Rettet Blockchain Kreativschaffende und ihre Wertschöpfungen?

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Blockchain heißt übersetzt Block- bzw. Kasten-Kette. Mit dieser Technologie werden Dateninformationen bzw. Datentransaktionen auf vielen Computern in einem Netzwerk gleichzeitig gespeichert, wie in einem Register. Die abgespeicherten Transaktionen können im Nachhinein nicht mehr verändert werden. Der Erfinder der Blockchain nennt sich Satoshi Nakamoto, er oder sie hat sich allerdings noch nie öffentlich zu erkennen gegeben.

Wie arbeitet die Blockchain?

Jede virtuelle Transaktion wird in Datenblöcke unterteilt, die als identische Kopien parallel auf vielen Rechnern verteilt und gespeichert werden (Bitcoin Miners s.u.). Alle Blöcke enthalten eine verschlüsselte Information über die vorhergehenden Blöcke, daher der Name „Block-Kette“.

Sicherheit

Die Datenbank-Informationen sind für jeden einsehbar, jedoch verschlüsselt und daher fälschungssicher. Neue Eintragungen in die Blockchain müssen von Teilnehmer-Netzwerk verifiziert werden. Versucht ein Teilnehmer seine Kopie der Blockchain zu verändern, würde das beim automatischen Vergleich mit den Kopien anderer Teilnehmer im Netzwerk sofort auffallen. Dennoch hat im März 2017 die US-Börsenaufsicht dem ersten Bitcoin-Fonds die Zulassung verweigert, die Risiken für Manipulation und Betrug u. a. durch Hackerangriffe seien derzeit noch zu groß. In Deutschland gibt es bisher noch kein reguliertes Wertpapier-Produkt mit einer Kenn-Nr. bzw. International Securities Identification Number (ISIN). In der Schweiz will in Kürze die Crypto Fund AG einen Fonds für Kryptowährungen anbieten (Juni 2017).

 © Claudia Hautumm, Pixelio.de

Blockchain für Geldtransfer

Mit der Blockchain-Technologie wird im Moment vor allem als digitales Kassenbuch genutzt, indem virtuelles Geld über das Internet hin- und hergeschickt wird, direkt von einer Person zur anderen, ohne Banken, Finanzvermittler, Börsen oder Zwischenhändler. Der Transfer der sogenannten Kryptowährungen erfolgt dezentral, sekundenschnell und wegen fehlender Zwischenhändler nahezu gebührenfrei (ca 1% der Transfersumme). Die erste und bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin. Er wurde 2009 eingeführt und basiert auf der Blockchain-Technologie. Die „Bitcoin Miners“ sind unternehmerisch geführte Rechenzentren mit Anteilseignern, die Nachweise über Bitcoin-Transaktionen führen und Bitcoins als Belohnung für erbrachte Rechenleistungen erhalten. China ist Vorreiter. Zur Zeit sind über 13 Millionen Bitcoins im Umlauf. Mehr als 21 Millionen sollen nicht hergestellt werden. Analog zum Goldbestand soll auch die gezielte Beschränkung an Bitcoins vor Inflation schützen.

Insgesamt soll es bis zu 800 verschiedene Kryptowährungen geben, neben Bitcoin auch Ether (s.u.), Monero und ZCash. Der Wert der Währungen kann sich innerhalb kurzer Zeit auf den Krypto-Tauschbörsen rapide verändern. Bis Mitte des Jahres 2017 legte Ether z. B. um 3000 % zu, Bitcoin hingegen „nur“ um knapp 200 %.  MtGox ging 2014 pleite, BitFinex musste nach einem Diebstahl von 120.000 Bitcoins (ca 58 Mio. Euro) Anfang August 2016 den Betrieb vorläufig einstellen. Die wichtigste deutsche Handelsplattform ist bitcoin.de. Die Fidor Bank bietet ihren Kunden direkte Bitcoin-Konten und den Handel dazu an, dank Bafin sogar einlagensicherungsgeschützt im Falle einer Insolvenz von Bitcoin.de (Quelle: ntv).  

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Verbreitung und Nutzung von Bitcoins

Laut Branchenportal btc-echo akzeptieren weltweit bislang etwa hundert Unternehmen Bitcoins als Zahlungsmittel, im deutschsprachigen Raum nur an die zwanzig Firmen, u. a. der Frankfurter Onlineshop Keycoon für 3D-Drucker-Zubehör und 4electric, der Zulieferer von Ladezubehör für Elektroautos. In Berlin-Kreuzberg bietet die Science-Fiction-Buchhandlung Otherland Lesbares und die Burgerbar Room 77 Ess- und Trinkbares gegen Bitcoins an. Die Bitcoin-Firma Bitwala mit 12 Mitarbeitern (März 2017) transferiert inzwischen Bitcoins für 20.000 Kunden in 120 Ländern. Vor allem Löhne werden mit Bitcoins länderübergreifend kostensparend gezahlt. Die zukünftige Vision von Bitwala: Maschinen sollen Maschinen bezahlen, indem sie sich gegenseitig scannen.

Neue Anwendungsbereiche

Als besonders zukunftsträchtig gilt die Blockchain-Plattform Ethereum, entwickelt von Vitalik Buterin (seit 2013) sowie der schweizerischen Non-profit-Stiftung Ethereum Foundation. Ethereum verwendet die Kryptowährung Ether, die im Mai 2017 eine Marktkapitalisierung von 12 Milliarden Dollar verzeichnete. Während Bitcoins lediglich Geldtransaktionen ermöglichen, können über die Ethereum-Plattformen verschiedene Vermögens- und Wertgegenstände ausgetauscht werden – über „smart contracts“. Daraus ergeben sich viele Anwendungen, u. a. für Versicherungen und FinTech, für Logistik, Verkehr und Energiewirtschaft, für die Sharing Economy, das Internet der Dinge und Industrie 4.0, für Datensicherheit und Transparenz, für Verwaltung und eGovernment, z. B. E-Voting-Systeme, virtuelle Organisationen, Identity-Management und Crowdfunding. 

Teilhabe und Nachhaltigkeit

Die Blockchain ermöglicht es, die Gesellschaft neu und vor allem dezentral zu organisieren, damit wir unser Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten können. Von den Gewinnen der Plattformökonomie könnten Kulturproduzenten und Urheber endlich in dem Maße partizipieren, wie es ihnen zusteht. Auch nachhaltiges Handeln lässt sich direkt belohnen. Wer bewusst und ökologisch einkauft, Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens mit anderen teilt und seinen Abfall recycelt, könnte mit digitaler Währung belohnt werden. 

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Beispiele für smart contracts

Mit „smart contracts“ sollen vor allem administrative Prüfvorgänge automatisiert werden, z. B. von digitalen Identitäten, Bonitäten, Kreditvergabe, Schadensforderungen, Versicherungen, Medienvertrieb. Inzwischen beteiligen sich eine ganze Reihe von Institutionen und Startups an Ethereum, u. a.  die Entwickler von slock.it im thüringischen Mittweida, RWE, Thomson Reuters, Santander Bank, Microsoft und die dezentrale Organisation Bitnation, die traditionelle Staaten überflüssig machen will. Estland, in Digitalisierungsfragen und eGovernment besonders progressiv, nutzt Bitnation bereits seit Ende 2015. Auch Griechenland soll aktuell mit der Blockchain experimentieren. Korruption, Verschwendung, Betrug sollen in Zukunft vermieden werden. Hinterlegte Codes in der Blockchain sollen garantieren, dass Steuergelder nur zweckgebunden ausgegeben werden dürfen. Die in Berlin lebende Wirtschaftsinformatikerin mit persischen Wurzeln Shermin Voshmgir gründete den BlockchainHub Berlin und will mit der bahnbrechenden Technologie die Finanzbranche ebenso revolutionieren wie die staatliche Verwaltung (siehe Studie am Ende des Artikels).

Szenarien für Nutzer

Ethereum ermöglicht „smart contracts“, die z. B. für dezentrale Autovermieter und Energieerzeuger ebenso interessant werden könnten wie für Komponisten, Fotografen und Journalisten, mit positiven und negativen Szenarien. Hat ein Kunde die monatliche Lizenzrate für sein Auto nicht bezahlt, wird er den Wagen beim nächsten Fahrantritt nicht mehr starten können. Ein Auftraggeber für kreative Leistungen erhält dann Zugang zu urheberrechtlichen Werken,  wenn er die Produzenten in ausreichendem Umfang vergütet. Und wer auf dem Dach seines privaten Hauses Solarstrom erzeugt, kann die nicht verbrauchte Energie automatisiert in einem Netzwerk anbieten und verkaufen.

Chancen für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Ethereum-Blockchain soll den Austausch von Wertschöpfungen revolutionieren, denn auch immaterielle Werte sollen verwaltet und auf neue Weise vergütet werden. Ethereum weckt daher besonders in der Kultur- und Kreativwirtschaft große Hoffnungen. Während die Produktion kreativer Werke in den letzten Jahren demokratisiert und damit kostengünstiger wurde, läuft der Vertrieb nach wie vor über zentralisierte Plattformen (youtube, audible, spotify, Netflix, Instagram, Facebook usw.). Von den Gewinnen und Werbeeinnahmen profitieren meist nicht die Kreativen, sondern die Plattform-Monopolisten selbst.

Von der Ethereum-Blockchain könnten endlich die kreativen Produzenten profitieren, indem über die neue Plattform z. B. Patente für Ideen und Lizenzen für schöpferisch-kreative Werke verwahrt, ausgetauscht und vergütet werden, z. B. Musik, Fotos, Bilder, Logos, Texte, Filme usw. Kreative Urheber und auch Künstler sollen ihren Anteil am Werk sofort erhalten, wenn es konsumiert wird und nicht, wie derzeit üblich, erst Monate später.

Herausforderungen für Ethereum

Kreative Werke bzw. Daten können in der Blockchain nicht verwahrt werden, lediglich Lizenzen lassen sich verwalten. Klar ist auch: Noch bleiben viele Fragen offen. Die aktuellen Marktanteile der bekannten Plattformen sind immens und nicht zu unterschätzen. Ethereum wird eine Menge in Marketing investieren müssen, um youtube und Co. die Stirn zu bieten. Doch jede Revolution hat einmal im Kleinen angefangen: „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.“ (Margaret Mead, US-amerikanische Anthropologin und Ethnologin)

Unter Hochdruck arbeiten Forscherteams daran, die Blockchain resistenter gegen Hackerangriffe zu machen. Ein russisches Team soll derzeit ein unzerstörbares, verteiltes Datenspeichersystem entwickeln, das durch Quantenkryptographie-Methoden besser geschützt ist.

 © Klicker, Pixelio.de

Blockchain-Aktivitäten von Kreativen

Großbritannien

Benji Rogers gründete bereits 2009 in London PledgeMusic.  Mit seinem Team entwickelt er  ein neues Format für die Musikbranche, das sogenannte .bc-Format, basierend auf dem smart contract der Blockchain. In diesem Datenpaket, vergleichbar mit einer Zip-Datei, will er nicht nur den Musiktitel selbst, sondern auch weitere Metadaten speichern (MVD = Minimum Viable Data). Sie sollen zu Komponisten, ausübenden Musikern und weiteren Firmen führen, die an der Produktion beteiligt waren. Auch Nutzungsformen des Songs sollen hinterlegt werden, wer den Song zu welchem Zweck und zu welchem Preis verwenden darf.

Die britische Sängerin Imogen Heap und die Firma Ujo Music arbeiten an einem Prototypen auf Blockchain-Basis für die Musikindustrie. Ziel ist eine transparente und effiziente Form der Musiklizensierung. Gebühren für Künstlerlizenzen sollen anonym und in Echtzeit transferiert werden.

