Was sich in der Unternehmenskultur von Steinen lernen lässt

 © alle Fotos: MassivKreativ, Steine-Projekt otto-group

Steine gibt es wie Sand am Meer, überall auf der Welt. Jeder kann sie finden, aufheben, nach Hause tragen, sie zum Gestalten seines Umfeldes nutzen oder die Steine selbst nach eigenen Vorstellungen gestalten. So wie bei der Otto Group, die damit ihre  Unternehmenskultur gestärkt hat (siehe Podcast weiter unten) 

Aus Steinen lassen sich Türme, Häuser, Fabriken und Monumente bauen. Mit Steinen kann man seine Kräfte messen oder beim Werfen seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Mit Steinen lässt sich Korn mahlen. Mit aneinander schlagenden Steinen lassen sich Klänge erzeugen (Klingsteine aus China), mit steinerner Gewalt aber auch anderen Menschen Leid und Schmerz zufügen. Fakt ist…

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Steine haben Symbolkraft!

In allen Kulturen gibt es Redensarten und Sprichworte, die sich um Steine drehen: den Stein ins Rollen bringen, Steine in den Weg legen, Steine aus dem Weg räumen usw. Viele Redewendungen über Steine lassen sich hervorragend auf die Unternehmenskultur übertragen … 

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Anpassung

„Ein Stein schleift den anderen.“ (Redensart) Dass wir uns von anderen Menschen mitreißen, motivieren und beflügeln lassen, bestätigt im Interview Jürgen Bock, Bereichsleiter Kulturentwicklung und Corporate Values bei der Otto Group in Hamburg. Ich habe mit ihm ausführlich über das Steine-Projekt seines Unternehmens gesprochen (41:00 bis 46:00).

Jürgen Bock: „Werte können eine Unternehmenskultur nicht verändern, sondern nur eine Orientierung geben. Seid mal alle mutig! – Das funktioniert so pauschal nicht. Werte sind wie eine Gewohnheit, daher ist es schwer, Werte zu verändern. Kulturveränderung verläuft eher über Anpassung als über Wertewandel. Ich passe mich an die Personen an, die für mich wichtig und relevant sind. Vorher prüfe ich: Ist das, was die Person sagt, ernst und nachhaltig gemeint?“ (15:00-18:00)

 © Jürgen Bock (Portrait)

Filminterview mit Benjamin Otto über den Kulturwandel, die digitale Transformation und Coworking in „Collabor8“ bei der Otto Group.

Glaubwürdigkeit

Sprüche lassen sich leichter klopfen als Steine!“ …., sagt der Volksmund. Markige Parolen der Geschäftsführung lösen sich in Luft auf und führen bei Mitarbeitern zu Frustration, wenn den Worten keine Taten folgen. Glaubwürdig sind Manager in ihrem Führungsstil nur dann, wenn sie im Alltag auf Transparenz, Augenhöhe, Vertrauen und Eigenverantwortung der Mitarbeiter setzen.

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Visionäres Denken und Kommunikation

„Ein Haufen Steine hört in dem Augenblick auf, ein Haufen Steine zu sein, wo ein Mensch ihn betrachtet und eine Kathedrale darin sieht.“ Antoine de Saint-Exupéry war ein Meister der Imagination. Er konnte mit seinen Geschichten Bilder im Kopf erzeugen und Mitmenschen zu Höchstleistungen treiben. Entrepreneure sind Menschen, die ihre zukünftigen Unternehmungen vor Augen haben. Es sind kommunikative Menschen mit Charisma, die anderen Akteuren ihre Ziele und Vorhaben lebendig vermitteln und sie begeistern können, an der Verwirklichung der Unternehmung aktiv und gestaltend mitzuwirken, dabei ggf. auch Risiken einzugehen. Mit der Kraft der Imagination können visionäre Projekte verwirklicht werden.  

„Der Mensch muss den Stein meditieren, bevor er ihn aufrichtet.“ … – so ein japanisches Sprichwort. Neue Projekte sollten genau durchdacht sein, bevor sie an das gesamte Team kommuniziert werden. „Wissen ist Macht“, heißt es. Noch machtvoller ist sorgsam recherchiertes und kuratiertes Wissen, das mit inspirierenden Geschichten in die Welt getragen und anderen vermittelt wird.

