QR-Code: Das digitale Metazeichen des 21. Jahrhunderts

Weisser_QR_PoemScreen_14 © Mike Weisser: Projekt QR-ScreenArt, 2015

“Ich bin auf Empfang eingestellt!” – Interview mit dem Medienkünstler, Musikproduzenten und Science Fiction-Autor Mike Weisser

Herr Weisser, Ihre beiden Tätigkeitsfelder beschreiben Sie mit der Formulierung „Ästhetische Feldforschung“ und „Kreative Interventionen“. Was genau verstehen Sie darunter?

Mike Weisser:

Für mich ist „Kunst“ eine Methode zu leben, d.h. die Welt zu entdecken, sie zu erforschen und meinen Platz darin zu finden. In meinen Projekten der „ästhetischen Feldforschung“ reise ich an einen ausgewählten (möglichst energetischen) Ort, erkunde diesen und halte besondere Ansichten von etwas und über etwas zuerst einmal intuitiv in Bild- und Klangaufzeichnung fest. Diese Bilder und Klänge zeigen mir anschließend, was meinen Sinnen wichtig erschien. Daraus leite ich eine Quintessenz bzw. eine Identität des Ortes ab, die ich nachfolgend gezielt zum „Spirit“ verdichte. Dieses Typische eines Ortes kondensiere ich in Bildern, Filmen, Poesie, Rezitationen, Klängen, Musiken… diese Werke stelle ich in Ausstellungen oder raumbezogenen Installationen zur Nachempfindung und zur Diskussion bereit. In einem zweiten Akt der „kreativen Intervention“ greife ich in die Orte ein und versuche sie nach meinen Kriterien zu verbessern.

Mit welchen Mitteln betreiben Sie Ihre Feldforschung?

Mike Weisser:

Meine Grundmedien sind Fotografie, Film und Tonaufzeichnung, aber ich sammle auch Objekte als sogenannte „trouvées“, dazu mache ich Interviews und suche Dokumente…

Intervenieren bedeutet eingreifen. In welche Bereiche (der Gesellschaft) greifen Sie ein und mit welchen (kreativen) Mitteln?

Mike Weisser:

Ich bin nicht festgelegt. „Orte“ können Städte, Landschaften, Objekte, Menschen oder Themen sein. Ein Beispiel: Es gab ein Projekt für ein Gymnasium in Bremen, das mit Fotografie vom Außenraum über den Innenraum als extremer Zoom bis in die Federmäppchen der SchülerInnen begann und in ganz konkreten Eingriffen, wie z. B. eine neue Namensgebung für die Schule, initiierte bauliche Veränderungen, neue Kommunikationssysteme etc. endete. Die schulische Lebenssituation wurde Lehrern, Schülern, Eltern und der Schulbehörde erst offensichtlich durch die dokumentierende Fotografie und die inszenierte Konzentration der Bildwelt.

Weisser_Kiel_Weisser_Heinze_2013 © Mike Weisser (links): Erste QR-Bank auf dem Campus der Fachhochschule Kiel, 2013 mit dem Kanzler der FH, Klaus-Michael Heinze (rechts)

Sie sind ein Universalkünstler, d. h. Sie waren bzw. sind in verschiedenen Kunstsparten tätig. Welche Bereiche sind es konkret?

Mike Weisser:

Ich arbeite mit dem Bild, dem Klang und dem Wort und verbinde diese drei Medien auf verschiedenste Weise mit verschiedenen Ergebnissen.

Wie ist es bei Ihnen zu dieser Vielseitigkeit gekommen? Die meisten Künstler spezialisieren sich auf eine Ausdrucksform …

Mike Weisser:

Neugier an der Welt ist der Antrieb, der mich in Bewegung versetzt. Und Kunst ist für mich der Weg, auf dem ich mich mit allen Sinnen empfindend bewege. Kunst ist also keine technische Disziplin, sondern eine Methode zu leben. Kunst ist für mich wie ein Chemiebaukasten, der Versuche, Überraschungen, Erfindungen zulässt – dies in sanfter Reaktion aber auch als überraschender Knall ;-)))

Ich hatte in meiner Jugend ein Praktikum in einem Forschungslabor der chemischen Industrie gemacht und wollte Alchemist werden. Als ich erlebte, das man die meiste Zeit jedoch mit Routinen verbringt, kam ich suchend durch Zufall zur Kunst, machte an der Kunsthochschule in Köln die Aufnahmeprüfung und hatte dann die Chance, die Techniken der Bildenden Kunst von der sakralen über die experimentelle Malerei, die Zeichnung, die Grafik bis zur Fotografie zu erlernen. Diese Praxis in Verbindung mit Kunsttheorie und Gesellschaftskritik waren mein Fundament.

