Smart City und Kreativwirtschaft: Wem gehört die Stadt?

Smart City_Infogram_Antje© Antje Hinz, MassivKreativ

Smart City: Ist es die große Verheißung, die Politik und Verwaltung in den Großstädten vollmundig verkünden? Oder ist es eher ein Marketing-Tool für IT-Unternehmen, die ein neues big business auf den Weg bringen wollen? Dieser Hintergrundbericht klärt am Beispiel der Hansestadt Hamburg auf.

Mindestens 28 Megacities gibt es aktuell mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. 2030 sollen es schon 40 Megacities sein. 2050 werden fast zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Dies stellt die Gesellschaften vor große Herausforderungen. Smart City soll darauf Antworten finden, das Leben in der Großstadt effizienter, grüner und sozial inklusiver gestalten, digitalisiert, technologisch, fortschrittlich.

Doch „smart“ ist ein ambivalenter Begriff, der doppeldeutig übersetzt und umschrieben werden kann. Im positiven Sinn bedeutet er: elegant, intelligent, clever, schlau, klug, pfiffig, gescheit, adrett, gepflegt, schick, modisch, aufgeweckt, tüchtig, gewandt, flink, schnittig, munter. Andere Übersetzungen zeigen die Kehrseite der Medaille: gerissen, listig, durchtrieben, mit dem Zusatz to (smart): brennend, schmerzend.

438173_web_R_K_B_by_Jürgen Nießen_pixelio.de438175_web_R_K_B_by_Jürgen Nießen_pixelio.de © Jürgen Nießen, pixelio.de

Smart City als Weltverbesserin

Smart City ist ein diffuser und inflationär gebrauchter Sammelbegriff für verschiedene digitale, urbane Entwicklungskonzepte, die im Wesentlichen diese Bereiche berühren:

  • Verkehr bzw. intermodale Mobilität, der Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln (Smart Mobility)
  • Gesundheit und Leben (Smart Health and Living)
  • Bildung (Smart Education)
  • Wirtschaft (Smart Economy)
  • Verwaltung (Smart Governance)
  • Umwelt (Smart Environment)
  • Bevölkerung (Smart People)

Smarte Dienstleitungen

Die Hansestadt Hamburg lässt noch weitgehend offen, wie die Smart City einmal aussehen soll. Sie nennt auf der eigens eingerichteten Website  hamburg.de/smart-city/ im Wesentlichen sechs Bereiche: Hafen (smartPORT), Verkehr sowie Bürgerdienstleistungen, wie Mobilität, Gesundheit und Bildung. Im Begleittext heißt es:

„Die Smart City, also die vernetzte und kluge Stadt, verbessert die Lebensqualität der Menschen durch intelligente, innovative Infrastrukturen, die helfen, Mobilität effizienter zu machen, Ressourcen zu schonen und negative Umwelteinflüsse zu reduzieren. Sensorik und Informationstechnologien werden dabei zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen … Wir müssen Antworten auf die Fragen nach Mobilität, öffentlicher Infrastruktur, Service, Energieverbrauch, Schadstoffausstoß und Lebensqualität finden. Dieser Prozess ist in vollem Gange. Politik ist aktiv eingebunden und hat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen zu schaffen.“

FabLab HH_02_Antje © MassivKreativ

Kritisches Hinterfragen

Ob die Smart City tatsächlich im Sinne und zum Wohle der Bürger zu einer „lebenswerten Metropole“ wird, besagt der schwammige Begriff allein nicht. Das Großprojekt „Smart City“ lässt sich erst beurteilen, wenn feststeht, wieviel die Stadt für ihre Bürger investieren will, wie gut sie dabei ihre vorhandenen Ressourcen nutzt und wie sich die Zivilgesellschaft einbringen kann. Greifen die Initiatoren die Fragen und Probleme der Bürger tatsächlich auf? Und mit wem kooperiert die Stadt? Nur wenn das Beziehungsgeflecht zwischen Bürgern, Politik, Stadtverwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft wirklich kooperativ und transparent ist, kann sich das Potential der Smart City zum Wohle der Zivilgesellschaft entfalten.

Partnerschaft zwischen Hamburg und Cisco

Am 30. April 2014 hat die Stadt Hamburg für die Dauer von vier Jahren ein „Smart City Memorandum of Understanding (MoU) mit Cisco geschlossen, mit dem das Pilotprojekt zunächst gestartet wurde und an dem weitere assoziierte Partner beteiligt sind: z. B. AGT International, avodaq, InnoTec Data, Philips, Streetline, T-Systems und Worldsensing.

