
Hingehen, fragen, zuhören, aktivieren: Wie wir das „Unsichtbare Drittel“ erreichen
Vermutlich war es schon immer so: Die Lauten ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich als die Leisen. Manipuliert durch Algorithmen der sozialen Netzwerke haben sich die Echoeffekte in den letzten Jahren verstärkt – auf Kosten der Leisen. Für unsere Gesellschaft hat das deutliche Folgen. Die Leisen werden nicht gehört, nicht gefragt und gehen uns in der Gesellschaft und im Zusammenleben verloren. Dabei sind die Leisen im Vergleich zu den Lauten deutlich mehr. Das hat die Initiative „More in Common“ bereits 2019 in der Studie Die andere deutsche Teilung ermittelt. Die lauten „Wütenden“ machen demnach 19 Prozent der Bevölkerung aus, die stillen „Unsichtbaren“ hingegen 30 Prozent.
„More in Common“ nennt diese Gruppe das „unsichtbare Drittel“ und unterteilt es nochmals in die Pragmatischen (16 % der Gesamtbevölkerung) und die Enttäuschten (14 % der Gesamtbevölkerung). Beide Gruppen sind auf politisch-gesellschaftlicher Ebene kaum sichtbar, sie fühlen sich weder von Parteien noch von zivilgesellschaftlichen Bewegungen angesprochen. Sie empfinden „große Distanz zum politischen System und ihren Mitmenschen“. Die Gründe sind vielfältig.
Die Pragmatischen
Die Pragmatischen haben das Gefühl, dass die Themen der Politik nichts mit ihnen und ihrem Lebensumfeld zu tun hat. Sie konzentrieren sich auf das eigene Leben und Fortkommen, auf Arbeit und Erfolg. Politik wirkt für sie oft weit weg, sie sind daher politisch weniger interessiert. Viele der Pragmatischen sind Menschen mit Migrationshintergrund. Zivilgesellschaftliche Bewegungen, Bürgerinitiativen und Vereine empfinden sie nicht als „ihre Orte“. Ansprache und Formate von Politik und Zivilgesellschaft erreichen sie nicht.
Die Enttäuschten
Die Enttäuschten fühlen sich einsam, ausgeschlossen und übergangen, ohnmächtig und machtlos. Sie haben das starke Gefühl, von der Politik nicht gesehen zu werden, keine Kontrolle über ihr Leben zu haben, nicht dazuzugehören, „Menschen zweiter Klasse“ zu sein. More in Common beschreibt die Enttäuschten als benachteiligte Gruppe mit gering entlohnter Arbeit und meist sehr niedrigem Sozialstatus, geringer öffentlicher Wertschätzung, mit einfacher Bildung und sozialer Unsicherheit, Menschen, die besonders auf Solidarität aus der Mitte der Gesellschaft angewiesen sind.
Nicht-Wähler und junge Menschen
Beide Gruppen, die Pragmatischen und Enttäuschten, wollen sich nicht in das gängige Rechts-Links-Schema einordnen. Sie wissen oft nicht, wem sie politisch vertrauen und wen sie wählen sollen. Die Hälfte des „Unsichtbaren Drittels“ sind Nichtwähler. 44 Prozent dieser Gruppe sind junge Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren. Die Ansprache von politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Bewegungen wirkt auf das „unsichtbare Drittel“ oft zu abstrakt, zu ideologisch, zu weit weg vom eigenen Leben.
Schlussfolgerungen
Wer sich auf politisch-gesellschaftlicher Ebene nicht beteiligt und einbringt, ist der Folge kaum sichtbar. Die Zukunft unseres Landes ohne das „unsichtbare Drittel“ zu planen, wäre fahrlässig und gefährlich. Schon aus Gründen der Teilhabe- und Chancengerechtigkeit müssen wir dem „unsichtbare Drittel“ dringend mehr Aufmerksamkeit schenken. Wenn Zivilgesellschaft und Politik die „stillen 30 Prozent“ der Bevölkerung empathisch einbinden und partnerschaftlich aktivieren würden, hätte die Mitte der Gesellschaft den 19 Prozent der lauten „Wütenden“ enorm viel entgegenzusetzen. Es ist eine gemeinsame dringende Aufgabe für uns alle, dem „unsichtbaren Drittel“ mehr Zeit, mehr Gehör, mehr Respekt, mehr Selbstwirksamkeit und mehr Raum zum Mitgestalten zu geben. Jede Überlegung und jeder Versuch ist es wert, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Doch wie gelingt das?

