Bewusst enkelfähig leben: Wir bauen Zukunft in Nieklitz

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„Wenn die Welt untergeht, so ziehe ich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 50 Jahre später.” – soll Reichskanzler Bismarck einst gesagt haben. Ob das Zitat real ist oder nicht (die Quelle lässt sich nicht ermitteln): Die Zeiten ändern sich. Heute bietet die Weite von Westmecklenburg viel Raum für neue Perspektiven, vor allem jedoch innovative Blickwinkel für ein wirklich nachhaltiges, enkelfähiges Leben. Ceylan Rohrbeck gehört zu den neuen Zukunftserbauerinnen der Region. Ich habe mit ihr gesprochen.

Zukunftsgedanken

In Nieklitz in Nordwestmecklenburg auf dem platten Land, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, wird Geschichte geschrieben. Es gibt Zeitreisende, die nicht zurückschauen, sondern vorausblicken, die sich Gedanken machen, welches Leben wir in Zukunft führen wollen, es in vielfältigen Projekten selbst ausprobieren, in die Hände spucken und loslegen. Wir bauen Zukunft heißt das ambitionierte und langfristige Vorhaben, dass 2016 von knapp 20 MitstreiterInnen gegründet wurde. Das ist nur der harte Kern, denn im weiteren Umfeld erreichen die Nieklitzer inzwischen an die 3.000 Mitinteressenten. Doch der Reihe nach….

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Sinnfrage

Ceylan Rohrbeck ist in Berlin aufgewachsen, hat in Potsdam an der Filmhochschule „Konrad Wolf“ Film und Fernsehproduktion studiert und einige Jahre im Filmbereich gearbeitet. Das hieß: Lange, unregelmäßige Arbeitszeiten, oft auch an Wochenenden, wenig Zeit zur Ruhe zu kommen. In der überfüllten und oftmals stressigen Hauptstadt Berlin wächst der Wunsch nach einer Auszeit, einem anderen Leben abseits von Hektik und Konsumzwängen. Doch wie genau könnte so ein Leben aussehen?

Auch Ceylans Cousine Lale will nach ihrem Studium in Berlin zurück in die Mecklenburgische Heimat. Doch was ließe sich dort Sinnvolles machen? Wie könnte man den Lebensunterhalt bestreiten? Kurz zuvor haben die beiden vom Bau eines earth ships in der Zukunftswerkstatt Tempelhof erfahren. Das ist ein Haus, komplett aus Recyclingmaterialien erbaut, wie es der US-amerikanische Architekt und Nachhaltigkeitsexperte Michael Reynolds einst ersann.  Ließe sich so ein Bau auch in Mecklenburg realisieren? Mit dieser Frage traten erste Engagierte aus der Gruppe an den Leiter des Biosphärenreservates Schaalsee, Klaus Jarmatz, heran. Er empfiehlt das ehemalige Zukunftszentrum „Mensch – Natur – Technik – Wissenschaft“ (ZMTW) in Nieklitz im Westen von Mecklenburg.

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Geschichte

In einsamer Idylle zwischen dem Biosphärenreservat Schaalsee, der Flusslandschaft Elbe und weiten Wiesen und Feldern liegt das etwa zehn Hektar große Gelände des ehemaligen Zukunftszentrums von Nieklitz. Zwischen 2000 und 2013 wurde hier ein ökologischer Erlebnispark betrieben. Nach der Idee des enthusiastischen Kieler Biologieprofessors Berndt Heydemann, der später Umweltminister von Schleswig-Holstein war, sollten BesucherInnen an liebevoll gestalteten Exponaten mitten in der Natur mehr über Bionik und Ökotechnologien erfahren. Doch die Besucherzahlen blieben stark hinter den Erwartungen zurück. 2013 stellte das Land MV die finanzielle Förderung ein und der Park verfiel.

