Kreatives Zirkeltraining: Agilität für Kopf, Herz und Bauch
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Kreatives Zirkeltraining: Agilität für Kopf, Herz und Bauch

Ein sportliches Zirkeltraining schult bekanntlich unsere physische Kraft: Muskeln, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordination. Doch wie ist es mit unserer Kreativität, unserer Neugierde, unserer Agilität in Geist und Seele? Wie lässt sich unsere schöpferische Wendigkeit im Kopf immer wieder auffrischen? Wie wäre es, wenn es ein ganzheitliches kreatives Zirkeltraining gäbe – für Kopf, Herz und Bauch, für unser rationales, emotionales und intuitives Sein? Und welche kreativen Übungen können welche Wirkung erzeigen? Aus unzähligen Interviews mit Künstler:innen und Kreativen habe ich ein kreatives Zirkeltraining entwickelt, verschiedene Stationen, an denen unterschiedliche Formen von Kreativität in unterschiedlichen Disziplinen entwickelt, erweitert und kombiniert werden können.

Körperliche Fitness

Etwa 70 Jahre alt ist das klassische Zirkeltraining, das unsere sportliche Kondition umfassend verbessern kann. 1952/53 unter dem Namen „Circuit“ an der Universität Leeds entwickelt wurde es auch an der renommierten Sporthochschule Köln aufgegriffen und hier als Verbund- und Kreistraining bezeichnet. 24 genau festgelegte Übungen sollen an verschiedenen Stationen durchlaufen werden. Heute werden zwischen fünf und zwölf Übungen absolviert, um unterschiedliche Muskelgruppen anzusprechen. Die Wirksamkeit konnte evidenzbasiert in zahllosen Studien nachgewiesen werden – anhand transparenter Messgrößen.

Kreative Fitness

Ob sich ein solch systematisches Training auch auf unseren kreativen Geist übertragen lässt? In vielen meiner Interviews der letzten Jahre mit Künstler:innen und Kreativschaffenden waren geistige Wendigkeit und kreatives Denken immer wieder Thema. Mit welchen kreativen Methoden lässt sich unsere innere Haltung („Mindset“) trainieren? Interessanterweise bin ich in allen Kreativbranchen einerseits auf ähnliche bzw. übereinstimmende Methoden gestoßen, andererseits werden in bestimmten Kreativsektoren spezifische kreative Praktiken besonders intensiv angewandt.

Forschungsquellen

Im Zuge des Stipendiums von NEUSTART Kultur habe ich mich 2021/22 noch einmal intensiv mit der Konzeption eines kreativen Zirkeltraining befasst und drei übergeordneten Leitfragen:

  1. Inwiefern können wir Künstler:innen und Kreativschaffende unsere Gesellschaft beflügeln, damit sie sich zu unser aller Wohl wandelt und verändert?
  2. Wie können Politik, Verwaltung, Bildung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft bei ihren anstehenden Transformationen von einem cross-sektoralen „kreativen Zirkeltraining“ profitieren und wie genau können Künstler:innen uund Kreativschaffenden daran mitwirken und Impulse geben ?
  3. Welche Methoden bzw. Verfahren eignen sich besonders, um Menschen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen kreativ zu inspirieren und fluide zu motivieren?

Cross-sektoral mit 360 Grad

Am Anfang stand eine umfassende Recherche: Ich durchforstete Fachbücher, Online-Artikel und einige Studien zum Thema Kreativität, ich nahm an Online-Tagungen und Webmeetings teil, führte Telefonate, Hintergrundgespräche und Interviews. In einer Reihe von Podcast-Interviews habe ich Kreativschaffende aus nahezu allen 12 Kreativbranchen befragt, darunter Web- und Game-Designer:innen, Autoren:innen, Journalist:innen, Architekt:innen,  bildende und darstellende Künstler:innen bzw. Schauspieler:innen, Musiker:innen, Grafiker:innen, IT-Spezialist:innen u.v.m., und andererseits mit Akteur:innen, die an kreativen Schnittstellen tätig sind, wie Kurator:innen, Vermittl:innen, Intermediär:innen, Moderatori:nnen.