Handlungsempfehlungen, um das „unsichtbare Drittel“ zu aktivieren
Das „unsichtbare Drittel“ kämpft mit der Bewältigung des Alltags, weitgehend allein. Es braucht mehr strukturelle Unterstützung: faire Löhne, bezahlbaren Wohnraum, ein gerechteres Steuersystem, das sie als Geringverdiener entlastet und extreme Spitzenverdiener in die Verantwortung nimmt. Alleinerziehende und Frauen benötigen eine verlässliche Kinderbetreuung in Kitas und Schulen. Hier sind politische Parteien gefordert.
Zivilgesellschaftliche Bewegungen müssen Kontakt zum „unsichtbaren Drittel“ suchen, direkt auf die „Pragmatischen“ und „Enttäuschten“ zugehen, dort wo sie leben und arbeiten. Nähe suchen, Fragen stellen, zur Mitgestaltung einladen und dabei Rahmenbedingungen für den Alltag schaffen, die es dem „unsichtbaren Drittel“ ermöglicht, den Kopf für das Mitmachen und Mitgestalten frei zu bekommen. Es würde auch den Horizont der „bürgerlichen Mitte“ weiten.
Wie sich die Pragmatischen erreichen lassen
Die „Pragmatischen“ sind eher jung, häufig vollzeiterwerbstätig, politisch weniger aktiv, eher alltags- und aufstiegsorientiert. Wichtige Themen sind für sie unter anderem gerechte Löhne, Familie, Infrastruktur, Integration, Digitalisierung und Wirtschaftsförderung. Für die „Pragmatischen“ zählt daher: der praktische Nutzen, Zeitökonomie und konkrete Zukunftsthemen, die sie selbst wirklich betreffen. Stellt den „Pragmatischen“ offene Fragen, um ihre Perspektive kennenzulernen, z. B. Was machst Du nach einem anstrengenden Arbeitstag, worauf hast Du noch Lust und Kraft? Was hält Dich in Deinem Alltag davon ab, was könnte Dich entlasten, Dir helfen? Wie sollte eine Veranstaltung sein oder ein Treffen, das Du auf keinen Fall verpassen willst? Wen würdest Du gerne mitnehmen? – weitere Fragen siehe weiter unten – „Praktisches Vorgehen“:
Keine Parteisprache, politische Debatten entschärfen: Statt „links“, „rechts“, „progressiv“, „konservativ“ über konkrete Alltagsprobleme sprechen; keine moralisch aufgeladenen Streitgespräche, besser: „Was funktioniert hier vor Ort nicht — und was können wir verbessern?“
Nutzen klar benennen: Was verbessert sich für Familie, Arbeit, Nachbarschaft, Schule, Mobilität oder Sicherheit? Geeignete Einstiegsthemen: Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung, Arbeit, Integration, Pflege, Wirtschaft.
Mit Zeitmangel rechnen, eher kurze Beteiligungsformate: Viele Pragmatische sind voll erwerbstätig, Beteiligung muss in volle Alltage passen; eher 30-Minuten-Formate, Nachbarschaftsaktionen, konkrete Aufgaben, z. B. „Hilf einmal beim Technik-Check“, „Sprich mit drei Nachbarn“, „Prüfe diese Idee aus Sicht von Eltern“.
Familienfreundlich organisieren: Termine am frühen Abend, Kinder- oder Seniorenbetreuung anbieten, digitale Teilnahme, klare Anfangs- und Endzeiten.