Mike Weisser: 

Wann und wie entscheiden Sie, mit welchen Ausdruckmitteln bzw. in welcher künstlerischen Sparte Sie ein Projekt realisieren?

Mike Weisser:

Mein Ansatz ist immer der Gleiche. Ich bin auf Empfang eingestellt. Meist beginne ich mit dem Sehen, also mit der Fotografie, dann kommt das Hören, also die Klangaufzeichnung. Parallel dazu rieche, schmecke und fühle ich. Es gab ein Hochschul-Seminarprojekt von mir, bei dem ich von einem großen Hotel großzügig gefördert wurde, um in deren Showküche mit den Studierenden internationale „Snacks“ zu kochen. Als eine Versinnlichung in Optik, Geruch und Geschmack haben wir als „the taste of diversity“ das globale Thema „Vielfalt“ umgesetzt und in einem großen Gala-Essen der Hochschule gefeiert. Es war im tiefen Sinn des Wortes ein geschmackvolles Gesamtkunstwerk.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Publikum? Es gibt Menschen, die eher Musik bevorzugen und andere, die eher die visuellen Künste favorisieren …

Mike Weisser: 

Ich arbeite nicht im Hinblick auf ein Publikum, sondern im Hinblick auf ein Thema, das ich als intermediales Werk destilliere und wie ein Destillat als Kunstform präsentiere. Es steht dem Publikum frei, sich diesem Werk anzunähern und es zu erforschen….

Weisser_QR_Info_2015 © Mike Weisser: QR Info 2015, i:Code führt zur Site QR-Informationen

Ist Ihre QR-Code-Kunst vielleicht auch eine Möglichkeit, auditive und visuelle Aspekte miteinander zu verbinden? Bietet diese Hybrid-Kunst die Chance, ein Publikum mit verschiedenen Neigungen bzw. Rezeptionsvorlieben anzusprechen?

Mike Weisser:  

Seit 2007 beschäftige ich mich mit dem QR-Code und der Möglichkeit, dieses digitale Zeichen des 21. Jahrhunderts gestaltend zu verändern und doch seine Funktion der Lesbarkeit als Code zu erhalten. Der QR bietet die faszinierende Tatsache, dass seine bildnerischen Variationen gegen unendlich gehen. Mit dem QR lassen sich also alle Zustände des Universums erfassen. Weiterhin bietet er in seiner dynamischen Erscheinung die Möglichkeit alphanumerische Zeichen zu codieren, die zu Websites führen, auf denen Ereignisse abgerufen werden können.

Der Code führt über seine bildnerische Anmutung hinaus zu Musik, zu Film, zu Rezitation etc. Damit ist er für meine Arbeit ideal als Ausdruckträger und Kommunikator geeignet. Durch seine besonderen Eigenschaften bietet der QR zudem die einmalige Chance, verschiedene Medien zu vernetzen, überall und in allen Formaten präsent zu sein und genutzt zu werden.

Hier sehe ich ganz neue Möglichkeiten für eine intermediale Kunst im öffentlichen Raum oder für HybridBücher oder oder oder… diese Innovationen stehen erst am Anfang und sind in der Lage, Kunst auf überraschende Weise neu in die Öffentlichkeit zu bringen und damit viele Menschen zu erreichen. Dahin gehen meine Experimente.

Wie sind Sie auf das Thema QR-Codes gekommen und dann auf die Idee, dies künstlerisch zu bearbeiten?

Mike Weisser: 

Wie sollte es anders sein ;-))) Im Verlauf einer ästhetischen Feldforschung in den Häfen in Hamburg und Bremen bin ich auf Container mit QR-Codes gestoßen. Da mich generell das Thema „Rauschen“ fasziniert, habe ich im Code die Möglichkeit erkannt, Chaos in Ordnung zu bringen. Vermeintlicher Un-Sinn wird zu Sinn. Erste Experimente haben mich fasziniert, aber sie stießen in der Nutzung an ihre technischen Grenzen. Erst mit der Weiterentwicklung des Smartphones ab 2010 konnte praktisch jedermann den QR nutzen. Der QR-Code wurde befreit von seiner wirtschaftlichen Funktion und frei für die Kunst…

Was fasziniert Sie an QR-Codes und an Hybrid-Kunst?