Das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen Cisco wurde 1984 in San Francisco von einer Gruppe von Wissenschaftlern der Stanford University gegründet – mit dem Ziel, die Vernetzung von Computern zu vereinfachen und sie effektiver zu nutzen. Heute entwickelt und handelt Cisco in erster Linie Internet-Router und IT-Switches, um zwischen verschiedenen Computer-Hardwaregeräten zu wechseln. Seit seiner Gründung hat Cisco über 160 andere Unternehmen gekauft und integriert und gehört damit zu den Marktführern weltweit. In Deutschland beschäftigt Cisco 850 Mitarbeiter an acht vorwiegend großstädtischen Standorten.

Datensicherheit

Im Januar 2014, also drei Monate vor Vertragsschluss zwischen Hamburg und Cisco, hatte das Online-Portal heise Security aufgedeckt, dass in den Routern von Cisco eine sogenannte „Backdoor“ eingebaut worden war. Sie ermöglicht es Internetdienstanbietern (ISP) sowie externen Dritten, sämtliche Konfigurationsdaten des Routers auszulesen und zu manipulieren, u. a. auch Passwörter für den Administratorzugang des Routers, für WLAN, DSL-Zugang, Proxy-Server usw. Möglich macht dies ein undokumentierter Dienst, der direkt in die Router-Software integriert ist. heise Security deckte auf, dass es damit möglich sei, den gesamten Datenverkehr des Routers umzuleiten und vollständig zu überwachen.

Welcher Partner ist empfehlenswert?

Der Exkurs zum Thema Cisco ist aufschlussreich: Sind die Stadtväter in Anbetracht der Fakten sorglos, ahnungslos, ignorant? Trauen sie keinem anderen, lokalen Unternehmen zu, das Großprojekt Smart City vertrauenswürdig zu stemmen? Wäre es nicht ohnehin sinnvoller, wenn die Hansestadt einen unabhängigen, regionalen Partner mit Investitionen unterstützen würde?

Finanzielle Budgets werden derzeit noch nicht bewegt. Doch Cisco und weitere multinationale Konzerne, wie IBM, Siemens und Co., wittern in der Zukunft große Geschäfte und wollen sich zumindest in Stellung bringen. Und Hamburg? Die Hansestadt will auf jeden Fall im internationalen Vergleich mithalten und mitspielen – in der Riege der anderen Smart Cities, wie z. B. New York, Rio de Janeiro, Barcelona, das koreanische Songdo und die Ökostadt Masdar in Abu Dhabi. Indien hat angekündigt, in den nächsten Jahren 100 Smart Cities bauen zu wollen. In Deutschland rührt der Bundesverband Smart City e.V. die Werbetrommel, die sich als „Plattform für Smart City Experten“ und als „Unternehmensschaufenster“ versteht und für den Austausch untereinander verschiedene smarte Gruppen bietet.

Versprechen der Stadt

Die Stadt Hamburg wirbt für das Projekt mit smarten Worten. Bürgermeister Olaf Scholz kündigt eine „Verbindung von technologischem und sozialen Fortschritt“ an. Wirtschaftssenator Frank Horch versichert: „Die künftigen Möglichkeiten durch die Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Objekten werden nicht nur Städte und Kommunen in ihrer Entwicklung nach vorn bringen, sondern auch den Bürgern mehr Komfort und damit Lebensqualität bieten. Unsere Verantwortung ist es, durch entsprechende Rahmenbedingungen diese Entwicklungen in die richtigen Bahnen zu lenken, damit Chancen genutzt und Herausforderungen bewältigt werden.“

  © Midas Kempcke, MassivKreativ

Menschen oder Technologie?

Smart City habe eine „verführerische“ und „erzählerische“ Komponente, sagt Charles Landry, Stadtforscher und Autor der Publikationen The Art of City Making und The Digitized City. Die Digitalisierung bringe Befreiung und Einschränkung zugleich. Der digitale Wandel habe das Konzept von Raum und Zeit tiefgreifend verändert, das „Hier- und Dort-Phänomen“ hervorgebracht, virtuell jederzeit und überall sein zu können. „Die Welt ist aufregender, aber auch invasiver geworden, der Druck ist enorm“, konstatiert Landry beim Forum d’Avignon Ruhr 2016 in Essen.