Österreich

Das Wiener Museum für Moderne Kunst (MAK) hat im Rahmen seines MAK NITE Lab im März 2015 ein Kunstwerk mit Bitcoins gekauft, geschaffen von dem niederländischen Künstler Harm van den Dorpel. Es wurde von den Künstlern Valentin Ruhry und Andy Boot auf ihrer kuratierten Plattform Cointemporary.com zum Verkauf angeboten – zu einem festen Bitcoin-Preis unabhängig von seinem aktuellen Wechselkurs. 

Deutschland

Das Berliner Startup BigchainDB bietet mit dem Dienst ascribe für Kunstwerke bzw. Musik im Internet ein digitales Wasserzeichen  an („Ownership Layer” / „Hash Key“). Bei der Registrierung eines Werkes vergibt ascribe eine eindeutige ID. Sie setzt sich aus dem jeweiligen Datenfile und der Identität des Urhebers zusammen. Alle Informationen über Kopien des Werkes und deren Verbreitung werden in der Bigchain gespeichert. Künstler können so per Mausklick die Rechte an ihren Kunstwerken verwalten und Musik, Texte, Bilder, Filme zeitlich befristet vermieten oder verkaufen. Der Dienstleister asribe erhält dafür eine Provision. Eine unerlaubte Verbreitung des Werkes kann bisher nicht verhindert werden, aber zumindest kann der Urheber und Eigentümer des Werkes nachverfolgt werden. Zu den ersten Nutzern von ascribe gehören der bereits erwähnte Künstler Harm van den Dorpel, außerdem Titanium Comics. 

Der deutsche Künstler Stephan Vogler möchte seine digitalen immateriellen Schöpfungen als Unikate vertreiben, via Bitcoins. Gemeinsam mit Kunstrechtsexperten hat er eine Lizenz für digitale Kunstwerke als limitierte und eigenständig handelbare virtuelle Güter entwickelt. Die Werke werden mit einer eindeutigen elektronischen Signatur versehen. Der Eigentümer ist in der Blockchain registriert. Die der Nutzungsrechte werden durch eine Transaktion über Bitcoins vergeben. So können nicht nur haptische, sondern auch digitale, nichtmaterielle Kunstwerke zu Sammler- oder Handelsobjekten werden.

 © slicer, Pixelio.de

Micropayment

Die Idee ist nicht neu: Schon Internet-Pionier Jaron Lanier, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2014, fordert in seinem Buch Wem gehört die Zukunft, dass jeder Urheber über Micropayment mit Kleinstbeträgen honoriert wird. Dabei geht es nicht nur um kreative Werke, sondern auch um die Vielzahl derjenigen, die Informationen und Bewertungen an Plattformen liefern, wie Amazon, Apple, Alphabet/Google, Facebook, Dating-, Gastronomie- und Übernachtungs-Portale: „Wir sind daran gewöhnt, Informationen als ‚kostenlos‘ zu betrachten, aber das funktioniert nur, solange der Großteil der Wirtschaft nicht auf Informationen basiert, ansonsten würden wir für diese Illusion einen hohen Preis bezahlen.“ 

USA

2014 gründeten die Künstler Anil Dash und Kevin McCoy die Plattform Monegraph, um Möglichkeiten der Blockchain für digitale Kunstproduktion auszuloten. Die Blockchains Proof-of-existence und Blockai wollen eine Art Patentschutz anbieten. Wenn Nutzer einen Betrag bezahlen, erhalten Sie einen Zeitstempel, ähnlich wie es schon digitale Bibliotheken beim Verleih  von Medien regeln.

Der Unterhaltungskonzern Disney experimentiert auf seiner Plattform Dragoncoin mit der Blockchain, um Erkenntnisse sowohl im Bereich Rechtemanagement (z. B. Filmlizenzen) als auch in seinen Unterhaltungsparks einzusetzen.

Grundeinkommen durch Ethereum-Blockchain

Die internationale Non-Profit-Kunstinitiative The.Art möchte über die Ethereum-Blockchain ein Grundeinkommen für Kunst- und Kulturschaffende generieren, jenseits von Spekulationen und einem risikoreichen Auf und Ab der Kryptowährungen. Initiatoren sind die britische Künstlerin Maris Palmi und der Changemanagement-Berater und Ökonom Chirt Koese. In einem Team mit weiteren Privatakteuren wollen sie ohne staatliche Hilfe einen autarken digitalen Kreislauf schaffen, der Werte und Gelder für das Gemeinwohl generiert. Mit Künstlern, Wissenschaftlern und digitalen Erneuerern soll in einem offenen Dialog ein sozio- ökonomischer Prototyp entstehen. „Wir Künstler bringen das spielerische, experimentelle Moment hinein“, erklärt Maris Palmi, „und wir sind froh, mit Chirt Koese einen Initiator zu haben, der sich mit ökonomischen Prinzipien auskennt und uns dabei hilft, zukünftige Technologien wie Blockchain nicht zu verschlafen, sondern sie im Namen der Kunst für möglichst viele aktiv zu nutzen“.

© The.Art

The Art hat Künstler dazu aufgerufen, Werke für die Ausstellungsreihe „Thoughts Become Art“ einzureichen, die 2016 in Oxfort startete, im Juni 2017 im Berliner Baumhaus mit über 30 Künstlern Station machte (Launching Luvcoin) und weiter nach Hongkong, London und New York zieht. Kuratorin Maris Palmi hat die Ausstellung zusammengestellt. Chirt Koese erklärt das weitere Vorgehen: „Wir wählen einige der ausgestellten Werke aus und kaufen sie dem Künstler mit den nagelneu gestalteten Luvcoinchecks ab“. Anschließend können sich gemeinnützige Organisationen, Universitäten oder Krankenhäuser, melden und sich um eine kostenlose Leihgabe der Kunstwerke bewerben. Die Künstler setzen die Preise für ihre Werke selbst fest. Koese: „Alles, was The.Art jetzt und zukünftig initiiert, passiert im geschützten Kreislauf, über den alle Akteure per transparenten Blockchain-Protokollen wachen.“

Noch kann der Künstler mit den Luvcoins keine Miete zahlen oder im Supermarkt einkaufen. Die Coins sammeln sich in Form eines digitalen Sparbuchs an, die später auf Tauschbörsen gegen andere Krypto-Coins oder traditionelle Gelder (FiatGeld: Euro, Dollar) getauscht werden können. So soll ein autarker Kreislauf im Handel mit Kunstwerken entstehen, deren Erlöse den Künstlern und sozialen Institutionen/Projekten zugute kommen.

 © Alfred Krawietz, Pixelio.de

Blockchain als Multi-Innovation

Die Blockchain wird der neue Megatrend werden, prophezeien Experten. Sie ist eine technologische, ökonomische und soziale Innovation zugleich, die zu einer Demokratisierung durch dezentrale Marktplätze führen soll.

Technologisch: Über Micropayments können Bezahlprozesse, Kreditvergabe, Versicherungen, Bonitätsprüfungen und Crowdfunding kostengünstiger und schneller abgewickelt werden. Automatisierte Vorgänge (Internet der Dinge und miteinander kommunizierende Maschinen) sichern Effizienz.

Ökonomisch: Smart contracts ermöglichen neue dezentrale Abwicklungs- und Verwaltungsprozesse. Niedrige Betriebskosten und disruptive Organisationsformen verändern bestehende Geschäftsmodelle und schaffen neue. 

Sozial: Strukturen werden demokratisiert, weil Monopole zentraler Vermittler entfallen. Vertrauen und Kontrolle werden Netzwerke und Gemeinschaften der Blockchain übertragen.

Forschung und Wissenschaft

Anfang 2017 wurde die IPDB Foundation (Interplanetary Database Foundation) gegründet. Sie verfolgt nach eigenen Angaben ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke  und will Wissenschaft und Forschung rund um das Thema Blockchain fördern. Laut Satzung soll es darum gehen: „Die Forschung an der Realisation und an Anwendungen der „Blockchain“-Technologie, insbesondere der Erforschung und Entwicklung dezentralisierter Organisationsstrukturen und der Umsetzung einer dezentralisierten Datenbankplattform, welche die dezentrale permanente Speicherung von Daten unabhängig von einer zentralen Instanz ermöglicht („Dezentrale Datenbank“). Die IPDB Foundation zielt darauf ab, jedermann Zugang zur Dezentralen Datenbank zu ermöglichen …“ (Satzung IPDB).

Quellen und weitere Informationstipps zum Thema:

Mecklenburg-Vorpommern diskutiert über Zukunftsbranche Kreativwirtschaft

IMG_1090_Podiumsdiskussion Kreativwirtschaft © Henning Penske-Chigir/Kreative MV

Vier Experten der Kultur- und Kreativbranche diskutierten im Schweriner Marstall mit den Spitzenkandidaten und wirtschaftspolitischen Sprechern der Fraktionen über die Potenziale der innovativen Branche in MV

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist nicht nur in Metropolen ein Wachstumsmarkt, sondern auch in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern. Die Potenziale der Kreativbranche sind in MV jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Das ist das Ergebnis einer Podiumsdiskussion, zu der die Kreative MV – Arbeitsgemeinschaft für Kultur- und Kreativwirtschaft – am 4. Juli 2016 eingeladen hatte.

Wie Hamburg, Thüringen und Sachsen die Kultur- und Kreativwirtschaft stärken

„Wie in Hamburg ist der Kreativsektor auch in MV ein Innovationstreiber, der in einer Zeit des digitalen Wandels neue Arbeitsformen, neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt, erprobt und in andere Branchen transferiert“, sagte Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft. Um die überwiegend aus kleinen Unternehmen und Freiberuflern bestehende Kreativ-Branche darin zu unterstützen, „braucht es dringend professionelle Anlaufstellen und nicht nur ehrenamtlich organisierte Netzwerke. Nur so können Kompetenzen gestärkt und Kooperationen initiiert werden.“

IMG_1091_v_l_Corinna Hesse_Helmut Holter_Norman Schulz_Egbert R++hl Corinna Hesse, Helmut Holter, Norman Schulz (Mikro), Egbert Rühl im Gespräch, © Henning Penske-Chigir/Kreative MV

Norman Schulz, Projektleiter der Thüringer Agentur für Kreativwirtschaft THAK in Erfurt, sieht insbesondere in ländlichen Räumen noch viel unentdecktes Potenzial, das in branchenübergreifenden Kooperationen der Kreativbranche mit dem Tourismus, der Immobilienbranche oder der Gesundheitswirtschaft zu wecken ist.

Christian Rost, Sprecher des Landesverbandes für Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. und Kreatives Leipzig, verwies auf die starken Kompetenzen im eigenen Land, die es zu stärken gilt. So wurde beispielsweise im Rostocker Warnow Valley auf Eigeninitiative der Akteure ein Kreativquartier mit dem Co-Work-Space projekt:raum gegründet, der sehr gut angenommen wird. Das zeigt: „Man sollte auf die Kompetenzen der Akteure in der eigenen Region und Branche setzen und deren Impulse stärken statt externe Experten zu holen“, so Rost. „Damit werden nachhaltige, selbsttragende Strukturen geschaffen.“

IMG_1105 v_l_Christian Rost_Jochen Schulte_Corinna Hesse Christian Rost, Jochen Schulte, Corinna Hesse im Gespräch, © Henning Penske-Chigir/Kreative MV

So will die Politik in Mecklenburg-Vorpommern die Kultur- und Kreativwirtschaft stärken

Die Sprecher der Landtagsfraktionen, Jochen Schulte (SPD), Helmut Holter (DIE LINKE) und Silke Gajek (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) wollen in der kommenden Legislaturperiode die Wirtschaftsförderung stärker für Kreativunternehmer öffnen und im Austausch mit der Branche geeignete Förderinstrumente entwickeln. „Der intensive Dialog mit den Akteuren und Netzwerken soll auf jeden Fall fortgesetzt werden, da die Politik noch starken Informationsbedarf über diese junge Branche hat“, so Helmut Holter.

