Bürgerteilhabe und Kreativität in Politik und Verwaltung

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Trampelpfade machen verfehlte Verwaltung sichtbar. Wenn Bürger nicht gefragt werden, ignorieren sie die behördlich angelegten offiziellen Wege. Gelingt hingegen die Einbindung der Öffentlichkeit, die Kommunikation und der Perspektivwechsel führen Aktivitäten von Anfang an in die richtige Richtung und begrenzen Kosten, etwa bei der Verkehrsplanung, bei der Jugendbeteiligung in den Quartieren oder bei der Verständigung über Tourismus-Leitbilder, um austauschbare Slogans zu vermeiden (z. B. Brandenburg: „Neue Perspektiven entdecken“). Teilhabe verringert geistige Einbahnstraßen, weckt Phantasie und Toleranz und erhöht die Akzeptanz von Entscheidungen. Wenn Kreativschaffende und Künstler beteiligt werden, kann das nur von Vorteil sein, wie die folgenden Beispiele zeigen.  

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Kreatives Bürger-Atelier in Bonn

Im Viktoriakarree in Bonn stoppte ein Bürgerbegehren den Verkauf von Grundstücken an einen Investor, der dort eine Shopping-Mall bauen wollte. Auf der Bürgerbeteiligungsplattform Bonn macht mit kann man die Aktivitäten der Initiatoren verfolgen. Das Künstlerteam CommunityArtWorks mit Daniel und Jennifer Hoernemann ergriff die Initiative, um sich innerhalb des weiteren Beteiligungsverfahren zu engagieren. Sie erhielten den Zuschlag und gründeten ein kreatives Bürgeratelier in der Innenstadt. Seitdem schaffen sie über künstlerisches Wahrnehmen, Denken und Handeln Raum für Kreativität und Fehlerkultur. Das Bürgerbeteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Viktoriakarrees in Bonn läuft seit Herbst 2016 in Kooperation mit den Architekten von neubighubacher und den Stadtentwicklern von zebralog. Das Künstlerteam von CommunityArtWorks bearbeitet seit langem gesellschaftliche und unternehmerische Herausforderungen mit künstlerischen Methoden und Interventionen im öffentlichen Raum. Es greift mit dem „Büro für die Nutzung von Fehlern und Zufällen“ aktiv in Prozesse ein, fördert Kommunikation und Reflexion. Ich habe mit Daniel Hoernemann ein Podcast-Interview geführt:

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Soziale Dorfentwicklung: KREATIVE für MV

In Mecklenburg-Vorpommern hat Corinna Hesse den Wettbewerb „Soziale Dorfentwicklung: Kreative für MV – MV für Kreative“ initiiert und interagiert als Projekt- und Workshop-Leiterin. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unterstützt das Modellvorhaben, das die Potenziale von Kreativen stärker bei der Gestaltung von Gesellschaft und bei lösungsorientierten Herausforderungen nutzen möchte, z. B. durch Perspektivwechsel und Querdenken, Mut und Experimentierfreude.

Corinna Hesse ist Sprecherin von „Kreative MV“ – Netzwerk der Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern und Verlegerin im Silberfuchs-Verlag: „Gesucht werden für den Wettbewerb zivilgesellschaftliche Projekte zwischen Kreativschaffenden und Bürgern.“ In interdisziplinären Kreativworkshops und Coachings vor Ort können Kreativschaffende und Bürger – angeleitet und unterstützt u. a. von Vermittlern wie Corinna Hesse – ihre Projektideen weiterentwickeln und verfeinern. Ich werde redaktionell über das Projekt berichten, denn ich bin überzeugt, dass ländliche Regionen von kreativen Ideen für ein sinnstiftendes Zusammenleben profitzieren. Im Fokus des Wettbewerbs stehen künstlerisch-kreative Methoden für gesellschaftsgestaltende Prozesse, die auf besondere Herausforderungen in der Region eingehen. Die besten 3 Projekte werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt und mit Projektmitteln von insgesamt 10.000 € unterstützt. Details zum Wettbewerb werden am 23.11.2017 bei der KREATOPIA in der IHK Rostock bekannt gegeben, der Branchenkonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Ab Ende November 2017 können sich Künstler und Kreative mit einer Projektidee bewerben.

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Antibürokraten in Kopenhagen

Im dänischen Kopenhagen haben Wirtschafts-, Finanz- und Justizministerium das Innovationslabor MindLab gegründet. Die Mitarbeiter sollen den Alltag in der Metropole lebenswerter und kreativer machen. Sie begleiten Bürger bei Behördengängen und ermitteln deren Probleme beim Ausfüllen von Formularen. Sie hören den Bürgern zu und fragen direkt nach, was verbessert werden kann. 130 Projekte haben die Vordenker landesweit angestoßen, in den Bereichen Mobilität, Bildung und Wissensmanagement, bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt und der Müllvermeidung: Grüne Fußabdrücke auf Bürgersteigen, die den Weg zu Mülleimern zeigen, halfen dabei, den Abfall auf Straßen um beachtliche 40 Prozent zu reduzieren. 

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Nudge-Methode

Die US-amerikanische Regierung versuchte es 2008 unter Barack Obama, die britische Regierung 2010 unter David Cameron 2010 und ebenso die Bundesregierung unter Angela Merkel: Sie engagierten kreative Mitarbeiter für Verhaltenseinblicke (The Behavioural Insights Team), um mit der „Nudge“-Methode das Verhalten der Bürger auf vorhersagbare Weise zu beeinflussen, ohne dabei auf Verbote, Gebote oder ökonomische Anreize zu setzen. Die vom Staat eingesetzten Psychologen sollen Bürger mit kleinen „Anstupsern“ animieren, sich besser zu verhalten: Energie zu sparen, Steuern zu zahlen, für das Alter vorzusorgen, sich gesünder zu ernähren. Die Briten gehen derzeit der Frage nach, wie sich bei Bürgern Gewissenhaftigkeit, Verantwortung, Motivation, Kreativität und Offenheit am besten unterstützen lassen.

In Österreich erarbeiten Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im GovLab gemeinsam übergreifende Lösungsansätze. Die Erkenntnisse werden über Prototypen an andere Bürger weitergegeben. In der Schweiz unterstützt das gemeinnützige Staatslabor die öffentliche Verwaltung mit innovativen Lösungen. In die Modellprojekte sollen Bevölkerungsgruppen eingebunden werden, die in der Schweiz nicht über Stimm- und Wahlrecht verfügen.

Community als Spiel

Im US-amerikanischen Salem nutzt die Stadtverwaltung spielerische Ideen, um das heruntergekommene, brachliegende Viertel „Point Neighborhood“ neu zu beleben und von Müll zu befreien. Gamedesigner vom Institut EngagementLab entwickelten das Community-Spiel PlanIt, eine Mischung aus Kontaktbörse, sozialem Netzwerk, Umfrage-Instrument und Wettbewerb. Die Bewohner können sich über ihr Viertel austauschen und dabei Punkte sammeln: Motivation mit spielerischen Elementen. Dank Gamification übernehmen die Bürger mehr Verantwortung für Müll, während die Stadt Flächen für neue Geschäfte schafft und Zuschüsse für die Renovierung historischer Gebäude vergibt. Das Konzept wurde auch auf andere Orte und Projekte übertragen.

Rostock hilft

In Rostock übernahmen im September 2015 kurzerhand die Bürger das Ruder, als die Verwaltung mit den ankommenden Flüchtlingen überfordert war. Anfangs gab es Widerwillen gegen das bürgerliche Engagement, dann doch Anerkennung von Senator Steffen Bockhahn für die kreativen Ideen, der 2016 sagt: „Ohne die Zivilgesellschaft hätten wir es damals nicht geschafft.“ Akteure vom Verein Rostock hilft und vom Rostocker Kreativzentrum projekt:raum haben die Aktionen maßgeblich getragen, logistisch über digitale Einsatzlisten und Facebook organisiert und viele kreative Programme für Geflüchtete entwickelt, wie „Kochen über den Tellerrand“.

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Finding Places

Hamburg rief 2016 in Kooperation mit der HafenCity Universität und dem MediaLab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Beteiligungsprojekt Finding Places zu 34 Workshops An einem interaktiven Stadtmodell konnten Bürger geeignete Orte für neue Flüchtlingsunterkünfte benennen. Eine Bürgerbeteiligung mit Lerneffekt, denn vielen wurde zum ersten Mal bewusst, wieviele Bestimmungen und Vorschriften im städtischen Raum zu beachten sind.

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Führungspositionen in der Kreativwirtschaft sichern!

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Berlin, die hippe, tolerante und internationale Metropole an der Spree, wirkt wie ein Magnet auf kreative Professionals und junge Talente. Mit ihrer lebendigen Kunst- und Kulturszene hat sich die Stadt zu einer Creative City entwickelt, in der immer neue Freiräume erschlossen und damit wachsende Umsätze erzielt werden. Zahlreiche Start-ups erobern die Märkte von ihrer Berliner Basis aus, z. B. junge Firmen aus Mode, Design, Architektur und Marketing sowie große namhafte Unternehmen aus dem IT- und Musikgeschäft, dem Gaming- und Medienbereich.