Die aktuellen Transformationen seien tiefgreifender als bei der letzten industriellen Revolution. „Geht es beim digitalen Wandel um den Menschen oder die Technologie?“, hinterfragt Landry. Damit die Smart City eine kreative und intelligente Stadt für die Menschen sein kann, brauche es mindestens fünf Kriterien, sagt der Brite.

  1. Verankerung: Menschen brauchen Heimat, Identität, Erbe und Tradition
  2. Verbindung: Menschen mögen sozialen Austausch und Netzwerke
  3. Möglichkeiten: Menschen wollen sich beteiligen, denken, planen und handeln
  4. Lernen: Menschen schätzen es, durch Herausforderungen zu wachsen
  5. Inspiration: Menschen wünschen sich neue Impulse und Anregungen

Smart City und Kreativwirtschaft

Nur wenn diese Bedürfnisse berücksichtigt werden, kann der urbane Raum mit Kreativität und Leben gefüllt werden, mit sozialem Austausch und starken Geschichten. Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft sind gefordert: Sie müssen das Wort ergreifen und die richtigen Fragen stellen: Wie wollen wir in Zukunft leben? 

Das weite Feld der Smart City darf nicht nur kommerziellen Anbietern überlassen werden. Stadtentwickler und Architekten sollten bei ihren Planungen auf Vielfalt und Lebensqualität (Umwelt!) achten und auf gemischte Nutzungskonzepte (Wohnen, Arbeiten, soziale udn kulturelle Durchmischung). Welchen wertsteigernden Einfluss haben Kreativschaffende auf die Stadtrendite? Wie profitieren andere Wirtschaftsbranchen, z. B. Immobilien, Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel, Nahverkehr – in ihrer Wertschöpfung von der Kultur- und Kreativwirtschaft?
Wer hat Anspruch auf die Nutzung öffentlicher Räume und Werbeflächen (Fassaden)? Stadtverwaltungen und Eventplaner müssen dabei neben gewerblichen auch nichtkommerzielle Anbieter berücksichtigen, damit der Austausch zwischen verschiedenen sozialen Gruppen und Netzwerken im Fluss bleibt. Ebenso müssen Medien und Werbeagenturen auf einen ausgewogenen Mix achten. Denn: Monokulturell und monopolistisch betriebene Städte verlieren rasch an Reiz. Bürger könnten in andere Städte abwandern, Touristen anderswo hinreisen. Ohne Arbeitskräfte und kreative Menschen müssen Unternehmen ihre Standorte verlegen, Investoren würden sich umorientieren.    

Weitere Tipps:

Chirine Etezadzadeh: Smart City – Stadt der Zukunft?: Die Smart City 2.0 als lebenswerte Stadt und Zukunftsmarkt. Springer Vieweg Fachmedien, Wiesbaden 2015.

Smart Cities: Deutsche Hochtechnologie für die Stadt der Zukunft, hg. von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Springer Heidelberg/Berlin 2011.

Charles Landry: The Digitized City, 2016.

Charles Landry: The Art of City Making, 2006.

Charles Landry: The Creative City: A Toolkit for Urban Innovators. 2000.

Anthony M. Townsend: Smart Cities – Big data, civic hackers and the quest for new utopia. Norton, New York / London 2014. 978-0-393-34978-8.

Renata Paola Dameri, Camille Rosenthal-Sabroux (Hg.): Smart City – How to Create Public and Economic Value with High Technology in Urban Space.

Film: Über die Bedeutung von Städten https://www.youtube.com/watch?v=1rXeJO7Q0gc – Urban Thinkers Campus in Mannheim

Gastgeber sein: Neue Impulse und Wissen für Ihr Unternehmen

DSC_0061Logo_NW-Salon    © Bei uns in Neu Wulmstorf

Geschäftsbeziehungen entstehen dort, wo man hilfreiche Impulse erhält und interessante Menschen trifft, wo man sich wohl und wertgeschätzt fühlt. Was liegt da näher, als selbst einen solchen Ort zu schaffen? Der „Neu Wulmstorfer Salon“ vor den Toren Hamburgs zeigt, wie es geht.

Wir pflegen unsere Kontakte zunehmend virtuell über soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn und Facebook. Den persönlichen Austausch können sie aber nicht ersetzen. Meinungen, Standpunkte, Wissen und Neuigkeiten können bei realen Treffen intensiver diskutiert werden. Genau aus diesem Grund haben die Betreiber des regionalen Presse- und Informationsportals Bei uns in Neu Wulmstorf den „Neu Wulmstorfer Salon“ initiiert, das Konzept entwickelt und realisiert. Seit dem Frühjahr findet er alle drei Monate statt – live an wechselnden Orten.