Früher: Wissen für die Zukunft

Viele Jahre galt es, die Gesetze der Wissensgesellschaft zu beachten. Individuelles Wissen war Grundlage des Erfolgs. Doch die Zeiten haben sich verändert. Neue Erkenntnisse vervielfachen sich in rasanter Geschwindigkeit und machen das bis dahin Gelernte rasch obsolet. Was dazu führt, dass wir mit dem rasch wachsenden neuen Wissen kaum noch mithalten können. Für die weltweit populäre, jährlich aktualisierte Faktenreihe Did You know haben Experte ermittelt: Wer heute in einem technisch orientierten Fach studiert, dessen erworbenes Wissen ist im dritten Semester bereits zur Hälfte überholt. Zehn der im Jahr 2010 am meisten nachgefragten Jobs haben 2004 noch gar nicht existiert. Schüler, Studenten und Erwachsene lernen für eine Zukunft, von der wir heute nicht wissen, wie sie einmal aussehen wird bzw. deren Herausforderungen und Probleme wir nicht kennen.

Heute: Kompetenzen für die Zukunft

Es stellt sich daher die Frage, ob der Erwerb von Wissen heute noch den gleichen Stellenwert haben darf wie früher. Der Wegbereiter der modernen Managementlehre Peter Drucker schrieb vor mehr als 20 Jahren in seinem Buch „Die postkapitalistische Gesellschaft“, dass sich in unserer Lernwelt eine Verschiebung vollziehen muss – weg vom Wissen, hin zu Erfahrungen und Kompetenzen: „Die einzige Kompetenz, die im 21. Jahrhundert wichtig sein wird, ist die Kompetenz, neue Kompetenzen zu lernen… In Zeiten des Wandels besteht die größte Gefahr darin, mit der Logik von gestern zu handeln.“

Welche Kompetenzen?

Doch welche Kompetenzen brauchen wir im 20. Jahrhundert und wie erwerben wir sie? Drucker erwähnt zunächst die Lernkompetenz, sie spricht unsere Ratio an, d. h. zu wissen, warum wir etwas lernen sollen, wie wir etwas lernen sollen, wo wir es finden und wie wir es anwenden können. Hinzu kommt die Lebenskompetenz, sie zielt auf unsere Emotionen, unser Wohlbefinden. Außerdem unsere Intuition, die uns bei unserem Tun innerlich und meist unbewusst leitet und spüren lässt, was und wer uns gut tut in unserem sozialen Beziehungsgeflecht. Hinzu kommt unsere digitale Kompetenz, die nicht nur technische und technologische Fähigkeiten umfasst, sondern ein „Mindset“, also die Art und Weise, wie wir denken und handeln, wie wir uns für etwas motivieren und begeistern, wie zuversichtlich und hartnäckig wir vorgehen, wie wir lernen, forschen, experimentieren, unsere Perspektive und unseren Horizont erweitern, offen sind für Neues, kritisch und analytisch vorgehen, wie wir kreativ tätig sind, in ko-kreativen Teams zusammenarbeiten, miteinander sprechen, kommunizieren, gemeinsam Probleme lösen. Diese Kompetenzen fehlen in vielen Bereichen der Gesellschaft und müssen daher dringend erlernt, trainiert, angewandt, implementiert und immer wieder weiterentwickelt werden.

Was können Kreativschaffende?

Kreativschaffende sind in einer sehr guten Ausgangsposition. Sie verfügen bereits über vielfältige Erfahrungskompetenzen, die sie täglich im Rahmen ihrer künstlerisch-kreativen Arbeit umfassend erproben und praktizieren: Warum können die das? Sie sind hervorragend als kreative Coaches, Türöffner, Brückenbauer, Übersetzer, Lupenschärfer und Magier geeignet, die an wechselnden Stationen im kreativen Zirkeltraining die Teilnehmenden bei der Aneignung verschiedener fluider Erfahrungskompetenzen unterstützen können.

Kollaborativ und kokreativ

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen sportlichem und kreativem Zirkeltraining. Während es in einem sportlichen Zirkeltraining um die Verbesserung der individuellen physischen Kraft geht, ist das Ziel beim kreativen Zirkeltraining die Ausbildung der kollaborativen Kompetenzen, es geht um das gemeinsame Wachsen von Menschen, z. B. in kokreativen und cross-disziplinären Teams. Der Hang zur Kooperation ist biologisch in unseren Spiegelneuronen angelegt. Praktisch betrachtet brauchen wir eine eine vielfältige, diverse Gemeinschaft, um Herausforderungen zu identifizieren, zu verstehen, zu lösen und unsere (Um-)Welt zu transformieren. So werden wir zukunftsfähig und handeln enkelfreundlich.