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Erstkontakt Nieklitz

Ceylan erzählt mir von ihren Eindrücken, als sie das Gelände im September 2015 zum ersten Mal besucht. „Weil der Park schon fast 3 Jahre geschlossen war, war alles schon total verwildert und gleichzeitig so wunderschön. Wir hatten bis dahin noch nie so ein Stück Natur in Deutschland gesehen. Und es entstanden in unserem Kopf auf einmal ganz viele Visionen, was man da alles machen und umsetzen könnte. Wir haben viel Fotos gemacht und sind dann nach Tempelhof gefahren.“

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Impulsgeber Tempelhof 

Schloss Tempelhof in Süddeutschland zwischen Würzburg und Ulm ist genau genommen eine Zukunftswerkstatt. Mit 50 Freiwilligen aus der ganzen Welt wurde hier das erste „earth ship“ in Deutschland gebaut. Als Teil der Freiwilligen genießt Ceylan die besondere Aufbruchstimmung, führt gemeinsam mit Sebastian Rost von Filming for Change mit den Akteuren Interviews, macht kleine Filme und stößt auf Gleichgesinnte, die wie sie selbst auf der Suche sind. So entsteht die Projektgruppe „Wir bauen Zukunft“, die in den nächsten Monaten auf etwa 20 Personen anwächst. Es wird viel diskutiert und geplant. Man tauscht sich über Wünsche, Ziele und Vorstellungen für ein gutes, sinnstiftendes Leben aus. Anknüpfend an die indigenen Weisheiten der Aborigines findet die Gruppe mit der Methode Dragon Dreaming einen gemeinsamen Nenner für ihr Anliegen: Dienst an der Erde, Aufbau von Gemeinschaft, persönliches Wachstum. Und während das innere Selbstverständnis Gestalt annimmt, steht die nächste Herausforderung an. Könnte der Ökopark im Mecklenburgischen Nieklitz ein geeigneter Ort für das neue Lebenskonzept werden?

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Mecklenburgische Weiten neu bespielt

Kontakte und Freunde in der Region halfen mit den richtigen Ansprechpartnern. Und dann ging alles recht schnell. Mit einem Privatdarlehen konnte die Gruppe das Nieklitzer Gelände kaufen. Im Juni 2016 wurde die Genossenschaft „Wir bauen Zukunft“ eG gegründet, angeschlossen ist außerdem der Verein Ecosphäre e.V. als Träger für gemeinnützige Projekte. So können verschiedene Nutzungsarten abgedeckt werden. In der Öffentlichkeit und gegenüber der einheimischen Bevölkerung setzt die Gruppe von Anfang an auf Transparenz. Sie will den Eindruck vermeiden, dass da kreative Spinner hinter verschlossenen Türen merkwürdige Aktivitäten planen. Im Biosphärenzentrum informieren sie über ihre Pläne und sind offen für neue Ideen und Interessenten. „Wir haben auf unserem neu erworbenen Gelände Tage der offenen Tür veranstaltet, wo wirklich viele Menschen kamen“, erzählt Ceylan, „sowohl Leute von außerhalb als auch aus der Region, die wir schon kannten. Und so waren uns alle sehr wohl gestimmt und haben uns unterstützt, so dass wir einen guten Start haben konnten“.

 Ortsbesichtigung Nieklitz © MassivKreativ

Gewachsenes Selbstverständnis

Inzwischen ist viel passiert. Aus Individuen hat sich ein „Kreativcluster“ gebildet, „mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten“, wie Ceylan erzählt: „Designer, Architekten, Ingenieure, IT-Spezialisten, Tischler, Permakultur-Experten, Soziologen, Coaches, Experten für nachhaltige Landwirtschaft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit usw.“ Die Gruppe hat sich in ihrem Selbstverständnis konkretisiert und verfestigt. Zwischendurch kamen neue Interessenten, andere gingen wieder. Gemeinschaft ist ohnehin nie fertig. Sie wächst und erweitert sich stetig, auf der Basis gleicher Wertvorstellungen, die in Gruppenprozessen ermittelt wurden, begleitet von professionellen Coaches und Moderatoren. Enorm wichtig, um die Gemeinschaft gut zu entwickeln. Das Wabenhaus (Fotos links)n ist das Herzstück der Zukunftsbauer, dient als Seminarhaus und Coworking-Space (Foto rechts). 

© Wir bauen Zukunft

Anliegen

Ihre Philosophie beschreibt die Gruppe so: „Wir experimentieren, reflektieren, lernen und nutzen transparente und organische Strukturen, sowie die Kraft von Kollaboration und Kreativität. Unsere Themen sind: Kreislaufwirtschaft, Open Source, Nachhaltiges Planen und Bauen, Permakultur Design, Nachhaltiges Unternehmertum, Verantwortungsbewusstes Miteinander.“ Auch neue Forschungsthemen stößt die Gruppe an, etwa Studien- und Masterarbeiten über nachhaltiges Planen und Bauen, Architektur, ökologische Landwirtschaft und über das Ökosystem von Binnengewässern (Limnologie). Auch eine Tinyhouse Siedlung für nachhaltiges Bauen ist in der Realisierung.