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Fehlerkultur und Vertrauen

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ … sagte Johann Wolfgang Goethe. Fehler und Zufälle bieten neue  Chancen, neue Entdeckungen, neue Wege, wenn wir offen dafür sind und Perspektivwechsel wagen und zulassen. Wenn wir Rahmenbedingungen für Kreativität und neue Ideen schaffen, können Innovationen entstehen. Wenn wir Alternativen, Impulse, Meinungen grundsätzlich in Frage stellen, wird unsere Kreativität verkümmern, wie Autor Ekkehart Mittelberg sagte: „Raubt man der Phantasie die Flügel, fällt sie schneller als ein Stein.“

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Beharrlichkeit

Steter Tropfen höhlt den Stein. (Sprichwort) Veränderungsprozesse erfordern Ausdauer, Durchhaltevermögen, Weitblick und Resilienz. Herausforderungen sind lösbar, wenn man sie gemeinsam auf Augenhöhe in Angriff nimmt und in klar umrissene, überschaubare Aufgabenbereiche fasst. „Die Menschen straucheln nicht über Berge, sie stolpern über Steine.“ … sagt man in Indien. Struktur- und Kulturwandel ist kein Projekt, sondern ein langfristiger Prozess, der im Kleinen beginnt und sich stetig zu Großem weiterentwickelt. So wie die Chinesen sagen: „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“

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Kernkompetenzen

„Wasser verrinnt, Steine bleiben.“ … sagt ein rumänisches Sprichwort. Was sind meine Kernkompetenzen und wahren Werte in Zeiten des Wandels?  Veränderungen bedeuten nicht, alles Bisherige über Bord zu werfen. Es geht oft nur darum, sich seiner Potentiale bewusst zu werden, sich zu fokussieren, Bewährtes neu anzuwenden. Weniger ist manchmal mehr. Schon Cicero wusste: „Gut gehauene Steine schließen sich ohne Mörtel aneinander.“ Was kann ich gut, was können Andere besser? „Man muss mit den Steinen bauen, die man hat.“ Doch: Was kann ich von Anderen lernen? Wie kann ich von den Erfahrrungen Anderer profitieren? Der Philosoph und Lernexperte Andreas Tenzer hat es so formuliert: „Die stärksten Brücken werden aus Steinen gefallener Mauern gebaut.“

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Perspektivwechsel

„Ein rollender Stein setzt kein Moos an.“ … offenbart ein niederländisches Sprichwort. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, häufig die Perspektiven wechselt, wer eigene Erfahrungsräume häufig verlässt, Anderen aufmerksam zuhört, wer Leeerstellen und Probleme sieht, wird Lösungen finden. Wer geistig in Bewegung bleibt und sich nicht auf Erfolgen ausruht, wird auf der Welle der Veränderung surfen, statt in ihr unterzugehen.

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Interdisziplinäres Coworking

„Man braucht zwei Steine, um Feuer zu machen.“ … bemerkte die US-amerikanische Schriftstellerin Louisa May Alcott. Allein kommt man nicht weit, im Team erreicht man mehr. Vielfalt schlägt Talent.

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Filminterview mit Benjamin Otto über den Kulturwandel, die digitale Transformation und Coworking in „Collabor8“ bei der Otto Group.

Wertschätzung

„Verletzende Worte sollten auf Sand geschrieben werden, lobende in Stein gehauen.“ … sagt ein arabisches Sprichwort. Und im Kaukasus weiß man: „Ein gutes Wort kann Steine brechen.“ Achtung, Lob und Anerkennung motivieren und beflügeln und sorgen dafür, dass wir zufrieden sind und gesund bleiben. Fairness und Transparenz im Unternehmen sichern eine hohe Leistungsbereitschaft.

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Mut und Selbstvertrauen

Johann Wolfgang Goethe hat die Verkündung neuer Ideen mit einem beherzten Brettspiel verglichen: „Es ist mit Meinungen, die man wagt, wie mit (Spiel-)Steinen, die man voran im Brette bewegt: Sie können geschlagen werden, aber sie haben ein Spiel eingeleitet, das gewonnen wird.