IMG_1710 © viel Interesse beim Salon: Bei uns in Neu Wulmstorf

Treffpunkt für engagierte Menschen in der Region

Eingeladen werden für das Podium Geschäftsleute und Unternehmer, Dienstleister und sozial engagierte Personen, Politiker und Bildungsvertreter, Kultur- und Kreativschaffende. Als Gast ist jeder Bürger willkommen, der Freude am Austausch über Themen der Region hat. In lockerer Talkshow-Atmosphäre stellen die Portalbetreiber, Sylvia Karasch und Björn Kempcke, Fragen, die vorher über die Website und den Facebook-Kanal gesammelt werden. Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Grambow unterstützt das Team zuweilen als Gastmoderator und Schirmherr. Mit Leidenschaft und Kompetenz präsentieren die Podiumsgäste ihre Projekte, Geschäftsideen, Unternehmen und Institutionen, meist im Gespräch, manchmal auch in kurzen Vorträgen und Statements.

foto-bjoern_sylvia_hannes_2016 © Portalbetreiber Hannes Wirtz, Sylvia Karasch und Björn Kempcke (v.l.n.r.): Bei uns in Neu Wulmstorf

Themen von Bürgern für Bürger

Es geht um Themen, die jeden im Alltag bewegen, um Herausforderungen und Glücksmomente, um das, was die Menschen in ihrem Tun antreibt und motiviert, was sie nervt und was sie gerne ändern möchten. Wie finde ich Nachwuchs für meine Firma? Wie mache ich meine Angebote bekannt? Mit wem kann ich Kooperationen knüpfenn? Wer kennt wen? Wie ist die Versorgung mit Geschäften, Ärzten, Schulen? Gibt es lohnende Kulturevents im Ort? Auch das Publikum kann Fragen stellen. So entspinnt sich jedes Mal eine lebendige, zuweilen auch kontroverse Diskussion. Wann startet der geplante Famila-Großmarkt? Welche Auswirkungen wird er auf den Einzelhandel in der Gemeinde haben?

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DSC_0061 (1)DSC_0223DSC_0031 © Benefizkonzert für Geflüchtete in der Lutherkirche des Portals Bei uns in Neu Wulmstorf

Die Orte wechseln

Je nach Thema laden die Portalbetreiber Sylvia Karasch, Björn Kempcke und Hannes Wirtz, mal ins Seniorenheim „Pro Vita“, mal ins Restaurant oder in den Gemeindesaal ein. Die Elefantenrunde am 9. September 2016 musste kurzerhand in den Ratssaal im Neu Wulmstorfer Rathaus verlegt werden, weil die Plätze im anvisierten Kartoffelhaus „papas“ knapp wurden. Direkt vor der Kommunalwahl präsentieren sich die regionalen Spitzenkandidaten der Parteien in einer Talkrunde und stehen dem Publikum Rede und Antwort. Im Mai fand ein bunter Salon mit Musikern der Gemeinde in der Lutherkirche als Benefizveranstaltung für Geflüchtete statt. Die Hälfte der Eintrittskosten des Salons spenden die Salon- und Portalbetreiber immer für wohltätige Zwecke, im ersten Salon-Jahr für den Senioren-Förderkreis Gute Stube e.V.

scheckuebergabe_nw_2016_alle-drei-mit-grambowDSC_0100Hannes mit Scheck © Scheckübergabe der Salon- und Portalbetreiber: Sylvia Karasch (links), Björn Kempcke und Hannes Wirtz (rechts) mit Gastmoderator Thomas Grambow,  Bei uns in Neu Wulmstorf

Netzwerken mit Wissenstransfer

„Die Salon-Idee ist an den italienischen und französischen Musenhöfen entstanden“, erklärt Portalgründerin Sylvia Karasch. „Engagierte Bürger haben später das Monopol des Adels auf Bildung und Kultur gebrochen und eigene Salons ins Leben gerufen, in Deutschland etwa im 18. Jahrhundert. „Wir sind das Gegenteil von einem ‚closed club‘, betont Mitorganisator, und Mediendesigner Björn Kempcke. „Wir haben den Salon als Kraftquelle für alle konzipiert, an der jeder auftanken kann: Wissen, Erlebnisse, persönliche Erfahrungen und Begegnungen. Wenn darüber neue geschäftliche Beziehungen oder private Freundschaften entstehen, sind wir mehr als zufrieden. Und wir wissen immer, was unsere Leser und Kunden bewegt.“

Björn_Sylvia_Heike Edinger_Pro Vita Die Initiatoren des Salons: Björn Kempcke und Sylvia Karasch (rechts) mit Heike Edinger (links), Leiterin des Seniorenheimes Pro Vita, © Bei uns in Neu Wulmstorf

Und jetzt sind Sie gefragt!