 Tinyhouse Nieklitz © MassivKreativ

Lernende Organisation

Die Akteure von „Wir bauen Zukunft“ sind immer in Bewegung – mit dem Körper und dem Kopf. In verschiedenen Arbeitskreisen verfolgen sie genau das Thema weiter, das sie persönlich interessiert, für das sie brennen und weitere Fähigkeiten erwerben möchten. So entwickelt sich die Gruppe stetig weiter und lernt, nicht zuletzt auch über den Austausch mit neuen Leuten von außen. Community Building ist ein wichtiges Thema, das sowohl digital als auch analog vorangetrieben wird. Über die Facebookgruppe werden Veranstaltungen beworben. So wird neues Wissen in die eigene Gruppe geholt und eigene Erfahrungen auch wieder in die Welt hinausgetragen. Gemäß dem „open source“-Gedanken wird hier – wenn man so will – eine wissensbasierte Kreislaufwirtschaft betrieben. Regelmäßig finden Seminare, Workshops, KreativLabs sowie größere Camps statt, in denen sich die TeilnehmerInnen über ihre Ideen, Projekte und Visionen austauschen. Im Februar 2020 ging es um die Gründung eines eigenen Sozial-Unternehmens. Die TeilnehmerInnen wurden unter professioneller Anleitung von der Vision zum Konzept geleitet und zur inneren Haltung: Was bedeutet unternehmerisches und kreatives Handeln für mich und andere?

Ganzheitliches Konzept

Die Akteure von „Wir bauen Zukunft“ arbeiten zeitgleich an vielen kleineren Projekten und haben dabei das große Ganze im Blick, die zukunftsfähige Gesellschaft im Kreislauf und im Gleichgewicht: mit einer autarken Energie-, Wasser- und Abwasserinfrastruktur, mit flexiblen bzw. mobilen Wohneinheiten, wie z. B. Tinyhouses. Sie bauen schon heute eigene Nahrungsmittel an, planen Freizeitangebote, entwickeln neue Technologien und wollen demnächst Kleinserien in ihrer gerade entstehenden Werkstatt produzieren, dem Green Circular Economy FabLab. „Wir planen offene Werkstätten, die verschiedene Zielgruppen nutzen sollen“ sagt Ceylan, „z. B. auch Handwerker in der Region, die sich bei uns einmieten können und an Projekten tüfteln. Wir wollen dabei analoges Handwerk mit digitalem Arbeiter verbinden, damit sich das befruchten kann.“

Kooperationen spielen eine wichtige Rolle. Im November 2019 waren die Nieklitzer Gastgeber für den Kreiskulturrat Ludwigslust-Parchim (KKR LUP). Corinna Hesse und Marion Richter vom KKR sowie Ceylan Rohrbeck luden Interessierte zum Workshop „Zukunft@Land“ ein. Es kamen Menschen zwischen 20 und 60 Jahren zusammen, die ihre Zukunft im ländlichen Raum gern selbst gestalten möchten. Die Initiatoren wollten herausfinden, welche Projektideen welche Unterstützung brauchen: vom Landkreis, aus der Verwaltung, der Bevölkerung sowie von weiteren Partnern und Netzwerken.

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Ceylan Rohrbeck (re) und Corinna Hesse (li) beim KreativLab „Zukunft@Land“

Land lockt Stadt

In Kooperation mit Kreative MV, dem Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft, fand im September 2019 in Nieklitz das KreativLab „New Work Village: mobiles Leben & Arbeiten auf dem Land“ statt – mit Impulsvorträgen über bereits erfolgreiche Projekte. Frederik Fischer berichtete aus Brandenburg über die KoDorf-Bewegung und den Summer of Pioneers in Wittenberge.