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Humor und Gelassenheit

Heinz Erhardt hat es auf humorvolle Weise gesagt: „Ich kann’s bis heute nicht verwinden, deshalb erzähl‘ ich’s auch nicht gern: Den Stein der Weisen wollt‘ ich finden und fand nicht mal des Pudels Kern.“

Durch Zeiten großer Unsicherheiten und Veränderungen gilt es, besonnen zu handeln und sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen. Joachim Ringelnatz hat darüber ein Gedicht geschrieben: Der Stein: 

„Ein kleines Steinchen rollte munter von einem hohen Berg herunter. Und als es durch den Schnee so rollte, ward es viel größer als es wollte. Da sprach der Stein mit stolzer Miene: ‘Jetzt bin ich eine Schneelawine’. Er riss im Rollen noch ein Haus und sieben große Bäume aus. Dann rollte er ins Meer hinein, und dort versank der kleine Stein.“

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Prioritäten setzen, Entscheidungen treffen

Mit großen und kleinen Steinen lässt sich hervorragend demonstrieren, dass nur die über Zeitmangel klagen, die keine Prioritäten setzen können: 

Füllt man ein Glas zuerst raumgreifend mit Sand (unnütze, zeitraubende Dinge), finden größere Steine (wichtige Aufgaben / bedeutende Herausforderungen) dort keinen Platz mehr. Legt man hingegen zunächst die großen Steine (dringende Aufgaben) in das Glas, dann lässt sich wunderbar vor Augen führen, dass danach auch noch kleinere Kieselsteine (zentrale Aufgaben) und Sand (nebensächliche Aufgaben) hineinpassen und man am Ende sogar noch Wasser (für Lichtblicke/Pausen/Überraschungen) in die Zwischenräume füllen kann.  

Das Glas des Lebens

Im Film wird das Experiment mit Golfbällen, Kieselsteinen, Sand und Kaffee gezeigt und warum es Sinn macht, die wichtigen Dinge zuerst zu tun: https://www.youtube.com/watch?v=m0hqBIugr7I

 

Sozialforscherin Ariane Berthoin Antal über Künstlerische Interventionen

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Prof. Dr. Ariane Berthoin Antal untersucht am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) „Künstlerische Interventionen in Organisationen”. Sie hat in den letzten Jahren über 100 Interventionen europaweit evaluiert, vor allem in klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Ich habe die Sozialforscherin ausführlich befragt – am Rande einer interaktiven Konferenz über Künstlerische Interventionen der Initiative „Unternehmen! KulturWirtschaft“ am Nordkolleg Rendsburg.

Im Interview geht es u.a. um diese Fragen:

  • Welches Ziel hatten die Untersuchungen?
  • Welche Fragen wurden an die beteiligten Akteure gestellt – an Geschäftleitungen, Mitarbeiter, Künstler und vermittelnde Intermediäre?
  • Wie lief der Prozess der Untersuchung ab?
  • Wie lässt sich der Erfolg einer Künstlerischen Intervention untersuchen?
  • Was bringt sie den Beteiligten? Welche Erfolgserwartungen gab es im Vorfeld?
  • Wie muss eine Künstlerische Intervention ablaufen, damit sie auch längerfristig und nachhaltig wirkt? Wie gelingt der Transfer der Erkenntnisse in den Alltag?
  • Welche Rolle spielt der Vermittler (Intermediär) bei einer Künstlerischen Intervention?
  • Wie wichtig ist das Matching, damit der Künstler bzw. die Methode zum Unternehmen passt und wie findet heraus, wer zu wem passt?
  • Warum ist es wichtig, dass die Künstlerische Intervention ergebnisoffen verläuft?
  • Eignen sich bestimmte künstlerische Methoden besser als andere?
  • Was sind typische Szenarien, die ein Unternehmen dazu bewegen, einen Künstler in das Unternehmen zu holen?
  • Was sind typische unternehmerische Fragestellungen?

Quellen und Inspirationstipps:

Prof. Dr. Ariane Berthoin Antal vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, der Link führt auch zu ausgewählten Publikationen der Wissenschaftlerin

• Initiative »Unternehmen! KulturWirtschaft« am Nordkolleg Rendsburg

Diversity: Warum mehr Vielfalt gut fürs Geschäft ist

629218_web_R_K_B_by_Gaby Stein_pixelio.de © Gaby Stein, Pixelio

Möchten Sie für Ihre Firma Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen? Wie machen Sie auf sich aufmerksam? Oder ist Ihr Unternehmen schon heute multikulturell und generationenübergreifend zusammengesetzt? Wie zeigen Sie dies nach außen und sorgen dafür, dass es so bleibt? Ich berichte Ihnen anhand von Beispielen, warum Vielfalt im Personalmanagement eine Bereicherung für jede Firma ist und zudem auch gut fürs Geschäft.