Erfolgserlebnisse und Anerkennung ermöglichen: „Deine Erfahrung fehlt hier. Sie ist uns wichtig“; eher kleine sichtbare Ergebnisse als große Visionen, z. B. reparierter Spielplatz, bessere Busverbindung, Familienangebot.
Weniger Appell, mehr Alltag: Nicht fragen: „Wofür stehst Du politisch?“ Sondern: „Wie machst Du das in Deinem Alltag?“ Nicht fordern: „Engagiere Dich für Demokratie.“ Sondern: „Lass uns zusammen dafür sorgen, dass es hier besser läuft.“
Migrationsbiografien selbstverständlich mitdenken: Ansprache sollte Zugehörigkeit nicht infrage stellen, sondern voraussetzen. Vertrauen langsam und stetig aufbauen: Da Pragmatische anderen Menschen häufiger misstrauen, sollten Akteure verlässlich und wiederholt präsent sein.
Wie sich die Enttäuschten erreichen lassen
Die Enttäuschten fühlen sich besonders wenig wertgeschätzt, häufig als Bürger zweiter Klasse, einsam, sozial wenig eingebunden und politisch stark zurückgezogen. Die Enttäuschten berichten von fehlender Anerkennung durch Arbeitgeber und Staat. Für sie zählen: Wertschätzung, Gerechtigkeit, Vertrauen, Verlässlichkeit, passende Themen und echte Mitentscheidung. Stellt den „Enttäuschten“ offene Fragen, um ihre Perspektive kennenzulernen – siehe weiter unten „Praktisches Vorgehen“:
Erfahrungen ernst nehmen, Wertschätzung ausdrücken, nicht belehren: Viele Enttäuschte erleben Egoismus, Benachteiligung und Vernachlässigung. Das sollte nicht relativiert werden. Arbeit, Alltagserfahrung und Belastungen sichtbar anerkennen, moralische Ansprachen von oben herab verstärkt das Gefühl, verachtet zu werden.
Konkrete Entlastung anbieten: Fahrtkosten, Kinderbetreuung, Essen, einfache Anmeldung, barrierearme, einfache Sprache, kurze Wege sind keine Extras, sondern Zugangsvoraussetzungen.
Alltagsthemen statt Kampagnen: Themen wie Löhne, Wohnen, Pflege, Sicherheit, Altersvorsorge oder bezahlbarer Alltag sind anschlussfähiger als abstrakte Demokratiebegriffe, Wertebotschaften, NGO-Sprache, Hochglanzclaims. Besser: einfache Sprache, nahbare Menschen, lokale Beispiele.
Niedrigschwellige (Begegnungs-)Orte nutzen: Gemeinschaftshaus, Stadtteilzentrum, Schule, Betriebskantine, Sportverein, Chor, Tafel, Park, Spielplatz, Nachbarschaftstreff, Chor, Friseur, Baumarkt, Laden, Café, Kneipe, Bus, (Straßen-)Bahn sind zunächst besser geeignet als Rathaus, Theater, Museum oder NGO-Büro. Beteiligungsräume müssen so gestaltet sein, dass niemand wegen Bildung, Sprache, Einkommen, Beruf abgewertet wird.
Lokale Probleme gemeinsam bearbeiten, echte Wirkung schaffen: Je näher das Thema am Alltag liegt, desto eher entsteht Vertrauen: Wohnumfeld, Sicherheit, Nahverkehr, Schule, Pflege, Behördenzugang. Keine symbolische Beteiligung. Wer einmal mitmacht, muss sehen können, dass daraus etwas folgt.
Menschen im Mittelpunkt, Institutionen im Hintergrund: Enttäuschte haben eine große Distanz zum politischen System und seinen Institutionen; zivilgesellschaftliche Akteure sollten Vertrauen über Menschen, Orte und konkrete Hilfe aufbauen.
Verlässliche Beziehungen aufbauen: Ein einmaliger Workshop reicht nicht. Die Enttäuschten brauchen wiederkehrende Angebote und Ansprechpartnerinnen.