Mike Weisser: 

Mich reizt die Verbindung bis zur Verschmelzung von Chaos und Ordnung, von Ratio und Emotion und von verschiedenen Anmutungen. Das macht dieses Medium hochkomplex und damit spannend. Darin liegt die Faszination. Und aus dieser Faszination heraus entwickelt sich Neugier am Fremden – dann mache ich mich auf den Weg und beginne mit Experimenten. Meine ersten drei HybridBücher, die das analoge Buch über den QR mit dem digitalen Internet verbinden, brachten Erfahrungen. Danach war es folgerichtig, dass ich mich mit dem vierten Buch dem QR-Code (Quick Response) selbst, seinen Hintergründen und Visionen widme. Hier ging es mir um die „Beschreibung, Geschichte, Technik, Nutzung, Gefahren, Grenzen, Visionen und Ästhetik der schnellen im 21. Jahrhundert“ – wie der Untertitel lautet.

Weisser_QR_Alsion_14 © Mike Weisser: Projekt “Be inspired!” auf dem Campus der Dänischen Universität Sønderborg, 2014

Worin besteht die besondere Herausforderung, QR-Codes künstlerisch zu gestalten?

Mike Weisser: 

Der QR-Code ist das digitale Metazeichen des 21. Jahrhunderts. Dieses Zeichen in Szene zu setzen fordert heraus. So eine Herausforderung nehme ich gerne an, um Grenzen zu überschreiten und neue Räume zu betreten. Der QR ist faktisch eine Reise an einen fremden Ort, den ich erkunde und erfasse, dessen Elemente ich klassifiziere und mit denen ich spielerisch umgehe, bis meine Gestaltung so weit geht, dass der QR-Code nicht mehr lesbar sondern nur noch rätselhaft-schöne Gestalt ist.

Gibt es neue Ideen, die Sie noch mit QR-Codes realisieren möchten?

Mike Weisser: 

Ja, es gibt einige Optionen, über die denke ich nach, und während ich nachdenke, komme ich auf das neue Stichwort „Denken“ als künstlerisches, kreatives, nicht-lineares, assoziatives Denken. Und so entstand der Titel für ein neues Buch, an dem ich gerade arbeite und über das wir zusammengekommen sind, weil ich Sie und Ihr Projekt „MassivKreativ“ befragt habe (Anmerkung: Das Buch erscheint 2016).

Mein neues Buch lebt von Fragen zum Denken, die ich an Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stelle. Wie entsteht künstlerisches Denken, was kann es bewirken und wie lässt es sich in andere Wirkungskreise wie Wissenschaft, Wirtschaft und den Lebensalltag transferieren? Das bewegt mich im Moment ;-))))

Vielen Dank für das inspirierende Interview, Herr Weisser!

 

Inspirationstipps:

● Hinweis zu den Bildern: Alle QR-Codes sind optimal zu lesen mit der kostenfreien App: i-nigma (für iOS und Android)

● Buch: Michael Weisser Der|QR|Code – pdf

● Die|QR|Edition @ p.machinery – ein gemeinsames Projekt von p.machinery = Michael Haitel und Michael Weisser: www.dieQRedition.pmachinery.de

● Video zum Projekt QR-ScreenArt, 30 Gedichtrezitation als QR-Morphs, 2015

● Biografie und Werke: www.MikeWeisser.de

Science Fiction und Magic Mirror: Strategische Zukunftsplanung für Unternehmen

alles-mv-de-workshop-kreativprozesse-manuela-heberer © Manuela Heberer, alles-mv.de

Wie soll man sich mit Dingen auskennen, die es bisher noch nicht gab? Strategische Zukunftsplanung im Unternehmen hängt stark von der eigenen Vorstellungskraft ab. 20 Unternehmer in Mecklenburg ließen sich von Akteuren aus der Kreativbranche strategisch und fantasievoll in die Zukunft beamen.

„Eine gute Frage ist der beste Anstoß zu mehr Kreativität.“ – hat der Werbekaufmann Michael Hahn einmal gesagt. Wie generiert Ihr Unternehmen neue Ideen? Wer bringt sie im Unternehmen mit wieviel Raum und Zeit  ein? Wieviele Ideen werden tatsächlich in den Unternehmensalltag implementiert? Woran scheitert ggf. die Realisierung?