Ich habe kürzlich ein Symposium des Goethe-Instituts über „Fachkräftegewinnung aus dem Ausland“ besucht. Die als Redner geladenen Neubürger beklagten einhellig: Deutsche Unternehmen würden Mitarbeiter anderer Nationalitäten zu oft als Problem denn als Chance wahrnehmen. Vorrangig würden ihre Defizite thematisiert, wie z. B. fehlende Sprachkenntnisse. Dabei zeigt die Praxis, dass gerade Fachkräfte solche vorübergehenden „Mängel“ innerhalb kürzester Zeit ausgleichen.

Perspektivwechsel als Bereicherung nutzen

Das Spezialwissen von Mitarbeitern anderer Nationalitäten eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, z. B. im Hinblick auf die Markterweiterung. Der Personalchef eines deutschen Herstellers von Küchenbesteck berichtet über ein gelungenes Beispiel aus seinem Unternehmen. So bat er einen Praktikanten aus China, sich das Sortiment seiner Firma einmal mit „asiatischem Blick“ anzusehen. Begeistert über so viel entgegengebrachtes Vertrauen verglich der Praktikant hochmotiviert die deutsche Produktpalette mit gängigen Küchenutensilien in China. Der Vergleich führte zu einer wichtigen Erkenntnis: Die chinesische Küche hat weit mehr Spezialgeräte zu bieten als die deutsche. Was schließlich den Anstoß gab, das Sortiment zu erweitern bzw. das Design entsprechend anzupassen und so den Markt mit speziellem Koch- und Essbesteck auf China zu erweitern.

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Integration nach Feierabend

Diskutiert wurde auch die Frage, warum es Neubürgern schwer fällt, hierzulande heimisch zu werden. Die Gastredner berichteten, dass die Probleme erst nach Feierabend beginnen: kein Austausch mit Deutschen, fehlende Integration. Dabei seien gerade Kontakte in der Freizeit wichtig, um Anschluss zu finden und die Sprache zu erlernen.

Handlungstipps „Diversity“ für Unternehmen

Was können Sie als Unternehmer tun? Wie können Sie in Ihrer Firma für engere Beziehungen zwischen deutschen und ausländischen Mitarbeitern sorgen? Starten Sie eine Umfrage in Ihrem Unternehmen: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter auf Kärtchen schreiben, wo sie zuletzt Urlaub gemacht hat. Vielleicht hat jemand im Heimatland des neuen Kollegen seine Ferien verbracht. Bilden Sie aus beiden Mitarbeitern ein Tandem bzw. Kompetenzteam, das eine kleine gemeinsame Geschichte, ein Erlebnis oder eine Anekdote aus dem Land präsentiert – bei einer Betriebsfeier oder einem bunten Abend. Laden Sie auch Ehepartner oder Kinder ein, mitgereisten Familienmitgliedern fällt der Anschluss besonders am Anfang schwer.

Kultur und Herkunft

Falls Sie in einer größeren Stadt leben, bietet sich ein Ausflug ins Völkerkundemuseum an. Ihr neuer Mitarbeiter kann anhand von Museumsobjekten über seine Heimat erzählen. Vielleicht zeigt er auch Fotos seiner Familie oder seines Landes. Bringen Sie neuen Kollegen aus anderen Kulturen aufrichtiges Interesse entgegen, damit sie sich in der neuen Umgebung wohl fühlen. Stellen Sie sich vor, wie es Ihnen in einem anderen Land gehen würde. Keiner trennt sich mit leichtem Herzen von seiner Heimat. Empfangen wir jede/n mit offenen Armen und sorgen wir dafür, dass er/sie sich willkommen fühlt.

