Hilfe für Geflüchtete: Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

742236_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de © Tim Reckmann, Pixelio

Etwa eine Million Menschen flüchteten im Jahr 2015 nach Deutschland, um Krieg, Gewalt, Verfolgung oder Hunger hinter sich zu lassen. Damit sich die Geflüchteten in der neuen Heimat zurechtfinden, tüfteln deutschlandweit unzählige Künstler und Kreative an innovativen Ideen und hilfreichen Begegnungsprojekten. Die Kreativbranche ist wie so oft Impulsgeber bei der Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Einige Projekte stelle ich in einer 10teiligen Serie vor (siehe unten).

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche, Teil 1 – Prolog

In welcher Welt wollen wir leben? Integration gelingt am besten durch direkte Begegnung. Die geflüchteten Neubürger brauchen Kontakt zu Einheimischen, um mit der Sprache und der Kultur in der neuen Heimat in Berührung kommen. Das haben Kreative rasch erkannt und gehandelt – mit viel Eigeninitiative und meist wenig Geld. Mit bemerkenswerten Projekten, sehr nützlichen und originellen Ideen engagieren sich Kreative für den erfolgreichen Neustart der Geflüchteten.

Erfindergeist und Kreativität helfen dabei, Grenzen zu überschreiten, Horizonte zu erweitern, Wissen auf neue und andere Bereiche zu übertragen, mit Menschen über ihre Bedürfnisse zu sprechen und so zu neuen Ideen zu gelangen. Frank Berzbach, Psychologe und Autor schreibt in seinem Buch Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: „Kreative haben die Unzufriedenheit mit dem real Existierenden in ihr Leben eingebaut: Wem die bisherigen Lösungen nicht ausreichen, … wird schöpferisch tätig … Kreativität wird zur Lebensform, wenn wir nicht aufhören darüber nachzudenken, … wie wir die Welt besser hinterlassen.“

596184_web_R_K_B_by_twinlili_pixelio.de © twinlili, Pixelio

Egal ob im Theater oder auf der Opernbühne, in Film- oder Tonstudios, in Architektur- oder Designwerkstätten, in Kunst-Ateliers und in multikulturellen Küchen, bei App-, Game- oder Websiten-Programmierern, bei Flashmobs und Tanzperformances: Die Beispiele der folgenden 10teiligen Blogreihe zeigen, dass Deutschlands Kreativbranche ein starker Innovationsmotor für eine gelungene Integration ist, die Parallelgesellschaften vorbeugt und damit nicht nur den Geflüchteten hilft, sondern uns allen!

Wir alle können und sollten unser Potential stärker für gesellschaftlich relevante Dinge nutzen. Der Designer Florian Pfeffer hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben – mit 100 sehr weisen Ideen für strukturelles Design: To do: Die neue Rolle der Gestaltung in einer veränderten Welt. Er hat darin einen sehr wichtigen Satz gesagt: „Die Einbeziehung von Nutzern in die Gestaltung durch partizipatives Design kann den sozialen Ausgleich in einer Gesellschaft befördern. So können wir uns mit den Folgen unseres Handelns verbinden statt uns von ihnen abzukapseln.

Sam Pitroda, Telekommunikationsingenieur, Erfinder, Unternehmer und Vorsitzender des National Innovation Council India (Nationaler Innovationsrat Indien) hat es ähnlich aus anderem Blickwinkel formuliert: Die besten Köpfe der Welt arbeiten dort, wo sie keiner braucht – an den Problemen der Reichen. Der große Wandel (in Indien) besteht darin, diese Köpfe dort zu platzieren, wo sie an den Problemen der Armen arbeiten.“

Wie soll unsere Zukunft aussehen? Chandran Nair, der 2005 in Hongkong das Global Institute For Tomorrow gründete, einen Thinktank, der ökonomisches Denken mit sozialem Engagement verbindet, hat darauf geantwortet: „Wir brauchen einen neuen Wissenskanon, in dem es um Gemeinwohl geht … Weniger Autorennen und mehr Tanzwettbewerbe!“

 

Reihe: Hilfe für Geflüchtete – Ideen und Impulse aus der Kreativbranche

Teil 1. Prolog: Hilfe aus der Kreativbranche für Geflüchtete

Teil 2. Theater: Neue Heimat auf der Bühne

Teil 3. Musik: Bridges – Musik verbindet

Teil 4. Museum: Mit Kunst gegen den Hass

Teil 5. Kunst und Design: Geschichten aus dem Automaten

Teil 6. Architektur: „Instant Home“ mit Origami-Technik

Teil 7. Web, Apps, Games: Flucht als Selbsterfahrung

Teil 8. Kreatives für Geflüchtete: Kochen, Gärtnern, Flashmobs

Teil 9. Kulturarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Teil 10. Medien für Geflüchtete: Ankommen und Lernen

Teil 11. Bürgeridee: Schulungsprogramme über Monitore für Geflüchtete

Teil 12. Nachlese: Kreative Ideen für Geflüchtete aus der Community

 

Aufruf: Noch mehr kreative Ideen für Geflüchtete gesucht!

Was können Kreative und Künstler für Geflüchtete tun? In meinem Blog MassivKreativ stelle ich engagierte und nützliche Projekte von Kreativschaffenden vor. Die Liste der guten Beispiele soll weiter wachsen und anderen Mut machen, die ebenfalls Aktivitäten planen! Wenn Sie weitere kreative Projekten für Geflüchtete kennen, die ich bislang nicht erwähnt habe, schicken Sie mir gerne Ihre Infos. Ich sammle sie und berichte in einem neuen Artikel über weitere hilfreicheProjekte.  Infos bitte an mich: massivkreativ2015(at)gmail.com

Jede/r von uns kann und sollte Geflüchteten in einem Bereich helfen, der ihr/m liegt und ihr/m Spaß macht. So lassen sich eigene Glücksmomente mit anderen teilen. Ich spiele leidenschaftlich gerne Tischtennis und habe in meinem Sportclub, dem USC Paloma Hamburg, gemeinsam mit anderen Spielern ein regelmäßiges Tischtennistraining für Gefüchtete ins Leben gerufen – unter dem Dach der Hamburger Initiative Welcome-to-Barmbek.

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