Wertschöpfung der Kreativen in Mecklenburg-Vorpommern

Nach dem Branchenbericht des Wirtschaftsministeriums 2015 sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft in MV mehr als 12.000 Erwerbstätige beschäftigt. Der Jahresumsatz liegt mit 758 Millionen Euro gleichauf mit dem Maschinenbau und der Metallindustrie, allerdings mit einer höheren Anzahl von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Kreativsektor (knapp 10.000) und einem Frauenanteil von über 51%. „Der Anteil junger Frauen mit Hochschulabschluss ist in unserer Branche sehr hoch“, sagte Corinna Hesse, Sprecherin der Kreative MV und des Bundesnetzwerks Kreative Deutschland: „eine sehr wichtige Zielgruppe für die Landesentwicklung!“

IMG_1140_Wortbeitrag Katja Wolter Katja Wolter, Steinbeis Institut Greifswald © Henning Penske-Chigir/Kreative MV

Publikumsbeteiligung

Auch das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion. Katja Wolter, Leiterin des Steinbeis-Forschungszentrums, Institut für Ressourcen-Entwicklung, Greifswald, wies auf die Gefahr der „Gentrifizierung“ am Beispiel des Rostocker Kreativzentrums projekt:raum hin. Die Kreativen würden mit ihren Aktivitäten die Wertschöpfung in ehemals brachliegenden Regionen vorantreiben und wie in Rostock zur Steigerung der Stadtrendite beitragen. Zugleich laufen Kreative Gefahr, dass die von ihnen genutzten und aufgewerteten Immobilien an neue Besitzer verkauft  würden und Kreative so ihre Arbeits- und Lebensgrundlage verlieren.

Antje Hinz vom Silberfuchs-Verlag wollte von den Podiumsgästen wissen, welche Formate sich am besten eignen würden, um Kreativschaffende mit Unternehmern klassischer Wirtschaftsbranchen bei Praxisprojekten zu vernetzen. Norman Schulz empfahl am Beispiel aus Thüringen, dass sich Kreative dorthin begeben sollten, wo klassische Unternehmer nach neuen Anregungen suchen. Wirtschafts- und Fachmessen seien geeignete Orte, um Unternehmern in Kurzworkshops innovative und kreative Impulse zu geben.

Politik_Austellung_KKW-Lobbyveranstaltung-Schwerin Marstall_04-07-2016 (17) © MassivKreativ, Ausstellung zur Nachhaltigkeit im Marstall Schwerin

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit KulturRatschlag Schwerin im Rahmen der Ausstellung „zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit“ im Marstall Schwerin statt.

Cross-Innovation live erleben

Moderatorin Corinna Hesse lud abschließend alle Wirtschaftsbranchen zu einem lebendigen Austausch nach Rostock ein. Am 16. und 17. September 2016 findet dort die Tagung „Cross-Innovation: Entwicklungspartnerschaften zwischen klassischen Wirtschaftsbranchen und Kreativwirtschaft“ statt, zu der Unternehmer aller Branchen aus Mecklenburg-Vorpommern herzlich eingeladen sind. Auf diesem Wege sollen cross-sektorale Kooperationen aktiv angebahnt werden.

16.9.2016, 14-17 Uhr: IHK Rostock, Vorträge, Präsentationen, Kurzworkshops „Cross-Innovation“

17.9.2016, ab 14 Uhr: Warnow Valley OPENair, Warnowufer 29, Rostock

Positionspapier „Kreative MV“: www.kreative-mv.de

Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

438173_web_R_K_B_by_Jürgen Nießen_pixelio.de © Jürgen Nießen, pixelio.de

Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln … Mit welchen Hürden und Herausforderungen haben Kreativ-Akteure vor allem zu kämpfen? Was würde das bedingungslose Grundeinkommen in der Kreativszene bzw. der Kultur- und Kreativwirtschaft bewirken? Einige Gedanken dazu …

Tag für Tag verschwendet unsere Gesellschaft ihr Potenzial! Diejenigen, die eigentlich Ideen für den Aufbruch in unsere Wissensgesellschaft produzieren sollen, müssen sich mit perspektivlosen Brotjobs und sinnlosen Projektanträgen für Fördermittel über Wasser halten.

Wie viel rascher könnte unser Land (der Dichter und Denker) mit seinen sozialen und technologischen Innovationen vorankommen und sich weiterentwickeln, wenn der Grundbedarf für das Leben gesichert wäre. Wissenschaftler, Journalisten, Kreativschaffende, Designer, Architekten, Künstler und Mitarbeiter von NGOs könnten sich fokussiert den Aufgabenstellungen unserer Zeit und Gesellschaft widmen, Lösungsansätze simulieren und testen, statt um ihr tägliches Auskommen zu ringen, um Miete, Versicherung und – nicht zuletzt auch um Fördergelder für kreative Vorhaben.

Förderanträge als Zeitkiller
Anträge auf staatliche Mittel oder Stiftungsbudgets für soziale und kulturelle Projekte sind oft so umfangreich, dass die freiberuflich tätigen Initiatoren für ihre Ausarbeitung Wochen an Arbeitszeit aufwenden müssen. Dies gilt vor allem für EU-geförderte Projekte. In dieser Zeit erhalten die engagierten Kreativen kein Geld. Bis die Anträge von Behörden und Institutionen bearbeitet und im Idealfall bewilligt sind, gehen wieder Wochen ins Land. Wird der Antrag abgelehnt, haben die Akteure völlig umsonst gearbeitet und müssen nach dem nächsten Förderprogramm Ausschau halten …  eine Endlosspirale!

Aufgabenverteilung_Kultur macht Schule_Prognos © Kultur macht Schule, Evaluation Prognos AG, S. 12

Beispiel Programm „Kultur macht Schule“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Mai 2016 aktuelle Zahlen und Fakten sowie die Evaluationsergebnisse zum Gesamtprogramm „Kultur macht stark“ veröffentlicht, die die Prognos AG erhoben und ausgewertet hat. Demnach wandten die Bündniskoordinatoren die mit Abstand meiste Zeit für die Antragstellung sowie die finanzielle Abwicklung und Abrechnung auf. Zu den Bündniskoordinatoren zählen Vereine und kulturelle Bildungseinrichtungen, wie z. B. Musik-, Jugendkunst- und Kulturschulen sowie Volkshochschulen.

In die unmittelbare Durchführung der kulturellen Bildungsangebote, die ja primär im Fokus stehen sollte, konnten die Bündnispartner, vor allem Künstler und Kunstpädagogen, nach eigenen Angaben nicht mal ein Drittel ihrer Zeit investieren. Eine validere Statistik wäre allerdings wünschenswert, denn bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich, d. h. es wurden keine absoluten Prozentzahlen erhoben.

Was das Beispiel „Kultur macht Schule“ dennoch zeigt: An öffentlichen Ausschreibungen können sich eigentlich nur Antragsteller aus festen Beschäftigungspositionen heraus beteiligen. Wegen des enormen Zeitaufwandes ist das Risiko für Freiberufler, hier vergebens unbezahlte Arbeit  leisten zu müssen, enorm hoch. Zumal die Antragsbewilligung meist völlig offen ist. Ob sich die bürokratischen und zeitlichen Hürden für Förderanträge von vornherein verringern bzw. begrenzen lassen, können die Projekt ausschreibenden Institutionen nur selbst entscheiden.

Das alles führt in der Praxis dazu, dass nicht institutionell gebundene, freiberufliche Kreativ-Akteure formal immer häufiger beim Kampf um Projekt- und Fördermittel auf der Strecke bleiben. Hinzu kommt: In den seltensten Fällen stehen reine Projekt-Koordinatoren zur Verfügung, die die administrative Arbeit komplett übernehmen.

Schlussfolgerungen für viele Branchen

Die gängige Praxis in der Kultur- und Kreativbranche zeigt:  Viele selbständige Kreativakteure gehen bei der derzeit gängigen Förderpraxis bzw. dem Antragwesen ein enorm hohes Risiko ein. Sie tun dies auf eigene Kosten, um Kultur- und Kreativprojekte überhaupt erst ermöglichen und realisieren zu können. Ein bedingungsloses Grundeinkommmen könnte den Kreativen eine große Last von den Schultern nehmen, indem es soziale Unsicherheiten  begrenzt.

Ein aufrichtiger politischer Wille ist dringend gefragt: Wenn die Zukunft der Arbeit in unserer Gesellschaft generell so geregelt sein soll, dass sich Bürger in flexiblen Netzwerken organisieren, wie derzeit in der Kultur- und Kreativbranche, muss es ein Grundauskommen geben, dass unsichere Beschäftigungsverhältnisse und schwankende Entlohnung auffängt bzw. ausgleicht. Hier lässt sich von den Erfahrungen aus der Kultur- und Kreativbranche einiges lernen!

229441_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

art but fair: Faire Arbeitsbedingungen für Künstler

Dass viele Künstlerinnen und Künstler unter prekären Bedingungen arbeiten, zeigt eine Studie vom Frühjahr 2016 der Hans Böckler Stiftung: Faire Arbeitsbedingungen in den darstellenden Künsten und der Musik?! Eine Untersuchung zu Arbeitsbedingungen, Missständen sowie Vorschlägen, die zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen können.

Autor ist Maximilian Norz, Musiker, Politikwissenschaftler am non-profit Thinktank Global Public Policy Institute in Berlin sowie Unterstützer der Initiative art but fair. Im Fokus stehen vor allem zwei Ziele: artbutfair will alle am Kulturbetrieb Beteiligten – Künstler, Veranstalter, Intendanten, Agenten, Lehrer, Kulturpolitiker usw. – zusammenbringen und animieren, einen konstruktiven Dialog miteinander zu führen, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Künstlern zu finden und diese umzusetzen. Zugleich geht es darum, die essentielle Bedeutung und den einzigartigen Wert der Kunst und der Künstler ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken.

Maximilan Norz hat unter 2.635 Erwerbstätigen aus den Bereichen Musik und Darstellende Kunst eine Online-Umfrage durchgeführt. Demnach rechnet eine deutliche Mehrheit mit Altersarmut. Um das zu ändern, so Norz, sollten sich Künstler stärker gewerkschaftlich engagieren, um auch beim Publikum, in der Öffentlichkeit und in den Medien für mehr Problembewusstsein zu sorgen und um einen Kurswechsel in der Kulturpolitik herbeizuführen.

 

Teil 1: BGE – Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln

Teil 2: BGE – Befürworter und Praxisprojekte mit bedingungslosem Grundeinkommen

Teil 3: BGE – Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

 

Bedingungsloses Grundeinkommen BGE

691607_web_R_K_B_by_Denise_pixelio.de © Denise, pixelio.de

„Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln“

Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wird oft von ideologischen Grabenkämpfen bestimmt. Wo immer es bislang mutig ausprobiert wurde, haben sich positive Effekte gezeigt. Der dreiteilige Artikel fasst bisherige Erkenntnisse zusammen. Teil 1 erklärt die verschiedenen Modelle und zeigt Argumente, die für und gegen das BGE sprechen. In Teil 2 werden die Thesen prominenter Befürworter vorgestellt, best-practice-Projekte, die den Erfolg des BGE darlegen, sowie künftig geplante Projekte mit dem BGE zum Weiterlesen. In Teil 3 geht es um Effekte und Wirkungen des BGE auf die Kreativbranche und damit für die gesamte Gesellschaft.