Verständigung ohne Worte

Finden Sie neutrale Themen, bei denen die Sprache keine vorrangige Rolle spielt. Regen Sie gemeinsame Sportaktivitäten an, bei denen Teamgeist und gemeinsames Erleben im Vordergrund stehen. Wenn Sie eine Betriebsküche haben, lässt sich vielleicht ein gemeinsames Kochen arrangieren. Planen Sie einen bunten Abend im Unternehmen, bei dem jeder seine Lieblingsmusik vorstellt. Über ein gemeinsames Thema finden sich rasch Anknüpfungspunkte.

629459_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de © Rainer Sturm, Pixelio

Generationen verbinden

Verbindende Aktionen bieten sich übrigens auch mit Kollegen unterschiedlicher Altergruppen an. Diversity in den Firmenalltag zu integrieren, heißt nicht nur, verschiedene Kulturen willkommen zu heißen, sondern auch Menschen unterschiedlicher Generationen und Geschlechter. Ältere Mitarbeiter bringen neben wertvollen Erfahrungen auch Gelassenheit mit. Sie können während der Ferienzeit einspringen und bei zeitlichen Engpässen Entlastung bieten.

Öffentlichkeit nutzen

„Warum sollte ein hochqualifizierter Ausländer in ein Land gehen, in dem er sich ständig dafür rechtfertigen muss, dass er hier ist?“ – stellte Sozialforscherin Jutta Allmendinger im Jahr 2010 fest. Damit sich die Situation zum Positiven ändert, bietet der jährliche Diversity-Tag im Juni Gelegenheit, für mehr Vielfalt in der Gesellschaft zu werben. Wer Diversity konsequent umsetzt, für den zahlt sich Vielfalt auch aus! Öffnen Sie sich und Ihr Unternehmen der Stadt! Zeigen Sie an einem Tag der offenen Tür, wie bunt Ihre Firma bereits ist bzw. dass Sie Vielfalt als Bereicherung empfinden.

Impulse über Künstlerische Interventionen

Wenn Sie sich beim Thema Diversity Hilfe und Unterstützung wünschen, holen Sie sich einen Künstler in Ihr Unternehmen. Im Rahmen einer Künstlerischen Intervention kann Vielfalt als unternehmerische Fragestellung in individuellen kreativen Workshops erprobt werden, ob mit einigen wenigen Mitarbeitern oder im ganzen Team entscheiden Sie. Mit passenden künstlerischen Methoden, Spielarten bzw. Kunstsparten lässt sich Vielfalt hervorragend erkunden: beim Zeichnen, Filmen, Tanzen, Musik machen, beim Fotografieren, Bauen und Designen, mit Pantomime und Theaterspiel, mit Klangaufnahmen und Interviews. Haben sie Mut, ihren „Weg der Vielfalt“ auf eigene kreative Weise zu finden.

Inspirationstipps:

Initiative Charta der Vielfalt und Deutscher Diversity-Tag: Vielfalt unternehmen

Kurzfilm: Was ist eine Künstlerische Intervention?

Vielfalt hören: Hörbuchreihe Länder hören – Kulturen entdecken

Gummi-Twist für Unternehmen: Nachhaltigkeit als Teamprojekt

© Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag

Nachhaltigkeit ist längst ein Modewort geworden, bei näherer Betrachtung jedoch ein dehnbarer Gummi-Begriff. Er kann auf verschiedenste Lebensbereiche bezogen werden. Vielleicht versteht deshalb fast jeder etwas anderes darunter. Wie mittelständische Unternehmer ganz konkret im Firmenalltag nachhaltig handeln können, zeigen die von mir zusammengetragenen praktischen Beispiele.

Pragmatische Ideen für den Mittelstand

Großkonzerne setzen Nachhaltigkeit mit CSR, Corporate Social Responsibility, gleich. Sie betreiben Nachhaltigkeit nicht selten aus „Greenwashing“-Motiven heraus, aufgrund erhoffter Spitzen-Plätze bei Rankings oder mit dem Ziel, sich von moralischen Fehlern reinzuwaschen.

Dem Mittelstand helfen Worthülsen und Phrasen nicht weiter. Viele kleinere und mittlere Unternehmen handeln bereits heute nachhaltig – mit dem Ziel, für nachfolgende Generationen ein lebenswertes Umfeld vorhalten zu können. Sie engagieren sich regional, helfen Kindergärten und Schulen mit Sachspenden, unterstützen Sport- und Seniorenvereine, organisieren Stadtfeste und Kulturveranstaltungen mit. Auf diese Weise binden sie die Bevölkerung an sich, sowohl Erwachsene als auch Kinder. Mit Blick auf die zukünftige Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften ist das wunderbar nachhaltig gedacht und auch gehandelt.