12 Stationen für ein kreatives Zirkeltraining

Wir treten bewusst in Beziehung zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und unserer Umwelt. Mit verschiedenen Methoden werden Herz (Emotio), Bauch (Intuition) und Kopf (Kognition/Ratio) stimuliert. An den einzelnen Stationen werden verschiedene Erfahrungskompetenzen trainiert – entweder einzeln im Modulsystem oder aufeinanderfolgend. Die Reihenfolge kann nach persönlichen Vorlieben und Erfahrungshorizonten erfolgen. Zum Auftakt eignen sich für die meisten Menschen emotionale Erlebnisse und Methoden am besten:

 Station 01 –   Premierenfieber

Es ist der Zauber des „ersten Mals“, das uns an dieser Station wie ein Kind fühlen lässt. Der Augenblick, an dem wir – idealerweise außerhalb unserer gewohnten Umgebung – an einem neuen Ort etwas Ungewöhnliches sehen, hören, fühlen, schmecken oder selbst etwas völlig Neues, Ver-rücktes tun. Ein Freiraum, ein weißes Blatt liegt vor uns und lädt uns zum Gestalten ein. Wir fühlen uns – neugierig gestimmt – im Premierenfieber! Wir freuen uns auf das Unbekannte. Wir trainieren: Begeisterung, Motivation, innere Haltung, innere Führung (Emotio).

 Station 02 – Aufwärmen

Wir lassen neue Reize auf uns wirken, die idealerweise unsere Sinne unterschiedlich ansprechen: mit Klängen, Farben, Objekten, Artefakten, Gerüchen, Tasterlebnissen, Imagination. Statt eines Kaltstartes werden wir beim Aufwärmen sensibler, offen und empfänglich für Neues.
Wir trainieren: Achtsamkeit, Wohlbefinden, Kreativität, Motivation, Authentizität (Emotio) & (Intuition).

 Station 03 – Recherche

Ein neues Thema liegt vor uns: eine Problemstellung, Aufgabe, Herausforderung. Wir verschaffen uns einen Überblick. Wir lesen, sehen, hören. Wir trainieren: Recherche, Wissenskompetenz, hybrides Denken, Lernen lernen, Multiperspektivität, Medienkompetenz (Ratio).

 Station 04 – Fragen stellen

Eigene theoretische Recherchen reichen nicht aus. Wir müssen sie überprüfen, hinterfragen, ergänzen. Stimmt das, was ich sehe, höre, fühle? Wie siehst du es, was empfindest Du dabei? Wie würde es für Dich besser sein? Warum gehen wir diesen Weg und nicht einen anderen? Wir holen für neue Blickwinkel und Perspektivwechsel Informationen von anderen Menschen ein. Wir fragen nach sachlichen Informationen und emotionalen Wahrnehmungen – mit offenen und alternativen Fragen, systemisch, reflektierend, hypothetisch, zirkulär, ressourcen- und wirkungsorientiert, perspektivisch. Aus den Antworten ergeben sich neue Fragen, wir fragen z. B. 5 x Warum. Wir laden andere Menschen zu uns zum Austausch ein oder suchen die anderen an ihrer Wirkungsstätte auf. Über größere Reichweiten hinweg kommunizieren wir miteinander auch digital. Wir trainieren: Frage-Kompetenz & aktives Zuhören, Kommunikation, Wissenskompetenz, Offenheit, Kreativität, Kollaboration, Beziehungen, Multiperspektivität, WeQ, Digitale Souveränität (Emotio) & (Ratio).

 Station 05 – Beobachten

Wir beobachten Menschen und Routinen, versuchen nachzuvollziehen, was andere sagen und empfinden, was sie bewegt und herausfordert, was sie sich wünschen und was sie brauchen. Wir fühlen uns empathisch ein – in verschiedene Aspekte, Rollen und Perspektiven.
Wir trainieren: Offenheit, Achtsamkeit, Wahrnehmung, Empathie, Beziehungen, Analyse (Ratio) & (Emotio) & (Intuition).

 Station 06 – Kommunizieren

Wir sprechen offen miteinander und tauschen uns mit anderen aus. Wir hören anderen zu, was sie denken. Wir legen anderen dar, was wir denken. Wir führen Dialoge, hinterfragen, stimmen uns ab, spielen einander assoziativ unterschiedliche Sichtweisen zu. Wir trainieren: Frage-Kompetenz & aktives Zuhören, Kommunikation, Wissenskompetenz, Hybrides Denken, Lernen lernen, Kollaboration, Beziehungen,WeQ, Analyse, Multiperspektivität, Medienkompetenz, Authentizität (Ratio) & (Emotio) & (Intuition).