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird. Es wird bedingungslos garantiert, d. h. ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zu Arbeit oder anderen Gegenleistungen. Damit stellt es einen individuellen Rechtsanspruch dar. Es sichert die Existenz und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe.

Auf dem diesjährigen Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos diskutierten die Konferenzteilnehmer, inwiefern ein Grundeinkommen das zunehmende soziale Auseinanderdriften der Gesellschaft verhindern könne. Nach vielen Experimenten in Ländern der Dritten Welt prüfen nun immer mehr Industriestaaten die Einführung eines Grundeinkommens, u. a. die Schweiz, Finnland und die Niederlande.

686228_web_R_K_B_by_Maik Schwertle_pixelio.de © Maik-Schwertle, pixelio.de

Finanzierbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) – aktuelle Situation:

In der Bundesrepublik hat sich eine gigantische Sozialbürokratie herausgebildet. In 38 unterschiedlichen Behörden und behördenähnlichen Institutionen werden 155 verschiedene Sozialleistungen verwaltet, allesamt steuer- und beitragsfinanziert.

Das Gesamtvolumen für diese Transferleistungen beziffert Finanzminister Wolfgang Schäuble in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau im Februar 2010 auf eine exorbitante Summe: „Dieses Land gibt einschließlich der Sozialversicherungen etwa eine Billion Euro Sozialleistungen im Jahr aus.“

Die tatsächliche Summe liegt allerdings etwas niedriger: Das Arbeits- und Sozialministerium veröffentlichte jährlich seine Sozialbudgets, demnach wurden im Jahr 2015 888 Milliarden Euro an Sozialleistungen finanziert. 2015 lebten laut statista 82,2 Millionen Menschen in Deutschland. Teilt man das Sozialbudget durch die Anzahl der Einwohner ergäbe sich für das bedingungslose Grundeinkommen ein Jahresbetrag von 10.803 Euro bzw. 900,25 Euro im Monat.

Dieser Betrag soll die Grundbedürfnisse des Lebens – Wohnen, Nahrungsmittel und Kleidung – abdecken, außerdem Kranken- und Unfallversicherung. Im Gegenzug werden alle bisherigen Leistungen wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialhilfe, Ausbildungshilfen (BAföG), Elterngeld, Kindergeld, Wohngeld usw. gestrichen.

Würde man all diese Transferleistungen aussetzen, könnten schon heute an jeden Bürger monatlich 871,30 Euro ausgezahlt werden. Das Geld langt für alle, nur die Arbeit eben nicht. Wenn keine Anträge mehr über Transferleistungen geprüft werden müssten, könnten die Löhne, die bisher in die Verwaltung flossen, dafür genutzt werden, den Beschäftigten neue Orientierung zu geben. So können sie ihre Talente, Fähigkeiten und Stärken neu bzw. erstmalig entdecken und in andere Tätigkeitsfelder verlagern, in denen die Gesellschaft dringend Bedarf hat. Mit einem BGE könnten sich die Bürger sozialen Aufgaben zuwenden, die Maschinen z. B. nicht übernehmen können und die nicht zwangsläufig in Erwerbstätigkeit führen müssen, unserer Gesellschaft aber trotzdem dienen, z.B. Forschung, Kultur, Medien.

Auf den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman geht die Idee der „negativen Einkommenssteuer“ aus dem Jahr 1960 zurück. Friedman schlug vor, dass der Staat für Erwerbseinkommen einen Schwellenwert festlegen solle: Wer darüber liege, müsse Steuern bezahlen, wer darunter liege, habe Anspruch auf einen Existenz-Zuschuss.

737529_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de © Tim Reckmann, pixelio.de

Was spricht für das bedingungslose Grundeinkommen?

Mehr Eigenverantwortung und Selbstermächtigung

  • Bürger erhalten mehr Eigenverantwortung statt Bevormundung und Fremdbestimmung
  • Ermutigung, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, es unabhängig und selbstbestimmt zu gestalten
  • Stärkung von Unabhängigkeit, Selbstermächtigung, Selbständigkeit und Selbstbefähigung
  • ein einzeln koordiniertes Grundeinkommensprogramm ist wesentlich effizienter ist als eine Palette von staatlichen sozialen Programmen, da die notwendige Bürokratie anders als derzeit überschaubar ist
  • Ermutigung der Bürger, die eigenen Stärken, Kreativität und Talente zu entdecken, damit ihr Potenzial besser auszuschöpfen, ihre Aufgabe im Leben und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, das würde auch die Arbeitswelt „humanisieren“

Mehr Chancen für nachhaltige Geschäftsmodelle

  • Freiheit, Ideen zu tragfähigen und nachhaltigen Geschäftsmodellen reifen zu lassen
  • wenn Geschäftsideen marktfähig und nachhaltig sind, steigert das die Qualität der Produktion und mindert die negative Begleiterscheinungen eines Produktes oder einer Dienstleistung, was wiederum der Gesellschaft und der Umwelt zu Gute kommt
  • Förderung von nachhaltigem und sozialem Unternehmertum bzw. Entrepreneurship
  • mehr Existenzgründungen

Mehr Bewusstsein für soziale Herausforderungen und Probleme

  • Fokussierung auf sozialen Ausgleich in der Gesellschaft
  • mehr Förderung und Anerkennung für ehrenamtlich Tätige
  • mehr Unterstützung für Familien, Alte, Kranke, Kinder und Geflüchtete

Verbindung von Theorie und Praxis schon in Schulen

  • Bessere Bildung durch mehr Praxisnähe: Kreative könnten als Praktiker in Schulen gehen, und gemeinsam mit  Heranwachsenden Lösungsansätze und -ideen für gesellschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten – mit echtem Praxisbezug und branchenübergreifend bzw. interdisiplinär, Schüler und Lehrer z. B. gemeinsam mit  Mittelständlern und  Handwerkern der Umgebung, mit Stadtplanern, Politikern, Wissenschaftlern. So würden die Praktiker in Kontakt mit der jungen Generation kommen und Rückmeldung auf eigene Denkansätze erhalten. Die Win-Win-Projekte würden Politikverdrossenheit, Mangel an Nachwuchskräften, Abwanderung, Verödung von Regionen sowie Wirklichkeitsferne entgegenwirken.

Vor allem für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren würde sich das Grundeinkommen positiv auswirken. Mit beispielsweise 1.000 € monatlich hätten sie wesentlich bessere Startbedingungen für Schule, Ausbildung und Studium als derzeit. Ältere Mitbürger, die Kinder großgezogen und dennoch von ihrer Rente nicht existieren können, könnten mit einem BGE würdevoll am gemeinschaftlichen Leben in unserer Gesellschaft teilnehmen.

Positive Mehrfach-Effekte durch „sozialen Multiplikator

  • Wenn Menschen sich stärker entsprechend ihren Befähigungen und Talenten sowie für soziale Belange einsetzen können, sind sie zufriedener. Gesundheitskosten werden durch weniger Burnout sinken: Die Menschen haben weniger Angst, werden daher vor allem psychisch weniger krank und arbeiten motivierter, wenn sie eigenverantwortlich einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können.

Das Jugendmusical Linie 1, das jahrelang im Berliner Grips-Theater aufgeführt wurde, bringt es auf den Punkt: „Ick will jebraucht werden, vastehste?!“

Was spricht gegen das bedingungslose Grundeinkommen?

Angst: In einer Zeit, in der Sicherheiten schwinden, wächst die Angst: nicht nur vor Terrorismus, Einbrüchen und Überfällen, sondern auch vor Überforderung und sozialen Verteilungskämpfen. Nur wenn wir frei sind, verlieren wir unsere Angst. Ein Grundeinkommen würde vielen Menschen deutlich mehr soziale und geistige Freiheit geben als sie sie im Moment haben. Wer mit einem gesicherten Grundeinkommen mehr Freiheiten besitzt, hat weniger Angst. Dies würde den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft stärken. Doch Kriktiker befürchten, die Einführung eines Grundeinkommens führe zum Einstieg in die Niedriglohngesellschaft.

Daumen runter_weisser HG © MassivKreativ

Misstrauenskultur: Genau genommen ist es nicht eine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Vertrauens und des Menschenbildes, ob man für oder gegen das BGE ist.  Vertrauen ist die stillste Art von Mut. Doch viele Bürger befürchten, dass ihre Mitmenschen bei der Zahlung eines BGE keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen würden. Wie ist es tatsächlich mit dem Thema Arbeitsmoral? Würden wir nur noch faul in der Hängematte liegen, wenn unser Einkommen gesichert wäre? Nein! Studien zufolge würden gerade mal 2 Prozent der Menschen nicht mehr arbeiten, wenn sie nicht müssten. Das sind deutlich weniger Menschen als heute, die Sozialleistungen erhalten, wobei die meisten von ihnen sicher über einen bezahlten Job froh wären. Denn: Es ist ein Urtrieb des Menschen, produktiv zu sein!

Vermutlich wird der Anreiz, Einkommen über das Grundeinkommen hinaus zu erwirtschaften, nach der Einführung des BGE größer sein als jetzt. Derzeit werden Hartz-IV-Empfängern geringste Zuverdienste gleich wieder abgezogen, was die Motivation für ein Mehrengagement schrumpfen lässt. Mit dem BGE lohnt sich jeder noch so kleine Verdienst.

Eine finanzielle Grundausstattung, insbesondere für Menschen ohne Einkommenssicherheit, führt zur mehr Eigenverantwortung, Aktivität und Unabhängigkeit, wie auch das Beispiel der Mikrokredite von Muhammad Yunus zeigt.  Auch Projekte der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ haben belegt, dass das Vorurteil der Faulheit unbegründet ist. Umfragen zeigen: Die meisten Menschen wollen arbeiten. Nicht nur wegen des Einkommens, sondern aus dem Bedürfnis heraus, in einem sozialen Umfeld nützlich zu sein und etwas zu bewirken: siehe Maslowsche Bedürfnispyramide.

Maslowsche Bedürfnispyramide Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow

Unklarheit über Vergabe-Prozedere: Soll tatsächlich jeder Bürger ein BGE erhalten, auch einer, der es gar nicht braucht? Viele Menschen sind unsicher, wie die Vergabe in der Praxis tatsächlich aussehen soll.

In der Schweiz, wo die Lebenshaltungskosten deutlich über denen in Deutschland liegen, war geplant, dass die Bürger monatlich 2500 Franken erhalten sollten aber nur diejenigen, die in ihrem Einkommen darunter liegen. Wer mehr als 2.500 Franken verdient, dem wird das Grundeinkommen komplett abgezogen. Bei der letzten Volksabstimmung über das BGE in der Schweiz am 5. Juni 2016 haben sich allerdings 76,9 % gegen das BGE ausgesprochen.

Wie werden ungeliebte Arbeiten trotzdem erledigt, wie z. B. Müllabfuhr, Pflege? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: 1) sie besser bezahlen 2) sie selbst machen 3)  sie automatisieren.

750213_web_R_K_B_by_I-vista_pixelio.de © I-vista, pixelio.de

Drei Modelle des Grundeinkommens

Der Autor Timo Reuter erläutert in einem Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT drei verschiedene Modelle für das BGE: ein neoliberales, ein humanistisch-linksliberales und ein sozialistisches.