Disruptionen managen

Die Digitalisierung führt einerseits dazu, dass ein Ende dieses Wachstums nicht abzusehen ist. Andererseits wird es mittelfristig, u. a.  in den Printmedien, zu Umstrukturierungen und Verwerfungen kommen. Hier können nur hervorragend ausgebildete Professionals für Innovationen sorgen, die in dem Geschäft gebraucht werden. Sie müssen komplexe Prozesse branchenübergreifend durchdenken, sie im Ganzen verstehen und managen.

bbw: Management of Creative Industries

Deshalb hat sich die bbw Hochschule, die größte private Hochschule Berlins, dazu entschlossen, Experten der Kreativbranche für den Einsatz in der Wirtschaft auszubilden. Die bbw setzt dafür ein Master-Programm auf, das die nötigen übergreifenden Managementkompetenzen vermittelt. Mit Start im Herbstsemester 2016/17 kann zum ersten Mal deutschlandweit der englischsprachige Masterstudiengang Management of Creative Industries studiert werden, der sich bewusst nicht nur auf einzelne Sektoren der Branche fokussiert. Er folgt einem ganzheitlichen Ansatz und ermöglicht so als erster Studiengang proaktive Antworten auf die schon sichtbaren, drastischen Veränderungen in der Branche.

Innovative modulare Lehrinhalte

Im Curriculum des Studienganges stehen deshalb auch übergreifende Managementthemen für die Planung, Steuerung und das Controlling von kreativen Teams und ihren speziellen Herausforderungen. Ein Fachbeirat Kreativwirtschaft sichert viel Praxisbezug im Studiengang Management of Creative Industries. Im Rahmen der Module stehen folgende Schwerpunkte im Fokus:

  • Cross-Functional Analysis von Unternehmen der Culture and Creative Industries (CCI)
  • Innovation Development – Design Thinking and Idea Development
  • Information & Communication Technologies (ICT)
  • Digital Entrepreneurship – Business Models

Das viersemestrige Studium kann sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend absolviert werden. Es orientiert sich an der Arbeitswelt der Branche und spricht mit seinem holistischen Ansatz sowohl junge Bachelor-Absolventen als auch berufserfahrene Professionals an. Da die Vorlesungen auf Englisch stattfinden, ist auch die Teilnahme internationaler Studierender möglich und sehr willkommen.

160530_master_creative_dinlang_overview_bb © bbw, creative industries master’s program

Go for a leadership position in the Creative Industries!

Creative Industries today share many similarities across culture, business organization and management – although they may appear to involve different professions at first. The bbw University of Applied Sciences’ Management of Creative Industries Master’s Program sees the necessity of an holistic approach.

“We provide our master’s students with the ideal skillset to succeed in this exciting and dynamic economic sector”, explains Prof. Dr. Malte Behrmann, the initiator of the program. “Our students aim for a leadership position in fashion, design, architecture, marketing, the games industry or in their own IT-driven start-up. We believe that master students need oversight more than sector specific knowledge as the subsectors of the creative industries go through dramatic changes.”

Malte_Behrmann_Foto © Prof. Dr. Malte Behrmann, bbw, creative industries master’s program

Berlin is the ideal place for this. Berlin is a vibrant hub for the Creative Industries. The German capital is world-renowned for its broad spectrum of job and business opportunities that require creative expertise. That’s why the bbw Master’s Program was created – to prepare the students for roles in all branches of the Creative Industries, ranging from Project Manager, Innovation Manager, Social Media or Community Manager, Consultant or even as the founder of their own innovative start-up.

The subjects taught stretch from Branding over Advanced Information and Communication Technologies to Digital Intellectual Property Management. All in all, the Master’s Program offers  hands-on skills and analytical methods to address the disruptive impact the “Digital Shift” is having on society, the economy and the media. Andreas Gebhard, the Co-founder of re:publica, believes that “this holistic Master’s Program is definitely needed here in Berlin”.

Experienced teachers and professors have the know-how and business track record to impart the knowledge the student’s will need to understand Human Resource Methods, Strategies of CCI Management, Strategic Financial Planning and Controlling. The Program also encompasses new Sharing Economy and Community Driven Marketing approaches to help prepare the students for the innovative business schemata of the future.

NEU_bbw_Creative Industries © bbw, creative industries master’s program

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Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

438173_web_R_K_B_by_Jürgen Nießen_pixelio.de © Jürgen Nießen, pixelio.de

Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln … Mit welchen Hürden und Herausforderungen haben Kreativ-Akteure vor allem zu kämpfen? Was würde das bedingungslose Grundeinkommen in der Kreativszene bzw. der Kultur- und Kreativwirtschaft bewirken? Einige Gedanken dazu …

Tag für Tag verschwendet unsere Gesellschaft ihr Potenzial! Diejenigen, die eigentlich Ideen für den Aufbruch in unsere Wissensgesellschaft produzieren sollen, müssen sich mit perspektivlosen Brotjobs und sinnlosen Projektanträgen für Fördermittel über Wasser halten.

Wie viel rascher könnte unser Land (der Dichter und Denker) mit seinen sozialen und technologischen Innovationen vorankommen und sich weiterentwickeln, wenn der Grundbedarf für das Leben gesichert wäre. Wissenschaftler, Journalisten, Kreativschaffende, Designer, Architekten, Künstler und Mitarbeiter von NGOs könnten sich fokussiert den Aufgabenstellungen unserer Zeit und Gesellschaft widmen, Lösungsansätze simulieren und testen, statt um ihr tägliches Auskommen zu ringen, um Miete, Versicherung und – nicht zuletzt auch um Fördergelder für kreative Vorhaben.

Förderanträge als Zeitkiller
Anträge auf staatliche Mittel oder Stiftungsbudgets für soziale und kulturelle Projekte sind oft so umfangreich, dass die freiberuflich tätigen Initiatoren für ihre Ausarbeitung Wochen an Arbeitszeit aufwenden müssen. Dies gilt vor allem für EU-geförderte Projekte. In dieser Zeit erhalten die engagierten Kreativen kein Geld. Bis die Anträge von Behörden und Institutionen bearbeitet und im Idealfall bewilligt sind, gehen wieder Wochen ins Land. Wird der Antrag abgelehnt, haben die Akteure völlig umsonst gearbeitet und müssen nach dem nächsten Förderprogramm Ausschau halten …  eine Endlosspirale!

Aufgabenverteilung_Kultur macht Schule_Prognos © Kultur macht Schule, Evaluation Prognos AG, S. 12

Beispiel Programm „Kultur macht Schule“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Mai 2016 aktuelle Zahlen und Fakten sowie die Evaluationsergebnisse zum Gesamtprogramm „Kultur macht stark“ veröffentlicht, die die Prognos AG erhoben und ausgewertet hat. Demnach wandten die Bündniskoordinatoren die mit Abstand meiste Zeit für die Antragstellung sowie die finanzielle Abwicklung und Abrechnung auf. Zu den Bündniskoordinatoren zählen Vereine und kulturelle Bildungseinrichtungen, wie z. B. Musik-, Jugendkunst- und Kulturschulen sowie Volkshochschulen.

In die unmittelbare Durchführung der kulturellen Bildungsangebote, die ja primär im Fokus stehen sollte, konnten die Bündnispartner, vor allem Künstler und Kunstpädagogen, nach eigenen Angaben nicht mal ein Drittel ihrer Zeit investieren. Eine validere Statistik wäre allerdings wünschenswert, denn bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich, d. h. es wurden keine absoluten Prozentzahlen erhoben.

Was das Beispiel „Kultur macht Schule“ dennoch zeigt: An öffentlichen Ausschreibungen können sich eigentlich nur Antragsteller aus festen Beschäftigungspositionen heraus beteiligen. Wegen des enormen Zeitaufwandes ist das Risiko für Freiberufler, hier vergebens unbezahlte Arbeit  leisten zu müssen, enorm hoch. Zumal die Antragsbewilligung meist völlig offen ist. Ob sich die bürokratischen und zeitlichen Hürden für Förderanträge von vornherein verringern bzw. begrenzen lassen, können die Projekt ausschreibenden Institutionen nur selbst entscheiden.

Das alles führt in der Praxis dazu, dass nicht institutionell gebundene, freiberufliche Kreativ-Akteure formal immer häufiger beim Kampf um Projekt- und Fördermittel auf der Strecke bleiben. Hinzu kommt: In den seltensten Fällen stehen reine Projekt-Koordinatoren zur Verfügung, die die administrative Arbeit komplett übernehmen.

Schlussfolgerungen für viele Branchen

Die gängige Praxis in der Kultur- und Kreativbranche zeigt:  Viele selbständige Kreativakteure gehen bei der derzeit gängigen Förderpraxis bzw. dem Antragwesen ein enorm hohes Risiko ein. Sie tun dies auf eigene Kosten, um Kultur- und Kreativprojekte überhaupt erst ermöglichen und realisieren zu können. Ein bedingungsloses Grundeinkommmen könnte den Kreativen eine große Last von den Schultern nehmen, indem es soziale Unsicherheiten  begrenzt.