 Station 07 – Reflektieren

Wir wollen die Welt verstehen. Wir ordnen das Gehörte und Erlebte ein, spiegeln Informationen und Emotionen. Ist alles so wie es scheint? Inwiefern beeinflussen unsere Emotionen und Erlebnisse die Informationen und umgekehrt? Wir wägen sachliche Aspekte und persönliche, emotionale Erfahrungen gegeneinander ab, wir denken und fühlen ganzheitlich in größeren Zusammenhängen. Wir trainieren: Achtsamkeit, Wahrnehmung, Empathie, Offenheit, Beziehungen, Perspektivwechsel, Analyse, systemisches Denken (Ratio) & (Emotio).

Station 08 – Entwerfen, Verbinden, Imaginieren, Simulieren, Spielen

Wir stellen uns vor, wie etwas sein könnte, was noch nicht ist: geistig, visuell, klanglich, sensitiv, virtuell. Was wäre wenn? Wie würde es aussehen, klingen, sich anfühlen? Wir entwerfen, verbinden, konzipieren und simulieren fiktive Szenarien, Abläufe, Dialoge, Interaktionen – kollaborativ und kokreativ. Wir erproben mutig Neues gemeinsam im Spiel, von dem wir (noch) nicht wissen, wie es geht. Mit unserer Vorstellungskraft entwickeln wir Ideen und Szenarien, Bilder und Geschichten, zunächst im Kopf, imaginär. Wir verbinden in unserer Phantasie das, was bislang noch nicht miteinander verbunden war. Wir denken innovativ voraus. Wir trainieren: Vorstellungskraft, Vision, Kreativität, Simulation, Improvisation, Spielkompetenz, (Digitales) Storytelling, Offenheit, Kollaboration, Kokreation, Problemlösung, Entrepreneurship, Innovation, Rollenwechsel, Mut, Improvisation, Flexibilität, Potentialentfaltung (Ratio) & (Emotio) & (Intuition).

 Station 09 – Gestalten, Improvisieren, Mittelorientierung („Effectuation“)

Wir geben unseren Ideen und Szenarien Gestalt – analog und digital. Wir bringen unsere imaginären Bilder auf Papier, wir formen sie als Objekt, wir schaffen Modelle und Prototypen. Wir schreiben unsere Geschichten auf, verwandeln Melodien in hörbare Klänge, kreieren Düfte, die sich einatmen und spüren lassen. Wir tragen zusammen, was wir können, was andere können, was wir gemeinsam mit anderen bewegen und verändern können (Mittelorientierung). In der Verbindung von Intuition und Bekanntem gehen wir Risiken ein, wir improvisieren und beschreiten wagemutig den Weg ins Unbekannte. Wir säen Begeisterung und Wertschätzung und empfinden sie mit Körper, Geist und Seele. Wir kombinieren Erfahrungen für Kopf, Herz und Bauch. Wir trainieren: Selbstwirksamkeit, Kreativität, Kollaboration, Kokreation, WeQ, Flexibilität, Entrepreneurship, Innovation, Improvisation, Spielkompetenz, Rollenwechsel, Mut, Digitale Souveränität, Problemlösung, Projektmanagement, Mittelorientierung (Effectuation), Potentialentfaltung (Ratio) & (Emotio) & (Intuition).

 Station 10 – Testen, erproben, modifizieren

Wir testen unsere Modelle interaktiv in öffentlichen Räumen und fragen, was sie bewirken und wie sie auf andere wirken. Was ist gut, was können wir verbessern? Wir gehen in kleinen Schritten voran und halten immer wieder inne. Fehler eröffnen uns neue Chancen und Möglichkeiten. Wir fragen iterativ nach: Wie könnte es uns besser oder anders gelingen? Neue kreative Fragen eröffnen immer wieder neue, andere, ungewöhnliche Blickwinkel und ergeben neue spannende Antworten. Wir passen unsere Modelle, Konzepte und Geschichten an – so oft es nötig ist, iterativ.
Wir trainieren: WeQ, Reflexion, Achtsamkeit, Empathie, Entrepreneurship, Innovation, Zielsetzung, Systemisches Denken, Transformation, Flexibilität, Future Literacy, Werteorientierung (Ratio) & (Emotio).