Regional denken und agieren, nachhaltig handeln

Wer an Nachhaltigkeit denkt, hat häufig den drohenden Klimawandel im Kopf. Er wird zwar seit Jahrzehnten auf weltumspannenden Konferenzen diskutiert, ihm entgegenwirken können vor allem regionale Aktivitäten. Auch hier ist der Mittelstand oft Vorreiter. Viele Unternehmen beziehen ihr Material oder ihre Lebensmittel für die Betriebsküche aus der Region. Der Mittelstand investiert vorbildlich in neue Technologien, auch wenn es sich zuweilen erst Jahre später rentiert. Beispiele: Der Bäcker gewinnt seinen Strom über ein eigenes Solardach. Der Taxiunternehmer rüstet seine Flotte auf Elektroautos um. Das Fitnesscenter speist mit der Muskelkraft aus Trimmrädern Ventilatoren.

Perspektivwechsel gegen Verlustängste

Mittelständler denken langfristig, tragen Verantwortung für ihr Umfeld und für die nächste Generation. Auch in der Bevölkerung ist ein Perspektivwechsel nötig und schon im Gange: Für die nach 1980 Geborenen der Y-Generation ist das Auto kein Statussymbol mehr. Es wird per „carsharing“ nur dann bewegt und genutzt, wenn es wirklich gebraucht wird. Teilen statt besitzen: Wer hätte das vor einigen Jahren prognostiziert?! Nachhaltig zu arbeiten und zu leben, heißt vor allem: im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen.

Umdenken und Wertewandel

Nach steigenden Burnout-Zahlen, nach Jahren der Über- und Unterforderung hat ein Umdenken und Wertewandel eingesetzt. Auch Arbeitszeit ist wertvolle Lebenszeit. Wer sich am Arbeitsplatz wohl fühlt, erbringt wesentlich bessere Leistungen. Wer arbeiten kann und dabei seine Familie nicht vernachlässigen muss, wer seine Tätigkeiten und Arbeitsabläufe versteht, wer seine Talente einsetzen kann, wer angehört, nach seiner Meinung gefragt und von Kollegen geachtet wird, ist zufrieden, motiviert, engagiert sich und bleibt nachhaltig gesund! Wer die Abläufe in der Firma nicht nachvollziehen kann, wer von Vorgesetzten und Mitarbeitern herumgeschubst wird, denkt nicht mehr mit, macht bestenfalls Dienst nach Vorschrift und endet nach kurzer (Lebens-)Zeit erschöpft und ausgebrannt.

Nachhaltigkeit als Teamarbeit

Auch Sie können in Ihrem Unternehmen etwas bewegen. Befragen Sie ihre Mitarbeiter! Keiner kennt seinen Arbeitsplatz so gut wie derjenige, der ihn jeden Tag mit seiner Kompetenz und Kraft ausfüllt. Das eigene Umfeld liegt uns näher als fremde Gefilde. Laden Sie Ihre Mitarbeiter zu einem Workshop zum Thema Nachhaltigkeit ein – mit der Anregung und Bitte, jeder möge sich eine These, Erklärung oder einen Satz überlegen, was er unter Nachhaltigkeit versteht. Geben Sie als Hilfe konkrete Begriffe vor, die auf Ihr Unternehmen passen:

Hier könnten Sie zum Beispiel ansetzen:
Arbeitsplatz, Arbeitsumfeld, Abläufe, Arbeitswege, Zeiteinteilung, Belastung durch E-Mails und Telefonate, Ernährung in der Firma, Material- und Energieverbrauch im Betrieb, Transportwege, Dauer und Zeitpunkt von Arbeitsbesprechungen und Sitzungen, Bestell-Abläufe, Kundenkontakt, Personal, Neueinstellungen, Einarbeitung, Urlaubs- und Krankheitsvertretung.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ihre Ideen auf bunte Karten schreiben und an eine Pinnwand in der Kantine heften. Treffen Sie sich dort, sprechen Sie über die Vorschläge und darüber, wer sich wie und bis wann für die Realisierung der Ideen einsetzt. Legen Sie ein weiteres Treffen fest, in dem Sie über Ergebnisse, Schwierigkeiten und Lösungen sprechen. Je konkreter die Ideen, umso leichter lassen sie sich verwirklichen.