Aktuell bewegt Ceylan die Frage, wie Kreative zumindest zeitweise den Weg aus der Großstadt aufs Mecklenburgische Land finden können. Um einen Coworking-Standort wie Nieklitz noch bekannter zu machen, könnte auch die Wirtschaftsförderung des Landes MV helfen, so Ceylan: “Im Augenblick wird ja viel in die Städte investiert, in Schwerin, Rostock und Greifswald. Aber halt noch nicht wirklich ins Land. Wir in Nieklitz arbeiten daran, damit sich daran etwas ändert und dass wir das Vertrauen der Wirtschaftsförderer gewinnen, dass auch mitten auf dem Land ein erfolgreiches Innovationszentrum mit neuem Denken und vielfältigen Menschen und Talenten entstehen kann und eine entsprechende Nachfrage erreicht.“ 

Aufbruchsgeist

Diejenigen, die bereits ein Tages- oder Wochencamp in Nieklitz erlebt haben, sind begeistert, wie der Webdesigner Richard Stickel: „Der Aufbruchsgeist, den ich bei den Akteuren von „Wir bauen Zukunft“ gespürt habe, empfinde ich als sehr anziehend und attraktiv. Da machen junge Leute auf dem blanken Acker etwas Neues und denken voraus. Das finde ich toll und in so einem Umfeld könnte auch ich als Großstädter gut arbeiten.“

Laut einer Emnid-Umfrage (Wohnwünsche der Deutschen) möchte die Mehrheit der Deutschen im ländlichen und kleinstädtischen Raum leben. Doch für viele bleibt es ein Traum. Doch das muss nicht so sein. Der Weg von der „Stadtmüdigkeit zur Landfrische“ ist kürzer als gedacht. Wer Impulse für seine Zukunft auf dem Land braucht, kann sie sich im Westmecklenburgischen Nieklitz holen: Aktuelle Veranstaltungen / Vergangene Veranstaltungen.

Podcast

*enkelfähig (S. 12): Diesen Begriff hat Sebastian Feucht geprägt. Er ist Spezialist für ökointelligente Gestaltung und Vorsitzender des Sustainable Design Center e.V. und nutzt den Begriff für zukunftsgerichtetes Design: „Enkelfähige Produkte sind so konzipiert, dass unsere Enkel die gleichen Chancen haben wie wir hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs und hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit.“

Segel setzen für Musik und Kultur: Karl Heinrich Wendorf

  ©  kultursegel

Musiker sind Bauchmenschen. Manager sind Kopfmenschen. Auf Karl Heinrich Wendorf trifft beides zu. Er ist zum einen leidenschaftlicher Musiker, zum anderen begeisterter Musikvermittler und Musikmanager. Beim Interview mit ihm ist schnell klar: Er wird dem Musikland Mecklenburg-Vorpommern Aufwind geben und dabei vor allem den Nachwuchs beflügeln. 

Musik als Energiespender

Die Leidenschaft für Musik treibt Wendorf an, egal was er tut: „Als Musiker, Mittler und Manager zugleich fühle ich mich befähigt, Brücken zu bauen und neue Wege zu gehen … und durch Gründergeist und Verantwortungsbereitschaft einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.“ Die Freude beim Musikmachen gepaart mit Organisationstalent bereiten ihm den Nährboden für das strategische Planen von Musikvorhaben. Als Manager versteht er es, musikalische Ereignisse so zu arrangieren, dass die Musik bestmöglich wirken kann. Diese Kombination gibt es selten. Im Profibereich sind die Welten auf und hinter der Bühne getrennt. Doch gerade junge MusikerInnen, die am Anfang ihres Weges stehen, kaum Geld und Kontakte haben, um erste Ideen und Musikprojekte umzusetzen, müssen es selber machen. Was einige KünstlerInnen als Zwang empfinden, wurde bei Karl Heinrich Wendorf zur neuen bzw. zweiten Profession.

 ©  kultursegel

Not und Tugend

Schon als Wendorf an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin Posaune studiert, wird ihm rasch klar, dass kulturelle Vorhaben im Zweifel selbst organisiert werden müssen, will man nicht Jahre auf deren Realisierung warten. Weitere künstlerische und pädagogische Impulse erhält der junge Musiker an der Universität der Künste Berlin und der Guildhall School of Music and Drama in London. Wendorf ist Grenzgänger zwischen den Stilen, absolviert Projekte mit klassischer Musik, mit Alter Musik und Jazz. Bereits in Schulzeiten feiert er Erfolge als Jugend musiziert-Bundespreisträger, wirkt im Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern und im Bundesjazzorchester mit. Konzertreisen führen ihn u. a. nach Großbritannien, Spanien, Polen, nach Syrien und in die USA.