Die Befürworter des neoliberalen Modells streben ein „solidarisches Bürgergeld“ an, das fast alle bisherigen Sozialleistungen ersetzen und den Staatshaushalt in „zweistelliger Milliardenhöhe“ entlasten soll.

Die Schweizer BGE-Initiative um die  Volksabstimmung im Juni 2016 agiert auf den Grundfesten eines linksliberalen, humanistischen Menschenbildes. Ihre Akteure sind überzeugt, dass fast alle Menschen auch mit Grundeinkommen weiterarbeiten würden – nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Im Sinne der Selbstermächtigung sollen die „individuellen Entscheidungsspielräume“ der Bürger vergrößert werden.

Das sozialistische Modell wird von der Linkspartei in Deutschland propagiert. Sie fordert ein monatliches Grundeinkommen von 1.080 Euro bei Beibehaltung der Sozialleistungen und des Mindestlohnes, verbunden mit Arbeitszeitverkürzungen und einer Steuerreform. Die Finanzierung soll durch eine grundlegende Umverteilung von oben nach unten erreicht werden. Da dieser gesamtgesellschaftliche Umwandlungsprozess mit sehr hohen Kosten verbunden wäre, wird dieses Modell derzeit kaum diskutiert.

Timo Reuter erklärt in seinem Buch „Das bedingungslose Grundeinkommen als liberaler Entwurf – Philosophische Argumente für mehr Gerechtigkeit“ ausführlich, warum das BGE als liberaler Entwurf als gerecht gelten kann. Durch die gewährte materielle Grundlage ermögliche es jenseits neoliberaler Vorstellungen erst eine „wirkliche Freiheit“. Reuter zeigt außerdem, dass das BGE sehr wohl mit dem Leistungsbegriff kompatibel ist und es Chancengleichheit sowie Ressourcengerechtigkeit begünstigt: eine konkrete Vision für eine freiere und gerechtere Gesellschaft.

© Albrecht E. Arnold, pixelio.de

Erkenntnisse aus der Entwicklungshilfe

Investitionen in die klassische Entwicklungshilfe für Staaten der „Dritten Welt“ bzw. für Less Developed Countries (LDC) und Least Developed Countries (LLDC) haben weltweit zu Korruption geführt. Denn um Projekte überhaupt auf den Weg zu bringen, mussten Deals mit korrupten lokalen Machthabern geschmiedet werden, mit Despoten, Diktatoren, Clans und Warlords. All diesen Erkenntnissen zum Trotz: Wie das ARD-Magazin „Monitor“ im April 2016 berichtet, plant die EU neuerdings, Flüchtlinge in ihre ostafrikanischen Heimatländer zurückzusenden und den Regierungen dafür Rückkehrer-Kopf-Pauschalen zu zahlen sowie Ausrüstung für Überwachung und Grenzsicherung, z. B. in Eritrea, Äthiopien, Somalia und im Sudan.

Statt die Ursachen von Armut und Flucht mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle Bürger zu bekämpfen, werden seit Jahrzehnten korrupte Tyrannen gestärkt. Dabei ist in den Richtlinien des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nachzulesen: „Die Rolle der Entwicklungspolitik hat sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 hin zu einer globalen Struktur- und Friedenspolitik verändert. Sie soll helfen, Krisen und Konflikte friedlich zu bewältigen, die knappen Ressourcen gerechter zu verteilen, die Umwelt zu bewahren und die weltweite Armut zu verringern.“ (Quelle IFA) Die Realität sieht leider völlig anders aus.

 © bedingungslos.ch

Szenarien und Forderungen für die Zukunft

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen können Menschen frei von Existenzangst in Ruhe arbeiten. Das Grundeinkommen wird an die Bürger als staatlicher Dauerauftrag ohne Prüfung entrichtet.

Verbindet man das BGE zugleich mit einer Umstellung auf die Konsumsteuer, sinken die Lohnkosten. So werden mehr Menschen ermutigt und motiviert, eine Arbeit anzubieten oder anzunehmen. Die Wirtschaftskraft der Bürger würde wachsen, durch die Konsumsteuer würde mehr Geld in die gemeinschaftliche Staatskasse zurückfließen, aus der das BGE finanziert wird.

Mit der Besteuerung des Konsums kann das Kapital in Ruhe arbeiten – bis die Wertschöpfung zu einem Abschluss gekommen ist und die Bürger die Produkte und Dienstleistungen konsumieren oder gegen Entgelte teilen können.

Die Besteuerung des Konsums schafft mehr Gerechtigkeit, vorausgesetzt Luxusprodukte und -dienstleistungen werden höher besteuert als Produkte des täglichen Bedarfs.

Armut schafft Ohnmacht und lähmende Angst. Anders als das Existenzminimum soll das höhere BGE als Kulturminimum den Menschen über den existenzsichernden Grundbetrag hinaus eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Das BGE ist kein Almosen, sondern ein Kulturimpuls!

229441_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

 

Teil 1: BGE – Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln

Teil 2: BGE – Befürworter und Praxisprojekte mit bedingungslosem Grundeinkommen

Teil 3: BGE – Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

 

Inspirationstipps:

  • Schweizer Volksinitiative bedingungslos.ch, die am 5.6.2016 die Frage stellt: „Wollen Sie die Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» annehmen?“
  • Initiative Mein Grundeinkommen von Michael Bohmeyer: 2015 Jahr hat der Berliner ein Crowdfunding-Projekt, das einem Menschen ein Einkommen von monatlich 1.000 Euro ermöglichen sollte. Die monatlichen Zahlungen aus Spenderhand werden regelmäßig an Bewerber verlost.
  • Timo Reuter: Das bedingungslose Grundeinkommen als liberaler Entwurf – Philosophische Argumente für mehr Gerechtigkeit. Springer Verlag 2016.
  • Daniel Häni und Philip Kovce: Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt. Orell Füssli Verlage 2015.
  • Christian Müller, Daniel Staub, Enno Schmidt: Grundeinkommen vom A bis Z. Limmat, Zürich April 2016,
  • Götz Werner & Adrienne Goehler: 1000 € für jeden. Econ Verlag 2010.
  • Helmut Pelzer: Das bedingungslose Grundeinkommen. Finanzierung und Realisierung nach dem mathematisch fundierten Transfergrenzen-Modell. Lucius & Lucius Verlag, Stuttgart 2010. Helmut Pelzer ist Mitbegründer des seit 2004 bestehenden deutschen „Netzwerks Grundeinkommen“ und seitdem nominelles Mitglied im wissenschaftlichen Beirat.
  • Welchen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen hätte das BGE? Persönliche Gedanken eines Krefelder Journalisten – ein Erfahrungsbericht.

Facebookgruppen:

Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland sind identisch mit den Bezeichnungen und Einteilungen innerhalb Europas und ebenso kompatibel mit der Kategorisierung der UNESCO.

Kulturwirtschaft
Zur „Kulturwirtschaft“ zählen die Teilmärkte Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Darstellende Kunst, Designwirtschaft, Architekturmarkt und Pressemarkt.

Musikindustrie Musikwirtschaft   Literatur Buchmarkt                   Kunst Kunstmarkt
Film Filmwirtschaft      Rundfunk Rundfunkwirtschaft  Theater Darstellende Kunst
Kreativwirtschaft Designwirtschaft Architekturmarkt  Architekturmarkt       Pressemarkt Pressemarkt

 

Kreativbranchen
Zu den „Kreativbranchen“ werden Werbemarkt sowie Software- und Games-Industrie gezählt. In den Bereich „Sonstige“ können auch neue wirtschaftliche Aktivitäten eingebunden werden, wie z. B. das Kunsthandwerk.

Games Software und Games Sonstige Sonstige / © MassivKreativ

Grafik erstellt von Antje Hinz / Quelle: ZEW / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Monitoring zu ausgewählten Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014, S. 24 (Kurzfassung)

Grafik erstellt von Antje Hinz / Quelle: ZEW / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Monitoring zu ausgewählten Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014, S. 25 (Kurzfassung)

10 Tipps: So sind Imagefilme für kleine Unternehmen realisierbar

Björn-mit-Kamera_Hannes_2015 © Hannes Wirtz: Videojournalist Björn Kempcke

„Ein informativer Film über meine Firma wäre schon toll! Kann ich mir im Moment aber finanziell nicht leisten!“ – Diesen Satz höre ich immer wieder, wenn ich kleinen Unternehmern berichtete, dass unser Silberfuchs-Verlag neben Hörbüchern, Erklärtrickfilmen, interaktiven Grafiken und klingenden Visitenkarten für Firmen auch kleine Filmreportagen und Interviews realisiert. 10 Tipps, die zeigen, wie Imagefilme auch für kleine Unternehmen realisierbar sind.

Die Idee, engagierte Kleinunternehmer in ihrer Arbeitsumgebung sympathisch zu Wort kommen zu lassen, beschäftigte mich immer wieder, bis ich durch ein Interview die Journalistin Sylvia Karasch kennenlernte. Sie befragte mich für das deutschsprachige Programm beim kanadischen CHIN Radio Toronto über unser Deutschland-Hörbuch und die englischsprachige Übersetzung „Listen to Germany“, die wir mit einem Grußwort von Außenminister Frank-Walter Steinmeier für das Auswärtige Amt produziert hatten.

Flyer Deustchland hören © Silberfuchs-Verlag

Kreatives Brainstormen

Nach der Radiosendung erzählte mir Karasch von ihrem Portal „Bei-Uns-In-Neuwulmstorf.de“, eine Service-Website für Bürger, die über Ereignisse im Ort informiert und auf der Geschäftsleute und Unternehmen für ihre Produkte und Dienstleistungen werben können – mit Texten und Fotos. Filme seien leider zu teuer, bestätigte Karasch meine Erfahrungen. Aber man könne ja mal gemeinsam überlegen, wie sich das Hauptproblem – Preis und Aufwand – kreativ und neu überdenken lasse.

Unsere kreativen Tipps möchte ich mit Ihnen an dieser Stelle teilen!
Das können Sie als Unternehmer auch, wenn Sie die Kräfte bündeln:

  1. Suchen Sie gleichgesinnte Unternehmer bzw. Geschäftsleute in Ihrem Umfeld! Fündig werden Sie z. B. in regionalen Gewerbevereinen, Interessengemeinschaften, Sportvereinen, bei Handels- oder Handwerkskammern oder in Businessclubs. Planen Sie das nächste Werbeprojekt gemeinsam mit anderen Unternehmen. Nutzen Sie die Kraft vieler Mitstreiter, um die virale Verbreitung zu steigern. So erreichen Sie mehr als ein Einzelkämpfer.
  1. Erzählen Sie jedem, den Sie treffen mit leuchtenden Augen von Ihrer Idee! Bitten Sie Andere um ihre Meinung und um weitere Anregungen. Nutzen Sie jede Gelegenheit und jeden Ort für einen Austausch, überall, wo Sie sind: beim Einkaufen, im Restaurant, beim Arzt, im Sport-, Umwelt- oder Kulturverein, in der Schule Ihrer Kinder, im Rathaus, in der Kirche. Andere werden Ihre Gedanken bereichern und weitererzählen! So verbreitet sich Ihre Film-Idee viral weiter und Sie sparen viel Zeit!
  1. Suchen Sie sich unterschiedliche Akteure, damit Ihr Film abwechslungsreich wird und große Verbreitung findet.  Auch ein Schulprojekt (Chor, Jugend forscht), ein Umwelt- oder Sportverein, ein Seniorenheim oder eine Flüchtlingsinitiative ziehen mit ihren Themen potentielle Kunden für Ihr Business an.
  1. Nehmen Sie Kontakt mit einem Online- oder Informationsportal in Ihrer Umgebung auf! Überzeugen Sie die Betreiber, einen Gemeinschaftsfilm mit mehreren Akteuren zu realisieren, um Kosten und Nutzen zu optimieren und eine größere Reichweite zu erlangen.
  1. Was interessiert Ihre Kunden? Denken Sie bei Ihren Filminhalten vielfältig! Neben Ihrem Arbeitsalltag können Sie Produkte oder Dienstleistungen vorstellen und Verbrauchertipps zu ihrer Anwendung geben. Denken Sie nicht nur an Werbebotschaften, sondern vor allem an informative und serviceorientierte Hinweise. Manche Ihrer Angebote eignen sich vielleicht auch als Präsent oder für einen Gutschein. Denken Sie sich saisonal passende Aktionen aus, um sie filmisch aufzugreifen! Auch die Suche nach einem neuen Mitarbeiter lässt sich in einem Film darstellen. Neben einem eigenen Statement können z. B. Ihre langjährigen Mitarbeiter vom angenehmen Betriebsklima in Ihrer Firma erzählen.
  1. Überlegen Sie, wie Sie im Film regionale Aspekte aufgreifen können, Ihr Engagement für den Sport- oder Heimatverein, für das nächste Stadtfest oder den Tag der offenen Tür …
  1. Strahlen Sie Freude aus und seien Sie im Interview locker! Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, nicht aufgeben! Auch Schauspieler unternehmen oft mehrere Versuche, bis die Szene sitzt. Beginnen Sie einfach noch mal. Versprecher lassen sich schneiden und durch Zwischenbilder problemlos kaschieren. Und vergessen Sie den Humor nicht: Mit Originalität und Leichtigkeit behalten Kunden Ihre Informationen besser im Gedächtnis.
  1. Suchen Sie vor den Filmaufnahmen nach geeigneten Orten oder Abläufen in Ihrer Firma, die für Ihre Zielgruppe visuell interessant sind. Was würden Sie selbst gern in einem Imagefilm sehen? Attraktive Zwischenbilder sind wichtig, um längere Interview-Statements zu bebildern. Als Länge für einen Kurzfilm empfehle ich etwa 2 Minuten.
  1. Arbeiten Sie mit Journalisten zusammen! PR-Agenturen denken meist zu groß und zu teuer! Getextete Botschaften, die von Werbesprechern präsentiert werden, überzeugen selten. Lassen Sie sich lieber selbst von einem Videojournalisten/Kamermann über Ihr Arbeitsumfeld befragen! Mit Ihrem Wissen und Ihrer Kompetenz wirken Sie glaubwürdiger und sympathischer als Werbebotschaften, die Andere für oder über Sie geschrieben haben!
  1. Kontakt zu freiberuflich tätigen Journalisten erhalten Sie z. B. über die Landesverbände des Deutschen Journalistenvereins. Jedes Bundesland hat eine eigene regionale Vertretung. Viele Journalisten verfügen über eigenes Aufnahme- bzw. Kamera-Equipment und über eine eigene Software, um das gefilmte Material zu schneiden und zu montieren.
  1. Seien Sie kreativ! Langweilige Imagefilme gibt es zur Genüge! Mit Herzblut, Fantasie und Leidenschaft können Sie es nur besser machen!

© Björn Kempcke, BusinessMedien

Inspirationstipps:

  • Silberfuchs-Verlag: Wissensverlag, Mediendienstleister und Labor für gesellschaftliche Wertschöpfung

Kreuzfahrten und Golfbälle: Spielend lernen und arbeiten

 IndustryGamification-MVM3 © Centigrade GmbH

Beim Spielen kann man nicht nur viel Spaß haben, sondern auch eine Menge erproben. Zum Thema „Gamification“ habe ich mich in der vielfältigen Spielebranche umgehört. Welchen Nutzen hat spielerisches Denken für klein- und mittelständische Unternehmen und kann es Mitarbeiter tatsächlich motivieren?

Wie tickt der Markt? Was wollen die Kunden? Kaum eine Branche investiert in die Beantwortung dieser Frage so viel Zeit und Geld wie die Software- und Games-Industrie. Es ist der umsatzstärkste Teilmarkt der Kultur- und Kreativbranche. Viele Spiele werden als Testversionen auf kostenfreie Plattformen (z. B. steam) gestellt, um Rückmeldungen von der Community einzuholen. Beta-Tester erstellen Fehlerberichte und beantworten inhaltliche Fragen: Funktioniert die Story? Wie kommen die Protagonisten an? Wie hoch ist der Unterhaltungswert? Wo bricht der Spieler ab? Wo liegen die Gründe, langweilig oder zu schwierig? Für welche Zusatzangebote würden Spieler zahlen?

239259_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de © Stephanie Hofschlaeger, Pixelio

Community-Pflege

Die wertvollen Informationen aus der Community lassen sich die Gamesfirmen einiges kosten. Um mit den Spielern in engen Austausch zu gelangen, wurden spezielle Abteilungen für „Customer Service“ geschaffen. Sie bilden die Schnittstelle zum Community Manager und den Entwicklerteams, die ihre Produkte mit den Hinweisen der Testspieler ständig nachjustieren.

Spielemechanismen erkennen

Auch die klassische Wirtschaft steht vor der Herausforderung, individuelle Kundenwünsche zu ermitteln und zu berücksichtigen. Erkenntnisse aus der Spielepraxis können dabei helfen. „Erkunden, entdecken, sammeln, punkten, in Rollen schlüpfen, Strategien planen, Erfahrungen teilen – das sind die Mechanismen, nach denen gute Spiele funktionieren und die Spieler bei der Stange halten“, erzählt mir Roland Weiniger vom Netzwerk SpieleGilde. Sein PIAGET-Institut in Nürnberg entwickelt für klein- und mittelständische Unternehmen Lernspiele, so genannte „serious games“, vor allem für Bildung und Gesundheit.

Weinigers Team entwickelt spezielle Angebote für Senioren, die sogenannten Silver-Gamer. Für Demenz-Erkrankte hat das PIAGET-Institut ein Computerspiel produziert, das auf einem Kreuzfahrtschiff spielt. Nur wenn der Senior-Spieler die richtigen Lebensmittel am Buffet zuordnen kann, wird der nächste Hafen angesteuert, als Belohnung winkt eine Besichtigungstour.

753736_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Menschen werden älter und müssen länger arbeiten. „Lernen muss Spaß machen, es darf nicht zur Qual werden“, so Weiniger, daher sei es wichtig, „die Vorlieben der Zielgruppe genau zu kennen.“

Spielemechanismen übertragen

„Im Mittelstand ist das Thema Spiele noch nicht so angekommen wie in großen Firmen, was auch an den Kosten liegt“, berichtet mir Carsten Fichtelmann am Rande der GamesConference in Hamburg. Die elektronischen Games seiner Firma DAEDALIC Entertainment in Hamburg bestechen mit ungewöhnlichen, oft poetischen Geschichten, die häufig prämiert wurden. Fichtelmann weiß: „Die Entwicklung wirklich guter serious games ist im Grunde genau so zeitaufwändig und teuer wie die Realisierung normaler Unterhaltungsspiele.“ Klein- und Mittelständler können dennoch Erkenntnisse aus der Branche nutzen. Wenn es gelingt, Spiele-Mechanismen geistreich auf Belange von Kunden oder Mitarbeitern zu übertragen, wird deren Motivation steigen, sich auch ungeliebten Herausforderungen zu stellen.

720178_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de © Juergen Jotzo, Pixelio

Spielerische Motivation per Golfball

Der Anbieter von Unternehmenssoftware SAP integrierte z. B. in seine Firmensoftware ein Spiel, bei dem Kundenwünsche als Golfball schneller zum zuständigen Kollegen geputtet werden sollen. Punkte, Ranglisten und Prämien allein reichen allerdings nicht aus, um Beteiligung zu erreichen. „Das Prinzip: ‚Wenn Du dies tust, bekommst Du das’“ funktioniert selten, warnt Spiele-Expertin Nora Stampfl. Den meisten Spielern geht es um die Herausforderung, um Neugierde und Teilhabe. Unternehmen sollten mit ihren Mitarbeitern gemeinsam spielerische Ideen entwickeln, die den Praxistest im Alltag auch wirklich bestehen und das Team zusammenschweißen.

404232_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Kundenkontakte intensivieren

Wie knüpft man Kontakt zu Kunden, wie erhält man wertvolle Informationen? Unboxing-Filme über das Auspacken von Waren sind auf youtube gerade Trend. Überlegen Sie, welche spielerischen Methoden bei Ihren Kunden auf Sympathie treffen. Testen Sie sie couragiert aus und bessern Sie nach. Fragen Sie Kunden nach Erfahrungen mit Ihren Produkten. Überlegen Sie, ob Sie zusätzlich zu Ihren Produkten auch Service- und Dienstleistungen anbiete, auch das dient der Kundenbindung.

Bitten Sie um kleine Geschichten oder Handy-Videos, die zeigen, wie Ihre Produkte oder Dienstleistungen dem Kunden helfen. Schaffen Sie Plattformen, live und digital, auf denen Kunden sich mitteilen, welche Angebote noch erweitert oder verbessert werden können. Losen Sie unter engagierten, kreativen Kunden einen Gewinner aus. Laden Sie ihn zum nächsten Firmenfest ein oder zeigen sie ihm bei einem Rundgang die Firma. Bitten Sie einen Journalisten dazu ein, vielleicht berichtet er darüber. Beteiligung und Erkenntnisgewinn führen auch bei Kunden zu intrinsischer Motivation, also zum Antrieb aus sich selbst heraus.

129737_web_R_K_B_by_110stefan_pixelio.de © 110Stefan, Pixelio

Planspiele

Prozesse spielerisch zu durchdenken und zu simulieren, kann enorme Kosten sparen. Planspiele bieten die Chance, unter geschützten Bedingungen Vorhaben auszuprobieren, die real zu teuer oder zu gefährlich wären. Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr, medizinisches Personal in der Notaufnahme von Krankenhäusern sowie Produzenten und Logistiker von Gefahrengütern simulieren auf diese Weise mögliche Risikoszenarien. Die Akteure nehmen verschiedene Sichtweisen ein, erkennen Zusammenhänge zwischen Abläufen und Prozessen und wie wichtig die Kommunikation dabei ist. Auch der beim Spielen typische Rollenwechsel steigert Lernerfolg und Erkenntnisgewinn.

IndustryGamification-ProductionStation © Centigrade GmbH

Fehler schleichen sich oft bei unbeliebten und monotonen Arbeiten ein, weiß der Interaktionsdesigner Jörg Niesenhaus. Er erforscht, wie sich spielerische Elemente in Steuer- und Bedienoberflächen einbauen lassen, um für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Er ist Standortleiter der Firma Centigrade in Mülheim und hat mit seinem Team u. a. Fließband-Szenarien mit Lego-Sets nachgestellt. Sie sollen das Zusammenspiel von Mensch und Maschine besser nachvollziehbar machen. Ich habe mit Jörg Niesenhaus ausführlich über das Thema Gamification gesprochen und darüber was seine Firma „Centigrade“ erforscht und woran sie aktuell arbeitet.

Setzen Sie in Ihrem Unternehmen auf den Spieltrieb !

Lassen sie sich von Kreativen und Branchen-Experten unterstützen: Laden Sie einen Spiele-Experten in Ihr Unternehmen ein. Beraten Sie sich mit ihm über Spiele-Mechanismen und wie sie sich auf Ihr Alltagsgeschäft übertragen lassen. Auch Games-Studiengänge an Hochschulen entwickeln inzwischen erfolgreich Spielekonzepte. Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten finden Sie bei lokalen Initiativen, im Norden z. B. bei gamecity:Hamburg oder bei bundesweiten Kreativnetzwerken, wie Kreative Deutschland.