Aus Beteiligten Mitentscheidende machen: Die Enttäuschten sollten nicht nur „angehört“ werden, sondern konkrete Angebote, Maßnahmen, Budgets und Prioritäten mitentscheiden können.
Konflikte moderieren, nicht tabuisieren: „More in Common“ betont, dass Zusammenhalt auch Streitfähigkeit mit klaren Regeln braucht, reale Sorgen dabei nicht ausblenden.

Praktisches Vorgehen, um das Unsichtbare Drittel zu erreichen
1. das „unsichtbare Drittel“ direkt aufsuchen: Veranstalter, Initiativen, Organisatoren gehen an die Orte, an denen sich „das unsichtbare Drittel“ aufhält: z. B. Marktplatz, Supermarkt, Baumarkt, Friseur, KfZ-Werkstatt, Park, Spielplatz, Kita, Schule, zu Hause… (siehe Buch: Wir holen Euch ab, oekom)
2. Anker-/Vertrauenspersonen finden, die bereits in Kontakt mit Menschen aus dem „unsichtbaren Drittel“ sind; diese Ankerpersonen nutzen, um ins Gespräch mit Menschen aus dem „unsichtbaren Dritten“ zu kommen, um konkrete Fragen zu stellen und zugewandt zuzuhören (siehe Format: Sprechen und Zuhören)
3. Menschen interessiert ansprechen und offene Fragen stellen:
Wir würden uns über Ihren Rat und Ihre Meinung freuen. Wir möchten von Ihnen wissen:
– Welches Thema bewegt Sie aktuell am meisten / stört oder bereitet Ihnen Sorge / Freude?
– wie denken Sie über das Thema XY?
– was brauchen Sie aktuell in Ihrem Alltag, was wünschen Sie sich?
– welche Hürden blockieren Sie, welche Unterstützung würde Ihnen helfen bei…?
– welche Wünsche / Ideen haben Sie, damit es leichter für Sie wird…?
– was klappt und funktioniert für Sie/Dich gut?
– welche Angebote / Themen wünschen Sie sich, damit Sie weniger einsam sind?
– was gibt Ihnen/Dir Vertrauen, worauf kannst Du Dich im Alltag / in der Gesellschaft verlassen?
– was muss konkret besser / leichter für Dich werden, damit Du Dich beteiligen kannst?
– welcher Tag / welche Uhrzeit wäre für Dich/Sie günstig, um unser Angebot zu nutzen?
– welcher Ort wäre für Sie/Dich günstig, um unsere Veranstaltung zu besuchen?
(siehe Artikel: Fragemut und Fragenfitness: Wie wir unsere Demokratie stärken, wenn wir bessere Fragen stellen“, in: Ein Update für unsere Demokratie, oekom, S. 220-234)
4. Tandems bilden mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten, sie begleiten sich gegenseitig in das jeweils unbekannte und ungewohnte Lebensumfeld des anderen sowie zu Aktionen, Treffpunkten, Veranstaltungen (siehe Artikel: Bürger*Tandems, in: Ein Update für unsere Demokratie, oekom, S. 385-391)
5. Gemeinsam planen: Veranstaltungen und Angebote im Austausch mit Menschen aus dem „unsichtbaren Drittel“ vorbereiten, damit die Teilnehmenden sie gut erreichen können (bzgl. Tag, Uhrzeit, Ort, Themen, Aktivitäten)
6. Ankündigungen verständlich formulieren und Mund-zu-Mund verbreiten: Einladungen für Veranstaltungen und Angebote in einfacher Sprache gestalten, Fremdworte, Amtsdeutsch, bürokratische Substantivierungen vermeiden, aktivierende starke Verben verwenden, die Menschen zum Mitmachen ermutigen und einladen, Übersetzer und Übersetzungen anbieten; Ankündigungen am besten mündlich von bekannten Vertrauenspersonen verbreiten
7. Flyer, Plakate, Handzettel an geeigneten Orten platzieren, an denen sich das „unsichbare Drittel“ häufig aufhält, aktiv auf Flyer, Handzettel hinweisen bzw. mit mündlicher Einladung verbinden, ggf. auch auf digitalen Kanälen ankündigen, wenn das „unsichbare Drittel“ sie nutzt
8. Geeignete Formate: Für die „Pragmatischen“ sollten die Formate kurz, konkret, alltagsnah und lösungsorientiert sein; für die „Enttäuschten“ gelingen wenn sie aufsuchende und anerkennende Formate, die lokal verankert sind, am besten konsumfrei und mit echter Entscheidungsmacht verbunden. Eine Auswahl: Dorffest, Sport, Spiele für drinnen und draußen (z. B. Tischtennis) Stammtisch, Kochen, Tanzen, Singen, Angeln, Gärtnern, Nähen und Stricken, Malen und Basteln, Schrauberwerkstatt / Repair-Café, Flohmarkt, Dorfzeitung, Picknick oder Tafel auf dem Marktplatz, zu dem alle etwas mitbringen, gemeinsame Spaziergänge bzw. Gespräche in Bewegung.