Ein aufrichtiger politischer Wille ist dringend gefragt: Wenn die Zukunft der Arbeit in unserer Gesellschaft generell so geregelt sein soll, dass sich Bürger in flexiblen Netzwerken organisieren, wie derzeit in der Kultur- und Kreativbranche, muss es ein Grundauskommen geben, dass unsichere Beschäftigungsverhältnisse und schwankende Entlohnung auffängt bzw. ausgleicht. Hier lässt sich von den Erfahrungen aus der Kultur- und Kreativbranche einiges lernen!

229441_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

art but fair: Faire Arbeitsbedingungen für Künstler

Dass viele Künstlerinnen und Künstler unter prekären Bedingungen arbeiten, zeigt eine Studie vom Frühjahr 2016 der Hans Böckler Stiftung: Faire Arbeitsbedingungen in den darstellenden Künsten und der Musik?! Eine Untersuchung zu Arbeitsbedingungen, Missständen sowie Vorschlägen, die zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen können.

Autor ist Maximilian Norz, Musiker, Politikwissenschaftler am non-profit Thinktank Global Public Policy Institute in Berlin sowie Unterstützer der Initiative art but fair. Im Fokus stehen vor allem zwei Ziele: artbutfair will alle am Kulturbetrieb Beteiligten – Künstler, Veranstalter, Intendanten, Agenten, Lehrer, Kulturpolitiker usw. – zusammenbringen und animieren, einen konstruktiven Dialog miteinander zu führen, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Künstlern zu finden und diese umzusetzen. Zugleich geht es darum, die essentielle Bedeutung und den einzigartigen Wert der Kunst und der Künstler ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken.

Maximilan Norz hat unter 2.635 Erwerbstätigen aus den Bereichen Musik und Darstellende Kunst eine Online-Umfrage durchgeführt. Demnach rechnet eine deutliche Mehrheit mit Altersarmut. Um das zu ändern, so Norz, sollten sich Künstler stärker gewerkschaftlich engagieren, um auch beim Publikum, in der Öffentlichkeit und in den Medien für mehr Problembewusstsein zu sorgen und um einen Kurswechsel in der Kulturpolitik herbeizuführen.

 

Teil 1: BGE – Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln

Teil 2: BGE – Befürworter und Praxisprojekte mit bedingungslosem Grundeinkommen

Teil 3: BGE – Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

 

Bedingungsloses Grundeinkommen BGE

691607_web_R_K_B_by_Denise_pixelio.de © Denise, pixelio.de

„Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln“

Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wird oft von ideologischen Grabenkämpfen bestimmt. Wo immer es bislang mutig ausprobiert wurde, haben sich positive Effekte gezeigt. Der dreiteilige Artikel fasst bisherige Erkenntnisse zusammen. Teil 1 erklärt die verschiedenen Modelle und zeigt Argumente, die für und gegen das BGE sprechen. In Teil 2 werden die Thesen prominenter Befürworter vorgestellt, best-practice-Projekte, die den Erfolg des BGE darlegen, sowie künftig geplante Projekte mit dem BGE zum Weiterlesen. In Teil 3 geht es um Effekte und Wirkungen des BGE auf die Kreativbranche und damit für die gesamte Gesellschaft.

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird. Es wird bedingungslos garantiert, d. h. ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen. Damit stellt es einen individuellen Rechtsanspruch dar. Es sichert die Existenz und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe.

Auf dem diesjährigen Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos diskutierten die Konferenzteilnehmer, inwiefern ein Grundeinkommen das zunehmende soziale Auseinanderdriften der Gesellschaft verhindern könne. Nach vielen Experimenten in Ländern der Dritten Welt prüfen nun immer mehr Industriestaaten die Einführung eines Grundeinkommens, u. a. die Schweiz, Finnland und die Niederlande.

686228_web_R_K_B_by_Maik Schwertle_pixelio.de © Maik-Schwertle, pixelio.de

Finanzierbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) – aktuelle Situation:

In der Bundesrepublik hat sich eine gigantische Sozialbürokratie herausgebildet. In 38 unterschiedlichen Behörden und behördenähnlichen Institutionen werden 155 verschiedene Sozialleistungen verwaltet, allesamt steuer- und beitragsfinanziert.

Das Gesamtvolumen für diese Transferleistungen beziffert Finanzminister Wolfgang Schäuble in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau im Februar 2010 auf eine exorbitante Summe: „Dieses Land gibt einschließlich der Sozialversicherungen etwa eine Billion Euro Sozialleistungen im Jahr aus.“

Die tatsächliche Summe liegt allerdings etwas niedriger: Das Arbeits- und Sozialministerium veröffentlichte jährlich seine Sozialbudgets, demnach wurden im Jahr 2015 888 Milliarden Euro an Sozialleistungen finanziert. 2015 lebten laut statista 82,2 Millionen Menschen in Deutschland. Teilt man das Sozialbudget durch die Anzahl der Einwohner ergäbe sich für das bedingungslose Grundeinkommen ein Jahresbetrag von 10.803 Euro bzw. 900,25 Euro im Monat.

Dieser Betrag soll die Grundbedürfnisse des Lebens – Wohnen, Nahrungsmittel und Kleidung – abdecken, außerdem Kranken- und Unfallversicherung. Im Gegenzug werden alle bisherigen Leistungen wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe, Ausbildungshilfen (BAföG), Elterngeld, Kindergeld, Wohngeld usw. gestrichen.

Würde man all diese Transferleistungen aussetzen, könnten schon heute an jeden Bürger monatlich 871,30 Euro ausgezahlt werden. Das Geld langt für alle, nur die Arbeit eben nicht. Wenn keine Anträge mehr über Transferleistungen geprüft werden müssten, könnten die Löhne, die bisher in die Verwaltung flossen, dafür genutzt werden, den Beschäftigten neue Orientierung zu geben. So können sie ihre Talente, Fähigkeiten und Stärken neu bzw. erstmalig entdecken und in andere Tätigkeitsfelder verlagern, in denen die Gesellschaft dringend Bedarf hat. Mit einem BGE könnten sich die Bürger sozialen Aufgaben zuwenden, die Maschinen z. B. nicht übernehmen können und die nicht zwangsläufig in Erwerbstätigkeit führen müssen, unserer Gesellschaft aber trotzdem dienen, z.B. Forschung, Kultur, Medien.

Auf den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman geht die Idee der „negativen Einkommenssteuer“ aus dem Jahr 1960 zurück. Friedman schlug vor, dass der Staat für Erwerbseinkommen einen Schwellenwert festlegen solle: Wer darüber liege, müsse Steuern bezahlen, wer darunter liege, habe Anspruch auf einen Existenz-Zuschuss.

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Was spricht für das bedingungslose Grundeinkommen?

Mehr Eigenverantwortung und Selbstermächtigung

  • Bürger erhalten mehr Eigenverantwortung statt Bevormundung und Fremdbestimmung
  • Ermutigung, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, es unabhängig und selbstbestimmt zu gestalten
  • Stärkung von Unabhängigkeit, Selbstermächtigung, Selbständigkeit und Selbstbefähigung
  • ein einzeln koordiniertes Grundeinkommensprogramm ist wesentlich effizienter ist als eine Palette von staatlichen sozialen Programmen, da die notwendige Bürokratie anders als derzeit überschaubar ist
  • Ermutigung der Bürger, die eigenen Stärken, Kreativität und Talente zu entdecken, damit ihr Potenzial besser auszuschöpfen, ihre Aufgabe im Leben und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, das würde auch die Arbeitswelt „humanisieren“

Mehr Chancen für nachhaltige Geschäftsmodelle

  • Freiheit, Ideen zu tragfähigen und nachhaltigen Geschäftsmodellen reifen zu lassen
  • wenn Geschäftsideen marktfähig und nachhaltig sind, steigert das die Qualität der Produktion und mindert die negative Begleiterscheinungen eines Produktes oder einer Dienstleistung, was wiederum der Gesellschaft und der Umwelt zu Gute kommt
  • Förderung von nachhaltigem und sozialem Unternehmertum bzw. Entrepreneurship
  • mehr Existenzgründungen

Mehr Bewusstsein für soziale Herausforderungen und Probleme

  • Fokussierung auf sozialen Ausgleich in der Gesellschaft
  • mehr Förderung und Anerkennung für ehrenamtlich Tätige
  • mehr Unterstützung für Familien, Alte, Kranke, Kinder und Geflüchtete

Verbindung von Theorie und Praxis schon in Schulen

  • Bessere Bildung durch mehr Praxisnähe: Kreative könnten als Praktiker in Schulen gehen, und gemeinsam mit  Heranwachsenden Lösungsansätze und -ideen für gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten – mit echtem Praxisbezug und branchenübergreifend bzw. interdisiplinär, Schüler und Lehrer z. B. gemeinsam mit  Mittelständlern und  Handwerkern der Umgebung, mit Stadtplanern, Politikern, Wissenschaftlern. So würden die Praktiker in Kontakt mit der jungen Generation kommen und Rückmeldung auf eigene Denkansätze erhalten. Die Win-Win-Projekte würden Politikverdrossenheit, Mangel an Nachwuchskräften, Abwanderung, Verödung von Regionen sowie Wirklichkeitsferne entgegenwirken.