Medien ins Boot holen

In diesem Jahr geht die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu Ende. Vielleicht finden die Impulstreffen über Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen sogar einen Weg in die Lokalpresse, wenn Sie einem Journalisten darüber berichten …

Bei näherem Hinsehen ist Nachhaltigkeit gar nicht so abstrakt, im Gegenteil: Nachhaltig zu handeln bedeutet schlicht, umsichtig und achtsam zu sein: mit sich selbst und seinen Mitmenschen, mit den Ressourcen und der Natur. Es geht nicht um Verzicht, um Grabenkämpfe oder um eine Weltanschauung, sondern um gesunden Menschenverstand. Haben Sie Mut zu Veränderungen und machen Sie mit!

Antje Hinz

„Wenn wir keinen Planeten haben, geht es der Wirtschaft nicht gut.“
Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger

Inspirationstipps:

• Vom 30. Mai bis 5. Juni 2015 finden die deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit des „Rates für Nachhaltige Entwicklung“ sowie die Europäische Nachhaltigkeitswoche statt. Ziel der europäischen Initiative ist es, den vielen Projekte und Leistungen für nachhaltige Entwicklung und der Vielfalt von Akteuren mehr Sichtbarkeit zu verleihen.

• Tim Jackson: Wohlstand ohne Wachstum. Leben und Wirtschaften in einer endlichen Welt, München 2011

• Interaktives Wissensportal zum Thema Nachhaltigkeit: www.zukunft-leben-nachhaltigkeit.org

• Jeremy Rifkin: Die Null Grenzenkosten Gesellschaft. Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus, Frankfurt 2014

• Hauptgutachten Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, hg. v. Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen WBGU, Berlin 2011

• Corinna Hessse: „zukunft|leben – Wissen aktuell: Nachhaltigkeit“, Hörbuch/CD hg. 2015 vom Silberfuchs-Verlag in Kooperation mit den Landeszentralen für politische Bildung (Hörproben anhören)

Kreative Handlungstipps für Unternehmer

Gastgeber sein: Neue Impulse und Wissen für Ihr Unternehmen

DSC_0061Logo_NW-Salon    © Bei uns in Neu Wulmstorf

Geschäftsbeziehungen entstehen dort, wo man hilfreiche Impulse erhält und interessante Menschen trifft, wo man sich wohl und wertgeschätzt fühlt. Was liegt da näher, als selbst einen solchen Ort zu schaffen? Die Initiatoren vom „Neu Wulmstorfer Salon“ vor den Toren Hamburgs zeigen, wie es geht. Zum Artikel

Sympathische Videobotschaften für Social Media

© Björn Kempcke, BusinessMedien

Klassische Imagefilme sind aufwendig und kosten viel Geld. Doch es geht auch anders. Ein innovatives Filmprojekt zeigt, dass Videobotschaften dank kreativer Ideen auch für kleine Firmen finanzierbar sind. Zum Artikel

10 Tipps: So sind Imagefilme für kleine Unternehmen realisierbar

Björn-mit-Kamera_Hannes_2015 © Hannes Wirtz: Videojournalist Björn Kempcke

„Ein informativer Film über meine Firma wäre schon toll! Kann ich mir im Moment aber finanziell nicht leisten!“ – 10 Tipps, die zeigen, wie Imagefilme auch für kleine Unternehmen realisierbar sind. Zum Artikel

Rettung aus der Handtasche: Effektiv durch kreative Ideen
722052_web_R_K_B_by_Espressolia_pixelio.de © Espressolia, Pixelio.de

Was verbindet Kreativschaffende mit Geheimagenten? Sie bewältigen Herausforderungen zuweilen mit Minimalausstattung. Mangel beflügelt die Kreativität und macht innovativ. Effectuation kann auch für klassische Unternehmensbranchen zu einem Zauberwort werden. Zum Artikel