Doppelrolle: Musiker und Manager

Dann gehört Wendorf um das Jahr 2010 herum gemeinsam mit zwei weiteren jungen Musikern zu den Mitgründern der jungen norddeutschen philharmonie (jnp). In diesem Orchester finden Studierende aus norddeutschen Musikhochschulen projektweise zusammen, realisieren innovative, energiegeladene Konzerte und kreative Veranstaltungsformate. Wendorf gestaltet ungewöhnliche Auftritte und Programme aktiv mit. Eine erste Spielwiese, hier kann er vieles ausprobieren. Flache Hierarchien und viele Teilhabemöglichkeiten bieten hervorragende Voraussetzungen.

 Funkhaus Nalepastr. © Antje Hinz, MassivKreativ

Erste Projekte

Wendorf organisiert u. a. ein jnp-Mini-Festival mit auf dem Areal des alten (Ost-)Berliner Funkhauses in der Nalepastrasse, ein Konzert im Mehr! Theater am Großmarkt in Hamburg und ist Musikvermittler für den „Symphonic Mob MV“ im Rahmen eines Sommerprojektes. Er initiiert eine Crowdfunding-Kampagne für das Jugendorchester und einen Flashmob für die Bewerbung. Wertvolle Erfahrungen, von denen er bei der späteren Gründung seines gemeinnützigen Unternehmens kultursegel enorm profitiert. Dazu später mehr. Zunächst zu den Anfängen.

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Heimatverbundenheit

Wendorf ist waschechter Mecklenburger, 1989 in Lübz geboren und in Schwerin aufgewachsen. Er besucht hier die Musik- und Kunstschule „Ataraxia“  und das Goethe-Musikgymnasium. Das Musikstudium führt ihn zunächst nach Berlin, in Hamburg sattelt er an der Hochschule für Musik und Theater ein Masterstudium für Kultur- und Medienmanagement auf. Doch es zieht ihn zurück in die Heimat – sowohl gedanklich als auch organisatorisch. Als Dramaturg und Projektleiter realisiert er für die „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ und die „Tage Alter Musik Schwerin“ neue Konzert-Formate und erreicht neue Zielgruppen.

 © kultursegel: geplante Kultur- und Musikakademie Schloss Gadebusch

Leerstelle erkannt

Auch seine Masterarbeit dreht sich um das Musikland MV: Da es das einzige Bundesland ohne eine musikalische Fort- und Weiterbildungsstätte ist, entwickelt Wendorf Strategien für die Gründung einer eigenen Landesmusikakademie in MV. Seit der ersten Bestandsaufnahme ist viel passiert. Wendorf hat inzwischen viele Unterstützer und Befürworter für seine Idee gefunden und sogar einen Ort: Schloss Gadebusch im Nordwesten von Mecklenburg-Vorpommern soll der Akademie als Heimat dienen. Nach den Wirren der Wende lagen die bedeutenden historischen Gebäude u. a. aus der Zeit der Renaissance viele Jahre im Dornröschenschlaf. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt und des Schlossfördervereins möchte Wendorf dem Ort neues Leben einhauchen. Und eine wichtige Rolle in dem multifunktional geplanten Kultur- und Bildungsort soll dabei eben eine Akademie der musikalisch-kulturellen Bildung spielen.

 ©  kultursegel

Breite Unterstützung

Neben ideeller Unterstützung gibt es seit 2019 finanzielle Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und seit 2020 aus dem Programm LandKULTUR des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft weitere Mittel in Höhe von knapp 100.000 Euro. Damit können erste Inhalte, Markenbildung und Veranstaltungstechnik finanziert werden. „Ich habe eine ganz, ganz große Motivation und Energie gespürt“, erzählt Wendorf glücklich, „dass die Stadt Gadebusch ihr Schloss als Identifikationspunkt zurückholen und ihn gemeinsam mit mir und der Stadtbevölkerung weiterentwickeln möchte. Gadebusch ist ja Eigentümerin des Schlosses und nun gleichzeitig auch Bauherrin. Glücklicherweise sind alle immer offen für Gespräche, auch der Bürgermeister Arne Schlien. Und so war für mich klar, ich packe da gerne als inhaltlicher Projektentwickler mit an, investiere meine Zeit und gebe dort Ressourcen rein. Ohne dieses aktive Netzwerk hätte ich mich sicher nicht engagiert.“