Station 11 – Implementieren

Wir bauen die Ergebnisse unserer experimentellen Versuche und Testläufe, unsere Modelle und Prototypen in die Praxis ein. Was als kleines Experiment gelang, wird verstetigt, vergrößert, übertragen und in Alltagsabläufe implementiert. Wir trainieren: Changemaking, Transformation, Future Literacy, Leadership 5.0, Teamkompetenz, Kollaboration, Kokreation, WeQ, Flexibilität, Innovation, Problemlösung, Systemisches Denken, Entschlossenheit, Resilienz, Achtsamkeit  (Ratio) & (Emotio) & (Intuition).

Station 12 – Iterativ enkelfreundlich, achtsam, wertschätzend bleiben

Wir bleiben achtsam und reflektieren stetig unser Tun – im kurzen täglichen Austausch (Daily Standup) sowie nach gelungenen Etappen in wiederkehrenden Retrospektiven. In der Reflexion gehen wir wertschätzend miteinander um. Wir feiern gemeinsam Erfolge, akzeptieren Rückschläge und wachsen daran – persönlich und gemeinsam im Team. Wir fragen regelmäßig: Sind die Ergebnisse enkelfreundlich, nutzerorientiert, nachhaltig, sinn- und wertstiftend, gemeinwohlorientiert? Wir ermutigen uns gegenseitig, unsere Kompetenz- und Kreativitätsmuskeln weiter zu trainieren. Wir erweitern unser Potential für ein menschliches sinnstiftendes Miteinander. Wir trainieren: Achtsamkeit, Werteorientierung, Nachhaltigkeit, Kommunikation, Frage-Kompetenz, Kritikfähigkeit, Fehlerkultur, Transformation, Changemaking, Teamkompetenz, Vertrauen, Beziehungskompetenz, Hybriddenken, Potentialentfaltung, Zielsetzung (Ratio) & (Emotio) & (Intuition).

Kompetenzen in einzelnen Kreativbranchen

Künstler:innen und Kreative besitzen je nach Zugehörigkeit zu einer spezielle Kompetenzen und Fähigkeiten, die sie beim kreativen Zirkeltraining an Teilnehmende aus einem nicht-künstlerischen Umfeld weitergeben:

  • Designer & Architekten verfügen über Imaginationskraft, visuelle und gestalterische Fähigkeiten. Sie erkennen Leerstellen und Fehlentwicklungen, können vorausdenken und sehen, was andere noch nicht erkennen. Ihr partizipatives Design sorgt im Idealfall für sozialen Ausgleich.
  • Musiker können zuhören und im Team interagieren, sie reagieren auf andere und improvisieren.
  • Darstellende Künstler & Tänzer beherrschen die Bewegung im Raum, können sie wahrnehmen und umsetzen und gemeinsam mit anderen im Raum interagieren.
  • Bildende Künstler & Zeichner können strukturieren, verständlich machen, visualisieren, Gestalt geben.
  • Autoren können Zukunft und imaginäre Welten in Geschichten vorausdenken und mit Storytelling Narrative entwickeln.
  • Journalisten & Kommunikationsdesigner können Themen recherchieren, analysieren, einordnen, verbinden, verständlich aufbereiten, wirksam präsentieren und verbreiten.
  • Gamedesigner verfügen über Vorstellungskraft und Spielfreude, wenn Sie imaginäre virtuelle Welten schaffen und Szenarien simulieren, damit andere sie spielerisch erproben können.
  • Philosophen, Kulturwissenschaftler können Themen und Kulturpraktiken historisch erforschen und aktuelle Bezüge herstellen.
  • Psychologen können (unbewusste) emotionale menschliche Mechanismen berücksichtigen, Selbstwahrnehmung und Resilienz vermitteln.
  • Soziologen können gesellschaftliche Rahmenbedingungen empirisch erforschen und begleiten.
  • Intermediäre, Vermittler, Kuratoren, Moderatoren besitzen die Fähigkeit zum analytischen Denken, Recherchieren, Analysieren, Verbinden. Sie stellen Zusammenhänge zwischen Themen, gesellschaftlichen Bereichen und verknüpfen unterschiedliche Sinneswahrnehmungen.

Quellen (Auswahl):

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DANKE!

Dieser Beitrag – bestehend aus Recherchen, Podcast-Interview und Artikel – entstand in der von mir konzipierten Themenreihe „K-Power – Kreatives Zirkeltraining“ im Zukunfts- und Stipendienprogramm der VG WORT im Rahmen von NEUSTART KULTUR, initiiert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

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