Auswahl erprobter Praxis-Beispiele für das Unsichtbare Drittel – Erwachsene
metro_polis – Gespräche mit Jedermann“ in Straßen-/Regionalbahnen, die moderierten Kleingruppengespräche erfolgen spontan mit Fahrgästen und dauern etwa 10-15 Minuten, z. B. „Wie komme ich mit Älteren/Jüngeren ins Gespräch?“, „Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor?“ oder „Rollenbilder – was haben Frauen und Männer zu tun oder zu lassen?“ In Dresden wurden 27,5 Prozent der Teilnehmenden dem „Unsichtbaren Drittel“ zugerechnet. Idee: Kristina Körmer
Ping Pong Salon Neustrelitz ist ein Spiel-, Begegnungs- und Kreativraum, wo jede:r in gemütlicher Atmosphäre Tischtennis und Brettspiele spielen, vielfältige Veranstaltungen besuchen oder Räume für eigene Ideen nutzen kann. Idee: Katja Thiede / Weitere andere TT-Initiative: PingPongParkinson
Zuhör-Kiosk in der Hamburger U-Bahnstation Emilienstraße (U2): Menschen aus verschiedenen Berufen & Hintergründen hören wertschätzend und diskret zu. Idee: Christoph Busch und andere Ehrenamtliche
Tiny Rathaus – ein kleiner, fahrbarer Bauwagen, der als mobiles „Rathaus“ der KielRegion in den ländlichen Raum fährt und Bürger:innen an öffentlichen Orten zusammenbringt (auch mit Politik und Verwaltung) – für Veranstaltungen und Aktionen, die Aktion zählt zu den aufsuchenden Verfahren, Idee: Stadtmacherin Sophie Mirpourian
„Früher war alles besser“ – Sommerspiele für alle im Dorf draußen und drinnen und „Moin Freiheit“ – Theater von und Bürger:innen zwischen Ost und West in Dechow, MV im Programm MITEINANDER REDEN, Seifenkistenrennen, Sackhüpfen, Stelzenlaufen, Knobeln, Skat, Tortenback-Wettbewerb, Dosenwerfen, Seifenblasen, Boulen in der Dorfmitte, Idee: Andrea Keil
Wertvolles Wahrenberg und Wahrenberg im Wandel – Gespräche am Gartenzaun mit Gärtnern, Theaterspielen, fragen und filmen, Dorfbewohner:innen erzählen über das, was sie im Dorf mögen und was sie zum Mitgestalten motiviert, Idee: Norbert Krebber, Elbehof und MassivKreativ, Film-Team
Begegnungsorte und Aktionen im Verstehbahnhof Fürstenberg: Maker Space-Werkstatt: junge Designer helfen Modellbau-Senioren beim 3D-Druck von Ersatzteilen, Idee: Daniel Domscheit-Berg, havel:lab e.V. / Tanzalarm Kinderdisco sowie weitere Angebote im Ort: Co-Learning-Space für Schüler:innen und Geflüchtete, Umsonstladen für alle Fürstenberger; Ideen: havel:lab e.V.