Potenzial Rückkehrer

Karl Heinrich Wendorf ist genau der Typ Rückkehrer, den Mecklenburg dringend braucht: hervorragend ausgebildet, weitläufig und weltoffen mit umfassenden Erfahrungen in Musikpraxis und Management, ausgestattet mit wertvollen Kontakten in die Kultur- und Klassikszene, in Pädagogik und Bildung und vor allem mit weitreichender sozialer Kompetenz und Herzensbildung. Man spürt sofort, dass Wendorf für seine Heimat und seine Sache brennt. Er ist einer, der sich engagiert, anpackt, oft bis an eigene Grenzen geht und zuweilen auch darüber hinaus, weil es kein anderer machen kann oder weil es kein Geld gibt, um andere zu honorieren: „Ich betrachte MV oft als „Wilden Westen“ im positiven Sinne; wenn du hier ein Ziel angehst und voll dahinterstehst, dann kannst du es auch erreichen! Und zwar deshalb, weil viel Gestaltungsraum da ist. Dies setzt aber voraus, dass du mit großer Leidenschaft in Vorleistung gehst. Um für uns Kreative bessere Bedingungen zu schaffen, wäre viel gewonnen, wenn der Kulturbereich insgesamt einen höheren Stellenwert bekäme – sowohl in der Politik, als auch in der Gesellschaft.“

 © Rainer Sturm, Pixelio.de

Zukunft Mecklenburg

Noch lebt der umtriebige Wendorf in Berlin. Doch seine Zukunft plant er in Mecklenburg, wenn bestimmte Voraussetzungen stimmen: „Ich  beschäftige mich zurzeit intensiv damit, wie ein Leben zwischen Stadt und Land aussehen kann und welche Perspektiven geschaffen werden müssten, um Kreativen im Garten der Metropolen langfristig gute Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Ich brauche diese befruchtenden Impulse aus beiden Regionen und denke, dass ist ein Zukunftsmodell, dass Kreative ihre Inspirationen und Expertise aus der Stadt aufs Land bringen. Noch brauche ich die Jobs in Berlin, aber wenn sich die Lage in MV positiv entwickelt, kann ich mir gut vorstellen, mich dauerhaft wieder in Mecklenburg niederzulassen.“

kultursegel

Um seine ambitionierten Pläne zu verwirklichen, hat Wendorf als organisatorischen Überbau das gemeinnützige Unternehmen kultursegel gegründet. Wer auf der Website surft, merkt rasch, wieviele strategische Überlegungen hier eingeflossen sind. Kein konzeptioneller Schnellschuss, sondern gut durchdachtes Storytelling. kultursegel möchte Menschen und Projekte beflügeln. Wendorf nimmt dazu (Auf-)Wind von anderen auf, vernetzt sich und gewinnt so zusätzlich an Fahrtwind. Gespeist von Kooperativem, co-kreativem Denken, Handeln und von Erfahrungen seiner bisherigen Projekte hat Wendorf verstanden, dass die gemeinsame Kraft vieler kultureller Mitstreiter weiter führt als Eigenbrödlerei, Ellenbogen und Missgunst, die andernorts dem Gelingen wichtiger kultureller Projekte im Weg stehen. Im März 2020 wurde kultursegel für den Innovation Award von Classical:NEXT nominiert.

 © kultursegel

Aufwind

Seine Begeisterung für Musik und sein Wissen gibt Karl Heinrich Wendorf gemeinsam mit MusikerkollegInnnen und Gleichgesinnten vor allem auch an den Nachwuchs weiter, an SchülerInnen, u. a. mit dem Blechbläserensemble „die blechlotsen“ im kultursegel-Projekt “brass up your life”. Weitere Modellprojekte sind die 5-tägigen musikalisch-kulturellen Entdeckungsreisen “cooltour [kultur]” für Grundschulklassen und eine “Mobile Musikwerkstatt”.

  ©  kultursegel

Kulturpädagogische Inhalte und Projekte finden in Schulen oft zu selten statt. Wendorf setzt sich gerade deshalb dafür ein, denn Kinder brauchen speziell Musik für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie sind nicht zuletzt das Publikum von morgen. Seine gemeinnützige GmbH kultursegel braucht daher stetig weitere Unterstützer, wie Wendorf auf seiner Website schreibt: „Neben finanziellen Zuwendungen freuen wir uns über Sachspenden sowie Ihre ideelle und ehrenamtliche Unterstützung. Als gemeinnützige Organisation können wir Zuwendungsbestätigungen ausstellen. Geben Sie uns Aufwind und unterstützen Sie die Ideen der gemeinnützigen Institution kultursegel wie den Aufbau einer Kultur- und Musikakademie in Mecklenburg-Vorpommern z. B. mit folgenden Möglichkeiten: “leichter Zug” – 50 Euro / “frische Brise” – 100 Euro / “starker Wind” – 250 Euro.” Hier unterstützen!