Diversity: Warum mehr Vielfalt gut fürs Geschäft ist

© knipseline, Pixelio.de

Möchten Sie für Ihre Firma Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen? Wie machen Sie auf sich aufmerksam? Oder ist Ihr Unternehmen schon heute multikulturell und generationenübergreifend zusammengesetzt? Wie zeigen Sie dies nach außen und sorgen dafür, dass es so bleibt? Ich zeige Ihnen anhand von Beispielen, warum Vielfalt eine Bereicherung für jede Firma ist. Zum Artikel

Gummi-Twist für Ihr Unternehmen: Nachhaltigkeit als Team-Projekt

© Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag

Nachhaltigkeit ist längst ein Modewort geworden, bei näherer Betrachtung jedoch ein dehnbarer Gummi-Begriff. Er kann auf verschiedenste Lebensbereiche bezogen werden. Vielleicht versteht deshalb fast jeder etwas anderes darunter. Wie mittelständische Unternehmer ganz konkret im Firmenalltag nachhaltig handeln können, zeigen die folgenden, von mir zusammengetragenen Beispiele. Zum Artikel

Rundum-Sorglos-Pakete mit mehr Kundenservice

682496_web_R_K_B_by_Dirk Kruse_pixelio.de © Dirk Kruse, Pixelio.de

Wer neue Märkte erobern will, sollte nicht nur seine Produkte erweitern, sondern den Service gleich mitdenken. Rundum-Sorglos-Pakete verschaffen Luft gegenüber Konkurrenten. Der Ditzinger Konzern Trumpf z. B. liefert Baumaschinen und die passende Software sowie Kurse für die richtige Bedienung gleich dazu. Zum Artikel

Firmenkultur: Kennen Sie Ihre Mitarbeiter gut genug?

© Stephanie Hofschlaeger, Pixelio.de

Hand aufs Herz: Wie viel wissen Sie über Ihre Mitarbeiter? Wahrscheinlich zu wenig. Ich bin überzeugt: Mitarbeiter wollen Ihre Interesse und Privates auch im Job preisgeben – wenn Firmenchefs ihnen den Raum dafür geben. Am Ende profitieren vom kreativen “Mitarbeiter-Miteinander” alle. Zum Artikel

Kreative Weihnachtsgeschenke: Unternehmer-Tipps

© Tim Reckmann, Pixelio.de

Was schenken Sie Kunden und Geschäftspartnern zu Weihnachten? Klassiker, wie Kugelschreiber oder Tassen? Versuchen Sie es doch in diesem Jahr kreativ anders und lassen Sie sich etwas Besonderes einfallen! Zum Artikel

Kulturelle Visitenkarte: Geschäftspartnern Respekt zeigen

© Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag

Die Konversation gilt als Prüfstein und Lackmus-Test für ein erfolgreiches Miteinander im Berufsleben. Bei Geschäftsessen mit internationalen Partnern gilt es, nicht nur mit fachlichen Kompetenzen zu glänzen. Überraschen Sie Ihren Geschäftspartner mit Wissen über die Geschichte und Kultur seines Landes. Zum Artikel

Was Unternehmen von der Hanse lernen können

© Roswitha Rösch, Silberfuchs-Verlag

Der mittelalterliche Hansebund glänzte mit genau den Eigenschaften, die gegenwärtig Start-up-Firmen erfolgreich machen. Daher können heutige Unternehmen vom historischen Bund eine Menge lernen: über Innovationen, Partnerschaften, Vertrauen und Scheitern. Zum Artikel

Warum „soft skills“ und Empathie für Unternehmer wichtig sind

© Albrecht E. Arnold, Pixelio.de

Warum ein Chef so nicht sein sollte: Zum Artikel

Rollenwechsel: Führen mit dem Taktstock
© Tom Win, Pixelio.de

Führen will gelernt sein. Wie ein Chef seine Körpersprache und Empathie überprüfen kann: Zum Artikel

Führen und Folgen: Was Unternehmer von Tänzern lernen können

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Welche Atmosphäre herrscht in einem Unternehmen? Wie wirkt die innere Stimmung nach außen? Der Führungsstil beeinflusst dies maßgeblich. Mechanismen des Managements lassen sich „begreifen“ und „spüren“, indem man sich konkrete Handlungsmuster vor Augen führt. Vom Tanzen lässt sich extrem viel lernen. Zum Artikel