Orientierung durch Wollfäden

Inspirierende Fragen eingebettet in künstlerisch-kreative Aktionen – nach diesem Rezept wurden die Zutaten für den Tages-Workshop „kreativprozesse.unternehmen.zukunft“ in Schwerin gemischt. Drei Künstler und vier Kreativschaffende der Innovationswerkstatt projekt:raum vom Rostocker Community-Zentrum „Warnow Valley“ hatten Firmen aus der Region zum visionären Vorausdenken eingeladen. 20 Unternehmer kamen, die meisten aus dem Netzwerk Zukunftsmacher MV. Die Mitglieder wollen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte auch kreative Methoden ausprobieren. Etwa so: Kommunikationswege im Unternehmen lassen sich auch mit roten Wollfäden an Flurdecken plastisch vor Augen führen. Für solch ungewöhnliche Ideen nutzen Unternehmen Impulse von außen, z.B. aus der Kreativbranche.

alles-mv-de_workshop-kreativprozesse-lichtperformance-manuela-heberer © Manuela Heberer, alles-mv.de

Berührungspunkte erkunden

„Ich habe den Workshop mit Spannung erwartet, weil wir aufgrund unserer Ausrichtung eher wenig kreativ ist“, erklärt Martina Fregin ihre Motivation zur Teilnahme. Die Geschäftsführerin eines Unternehmens für Klima- und Lüftungstechnik in Bützow war dann aber überrascht, wie viele Berührungspunkte sie bereits zur Kreativbranche hatte, ohne sich darüber bewusst zu sein. Denn neben Musikern und Künstlern repräsentieren auch Architekten, Grafiker und Journalisten die elf Teilbranchen, wie Workshop-Organisatorin Teresa Trabert mit einer originellen literarischen Lesung klar machte. Nach einer Aufwärmphase und Impulsbeiträgen zum Thema Innovation von Unternehmensberaterin Veronika Schubring wurden die Unternehmer selbst kreativ. Drei Workshops standen zur Auswahl: Effectuation: Mit Science Fiction strategisch die Zukunft planen, Magic Mirror: Die eigene Marke als performative Lichtinstallation gestalten und Experience Design: Mit Musik die eigene Unternehmenskultur schaffen.

Mit Comics junge Zielgruppen erreichen

In 20 Sekunden ein Huhn und ein Raumschiff aufs Papier zu bringen, ist schon eine Herausforderung. Aber wie bitteschön visualisiert man den Begriff „Zeitdruck“? Grafiker und Animationskünstler Lennart Langanki, ist klar, dass er seine Teilnehmer damit ins Schwitzen bringt. Am Ende ist er vollauf zufrieden, weil wirklich jedem ein nachvollziehbares Zukunftsszenario gelungen ist. Frank Martens-Jung, Projektleiter für Entwicklung und Vertrieb im Rostocker Wasser- und Abwasserunternehmen OEWA hat vor allem jüngere Zielgruppen im Blick: „Wenn ich unsere Unternehmensziele mit Comics nach außen trage, erreiche ich damit sowohl potentielle Nachwuchskräfte als auch jüngere Kunden.“

Außendarstellung mit Bewegung und Projektion

Matthias Kaulmann ist Prokurist beim Schweriner Energieerzeuger naturwind gmbh mit etwa 30 Mitarbeitern. Kaulmann wagte die Herausforderung „Magic Mirror“, um sein Unternehmen mit eigenen Körperbewegungen bei einer Lichtperformance darzustellen. Dabei stand er zunächst vor der Frage, mit welchen Mitteln er seine Firma wirkungsvoll präsentieren soll: Wie erscheint das Außenbild meines Unternehmens in den Augen anderer? Wie entscheidend sind sinnliche Eindrücke für Innovation und Identifikation?
Mit der “X-Box One Kinect-Technologie” wurde über Infrarot das Improvisationstheater der Teilnehmer in bunte Leinwandbilder verwandelt, die menschliche Bewegungen wie in einem magischen Spiegel zeigte. Die anderen Teilnehmer sollten die Bilder interpretieren und diskutieren. “Ich war überrascht, dass meine ruhigen Bewegungen auf Andere bei der Vorführung tatsächlich vertrauensvoll wirkten”, so Kaulmann. “Genau das wollen wir in unserem Unternehmen auch erreichen. Wir arbeiten langfristig und nachhaltig. Vertrauen zu schaffen, liegt uns daher besonders am Herzen.”
Gerade die gegenseitigen Rückmeldungen empfanden die Unternehmer als besonders wertvoll, auch Kaulmann: „Über den künstlerischen und spielerischen Ansatz wollte ich herausfinden, wie unser Unternehmen nach außen wirkt und wo es steht.”

