Flüchtlingsfragen

Videojournalist und Toningenieur Björn Kempcke hat ehrenamtlich Geflüchtete, deren Helfer und Politiker in Neu Wulmstorf bei Hamburg befragt – für das Regionalportal Bei uns in Neu Wulmstorf. Der Film entstand in Kooperation mit Portalgründerin Sylvia Karasch, dem Silberfuchs-Verlag und dem SEO-Berater Hannes Wirtz.

„Hauptdarsteller“ dieses Filmprojekts sind u. a. Majid Shuqer, der aus Syrien flüchtete und seit einem Jahr in Deutschland lebt, Dr. Constanze Hock-Warmuth, Leiterin des Mehrgenerationenhauses COURAGE in Neu Wulmstorf, die das Flüchtlingsnetzwerk Willkommen in Neu Wulmstorf mit ins Leben gerufen hat, sowie Thomas Grambow, 1. stellv. Bürgermeister der Gemeinde. Björn Kempcke, der auch als Schlagzeuger in verschiedenen Musikprojekten aktiv ist, organisiert aktuell ein großes Benefizkonzert, zu dem Geflüchtete und Einheimische eingeladen sind.

App Ankommen © Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Mobile I: App „Ankommen“ soll Geflüchteten helfen

Mit der umfangreichen App Ankommen sollen Geflüchtete Unterstützung beim Einleben in Deutschland erhalten. Der Wegbegleiter dient der schnellen Orientierung und ist auf die Lebensbedürfnisse der Geflüchteten während der ersten Wochen zugeschnitten: Was muss ich beim Asylverfahren beachten? Wie finde ich Arbeit? Wann muss mein Kind zur Schule? Für das Absolvieren des Sprachkurses und das Lesen der Informationstexte wird der Nutzer mit kleinen runden Plaketten (badges) belohnt. Das kostenfreie Angebot wurde für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom Bayerischen Rundfunk und vom Goethe-Institut entwickelt, derzeit auf Arabisch, Farsi, Deutsch, Französisch und Englisch.

App helphelp2 © helphelp2

Mobile II: App für Spenden

Der Münchner Fotograf Rüdiger Trost hat die App helphelp2 initiiert, die Organisationen mit Menschen zusammen bringt und dabei unterstützt, genau mit den Spenden zu helfen, die gebraucht zu werden. Startet man die App, sieht man die Annahmestellen für Spenden in seiner Gegend und was dort aktuell gebraucht wird. Möchte man etwas Gutes tun, startet man während seines Einkaufs die App, kauft benötigte Produkte ein und bringt sie an den angezeigten Standort der Spendenannahme. Organisationen können tagesaktuell hinterlegen, welche Spenden gebraucht werden. Zusätzlich wird angezeigt, wo man welche Spenden zu welchen Uhrzeiten abgeben kann.

App_Iconery © Iconary

Mobile III: App als Bildwörterbuch

Wo Sprache (noch) fehlt, können Bilder Brücken bauen. Iconary ist eine einfache Sprach-App, mit der Geflüchtete die allerersten Basis-Vokabeln für den Alltag erlernen können. Als reines Bildwörterbuch basiert die App auf Zeichen bzw. Symbolen, die mit echten Audio-Sprachaufnahmen verknüpft sind. So können sich die Nutzer die einzelnen Begriffe „vorsprechen lassen“. Die erste Version bietet rund 300 Begriffe in 10 Kategorien, wie Zahlen, Farben, Transport, Lebensmittel, in fünf Sprachen: deutsch, englisch, spanisch, italienisch, französisch. iconary ist kostenlos, werbefrei und offline nutzbar sowie verfügbar für Android und iOS. Die App wurde in einem ehrenamtlichen Team in Bremen ohne Budget realisiert.

Piaget_Educarpet Lingo © PIAGET Institute

Games – analog: Wissen auf dem Lernteppich

Der Lernteppich EduCarpet Lingo bietet auf einer Fläche von 3 x 1 Meter viel Spielfreude. Er erleichtert Geflüchteten das Erlernen der deutschen Sprache, garantiert Lernen mit Geist und Geschicklichkeit und berücksichtigt sowohl sprachpädagogische Aspekte als auch Geschicklichkeitselemente. der Lernteppich wird in Gruppen unter Beteiligung einer Lehrkraft bespielt. Unterschiedliche Buchstaben, Wort- und Bildarten lassen auf dem EduCarpet immer neue Spiel- und Lernwelten entstehen. 15 Zielplatten aus weißem Plexiglas können beliebig beschriftet bzw. zum Aufkleben von Bildern und Symbolen genutzt werden. Wurfbälle aus Stoff motivieren zur Bewegung. Der EduCarpet wurde vom PIAGET Institute in Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Beruflichen Schule 5 Nürnberg und dem Verband SpieleGilde entwickelt.

Game_Cloud Chasers © Blindflugstudios

Games – digital: Exkurs Schweiz

Das engagierte Entwicklerstudio aus der Schweiz Blindflugstudios hat ein serious game entwickelt, das die Sorgen und Nöte von Geflüchteten nachvollziehbar und nachfühlbar macht. Beim Tablet-Spiel Cloud Chaser spielt der User die Flucht eines Vater mit seiner kleinen Tochter durch die Wüste nach. Mit den beiden Protagonisten Francisco und Amelia durchlebt man den gefahrvollen Weg und ihre ständige Angst vor dem Tod unmittelbar mit. „Cloud Chaser“ erzählt vom Traum zweier Menschen, in einem entfernten Land besser zu leben. Es sensiblisiert für die Situation von Menschen auf der Flucht.

 

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

Teil 1. Prolog: Hilfe aus der Kreativbranche für Geflüchtete

Teil 2. Theater: Neue Heimat auf der Bühne

Teil 3. Musik: Bridges – Musik verbindet

Teil 4. Museum: Mit Kunst gegen den Hass

Teil 5. Kunst: Geschichten aus dem Automaten

Teil 6. Architektur: „Instant Home“ mit Origami-Technik

Teil 7. Web, Apps, Games: Flucht als Selbsterfahrung

Teil 8. Kreatives für Geflüchtete: Kochen, Gärtnern, Flashmobs

Teil 9. Kulturarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Teil 10. Medien für Geflüchtete: Ankommen und Lernen

Teil 11. Bürgeridee: Schulungsprogramme über Monitore für Geflüchtete

Teil 12. Nachlese: Kreative Ideen für Geflüchtete aus der Community

 

Aufruf: Noch mehr kreative Ideen für Geflüchtete gesucht!

Was können Künstler für Geflüchtete tun? In meinem Blog MassivKreativ stelle ich engagierte und nützliche Projekte von Kreativschaffenden vor. Die Liste der guten Beispiele soll weiter wachsen und anderen Mut machen, die ebenfalls Aktivitäten planen! Wenn Sie weitere kreative Projekten für Geflüchtete kennen, die ich bislang nicht erwähnt habe, schicken Sie mir gerne Ihre Infos. Ich sammle sie und berichte in einem neuen Artikel über weitere innovative Projekte.  Infos bitte an mich: massivkreativ2015(at)gmail.com