 

Audio-Interview von Antje Hinz mit dem Spiele-Experten Roland Weiniger, PIAGET-Institut Nürnberg:

      Tel-Interview Roland Weiniger_part1
      Tel-Interview Roland Weiniger_part2
      Tel-Interview Roland Weiniger_part3

 

Inspirationstipps:

  • Die SpieleGilde ist eine Verbundplattform, Interessenvertretung, Dienstleister und Netzwerk und verbindet kleine und mittlere Unternehmen, freiberufliche Game Designer und Spieleautoren sowie Dienstleister und Forschungseinrichtungen rund um die Spielebranche
  • DAEDALIC Entertainment entwickelte im Bereich serious games u. a. Lern-Adventure für Alltags- und Berufssituationen und in der dualen handwerklichen Berufsausbildung
  • Serious Games Solutions entwickelt serious games, u. a. zur internen Mitarbeiterschulung, im Bereich Gesundheit und für Unternehmenswerbung
  • Nora Stampfl: Die verspielte Gesellschaft. Gamification oder Leben im Zeitalter des Computerspiels. Heise 2012.
  • gamecity:Hamburg ist eine Fachgruppe der Initiative nextMedia.Hamburg, getragen von der Stadt, dem Verein Hamburg@work, der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und engagierten Unternehmen. Das Netzwerk hilft Unternehmen, Kooperationen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Suche nach Förderprogrammen für die Kultur- und Kreativbranche

753186_web_R_K_B_by_Timo Klostermeier_pixelio.de © Timo Klostermeier, Pixelio

Im Dschungel der Förderprogramme

Kleine und junge Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft brauchen zuweilen schnell und unpragmatisch Geld. Doch selbst für Experten und Berater ist die Vielfalt an Förderinstrumenten komplex und schwer überschaubar.

Förderkredite der KfW für die Kultur- und Kreativbranche

Diese KFW-Kredite werden ganz normal über die Hausbank beantragt. Sie erleichtern kreativen Gründern und auch etablierten Unternehmen sowie Freiberuflern in der Kreativ- und Kulturwirtschaft den Zugang zu passenden Finanzierungen.

Detailsuche über Datenbank des Bundes

Helfen soll jetzt die Förderdatenbank des Bundes. Mit ihrer Hilfe sollen Kreativschaffende zielgenauer nach passenden Förderprogrammen speziell für die Kultur- und Kreativwirtschaft suchen. Unter „Förderberechtigte“ ist nun unter Branchen erstmalig auch die Kultur- und Kreativwirtschaft aufgeführt. Einzelne Programme für die Kultur- und Kreativwirtschaft sind jetzt in der Detailsuche der Förderdatenbank des Bundes auffindbar.

In Österreich ist gerade das neue Kreativwirtschaftshandbuch von Kreativwirtschaft Austria erschienen. Es geht um das Kapital der Kreativen bzw. um die Finanzierung kreativer Geschäftsmodelle.

Datenbank für Existenzgründer

Die Initiative “Deutschland startet” ist eine bundesweite Initiative von staatlich gelisteten Gründungsexperten. Sie gibt Existenzgründern und jungen Unternehmen Hinweise für staatliche Fördermöglichkeiten – unabhängig und kostenlos. Neben der Internetdatenbank Förderprogramme Deutschland kann bundesweit auch ein  kostenloses Experten-Telefon genutzt werden: 0800 – 5895 505.

Medien- und Buchempfehlungen

© Lupo, pixelio.de

1) Kreativität

Doris Rothauer: Kreativität. Der Schlüssel für eine neue Wirtschaft und Gesellschaft, Facultas Verlag, Wien 2016.€

Frank Berzbach: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen. Anregung zur Achtsamkeit. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2013.

Wolf Lotter: Die kreative Revolution: Was kommt nach dem Industriekapitalismus? Murmann Verlag 2009.

Doris Rothauer: Kreativität & Kapital: Kunst und Wirtschaft im Umbruch. Facultas 2005.

Warren Berger: Die Kunst des klugen Fragens. Berlin Verlag 2014.

Martin Gaedt: ROCK YOUR IDEA. Mit Ideen die Welt verändern. Murmann 2016.

Vera F. Birkenbihl: Fragetechnik … schnell trainiert. Das Trainingsprogramm für erfolgreiche Gesprächsführung. München 2013.

Marianne Wellershoff: Kreativität. Der Schlüssel zu Glück und Erfolg. SPIEGEL WISSEN, Ausgabe April 2-2016.

Andreas Reckwitz: Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung. Suhrkamp Verlag, Berlin 2012.

Simon Sinek: Frag immer erst: Warum. Wie Topfirmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren, Redline Verlag 2014.

Chris Brügger und Jiri Scherer: Denkmotor – Nichts ist gefährlicher als eine Idee, wenn es die einzige ist. Gabal 2014.

Bas Kast: Und plötzlich macht es KLICK!: Das Handwerk der Kreativität oder wie die guten Ideen in den Kopf kommen. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2015.

Florian Rustler: Denkwerkzeuge der Kreativität und Innovation, Creaffective, München 2014.

2) Gesellschaftsgestaltung, Gemeinwohl-Ökonomie, WIR-Kultur

Christian Felber: Gemeinwohlökonomie. Das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Deuticke 2014.

Tomás Sedlácek: Die Ökonomie von Gut und Böse. Hanser 2012.

Florian Pfeffer: To do: Die neue Rolle der Gestaltung in einer veränderten Welt. Strategien, Werkzeuge, Geschäftsmodelle.Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2014.

Elisabeth Hartung (Hg.): Visionen gestalten. Neue interdisziplinäre Denkweisen und Praktiken in Design, Kunst, Architektur. avedition 2017.

Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. C.H.Beck 2014.

Lisa Herzog: Freiheit gehört nicht nur den Reichen: Plädoyer für einen zeitgemäßen Liberalismus. C.H.Beck 2014.

Wolf Lotter: Zivilkapitalismus. Wir können auch anders. Pantheon Verlag 2013.

Harald Welzer: Selbst denken: eine Anleitung zum Widerstand, Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2013.

Michael Pauen und Harald Welzer: Autonomie. Eine Verteidigung. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2015.

Johannes Heimrath: Die Post-Kollaps-Gesellschaft: Wie wir mit viel weniger viel besser leben – und wie wir uns heute schon darauf vorbereiten können. Scorpio München 2012.

Reiner Klingholz mit Steffen Kröhnert & Franziska Medicus: Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen? dtv, München 2006.

Alexander Dill:  Gemeinsam sind wir reich. Wie Gemeinschaften ohne Geld Werte schaffen. Oekom Verlag München 2012. Dill schildert anhand von Mut machenden Beispielen aus Deutschland, Slowenien, Südtirol, Norwegen, den USA, der Schweiz, Island, Indien und Nepal, wie Gemeinschaften erfolgreich ihr Sozialkapital nutzen können und wo in unserer Gesellschaft Sozialkapital noch brach liegt. Dill hat einen querköpfigen Vorschlag entwickelt, wie sich Deutschland aus eigener Kraft selbst entschulden kann: Entschuldungsplan für Deutschland / Initiative: Hurra, wir tilgen  / Online-Fragebogen Sozialkapital

Richard Florida: The Rise of the Creative Class, Basic Books 2014

Richard Florida: Reset. Wie wir anders leben, arbeiten und eine neue Ära des Wohlstands begründen werden, Campus 2010.

Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hoffmann und Campe 2014.

Jaron Lanier: Wenn Träume erwachsen werden: Ein Blick auf das digitale Zeitalter. Hoffmann und Campe 2015.

Paul Mason: Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie. Suhrkamp Verlag 2016.

Jeremy Rifkin: Die Null Grenzkosten Gesellschaft. Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus, Campus 2014.

Hellmuth J. ten Siethoff: Mehr Erfolg durch soziales Handeln: Gesprächsführung, Konfliktlösung, Gemeinschaftsbildung in Alltag und Beruf, Urachhaus 1997.

WIR: Was uns verbindet. Schwerpunktthema in „brandeins“, Ausgabe  Mai 2016, S. 38-143.

Peter Spiegel: WeQ – More than IQ: Abschied von der Ich-Kultur. oekom verlag, München  2015.

Nicole Brandes: WE-Q -Wir-Intelligenz: Warum wir ohne sie untergehen und mit ihr wirklich erfolgreich werden. Zürich 2016.

Michael Tomasello: Warum wir kooperieren? Suhrkamp Verlag, Berlin 2010.

Kai Unzicker / Bertelsmann-Stiftung (Hg.): Der Kitt der Gesellschaft. Perspektioven auf den sozialen Zusammenhalt in Deutschland. Gütersloh 2016.

Joachim Bauer: Prinzip Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren. Heyne Verlag, München 2009.

Don Tapscott und Anthony D. Williams: Wikinomics – Die Revolution im Netz. dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag, 2009.

Gerald Hüther und Christoph Quarch: Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist. Carl Hanser Verlag, München 2016.

NETFLIX-Doku-Reihe Abstrakt: Design als Kunst – Wie gelingen künstlerische Gestaltung und Design? Die TV-Reihe gibt Einblicke in kreative Prozesse, künstlerisches Handwerk, tägliches Ringen, Selbstzweifel, Glücksmomente, in das Innen- und Aussenleben von Künstlern. Acht tiefgründige Portraits über Visionäre und Vordenker unserer Gesellschaft erweitern den Horizont, u.a. mit Christoph Niemann – Illustration, Tinker Hatfield – (Sport-)Schuhdesign, Es Devlin – Bühnendesign, Bjarke Ingels (BIG) – Architektur, Ralph Gilles – Automobildesign, Paula Scher – Grafikdesign, Platon – Fotografie, Ilse Crawford – Innenarchitektur. 

3) Bedingungsloses Grundeinkommen

Die Initiative Mein Grundeinkommen: 2015 Jahr hat der Berliner Michael Bohmeyer ein Crowdfunding-Projekt initiiert, das Menschen ein Einkommen von monatlich 1.000 Euro ermöglichen sollte. Die monatlichen Zahlungen aus Spenderhand werden regelmäßig an Bewerber verlost.

Daniel Häni und Philip Kovce: Was fehlt, wenn alles da ist?: Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt.  Orell Füssli Verlage 2015.

Film von Daniel Häni und Enno Schmidt: Grundeinkommen – ein Kulturimpuls

Timo Reuter: Das bedingungslose Grundeinkommen als liberaler Entwurf – Philosophische Argumente für mehr Gerechtigkeit. Springer Verlag 2016.

Christian Müller, Daniel Staub, Enno Schmidt: Grundeinkommen vom A bis Z. Limmat, Zürich April 2016.

Götz Werner und Adrienne Goehler: 1.000 Euro für jeden. Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen. Econ, Berlin 2010.

Götz Werner & Adrienne Goehler: 1000 € für jeden. Econ Verlag 2010.

Antje Hinz: Teil 1: BGE – Boden unter den Füßen und Auftrieb unter den Flügeln

Antje Hinz: Teil 2: BGE – Befürworter und Praxisprojekte mit bedingungslosem Grundeinkommen

Antje Hinz: Teil 3: BGE – Was das Grundeinkommen für die Kreativszene bedeuten würde …

4) Entrepreneurship und Innovation

Günter Faltin: Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein. Hanser Verlag 2011.

Günter Faltin: Wir sind das Kapital. Erkenne den Entrepreneur in Dir. Aufbruch in eine intelligentere Ökonomie. Murmann Verlag 2015.