 ©  kultursegel

Soziale Innovationen

Auch an seiner ehemaligen Studienstätte, der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin, engagiert er sich für Musikmanagement und Musikvermittlung und zwar mit Blick auf sein Herzensthema: „Cultural Entrepreneurship“, also kulturelles Unternehmertum. In einem StartUp-Seminar hilft Wendorf den Studierenden, eigene künstlerische Träume, Visionen und Ideen zu entfalten und ermutigt sie zur Realisierung: „Neben digitalen Geschäftsmodellen haben Kreative auch herausragende „analoge Ideen“, also für soziale Innovationen mit Lösungsansätzen für Herausforderungen in Mobilität, Demografie, Bildung usw. Dieses Potenzial muss dringend weiter gehoben und genutzt werden.“ Sein letzter Appell richtet sich an Landespolitiker und Landesentwickler in seiner Heimat: „Ein Problem sehe ich im Umgang mit gemeinnützigen und sozialen Unternehmen. Sie erfahren in Mecklenburg noch keine Unterstützung durch Gründerprogramme. Die Handelskammern und Wirtschaftsförderungen fühlen sich für Sozialunternehmen nicht zuständig. Das muss sich dringend ändern.“

PODCAST

Jörg Klingohr – Coach, Comedian, Moderator, Unternehmer

 © Rainer Sturm, pixelio.de

Jörg Klingohr ist in Mecklenburg geboren und will für sein Heimatland Verantwortung tragen. Er ist nach dem Studium der Wirtschaftspsychologie nach MV zurückgekehrt und ist dort in vielen Rollen aktiv: als Coach, Comedian, Moderator und Unternehmer.

Alte Substanz neu belebt

Im Jahr 2000 kauft er symbolisch für eine D-Mark eine alte Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), baut sie mit viel Herzblut und Engagement zum Bauernhof und Familienhotel um. Den Namen Bauer Korl‘s Golchener Hof lehnt er an seine Kunstfigur Bauer Korl an.

Offenes Ohr

Mit “Bauer Korl” tourt Jörg Klingohr an Wochenenden als Comedian durch das Mecklenburger platte Land. So lernt er nicht nur viele neue Dörfer, sondern auch die Befindlichkeiten, Sorgen, Nöte, Ängste der BewohnerInnen in Mecklenburg kennen. Was ihm wiederum in seinem Hauptberuf zugute kommt: Als Wirtschaftspsychologie und Coach arbeitet er seit 2002 mit Führungskräften und Mitarbeitern taucht in regionale Wirtschaftskreisläufe ein und trägt Verantwortung für die Gemeinschaft, nicht zuletzt auch in seinem Golchener Hof.

 © Golchener Hof, Jörg Klingohr

Mischnutzung mit vielen Ideen

Er bietet dort viel Raum für Konzerten und Comedy, Hochzeiten und Betriebsfeiern, Tagungen und Seminare, wo er auch als Moderator nachfragt und zuhört. Und die Pläne gehen immer weiter: Neben einem Heuhotel ist 2015 eine soziale Betreuungseinrichtung für Jugendliche entstanden, 2016 die erste Bauernhof-Kita in der Region „De Dörpkinner“ und 2017 eine kleine Bauernhofkirche, die Besuchern und Gästen für Trauungen und innere Einkehr zur Verfügung steht.

  © Jörg Klingohr

Sozialhydrauliker

Was fasziniert Jörg Klingohr am Leben und Arbeiten in Mecklenburg? Auf welche Hürden trifft er bei seinen Unternehmungen? Mit welchen Denkblockaden seiner Mitmenschen in MV wird er konfrontiert? Und was braucht MV, damit es viel mehr murige Raumpioniere wie ihn gibt, die das Bundesland mit viel Energie gestalten? Das frage ich Jörg Klingohr – den Macher mit vielen Talenten, Interessen, der immer ein offenes Ohr hat. Und der sich selbst “Sozialhydrauliker” nennt.