Vor allem für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren würde sich das Grundeinkommen positiv auswirken. Mit beispielsweise 1.000 € monatlich hätten sie wesentlich bessere Startbedingungen für Schule, Ausbildung und Studium als derzeit. Ältere Mitbürger, die Kinder großgezogen und dennoch von ihrer Rente nicht existieren können, könnten mit einem BGE würdevoll am gemeinschaftlichen Leben in unserer Gesellschaft teilnehmen.

Positive Mehrfach-Effekte durch „sozialen Multiplikator

  • Wenn Menschen sich stärker entsprechend ihren Befähigungen und Talenten sowie für soziale Belange einsetzen können, sind sie zufriedener. Gesundheitskosten werden durch weniger Burnout sinken: Die Menschen haben weniger Angst, werden daher vor allem psychisch weniger krank und arbeiten motivierter, wenn sie eigenverantwortlich einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können.

Das Jugendmusical Linie 1, das jahrelang im Berliner Grips-Theater aufgeführt wurde, bringt es auf den Punkt: „Ick will jebraucht werden, vastehste?!“

Was spricht gegen das bedingungslose Grundeinkommen?

Angst: In einer Zeit, in der Sicherheiten schwinden, wächst die Angst: nicht nur vor Terrorismus, Einbrüchen und Überfällen, sondern auch vor Überforderung und sozialen Verteilungskämpfen. Nur wenn wir frei sind, verlieren wir unsere Angst. Ein Grundeinkommen würde vielen Menschen deutlich mehr soziale und geistige Freiheit geben als sie sie im Moment haben. Wer mit einem gesicherten Grundeinkommen mehr Freiheiten besitzt, hat weniger Angst. Dies würde den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft stärken. Doch Kriktiker befürchten, die Einführung eines Grundeinkommens führe zum Einstieg in die Niedriglohngesellschaft.

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Misstrauenskultur: Genau genommen ist es nicht eine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Vertrauens und des Menschenbildes, ob man für oder gegen das BGE ist.  Vertrauen ist die stillste Art von Mut. Doch viele Bürger befürchten, dass ihre Mitmenschen bei der Zahlung eines BGE keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen würden. Wie ist es tatsächlich mit dem Thema Arbeitsmoral? Würden wir nur noch faul in der Hängematte liegen, wenn unser Einkommen gesichert wäre? Nein! Studien zufolge würden gerade mal 2 Prozent der Menschen nicht mehr arbeiten, wenn sie nicht müssten. Das sind deutlich weniger Menschen als heute, die Sozialleistungen erhalten, wobei die meisten von ihnen sicher über einen bezahlten Job froh wären. Denn: Es ist ein Urtrieb des Menschen, produktiv zu sein!

Vermutlich wird der Anreiz, Einkommen über das Grundeinkommen hinaus zu erwirtschaften, nach der Einführung des BGE größer sein als jetzt. Derzeit werden Hartz-IV-Empfängern geringste Zuverdienste gleich wieder abgezogen, was die Motivation für ein Mehrengagement schrumpfen lässt. Mit dem BGE lohnt sich jeder noch so kleine Verdienst.

Eine finanzielle Grundausstattung, insbesondere für Menschen ohne Einkommenssicherheit, führt zur mehr Eigenverantwortung, Aktivität und Unabhängigkeit, wie auch das Beispiel der Mikrokredite von Muhammad Yunus zeigt.  Auch Projekte der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ haben belegt, dass das Vorurteil der Faulheit unbegründet ist. Umfragen zeigen: Die meisten Menschen wollen arbeiten. Nicht nur wegen des Einkommens, sondern aus dem Bedürfnis heraus, in einem sozialen Umfeld nützlich zu sein und etwas zu bewirken: siehe Maslowsche Bedürfnispyramide.

Maslowsche Bedürfnispyramide Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow

Unklarheit über Vergabe-Prozedere: Soll tatsächlich jeder Bürger ein BGE erhalten, auch einer, der es gar nicht braucht? Viele Menschen sind unsicher, wie die Vergabe in der Praxis tatsächlich aussehen soll.

In der Schweiz, wo die Lebenshaltungskosten deutlich über denen in Deutschland liegen, war geplant, dass die Bürger monatlich 2500 Franken erhalten sollten aber nur diejenigen, die in ihrem Einkommen darunter liegen. Wer mehr als 2.500 Franken verdient, dem wird das Grundeinkommen komplett abgezogen. Bei der letzten Volksabstimmung über das BGE in der Schweiz am 5. Juni 2016 haben sich allerdings 76,9 % gegen das BGE ausgesprochen.

Wie werden ungeliebte Arbeiten trotzdem erledigt, wie z. B. Müllabfuhr, Pflege? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: 1) sie besser bezahlen 2) sie selbst machen 3)  sie automatisieren.

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Drei Modelle des Grundeinkommens

Der Autor Timo Reuter erläutert in einem Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT drei verschiedene Modelle für das BGE: ein neoliberales, ein humanistisch-linksliberales und ein sozialistisches.

Die Befürworter des neoliberalen Modells streben ein „solidarisches Bürgergeld“ an, das fast alle bisherigen Sozialleistungen ersetzen und den Staatshaushalt in „zweistelliger Milliardenhöhe“ entlasten soll.

Die Schweizer BGE-Initiative um die  Volksabstimmung im Juni 2016 agiert auf den Grundfesten eines linksliberalen, humanistischen Menschenbildes. Ihre Akteure sind überzeugt, dass fast alle Menschen auch mit Grundeinkommen weiterarbeiten würden – nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Im Sinne der Selbstermächtigung sollen die „individuellen Entscheidungsspielräume“ der Bürger vergrößert werden.

Das sozialistische Modell wird von der Linkspartei in Deutschland propagiert. Sie fordert ein monatliches Grundeinkommen von 1.080 Euro bei Beibehaltung der Sozialleistungen und des Mindestlohnes, verbunden mit Arbeitszeitverkürzungen und einer Steuerreform. Die Finanzierung soll durch eine grundlegende Umverteilung von oben nach unten erreicht werden. Da dieser gesamtgesellschaftliche Umwandlungsprozess mit sehr hohen Kosten verbunden wäre, wird dieses Modell derzeit kaum diskutiert.

Timo Reuter erklärt in seinem Buch „Das bedingungslose Grundeinkommen als liberaler Entwurf – Philosophische Argumente für mehr Gerechtigkeit“ ausführlich, warum das BGE als liberaler Entwurf als gerecht gelten kann. Durch die gewährte materielle Grundlage ermögliche es jenseits neoliberaler Vorstellungen erst eine „wirkliche Freiheit“. Reuter zeigt außerdem, dass das BGE sehr wohl mit dem Leistungsbegriff kompatibel ist und es Chancengleichheit sowie Ressourcengerechtigkeit begünstigt: eine konkrete Vision für eine freiere und gerechtere Gesellschaft.

© Albrecht E. Arnold, pixelio.de

Erkenntnisse aus der Entwicklungshilfe

Investitionen in die klassische Entwicklungshilfe für Staaten der „Dritten Welt“ bzw. für Less Developed Countries (LDC) und Least Developed Countries (LLDC) haben weltweit zu Korruption geführt. Denn um Projekte überhaupt auf den Weg zu bringen, mussten Deals mit korrupten lokalen Machthabern geschmiedet werden, mit Despoten, Diktatoren, Clans und Warlords. All diesen Erkenntnissen zum Trotz: Wie das ARD-Magazin „Monitor“ im April 2016 berichtet, plant die EU neuerdings, Flüchtlinge in ihre ostafrikanischen Heimatländer zurückzusenden und den Regierungen dafür Rückkehrer-Kopf-Pauschalen zu zahlen sowie Ausrüstung für Überwachung und Grenzsicherung, z. B. in Eritrea, Äthiopien, Somalia und im Sudan.

Statt die Ursachen von Armut und Flucht mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle Bürger zu bekämpfen, werden seit Jahrzehnten korrupte Tyrannen gestärkt. Dabei ist in den Richtlinien des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nachzulesen: „Die Rolle der Entwicklungspolitik hat sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 hin zu einer globalen Struktur- und Friedenspolitik verändert. Sie soll helfen, Krisen und Konflikte friedlich zu bewältigen, die knappen Ressourcen gerechter zu verteilen, die Umwelt zu bewahren und die weltweite Armut zu verringern.“ (Quelle IFA) Die Realität sieht leider völlig anders aus.

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Szenarien und Forderungen für die Zukunft

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen können Menschen frei von Existenzangst in Ruhe arbeiten. Das Grundeinkommen wird an die Bürger als staatlicher Dauerauftrag ohne Prüfung entrichtet.