„Menschen wollen ihren Beitrag leisten, man muss ihnen eine Plattform dafür bieten.“ (Alexander Kleine, Bürgermeister Klötze, Sachsen-Anhalt) – z. B. beim Frühjahrsputz und Aufräumen (Park, Freibad, Friedhof, Spielplatz), außerdem „gemeinsames Stadtradeln“ und Generationenplatz mit Spraywand für junge Menschen und Zuhörbänken zum Austausch und Kaffeetrinken für Ältere
Igeleck Carlow, MV (ab 49:50): gemeinschaftliche Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses sowie des Dorfhauses Dechow, MV
Gemeinsames Singen an der grünen Grenze The green belt in Schlagsdorf, MV sowie humorvolles Beispiel Beschwerdechor, taz-Artikel „Wir bekommen die Welt nicht besser gemeckert!“

Auswahl erprobter Praxis-Beispiele speziell für junge Menschen
Comics und Bücher für alle, Vielfalt und Teilhabe, Idee: Madlen Gardow, diversu eV Lüneburg
Mehr Demokratie wagen und wählen, Idee: Martin Hanske, JUZE Albersdorf, SH
Für immer Frühling = Musik-Projekt, Gymnasium Güstrow (Original: Soffie)
Idee: Julia Hastädt, GüstrowTV und MassivKreativ (Making of)
Jugend-Graffiti-Stadtteilprojekt in Hamburg-Jenfeld, Idee: Gerrit Fischer alias BROZILLA, StreetArt-Künstler
Medienwerkstatt Elbe-505.de – Dorfchronik 3.0, Jugendliche befragen Senioren im Dorf in MV über Vergangenheit, Gegenwart Zukunft und umgekehrt, Idee: Carola Borchers, Jugendbeauftragte Malliss
Buddeln und Bauen: Kräutergarten, Blumenrabatten, Buden für Kinder in Goldberg, MV (ab 30:50) und Dorfgemeinschaftsplatz in Laupin, MV

DANKE !
Die Handlungsempfehlungen und erprobten Praxisbeispiele wurden von mir auf der Basis des Barcamps Das unsichtbares Drittel: Wie gelingt eine kooperative Bürgerbeteiligung? beim OpenTransferCamp in Neustrelitz erstellt und um eigene Recherchen sowie Beispiele ergänzt.
Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für die Anregungen, Ideen und Beispiele, an die Initiative Bürgernetzwerk. Miteinander Reden und Handeln als Ideenstifterin, an die Stiftung Bürgermut als Veranstalter und die Stiftung Mercator als Förderer des OpenTransferCamps.
Lesetipp: Mehr erreichen. Mit Beteiligung. Ein Arbeitsbuch für kommunale Beteiligung mit neuen Zielgruppen. Initiative Offene Gesellschaft e.V. und More in Common e.V.
Bürgernetzwerk. miteinander Reden und Handeln

Ein Kommentar zu “Hingehen, fragen, zuhören, aktivieren: Wie wir das „Unsichtbare Drittel“ erreichen”
Augenhöhe – darum geht’s. Ich erlebe viel „von oben herab“ & „neidvolles Schauen von unten nach oben. Nur auf Augenhöhe schauen wir den Menschen in Herz. Wir sind nicht gleichberechtigt, das ist vielen Menschen klar. Wenn wir darauf achten, Menschen gleichwertig & gleichwürdig zu begegnen, solidarisch & unterstützend, klappt es auch wieder mit dem Nachbarn. Wir haben unsere Zäume höher gemacht & den Vorgarten verschottert. Das ist für mich ein Sinnbild unseres Miteinander. Unser EGO macht uns einsam, das ECO verbindet uns wieder. Vom erschöpften ICH in die Kraft des WIR, denn gesundes Leben ist gelingende Beziehung. So tolle Beispiele, das WIR zu stärken, einfach, mit Freude & Warmherzigkeit.