Wie wäre es, wenn auch Sie in Ihrer Region bzw. Ihrem Unternehmen einen Salon einrichten und regelmäßig für Gesprächsstoff sorgen? Wenn Sie gleichzeitig Beziehungen zu Kunden, Auftraggebern, Lieferanten und Partnern pflegen und dabei mehr über deren Vorlieben und Wünsche erfahren? Überlegen Sie sich Themen, die bei möglichst vielen potentiellen Gästen und auch bei Ihren Mitarbeitern gut ankommen. Probieren Sie es aus!

6 Salon-Themen, mit denen Sie für Aufmerksamkeit sorgen:

1. Laden Sie über Schulen und Medien Jugendliche der Region ein. Lassen Sie Ihre Azubis von der Ausbildung in Ihrer Firma erzählen. Wenn Sie sie selbst befragen, erhalten zugleich wertvolles Feedback. Oder engagieren Sie einen Journalisten, der die jungen Leute befragt. So können Sie beim potentiellen Nachwuchs Interesse für Ihr Unternehmen wecken.

2. Bitten Sie Natur- und Umweltakteure in Ihr Unternehmen. Lassen Sie sie von ihren Projekten erzählen! Berichten Sie im Gegenzug darüber, wie Sie und Ihre Mitarbeiter im Unternehmen für Nachhaltigkeit sorgen.

3. Diskutieren Sie mit Politikern über Themen, die die Menschen in Ihrer Region bewegen. Achten Sie darauf, dass Vertreter verschiedener Positionen zu Wort kommen.

4. Laden Sie Kultur- und Kreativschaffende ein. Sie sind oft Brückenbauer, weil sie querdenken und Ideen für scheinbar unlösbare Probleme finden. Kreative Erlebnisse und Ereignisse machen das Leben lebenswert und binden die Menschen stärker an ihre Region.

5. Holen Sie sich Ihre Konkurrenz ins Haus und stellen Sie couragiert Fragen, die Sie schon immer stellen wollten. Seien Sie fair und charmant. Wenn Sie Ihren Gast in gutem Licht erscheinen lassen und er sich wohl fühlt, wird er Ihren Fragen nicht so leicht ausweichen können. Autor Hermann Simon weist in seinem Buch „Hidden Champions …“ auf die beflügelnde Kraft der Konkurrenz hin und belegt dies am Beispiel von Industrieclustern in bestimmten Regionen. (Hidden Champions des 21. Jahrhunderts, Campus-Verlag 2007, S. 249)

6. Wen wünschen Sie sich schon lange als Kunden? Locken Sie ihn mit einem speziellen Thema, mit einem Gast oder Experten, der sein Interesse weckt: Gesundheit, Digitalisierung, Marketing, Internationalisierung, Demographiewandel, Personal, Outsourcing, Führungs- und Unternehmenskultur, Diversity, Innovation, Kundennähe … Sie werden ganz sicher etwas Spannendes finden.

6 organisatorische Tipps, wie Ihr Salon gelingt:

1. Fangen sie klein an und tasten Sie sich heran.

2. Machen Sie den Salon zur Teamaufgabe: Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein, fragen Sie sie um Rat. Bitten Sie sie um Ideen zu Themen und um Hintergrundinformationen zu Gästen auf dem Podium und im Publikum.

3. Nutzen Sie den Salon für Ihre Öffentlichkeitsarbeit, informieren Sie Presse und Medien.

4. Denken Sie auch an das leibliche Wohl. Wenn Sie einen Anteil für wohltätige Zwecke spenden, können Sie von Ihren Gästen auch einen Beitrag für Eintritt und Verzehr nehmen.

5. Fertigen Sie eine Checkliste über alle anfallenden Aufgaben inkl. Zeitplan und Personalbedarf an.

6. Lassen Sie sich ggf. bei Konzeption und Organisation von Kreativschaffenden unterstützen. Es gibt überall regionale Kreativnetzwerke, die Ihnen geeignete Ansprechpartner empfehlen. Der Dachverband Kreative Deutschland gibt erste Tipps.