Verbindet man das BGE zugleich mit einer Umstellung auf die Konsumsteuer, sinken die Lohnkosten. So werden mehr Menschen ermutigt und motiviert, eine Arbeit anzubieten oder anzunehmen. Die Wirtschaftskraft der Bürger würde wachsen, durch die Konsumsteuer würde mehr Geld in die gemeinschaftliche Staatskasse zurückfließen, aus der das BGE finanziert wird.

Mit der Besteuerung des Konsums kann das Kapital in Ruhe arbeiten – bis die Wertschöpfung zu einem Abschluss gekommen ist und die Bürger die Produkte und Dienstleistungen konsumieren oder gegen Entgelte teilen können.

Die Besteuerung des Konsums schafft mehr Gerechtigkeit, vorausgesetzt Luxusprodukte und -dienstleistungen werden höher besteuert als Produkte des täglichen Bedarfs.

Armut schafft Ohnmacht und lähmende Angst. Anders als das Existenzminimum soll das höhere BGE als Kulturminimum den Menschen über den existenzsichernden Grundbetrag hinaus eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das BGE ist kein Almosen, sondern ein Kulturimpuls!

Dank der bundesweit vertretenen Ein-Thema-Partei Bündnis Grundeinkommen ist das Vorhaben Grundeinkommen auch bei der Bundestagswahl 2017 wählbar!

229441_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

 

Teil 1: BGE – Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln

Teil 2: BGE – Befürworter und Praxisprojekte mit bedingungslosem Grundeinkommen

Teil 3: BGE – Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

 

Inspirationstipps:

  • Schweizer Volksinitiative bedingungslos.ch, die am 5.6.2016 die Frage stellt: „Wollen Sie die Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» annehmen?“
  • Initiative Mein Grundeinkommen von Michael Bohmeyer: 2015 Jahr hat der Berliner ein Crowdfunding-Projekt, das einem Menschen ein Einkommen von monatlich 1.000 Euro ermöglichen sollte. Die monatlichen Zahlungen aus Spenderhand werden regelmäßig an Bewerber verlost.
  • Timo Reuter: Das bedingungslose Grundeinkommen als liberaler Entwurf – Philosophische Argumente für mehr Gerechtigkeit. Springer Verlag 2016.
  • Daniel Häni und Philip Kovce: Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt. Orell Füssli Verlage 2015.
  • Christian Müller, Daniel Staub, Enno Schmidt: Grundeinkommen vom A bis Z. Limmat, Zürich April 2016,
  • Götz Werner & Adrienne Goehler: 1000 € für jeden. Econ Verlag 2010.
  • Helmut Pelzer: Das bedingungslose Grundeinkommen. Finanzierung und Realisierung nach dem mathematisch fundierten Transfergrenzen-Modell. Lucius & Lucius Verlag, Stuttgart 2010. Helmut Pelzer ist Mitbegründer des seit 2004 bestehenden deutschen „Netzwerks Grundeinkommen“ und seitdem nominelles Mitglied im wissenschaftlichen Beirat.
  • Welchen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen hätte das BGE? Persönliche Gedanken eines Krefelder Journalisten – ein Erfahrungsbericht.

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Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland sind identisch mit den Bezeichnungen und Einteilungen innerhalb Europas und ebenso kompatibel mit der Kategorisierung der UNESCO.

Kulturwirtschaft
Zur „Kulturwirtschaft“ zählen die Teilmärkte Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Darstellende Kunst, Designwirtschaft, Architekturmarkt und Pressemarkt.

Musikindustrie Musikwirtschaft   Literatur Buchmarkt                   Kunst Kunstmarkt
Film Filmwirtschaft      Rundfunk Rundfunkwirtschaft  Theater Darstellende Kunst
Kreativwirtschaft Designwirtschaft Architekturmarkt  Architekturmarkt       Pressemarkt Pressemarkt

 

Kreativbranchen
Zu den „Kreativbranchen“ werden Werbemarkt sowie Software- und Games-Industrie gezählt. In den Bereich „Sonstige“ können auch neue wirtschaftliche Aktivitäten eingebunden werden, wie z. B. das Kunsthandwerk.

Games Software und Games Sonstige Sonstige / © MassivKreativ

Grafik erstellt von Antje Hinz / Quelle: ZEW / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Monitoring zu ausgewählten Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014, S. 24 (Kurzfassung)

Grafik erstellt von Antje Hinz / Quelle: ZEW / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Monitoring zu ausgewählten Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014, S. 25 (Kurzfassung)

Nachlese: Kreative Ideen für Geflüchtete aus der Community

228791_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Mein großer Dank gilt der wissensgewaltigen Community: Viele weitere Ideen für Geflüchtete haben mich von Euch bzw. Ihnen erreicht, nachdem ich bei MassivKreativ zwei Wochen lang über engagierte und nützliche Projekte von Kreativschaffenden für Geflüchtete berichtet hatte. Dank der wunderbaren Resonanzen aus der Community kann die Liste der „guten Beispiele“ weiter wachsen …

Studieren für Geflüchtete in Deutschland

Erblina Musliu aus Mazedonien hat gemeinsam mit Studienkollegen aus Berlin hilfreiche Information zum Thema „Studieren in Deutschland“ in einem Blog zusammengetragen. Im Artikel In Deutschland als Flüchtling studieren informiert sie über Hochschulen und Studiengänge, Zulassungsvoraussetzungen, Einschreibung und Antragsverfahren sowie über Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für Geflüchtete. Darüber hinaus bietet die gemeinnützige KIRON-University Geflüchteten einen Studien-Einstieg und die Möglichkeit, nach zwei Jahren und dre Absoolvierung von Online-Kursen an eine der Partnerhochschulen zu wechseln. Kiron kooperiert mit 16 Hochschulen und Instituten (Stand: Juni 2017).

742254_web_R_K_B_by_I-vista_pixelio.de © I-vista, Pixelio

Refugee Law Clinics

Kostenlose juristische Beratung erhalten Geflüchtete von Studierenden der Rechtswissenschaften an verschiedenen Universitäten in Deutschland, u. a. in HamburgBerlin, München, Köln, Kiel, Leipzig, Giessen, Regensburg, Saarbrücken. Auskünfte und Rat gibt es sowohl zu universitären Fragen als auch zu alltäglichen Sachverhalten.  Die Refugee Law Clinics sind ein studentisch initiiertes Projekt.

754784_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de © Tim Reckmann, Pixelio

Willkommenstrunk Wendland

Das Wendland ist eine Vorzeigeregion im Hinblick auf Gemeinwohl und bürgerschaftliches Engagement. Im Umfeld des innovativen und nachhaltig handelnden Netzwerkes Grüne Werkstatt Wendland in Lüchow setzen sich unzählige Bürger für Geflüchtete ein – Unternehmer, Künstler und andere Vertretern dieser ländlichen Region, u. a. auch der ehrenamtliche Bürgermeister Manfred Liebhaber. Die Projekte sind ebenso vielfältig wie die Ideenstifter: Skateboarden, Sprach-, Musik- und Kochkurse. Eine kreative Gruppe um Webdesignerin Simone Walter erfand die Ernteaktion (und Website) Willkommenstrunk, um mit Geflüchteten aus der Lüchower Notunterkunft in Kontakt zu kommen. Gemeinsam mit Einheimischen ernteten sie Äpfel und pressten daraus einen Saft, der unter eigenem Label verkauft wird. Die Erlöse kommen den Geflüchteten zugute. Wer sich von Anfang einbringen kann, der übernimmt auch selbst Verantwortung und Risiko, so wie der ehemalige Polizist Ali Khodr. Er kam vor zwei Jahren aus dem Libanon nach Deutschland und hat jetzt einen kleinen Laden in Lüchow eröffnet, in dem er vor allem Halal-Lebensmittel nach islamischen Speisevorschriften verkauft. Vielen Dank an Nicole Servatius und Simone Walter für den Hinweis auf das Projekt.

willkommenstrunk-label_Wendland© Willkommenstrunk Wendland

In Hitzacker plant die Initiative ZuFlucht Wendland für 300 Menschen ein interkulturelles Mehrgenerationen-Dorf. Das Hitzacker-Dorf soll Heimat und Arbeitsplätze für Einheimische und Geflüchtete schaffen und dient als ebenso kreatives wie visionäres Modell für ein friedliches und gemeinschaftliches Leben mit Vorbildcharakter für andere Regionen in Europa. Das Sozialexperiment in dem extrem strukturschwachen Gebiet wächst stetig, vor allem  durch das außergewöhnliche Engagement der Bürger. Den organisatorischen und finanziellen Rahmen für die geplanten Wohnungen, Gewerbeflächen, Läden und Obstplantagen bildet die neu gegründete Genossenschaft Hitzacker Dorf eG iG, die auch das Bauland erworben hat.