Teambildung mit Musik

Wie klingt die eigene Unternehmenskultur? Im Musik-Workshop konnten die Teilnehmer Parallelen zwischen einem Firmenteam und einem Orchester erleben. Überall müssen Menschen einander zuhören und sich engagiert einbringen, wenn im Zusammenklang ein gutes Ergebnis entstehen soll. Um es selbst auszuprobieren, wählte jeder Teilnehmer einen typischen Alltagsgegenstand aus seinem beruflichen Umfeld: Quietschende Textmarker, klappernde Schreibtastaturen und Hackenschuhe, Telefonklingeln und Türklopfen, schellende Türgongs und Computersignale, waberndes Gemurmel. Unter Leitung des Musikers Tobias Wolff mischten sich die Klänge zu einer „Sinfonie des Alltags“. „Ein wertvoller Blick über den Tellerrand“, meint Gastgeber Kevin Friedersdorf, Geschäftsführer der Schweriner Webagentur Mandarin Medien. Und steuerte selbst einen Perspektivwechsel bei, in dem er die Büroklangwelt mit Froschquaken anreicherte – direkt aus dem benachbarten Teich.

Vorsätze

„Wir sind doch alle kreativer als wir dachten“, resümieren die Teilnehmer am Ende einhellig. Viele nehmen sich vor, die fantasievollen und innovativen Impulse aus dem Workshop nachhaltig in den Firmenalltag zu überführen. Auch den Kollegen wollen sie vom Workshop erzählen. Einige planen schon die nächste Aktion mit den Rostocker Kreativen im eigenen Unternehmen, wie z. B. Matthias Kaulmann von der naturwind GmbH.

Journalistin Manuela Heberer vom Onlinemagazin alles-mv.de hat den Workshop begleitet und hofft, dass auch andere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern „die Begeisterung und den Enthusiasmus der Akteure spüren und erfahren können, was Kreativität im Menschen bewirkt. Unsere Region ist stark von Abwanderung geprägt. Künstler können den Menschen die Augen öffnen – für ihr Lebensumfeld, ihre Firma, ihre Mitmenschen. Und dafür, dass es sich lohnt, hier in Mecklenburg-Vorpommern zu bleiben.“

Inspirationstipps:

• Unternehmer-Netzwerk Zukunftsmacher MV

• Rostocker Innovationswerkstatt von Künstlern und Kreativakteuren: projekt:raum

• Coworking- und Community-Zentrum in Rostock: Warnow Valley

• Netzwerk der Kultur- und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern: Kreative MV

• Medienportal mit Berichten aus Mecklenburg-Vorpommern: alles-mv.de

10 Stärken: So beflügeln Künstler Unternehmen

Was unterscheidet Kreativschaffende von klassischen Unternehmensberatern?

10 Stärken von Kreativschaffenden und Künstlern, von denen klassische Unternehmen und Firmen profitieren können.

1. Perspektivwechsel
Künstler und Kreative sehen anders! Sie durchleuchten Strukturen und Prozesse, hinterfragen Regeln und Routinen. Nach der Recherche ermitteln sie die passende unternehmerische Fragestellung, die Ihr Unternehme auf den Prüfstand stellt und nachhaltig beflügelt. Im Fokus können besondere Dienstleistungen, Produkte und innovativen Prozesse stehen, unterstützt durch Fragestellungen: Was machen Sie und Ihre Mitarbeiter*innen? Warum tun Sie genau das, was ist Ihre Mission? Wie machen Sie das, was Sie tun?

2. Kommunikation 
Künstler und Kreative fühlen anders! Sie sind feinsinnige Seismografen und spüren, wie Menschen miteinander sprechen, sich verbal und nonverbal ausdrücken. Künstler beflügeln die Kreativität und weisen Wege, damit Menschen bewusst und achtsam miteinander kommunizieren.

3. Wissensökonomie
Künstler und Kreative sind neugierig. Sie wissen, dass jeder Mensch einen wertvollen Schatz an Erfahrungen und Talenten in sich trägt. Sie sorgen dafür, dass dieser Schatz entdeckt, gehoben und genutzt wird. Künstler und Kreative erschließen durch besondere interaktive Methoden Wissensquellen, die außerhalb des gewohnten Referenzrahmens liegen.