Jeanette zu Fürstenberg: Die Wechselwirkung zwischen unternehmerischer Innovation und Kunst. Eine wissenschaftliche Untersuchung in der Renaissance und am Beispiel der Medici. Dissertation 2012.

Gunter Pauli: The Blue Economy: 10 Jahre – 100 Innovationen – 100 Millionen Jobs, Konvergenta 2012.

Gunter Pauli: Neues Wachstum: Wenn grüne Ideen nachhaltig „blau“ werden, Konvergenta 2010.

Jens-Uwe Meyer: Das Edison-Prinzip: Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen, Campus Verlag 2014.

5) Open Innovation und Soziale Innovationen

Robin Murray, Julie Caulier-Grice, Geoff Mulgan: The open book of Social Innovation.
http://youngfoundation.org/wp-content/uploads/2012/10/The-Open-Book-of-Social-Innovationg.pdf

Robin Murray, Julie Caulier-Grice, Geoff Mulgan: Social Venturing: http://youngfoundation.org/wp-content/uploads/2012/10/Social-Venturing.pdf

Serhan Ili, Matthias Schmölders (Hrsg.): Open Innovation in der Praxis. Symposion Publishing 2014.

Kopf, H., Müller, S., Rüede, D., Lurtz, K., Russo, P. (Hrsg.): Soziale Innovationen in Deutschland. Von der Idee zur gesellschaftlichen Wirkung.

Sozialforschungsstelle SFS der TU Dortmund: Innovationen für die Gesellschaft. Neue Wege und Methoden zur Entfaltung des Potenzials sozialer Innovationen. Broschüre zur  Tagung in Berlin im September 2016. 

Jürgen Howaldt, Heike Jacobsen: Soziale Innovation: Auf dem Weg zu einem postindustriellen Innovationsparadigma. (= Dortmunder Beiträge zur Sozialforschung). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Weinheim 2010.

Jürgen Howaldt, Michael Schwarz: „Soziale Innovation“ im Fokus. Skizze eines gesellschaftsinspirierten Forschungskonzepts. Bielefeld 2010.

Jürgen Howaldt und Ralf Kopp: Zur Theorie sozialer Innovationen: Tardes vernachlässigter Beitrag zur Entwicklung einer soziologischen Innovationstheorie, Beltz Juventa 2014.

Gunter Pauli: The blue Economy. Konvergenta Publishing, Paradigma Publications 2010.

Katrin Gillwald: Konzepte sozialer Innovation. WZB paper: Querschnittsgruppe Arbeit und Ökologie. Berlin 2000.

Joana Breidenbach, Dennis Buchmann, Kathleen Ziemann: betterplace lab – Trendreport 2012.

Gerald Beck, Cordula Kropp (Hrsg.): Gesellschaft Innovativ – Wer sind die Akteure? Wiesbaden 2012.

Pia Gerber: Der lange Weg der sozialen Innovation: Stiftungen und sozialer Wandel – unternehmensnahe Stiftungen in der Bundesrepublik als Innovationsagenturen im Feld der Bildungs- und Sozialpolitik am Beispiel der Freudenberg Stiftung. Peter Lang verlag, Frankfurt 2006.

Jana Rückert-John (Hg.): Innovation und Nachhaltigkeit: Perspektiven sozialen Wandels. Springer VS, Hamburg 2013.

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU): Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, 2011.

HCH = Human Centered Design = Hear, Create, Deliver: Fact Sheet und Design-Kit

Christian Wolff und Achim Oßwald: Open Innovation – Neue Perspektiven im Kontext von Information und Wissen. UVK, Konstanz 2007.

Monika Gawarzynska: Open Innovation and Business Success. Diplomica Verlag, 2010.

6) Künstlerische Interventionen & Kooperationen zwischen Kreativbranche und klassischer Wirtschaft

Helga Stattler: Blog des Instituts für Kunst und Wirtschaft, Wien

Brigitte Biehl-Missal: Wirtschaftsästhetik – Wie Unternehmen die Kunst als Inspiration und Werkzeug nutzen, Gabler Verlag 2011.

Ursula Bertram: Kunst fördert Wirtschaft: Zur Innovationskraft des künstlerischen Denkens, transcript Verlag 2012.

Torsten Blanke: Unternehmen nutzen Kunst – Neue Potentiale für die Unternehmens- und Personalentwicklung. Klett-Cotta, Stuttgart 2002.

Bianca Edda Weber: Kunst im Unternehmen – Ein Mehrwert in Zeiten des Wandels, Diplomica Verlag, 2010.

Bastian Lange, Florian Knetsch: Kollaborationen zwischen Kreativwirtschaft und Mittelstand: Erfolgsfaktoren, Methoden und Instrumente, Springer Gabler 2016.

Laila Huber: Kunst der Intervention – Die Rolle Kunstschaffender im gesellschaftlichen Wandel, Tectum Marburg 2009.

Emmanuel Mir: Kunst Unternehmen Kunst – Die Funktion der Kunst in der postfordistischen Arbeitswelt, 2014.

Michael Mohe: Innovative Beratungskonzepte, Rosenberger Fachverlag 2005

Carsten Baumgarth und Berit Sandberg: Handbuch Kunst-Unternehmens-Kooperationen (Schriften zum Kultur- und Museumsmanagement), transcript Verlag 2016.

Dirk Dobiey & Thomas Köplin: Creative Company – Wie durch künstlerische Haltung eine Kreativitätskultur in Organisationen entsteht. Verlag Franz Vahlen, München 2017 (in Vorbereitung!)

Hannes Jahn, Peter Sinapius (Hg.): Künstlerische Arbeit in Veränderungsprozessen. Grundlagen und Konzepte. Reihe: Transformation Band 1. HPB University Press Berlin 2015.

Michael Ganß, Sybiolle Kastner, Peter Sinapius (Hg.): Kunstvermittlung für Menschen mit Demeonz. Kernpunkte einer Didaktik. Reihe: Transformation Band 2. HPB University Press Berlin 2016.

Kristina Volke (Hg.): Intervention Kultur. Von der Kraft des kulturellen Handelns. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.

Shaun Mcniff: Art as Research. Opportunities and Challenges 2013.

Giovanni Schiuma: The Value of Arts for Business, Cambridge University Press 2012.

Michael Bockemühl und Thomas Scheffold: Das Wie am Was – Beratung und Kunst. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt 2007.

Mariott Stollsteiner: Das A.R.T.-Prinzip. Vom Nutzen der Kunst im Unternehmen. Gabler, Wiesbaden 2008.

Raphaela Henze: Kultur und Management, darin: Ali Wichmann – Scharlatan Theater Hamburg.

Vera Steinkellner (Hrsg.): CSR und Kultur: Corporate Cultural Responsibility als Erfolgsfaktor in Ihrem Unternehmen (Management-Reihe Corporate Social Responsibility), Springer Gabler 2015.

Roland Geschwill: Der Rhythmus der Innovation. Was Manager und Unternehmen von Jazzern und anderen Künstlern lernen können. Springer Gabler 2015.

Die Kunst des Möglichen – Management mit Kunst: Jahrbuch für Kulturmanagement 2013, hg. von Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Karen van den Berg, Steffen Höhne, Rolf Keller, Birgit Mandel, Martin Tröndle, Tasos Zembylas.

Judith Laister, Anton Lederer, Margarethe Makovec: Die Kunst des urbanen Handelns – The Art of Urban Intervention: On the Transformation of Societies and Neighbourhoods, Löcker 2014.

Mathias Peter Reich: Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland: Hype oder Zukunftschance der Stadtentwicklung? Springer VS 2013.

Julius Heinicke, Joy Kristin Kalu, Janina Möbius, Natascha Siouzouli und Matthias Warstat: Theater als Intervention. Politiken ästhetischer Praxis. Recherchen 121, Verlag Theater der Zeit  2016.

Laila Huber: Kunst der Intervention. Die Rolle Kunstschaffender im gesellschaftlichen Wandel. Tectum Marburg 2009.

Ariane Berthoin Antal: Wenn Schräges das Neue anstößt. Wie sich künstlerische Interventionen in Organisationen auswirken können. In: WZB-Mitteilungen. (2014), H. 145: Wie Neues entsteht.

Ariane Berthoin Antal: Die Kunst der Intervention. In: WZB-Mitteilungen.(2010), H. 127: Innovation: Kreativität, Cluster und Konzepte – wie Neues entstehen kann.

Ariane Berthoin Antal und Anke Strauß, „Artistic interventions in organizations: Finding evidence of values-added. Research report, Berlin: WZB, 2013, 52 p. (pdf)

Ariane Berthoin Antal: „Artistic intervention residencies and their intermediaries: A comparative analysis“, in: Organizational Aesthetics, 1/1 44-67, 2012. Abstract

Ariane Berthoin Antal: (with R. Gómez de la Iglesia and M. Vives Almandoz): Managing artistic interventions in organisations. A comparative study of programmes in Europe, 2nd edition, updated and expanded. Online publication. Gothenburg: TILLT Europe, 2011, 168 p. pdf.

Ariane Berthoin Antal: “When arts enter organizational spaces: Implications for organizational learning”, in: P. Meusburger, A. Berthoin Antal, M. Ries (Eds.), Learning organizations: The importance of place for organizational learning. Dordrecht, Springer (forthcoming) pdf

Ariane Berthoin Antal: Research report: Research framework for evaluating the effects of artistic interventions in organizations, TILLT Europe: Göteborg, 2009, 81 p. pdf; Research Report: Summary pdf

Ariane Berthoin Antal; Ulla Johansson Skoldberg; Jill Woodilla (Hg): Artistic Interventions in Organizations: Research, Theory and Practice, Routledge Research in Creative and Cultural Industries Manag, 2015.

ecce – Europäisches Zentrum für Kreativwirtschaft in Dortmund, alle Publikationen

Weitere Medien- und Buchempfehlungen: Hörbuch

© Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag

Corinna Hesse: „zukunft|leben – Wissen aktuell: Nachhaltigkeit“, Hörbuch-Impulspublikation, Sprecher: Anne Moll und Ulrich Gebauer, Sounddesign: Björn Kempcke, Grafik: Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag 2015. Multimediales Wissensportal: zukunft-leben-nachhaltigkeit.org

7) Studien zur Wirksamkeit von Kultur

„Kultur macht stark“ Eine Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) / Evaluation der Prognos AG Zahlen und Fakten zu „Kultur macht stark“: Überblick (April 2016) / Ergebnisse der Evaluation: zweiter Zwischenbericht – Kurzfassung (April 2016) / Ergebnisse der Evaluation: erster Zwischenbericht – Langfassung (September 2015)

8) Studien zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Faire Arbeitsbedingungen in den darstellenden Künsten und der Musik?! Eine Untersuchung zu Arbeitsbedingungen, Missständen sowie Vorschlägen, die zu besseren Arbeitsbedingungen beitragen können. Eine Studie der Hans Böckler Stiftung von Maximilian Norz, der für eine gewerkschaftlich organisierte Lösung plädiert: www.boeckler.de/pdf/p_study_hbs_319.pdf /Mehr Infos in meinem BlogArtikel: www.massivkreativ.de/was-das-grundeinkommen-fuer-die-kreativszene-bedeuten-wuerde/

Kreativwirtschaftliche Innovationen für mehr Wachstum und Wertschöpfung im Mittelstand – Begleitanalyse von Fördermodellen in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Eine Studie von Bastian Lange, hg. Bundesministerium für  Wirtschaft und Energie (BMWi) und Prognos AG: http://kultur-kreativ-wirtschaft.de