Geflüchtete beim Filmfestival in Mecklenburg

2016 feiert das Internationale Dokumentarfilmfestival dokumentART im mecklenburgischen Neubrandenburg sein 25. Jubiläum. Im 24. Festivaljahr waren bereits 20 Geflüchtete ehrenamtlich im Team tätig. Dies soll nun in weitergeführt werden im Rahmen des Projektes ANKOMMER. Perspektive Deutschland mit Unterstützung des Vereins Latücht Film & Medien. Im Festivalbüro, im Kino und in der Medienwerkstatt sollen pro Jahr ca. 8-10 geflüchtete junge Menschen eine Ausbildung absolvieren bzw. einen Arbeitserfahrungsplatz“ erhalten. Geflüchtete sollen regelmäßig mit dem Neubrandenburger Publikum in Berührung kommen, ihre Deutschkenntnisse anwenden und weiterentwickeln, auf Dauer auch das Programm inhaltlich mit verantworten und als Multiplikatoren in der Flüchtlings-Community für das Festival, das Kino und die Medienwerkstatt agieren. Vielen Dank an Annelie Krumbein vom Festivalbüro dokumentART für den Hinweis auf das Projekt.

644109_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Geflüchteten Stimme und Gesicht geben

Bereits im Oktober 2015 besuchte Regisseur #Lars Becker mit einem Kamerateam das Flüchtlingslager in der Schnackenburgallee in Hamburg, sprach mit Geflüchteten und realisierte seinen Kurzfilm „Refugees Welcome“. Auszüge daraus verarbeitete er zu einem 75-sekündigen Spot, der auf dem Filmfest Hamburg jeweils vor den Hauptfilmen gezeigt wurde. Vielen Dank an die Journalistin Caroline Schmidt-Gross für den Hinweis.

Mode von Geflüchteten

Im Rahmen des Stipendienprogramms „Ankommer“ möchte die KfW Stiftung gemeinsam mit Social Impac Lab Flüchtlingen die Ankunft auf dem deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Unterstützt wird auch das Start-up-Projekt Stitch by Stitch – deutsch „Stich für Stich“. Die beiden Frankfurter Modedesignerinnen Claudia Frick und Nicole von Alvensleben wollen gemeinsam mit geflüchteten Frauen eine Schneider-Werkstatt aufbauen, dabei die besonderen Fähigkeiten und Fachkenntnisse der Näherinnen nutzen und vor allem mit kleineren, deutschen Mode-Labels zusammenarbeiten. Vielen Dank an das Kreativ-Netzwerk Kreative Deutschland für diesen Hinweis.

 © Hasan Anac, Pixelio

Familienkonzert für Geflüchtete

Das NDR Jugendsinfonieorchester hatte Familien aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Kenia und Hamburg in das Rolf-Liebermann-Studio eingeladen. Die kürzlich in Hamburg eingetroffenen Neubürger erlebten ein einzigartiges Konzert: Auf einer großen Leinwand lief der Stummfilm Der Schneemann – eine Geschichte, die sich auch ohne Worte vermittelte. Die Musik, gespielt vom NDR Jugendsinfonieorchester, sorgte für große Emotionen. Orchester wurde 2012 von der Akademie des NDR Sinfonieorchesters gegründet. Zwei Mal im Jahr können begabte Nachwuchsmusiker unter Leitung renommierter Dirigenten wichtige Orchesterwerke professionell erarbeiten und vor Publikum aufführen. Vielen Dank an die Musikerin Katrin Scheitzbach für diesen Hinweis.

Hightech-Praxis im Container

Seit Anfang November steht in Hamburg ein Container für die medizinische Versorgung von Geflüchteten. Das Refugee First Response Center (RFRC) ist ein Prototyp und wird derzeit im Praxisalltag auf Herz und Nieren geprüft. Das Besondere: Bislang mussten Übersetzer und Ärzte gemeinsam bei der Behandlung vor Ort sein. Im neuen Hightech-Container werden die Übersetzer über Breitband-Internet und Videoübertragung zugeschaltet. Kooperationspartner ist das Universitätsklinikum Eppendorf UKE. Kreative, engagierte Hamburger haben den Medizincontainer entwickelt und gebaut. Die gemeinnützige Hamburger Dorit und Alexander-Otto Stiftung spendete 900.000 Euro für Container und Videotechnik. Wenn die Testphase erfolgreich verläuft und sich Sponsoren finden, könnten bald mehrere Medizincontainer an Erstaufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete eingesetzt werden. Vielen Dank an Harald Neidhardt von MLOVE Future City Campus für den Hinweis auf das Projekt.

 © MLOVE

Aktionsbündnis mit vielen Talenten: „Wir machen das!“

Tag für Tag flüchten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten nach Europa. Die Folgen und das Versagen der Politik werden auf diese Weise für uns alle erfahrbar. Das Aktionsbündnis WIR MACHEN DAS reagiert und macht sich für Geflüchtete stark. Das Bündnis von zunächst 100 Frauen um die Autorin Annika Reich aus Kunst, Wissenschaft und öffentlichem Leben wächst täglich weiter zu einer Gemeinschaft von Neuankommenden und Einheimischen, unterstützt von zahlreichen Initiativen, Personen und Institutionen. Jede und jeder macht das, was er oder sie kann: „vom Kleiderfalten bis zum Lobbyismus, von Sammelklage bis Seenotrettung, vom Beherbergen bis zum Bauvorhaben, von Rechtsberatung bis Sprachvermittlung, von kultureller Teilhabe bis Arbeitsplatzvermittlung vom persönlichen Statement bis zur breiten Medienkampagne.“ Die Akteure sind überzeugt von der Kultur des Teilens und der selbstbestimmten Gestaltung unserer Welt. Vielen Dank an die Journalistin Eva Györkös von Alsterklicks für den Hinweis auf die Initiative.

130984_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Unternehmer und Geflüchtete unter einem Dach

Murnau am Staffelsee ist mit rund 12.000 Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Jetzt erhält Murnau ein Kreativquartier. Das ehemalige Gemeindekrankenhaus soll zunächst bis Ende 2018 gemischt als Arbeits- und Wohnraum von Kreativen und von bis zu 50 Geflüchteten genutzt werden. Murnau setzt damit ein Zeichen für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung im kreativen und innovativen Bereich. Bürgermeister Rolf Beuting nennt mehrere Gründe für seine Entscheidung: „Wir wollen uns als Premium-Wirtschaftsstandort positionieren, als Motor für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Wir wollen Flüchtlinge schnell integrieren und ihnen Perspektiven in Murnau aufzeigen. Wir müssen Murnau für junge Menschen attraktiv halten, um so die Folgen des demografischen Wandels abzumildern.“ Vielen Dank an das Netzwerk bayerkreativ für den Hinweis.

709747_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Blogger-Engagement für Geflüchtete

Blogger für Flüchtlinge ist eine Initiative der Blogger Nico Lumma, Stevan Paul, Karla Paul und Paul Huizing auf betterplace.org. Die vier haben ursprünglich Spenden für den Verein Moabit hilft gesammelt und dann die Netzcommunity gebeten, ihre Botschaft der Spendenwerbung mit zu verbreiten. Die Aktion hat mit eingeworbenen knapp 100.000 € bis heute großen Erfolg. Jeder, der eine eigene Website betreibt, kann mitmachen: seine/ihre Meinung zur Flüchtlingssituation kundtun, z. B. darüber, warum es für unsere Gesellschaft und unser Land sinnvoll ist, sich für Geflüchtete einzusetzen. Verweise auf diese Spendensammlung. Bitte dafür Hashtag nutzen: #BloggerFuerFluechtlinge.

144075_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Der Sozialpsychologe Harald Welzer führt deutschlandweit einen interdisziplinären Austausch über unsere Werte und Visionen in Zeiten aktueller Umbrüche, wie wir sie gerade erleben. Die von ihm mitinitiierten und mitgetragenen Initiativen Futurzwei und Die-Offene-Gesellschaft sowie die Politikberater von adelphi geben Denkanstöße und Impulse, nicht zuletzt um Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung mit konkreten Handlungshilfen zu unterstützen. Getragen werden die Aktivitäten von der Überzeugung, dass Veränderung zu mehr Gemeinwohl(-Ökonomie) und Gerechtigkeit durchaus möglich ist und einen Gewinn an Lebensqualität für alle bedeutet. Vielen Dank an Harald Welzer für seine erhellenden Bücher, u. a. „Selbst denken: Eine Anleitung zum Widerstand“, „Transformationsdesign: Wege in eine zukunftsfähige Moderne“ und „Autonomie: Eine Verteidigung“.