4. Empathie
Künstler und Kreative sehen den Menschen im Zentrum. Jeder ist durch Wissen, Fähigkeiten, Talente und Emotionen geprägt. Künstler eröffnen für das Personalmanagement Perspektiven, wie sich jeder Mensch mit seinen Voraussetzungen auf seine Weise einbringen kann, Erfüllung findet, sich wohl fühlt und sich langfristig bindet.

5. Strukturanalyse
Künstler und Kreative haben ein analytisches Gespür für Räume, Körper und Bewegung. Sie untersuchen das Umfeld nach Größe, Funktion und Atmosphäre, visuell und akustisch, hinterfragen Nutzungskonzepte und Standortpolitik. Künstler und Kreative ermutigen zu Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit. 

6. Unternehmenskultur
Künstler und Kreative sind achtsam: Sie erspüren das Selbstverständnis und den Geist eines Unternehmens. Sie finden das Einzigartige und Unverwechselbare. Sie helfen, das Selbstbild überzeugend nach innen und außen zu tragen. Sie stiften Identität!

7. Diversity und Offenheit
Künstler und Kreative denken bunt und vielfältig! Genau so vielfältig wie wir Menschen sind. Künstler und Kreative bringen in interaktiven Aktionen Individuen mit verschiedenen Talenten und Fähigkeiten zusammen – aus unterschiedlichen Erfahrungshorizonten, Hintergründen, Kulturen und Generationen und fördern Vielfalt. 

8. Motivation
Künstler und Kreative verfügen über eine ausgeprägte emotionale Intelligenz. Es gelingt Ihnen, andere Menschen zu ermutigen, sich in ungewöhnlichen und ungewohnten Aktionen selbst auszuprobieren. Kreative und innovative Ideen stecken in jedem von uns, es gilt, diese Potenziale zu entdecken, zu fördern und zu nutzen. Künstler und Kreative inspirieren, animieren und motivieren. Sie stärken in anderen das Selbstbewusstsein und die Eigenverantwortung. 

9. Innovation und Nachhaltigkeit
Künstler und Kreative denken quer! Damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, brauchen sie Innovationen, und zwar nicht nur in Form neuer Technologien und Patente, sondern auch in Form sozialer Innovationen, die Prozesse und Strukturen, Gestaltung und Kommunikation in den Blick nehmen. Innovationen müssen für Künstler und Kreative nachhaltig sein, daher handeln sie langfristig. Sie zeigen, wie sinnvoll ein Leben im Einklang mit der Natur ist. Wer den Kreislauf der Ressourcen versteht, beherrscht und danach handelt (“cradle to cradle”), ist auch in Zukunft gut aufgestellt und wettbewerbsfähig. Innovation entsteht durch Offenheit und Mut, Vielfalt und Überraschung. 

10. Resilienz
Künstler und Kreative sind flexibel. Sie müssen sich in Krisenzeiten ständig neu erfinden. Das gelingt ihnen durch eine besondere innere Haltung, durch intrinsische Motivation und Leidenschaft, durch ihren Willen, sich auf Neues einzustellen, durch ihren Mut, das eigene Tun zu hinterfragen und in neues, unbekanntes Terrain aufzubrechen. Diese besonderen Fähigkeiten von Künstlern und Kreativen sorgt für Resilienz, ebenso die Möglichkeitsräume, eigenverantwortlich und selbstwirksam arbeiten zu können, Strukturen und Aufgaben zu durchdringen. Wer das eigene Tun versteht und gestalten kann, arbeitet motivierter, ist leistungsfähiger und resilienter.  

Seien Sie offen! Machen Sie sich auf den Weg, um das „Ungesuchte zu finden“!
Für die Zukunft Ihres Unternehmens!

Interventionen eignen sich für alle Branchen und Gewerbe
Künstlerische Interventionen sind übrigens in jeder Branche möglich: in Logistik und Verwaltung, in der Chemie- und Autoindustrie, im Finanzwesen und im Handel, in der Energiewirtschaft und im Agrarsektor, im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Sport- und Freizeitbereich, in der Bau- und Immobilienbranche, im Gesundheitswesen. Für jeden Bereich finden Künstler im direkten Austausch mit den Akteuren die passende unternehmerische Fragestellung und die passende künstlerische Methode.

Wollen Sie mehr über „künstlerische Interventionen“ in Unternehmen erfahren?
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