415953_web_R_K_B_by_Uli Carthäuser_pixelio.de © Uli Carthäuser, Pixelio

Patenschaften gesucht! Frage an Sie und Euch …

Welche (Online-)Netzwerke gibt es, die Geflüchteten einheimische Paten vermittelt? Zehn Familien oder Einzelpersonen könnten sich zusammentun und gemeinsam eine Patenschaft über eine/n Geflüchtete/n bzw. eine geflüchtete Familie übernehmen. So würden Verantwortung und Zeit auf mehrere Schultern verteilt werden. Schreibt mir, wenn Ihr davon wisst. Vielleicht gibt es bereits eine Patenschafts-App bzw. evtl. wird gerade daran gearbeitet?! Infos bitte an: massivkreativ(et)gmail.com

 

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

Teil 1. Prolog: Hilfe aus der Kreativbranche für Geflüchtete

Teil 2. Theater: Neue Heimat auf der Bühne

Teil 3. Musik: Bridges – Musik verbindet

Teil 4. Museum: Mit Kunst gegen den Hass

Teil 5. Kunst und Design: Geschichten aus dem Automaten

Teil 6. Architektur: „Instant Home“ mit Origami-Technik

Teil 7. Web, Apps, Games: Flucht als Selbsterfahrung

Teil 8. Kreatives für Geflüchtete: Kochen, Gärtnern, Flashmobs

Teil 9. Kulturarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Teil 10. Medien für Geflüchtete: Ankommen und Lernen

Teil 11. Bürgeridee: Schulungsprogramme über Monitore für Geflüchtete

Teil 12. Nachlese: Kreative Ideen für Geflüchtete aus der Community

Medien für Geflüchtete: Ankommen und Lernen

725775_web_R_K_B_by_Christina Schmid_pixelio.de © Christina Schmid, Pixelio

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche, Teil 10 – Medien für Geflüchtete

Künstler und Kreativschaffende aus unterschiedlichen Branchen unterstützen überall in Deutschland Geflüchtete: egal ob im Theater oder auf der Opernbühne, in Film- oder Tonstudios, in Architektur- oder Designwerkstätten, in Kunst-Ateliers oder in multikulturellen Küchen, bei Flashmobs, Tanzperformances oder in Game-, App- und Web-Laboren. Die Beispiele der folgenden 10teiligen Blogreihe zeigen, dass Deutschlands Kreativszene ein starker Innovationsmotor für eine gelungene Integration ist, die Parallelgesellschaften vorbeugt und damit uns allen hilft.

740411_web_R_K_B_by_Wilhelmine Wulff_pixelio.de © Wilhelmine Wulff, Pixelio

Medien I: „Refugee Guide“ der ARD

Die ARD bietet Geflüchteten als Wegweiser und erste Orientierungshilfe einen Refugee Guide, d. h. eine Sammlung von Texten, Audios und Filmen zum Ankommen in Deutschland, Spracherwerb, berufliche Orientierung und Alltagssituationen:

630464_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de © Juergen Jotzo, Pixelio

Medien II: Logo und Kiraka – Fernsehen und Radio für Kinder

Die Kindernachrichtensendung LOGO von KiKa und ZDF komplettiert ihre Meldungen mit englischen und arabischen Untertiteln für Flüchtlingskinder und erwachsene Migranten in Deutschland. Komplizierte Sachverhalte werden in einer leicht verständlichen und anschaulichen Sprache erklärt.

KiRaKa ist ein Angebot der Hörfunk-Kinderprogramme des WDR. Im Programm Flüchtlinge bei uns berichten Kinder über die Flüchtlingsthematik.

Medien III: „Lasst uns loslegen!“ – Fernsehen für syrische Flüchtlingskinder

„Yallah Nehna“ heißt: „Lasst uns loslegen!“ So begrüßt die Moderatorin ihre jungen Zuschauer. Die neue arabischsprachige Sendung möchte syrischen Flüchtlingskindern auf spielerische Weise die Welt der Wissenschaft und Technik näher zu bringen. Sie möchte den oftmals traumatisierten Kindern zugleich ein wenig Normalität bieten, auch in den Flüchtlingscamps außerhalb Syriens. Es sollen auch Fragen und Themen aus dem Flüchtlingsalltag thematisiert werden. Das Konzept für die Sendung hat das Team der Deutsche Welle-Akademie 2013 entwickelt und gemeinsam mit dem Sender Orient TV umgesetzt. Das Auswärtige Amt finanziert das Projekt mit rund 500.000 Euro.

678251_web_R_K_B_by_Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)_pixelio.de © Initiative „Echte Soziale Marktwirtschaft“ IESM, Pixelio

Medien IV: Mobiles Angebot für Geflüchtete von ZDF und Telekom

Die Website für Flüchtlinge ZDFarabic bzw. ZDFenglish ist für Smartphones optimiert und soll deutsche Politik, Kultur und wichtige Themen für die Orientierung im Land vermitteln. Mit arabischen und englischen Untertiteln will das ZDF möglichst viele Flüchtlinge erreichen. Die Telekom, mit der das ZDF kooperiert, will bis Jahresende kostenloses WLAN an 60 Standorten zur Verfügung stellen. Das ZDF-Angebot wird Schritt für Schritt auf den Lokalseiten von Refugees Telekom verlinkt.

422888_web_R_K_B_by_Jerzy Sawluk_pixelio.de © Jerzy Sawluk, Pixelio

Medien V: Alltagssituationen für Geflüchtete aus der arabischen Welt

Der Nachrichtensender n-tv hat das arabische Videoangebot Marhaba – Ankommen in Deutschland gestartet – als erstes Programm in Deutschland, das sich in arabischer Sprache speziell an Flüchtlinge und Zuwanderer aus dem Nahen Osten richtet. Moderator Constantin Schreiber erklärt in der wöchentlichen Sendung auf Arabisch den Alltag in Deutschland und die Lebensgewohnheiten der Deutschen und gibt dazu praktische Orientierungshilfen und Informationen.

560166_web_R_K_B_by_twinmo_pixelio.de © twinmo, Pixelio

Medien VI: Artikel-Serie – Mein Einsatz für Flüchtlinge

Die Deutsche Welle hat Kulturschaffende in Deutschland zu Ihrem Engagement für Geflüchtete befragt: Schauspieler, Schriftsteller, Musiker, Künstler, Theaterleute, Designer berichten über ihre Aktivitäten, Meinungen und Gedanken.

297590_web_R_K_B_by_knipseline_pixelio.de © knipseline, Pixelio

Medien VII: Deutsch lernen – Erste Schritte

Die Deutsche Welle hat das kostenloses Angebot Erste Schritte zum Erlernen der deutschen Sprache ins Netz gestellt und bietet darüber hinaus auch langsam gesprochene Nachrichten.

172748_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Medien VIII: Hören und Lernen mit Musik

Der Ankommen und sich heimisch fühlen, geht leichter, wenn man die Sprache versteht. welcomegrooves ist ein ehrenamtliches Gemeinschaftsprojekt von 70 Kreativen aus Köln, das Deutschlektionen zum Hören bietet. Mit kurzen Audio-Lektionen können Geflüchtete erste Wörter, Sätze, Redewendungen und Fakten über die deutsche Kultur erlernen. Damit sich die Lektionen besser einprägen, enthält der kostenlose Einstiegskurs neben Sprache auch Musik. Zusätzlich zu den Audios hat die Initiatorin Eva Brandecker gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen die Sprachlektionen auch zweisprachig in schriftlicher Form erstellt – inzwischen in knapp 30 Sprachen. Audios (mp3) und Texte (pdf) können kostenlos heruntergeladen werden:

363441_web_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de © Dieter Schütz, Pixelio© Tobias Zimmermann, Pixelio

Medien IX: Visuelle Orientierungshilfen für Flüchtlinge

Amelie Kim Weinert hat an der Hochschule Pforzheim Visuelle Kommunikation studiert. Weil sie auch in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, hat sie als Abschlussarbeit ein Set mit Infoblättern entwickelt, dass Flüchtlingen hilft, Deutsch zu lernen. Mein Deutschland ist eine visuelle Orientierungshilfe, mit der sich Asylbewerber auf einen Deutsch- oder Alphabetisierungskurs vorbereiten können. Sechs den sechs Kapiteln geht es zunächst um das gemeinsame Kennenlernen: Woher komme ich? Wie ist Deutschland? Was ist in unserer Kultur wichtig? Welche Sprache verwenden wir? usw. Anders als es mit herkömmlichen Lehrmitteln setzt die junge Kommunikationsdesignerin auf Bildern und Illustrationen. Sie will Wissen und Sprache spielerisch vermitteln im Austausch über die eigene Kultur. Ihre Mittel sind Würfel, Icons und Sticker, die die Lernenden an Gegenstände heften können.

315567_web_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Medien X: Überblick über ehrenamtliche Hilfsprojekte

Die Tagesschau der ARD hat einen deutschlandweite Liste erstellt – mit guten Ideen und hilfreichen Projekten für Geflüchtete:

293832_web_R_K_B_by_Stephanie  Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Medien XI: Online-Sprachkurse und Sprachlernspiele

Das Goethe-Institut hat einen kostenlosen Online-Sprachkurs für verschiedene Sprachniveaus für Geflüchtete und Neubürger ins Netz gestellt. Mit einem spielerischen Konzept soll ferner das Deutschlernen erleichtert und ehrenamtliche Helfer bei der Spracharbeit unterstützt werdenn. Die „Sprachlernspiele. Deutsch für den Anfang“ lassen sich hier herunterladen: goethe.de/willkommen.

75317_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Medien XII: Hinweise für den Alltag in Deutschland

Studenten und Doktoranden aus ganz Deutschland mit verschiedensten geographischen und kulturellen Hintergründen haben einen Alltagsführer in 15 verschiedenen Sprachen erstellt. Der Refugee-Online-Guide soll Besuchern, Geflüchteten und zukünftigen Bürgern in Deutschland als Orientierungshilfe dienen, vor allem in der ersten Zeit des Aufenthaltesm, in denen Geflüchtete noch nicht an staatlichen Integrations- und Deutschkursen teilnehmen können. Das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) bietet derzeit keine vergleichbare Orientierungshilfe an.

660764_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de © Tim reckmann, Pixelio

Medien XIII: Digitale Medien für Geflüchtete

Die Hamburg Media School bietet Geflüchteten – unabhängig von ihrem jeweiligen Aufenthaltsstatus – ab April 2016 eine gebührenfreie Fortbildung im Bereich Digitale Medien an. Das sechsmonatige Weiterbildungsprogramm richtet sich an Geflüchtete, die in ihren Herkunftsländern einen Medienberuf gelernt, ein medienaffines Fach studiert oder mediale Berufserfahrung gemacht haben. Unterrichtssprache ist Deutsch. Dem modularen Kursprogramm an der HMS schließt sich ein Praktikum in einem Hamburger Medienunternehmen bzw. einer Filmproduktion an.

 

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

Teil 1. Prolog: Hilfe aus der Kreativbranche für Geflüchtete

Teil 2. Theater: Neue Heimat auf der Bühne

Teil 3. Musik: Bridges – Musik verbindet

Teil 4. Museum: Mit Kunst gegen den Hass

Teil 5. Kunst und Design: Geschichten aus dem Automaten

Teil 6. Architektur: „Instant Home“ mit Origami-Technik

Teil 7. Web, Apps, Games: Flucht als Selbsterfahrung

Teil 8. Kreatives für Geflüchtete: Kochen, Gärtnern, Flashmobs

Teil 9. Kulturarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Teil 10. Medien für Geflüchtete: Ankommen und Lernen

Teil 11. Bürgeridee: Schulungsprogramme über Monitore für Geflüchtete

Teil 12. Nachlese: Kreative Ideen für Geflüchtete aus der Community

 

Aufruf: Noch mehr kreative Ideen für Geflüchtete gesucht!

Was können Künstler für Geflüchtete tun? In meinem Blog MassivKreativ stelle ich engagierte und nützliche Projekte von Kreativschaffenden vor. Die Liste der guten Beispiele soll weiter wachsen und anderen Mut machen, die ebenfalls Aktivitäten planen! Wenn Sie weitere kreative Projekten für Geflüchtete kennen, die ich bislang nicht erwähnt habe, schicken Sie mir gerne Ihre Infos. Ich sammle sie und berichte in einem neuen Artikel über weitere innovative Projekte.  Infos bitte an mich: massivkreativ2015(at)gmail.com

Hilfe für Geflüchtete: Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

742236_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de © Tim Reckmann, Pixelio

Etwa eine Million Menschen flüchteten im Jahr 2015 nach Deutschland, um Krieg, Gewalt, Verfolgung oder Hunger hinter sich zu lassen. Damit sich die Geflüchteten in der neuen Heimat zurechtfinden, tüfteln deutschlandweit unzählige Künstler und Kreative an innovativen Ideen und hilfreichen Begegnungsprojekten. Die Kreativbranche ist wie so oft Impulsgeber bei der Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Einige Projekte stelle ich in einer 10teiligen Serie vor (siehe unten).

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche, Teil 1 – Prolog

In welcher Welt wollen wir leben? Integration gelingt am besten durch direkte Begegnung. Die geflüchteten Neubürger brauchen Kontakt zu Einheimischen, um mit der Sprache und der Kultur in der neuen Heimat in Berührung kommen. Das haben Kreative rasch erkannt und gehandelt – mit viel Eigeninitiative und meist wenig Geld. Mit bemerkenswerten Projekten, sehr nützlichen und originellen Ideen engagieren sich Kreative für den erfolgreichen Neustart der Geflüchteten.

Erfindergeist und Kreativität helfen dabei, Grenzen zu überschreiten, Horizonte zu erweitern, Wissen auf neue und andere Bereiche zu übertragen, mit Menschen über ihre Bedürfnisse zu sprechen und so zu neuen Ideen zu gelangen. Frank Berzbach, Psychologe und Autor schreibt in seinem Buch Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: „Kreative haben die Unzufriedenheit mit dem real Existierenden in ihr Leben eingebaut: Wem die bisherigen Lösungen nicht ausreichen, … wird schöpferisch tätig … Kreativität wird zur Lebensform, wenn wir nicht aufhören darüber nachzudenken, … wie wir die Welt besser hinterlassen.“

596184_web_R_K_B_by_twinlili_pixelio.de © twinlili, Pixelio

Egal ob im Theater oder auf der Opernbühne, in Film- oder Tonstudios, in Architektur- oder Designwerkstätten, in Kunst-Ateliers und in multikulturellen Küchen, bei App-, Game- oder Websiten-Programmierern, bei Flashmobs und Tanzperformances: Die Beispiele der folgenden 10teiligen Blogreihe zeigen, dass Deutschlands Kreativbranche ein starker Innovationsmotor für eine gelungene Integration ist, die Parallelgesellschaften vorbeugt und damit nicht nur den Geflüchteten hilft, sondern uns allen!

Wir alle können und sollten unser Potential stärker für gesellschaftlich relevante Dinge nutzen. Der Designer Florian Pfeffer hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben – mit 100 sehr weisen Ideen für strukturelles Design: To do: Die neue Rolle der Gestaltung in einer veränderten Welt. Er hat darin einen sehr wichtigen Satz gesagt: „Die Einbeziehung von Nutzern in die Gestaltung durch partizipatives Design kann den sozialen Ausgleich in einer Gesellschaft befördern. So können wir uns mit den Folgen unseres Handelns verbinden statt uns von ihnen abzukapseln.

Sam Pitroda, Telekommunikationsingenieur, Erfinder, Unternehmer und Vorsitzender des National Innovation Council India (Nationaler Innovationsrat Indien) hat es ähnlich aus anderem Blickwinkel formuliert: Die besten Köpfe der Welt arbeiten dort, wo sie keiner braucht – an den Problemen der Reichen. Der große Wandel (in Indien) besteht darin, diese Köpfe dort zu platzieren, wo sie an den Problemen der Armen arbeiten.“

Wie soll unsere Zukunft aussehen? Chandran Nair, der 2005 in Hongkong das Global Institute For Tomorrow gründete, einen Thinktank, der ökonomisches Denken mit sozialem Engagement verbindet, hat darauf geantwortet: „Wir brauchen einen neuen Wissenskanon, in dem es um Gemeinwohl geht … Weniger Autorennen und mehr Tanzwettbewerbe!“

 

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

Teil 1. Prolog: Hilfe aus der Kreativbranche für Geflüchtete

Teil 2. Theater: Neue Heimat auf der Bühne

Teil 3. Musik: Bridges – Musik verbindet

Teil 4. Museum: Mit Kunst gegen den Hass

Teil 5. Kunst und Design: Geschichten aus dem Automaten

Teil 6. Architektur: „Instant Home“ mit Origami-Technik

Teil 7. Web, Apps, Games: Flucht als Selbsterfahrung

Teil 8. Kreatives für Geflüchtete: Kochen, Gärtnern, Flashmobs

Teil 9. Kulturarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Teil 10. Medien für Geflüchtete: Ankommen und Lernen

Teil 11. Bürgeridee: Schulungsprogramme über Monitore für Geflüchtete

Teil 12. Nachlese: Kreative Ideen für Geflüchtete aus der Community

 

Aufruf: Noch mehr kreative Ideen für Geflüchtete gesucht!

Was können Kreative und Künstler für Geflüchtete tun? In meinem Blog MassivKreativ stelle ich engagierte und nützliche Projekte von Kreativschaffenden vor. Die Liste der guten Beispiele soll weiter wachsen und anderen Mut machen, die ebenfalls Aktivitäten planen! Wenn Sie weitere kreative Projekten für Geflüchtete kennen, die ich bislang nicht erwähnt habe, schicken Sie mir gerne Ihre Infos. Ich sammle sie und berichte in einem neuen Artikel über weitere hilfreicheProjekte.  Infos bitte an mich: massivkreativ2015(at)gmail.com

Jede/r von uns kann und sollte Geflüchteten in einem Bereich helfen, der ihr/m liegt und ihr/m Spaß macht. So lassen sich eigene Glücksmomente mit anderen teilen. Ich spiele leidenschaftlich gerne Tischtennis und habe in meinem Sportclub, dem USC Paloma Hamburg, gemeinsam mit anderen Spielern ein regelmäßiges Tischtennistraining für Gefüchtete ins Leben gerufen – unter dem Dach der Hamburger Initiative Welcome-to-Barmbek.