Podcast-Interview

Links

Golchener Hof: https://www.golchenerhof.de/

Bauer Korl: https://www.golchenerhof.de/veranstaltungen-und-events.html        

wi.ps – Wirtschaftspsychologisches Institut: https://www.wips24.de/profil.html

Hutsalon, Kürschnerei, Kreativ-Hof und Schmiede in Mecklenburg-Schwerin

 © Albrecht E. Arnold, Pixelio.de

Podcast MK 39: Manufakturen Teil 4 im Garten-und Seenland Mecklenburg-Schwerin

Der Hutsalon Rieger in Schwerin

Fein herausgeputzt: Sagen Sie bloß nicht „Hutmacher“. Damit outen Sie sich als kompletter Dilettant. Genoveva Rieger und ihre Tochter Marie-Antonett sind „Putzmacherinnen“. http://hutsalon-rieger.de

Die Kürschnerei Götz Weidner in Schwerin

Ein Pelz fürs Leben: Wer bei der Kürschnerei an reiche, alte Damen in schweren, langen Pelzmänteln denkt, erlebt im Atelier von Götz Weidner in Schwerin eine Überraschung. Flauschig, leicht und kurz geschnitten sind die Jacken in der Auslage. http://www.weidner-pelze.de

Der Rothener Hof

Selbermachen als Wertschätzung: Am Anfang war der Kuhstall. Ein architektonisch reizvolles Gebäude, zu schade, um es verfallen zu lassen. Und so gründete sich im Jahr 2000 in Rothen ein Verein, um den Kuhstall zu erhalten und wieder zu beleben. Heute sind dort sieben verschiedene Werkstätten angesiedelt, und jeder Handwerker besetzt eine besondere Nische. Eine Metallwerkstatt, eine Möbeltischlerei, eine Druckerei mit Handpressen, eine Obst-Mosterei und eine Gaststätte bilden die Gemeinschaft im Rothener Hof. Wirtschaftlich gesehen, ein „Mikro-Cluster“, der perfekt ineinander greift und immer weiter wächst. 2009 eröffnete die Glas- und Medienkünstlerin Daniela Melzig ihr Atelier. Achim Behrens ist von Haus aus eigentlich Tischler. http://www.rothenerhof.de

Die Schmiede Radsack in Stresdorf

Familienbetrieb der Zukunft: Tradition bedeutet, das Althergebrachte nicht nur kommenden Generationen zu überliefern, sondern immer weiter zu entwickeln und neuen Bedürfnissen anzupassen. Manchmal entsteht daraus wie im Handumdrehen ein neuer Geschäftszweig. So war es in der Schmiede Radsack in Stresdorf bei Gadebusch. Birger und Coco Radsack suchten eigentlich nur nach einer Unterbringung für ihren Praktikanten. Herausgekommen sind schließlich hochmoderne mobile Wohnungen, neudeutsch: Tiny houses genannt.

https://www.schmiede-radsack.de

Die Interviews führte meine Verlagskollegin Corinna Hesse. Sie hat mit den kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.

Besuchen Sie mit uns 16 Manufakturen (Beitragsreihe und Podcast in vier Teilen) und ihre schöpferischen Inhaber.

Teil 1: Mode- und Möbeldesign, Goldschmiede, Buchdruck: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 2: Holzbildhauerei, Taschenmanufaktur, Uhren, Kindermöbel: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 3: Porzellan- und Textilmanufaktur, Gravur-Atelier: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 4: Hutsalon, Kürschnerei, Kreativ-Hof und Schmiede: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Kulturlandschaften im Norden

Die Manufakturen-Route entstand für die Metropolregion Hamburg im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

 

Porzellan- und Textilmanufaktur, Graveur-Atelier in Mecklenburg-Schwerin

 © Kurt Michel, Pixelio.de

Podcast MK 38: Manufakturen Teil 3 im Garten-und Seenland Mecklenburg-Schwerin

Die erste Mecklenburgische Porzellanmanufaktur in Sukow

Gefäße aus Licht: Um aus Tonerde das „weiße Gold“ herzustellen, braucht es Geduld. Die Werkstatt von Kerstin Behrens in Sukow ist zweigeteilt. Die erste Abteilung ist der „Manschraum“. Hier wird die Porzellanmasse zusammengerührt und gebrannt. Dann beginnt Kerstin Behrens im lichtdurchfluteten Atelier zu malen. Vor dem ersten Pinselstrich allerdings kommt eine Art Ritual. http://porzellan-manufaktur.de

Die Manufaktur Basthorst

Filzen als Philosophie: Wer die Textilgestalterin Claudia Stark in ihrer Manufaktur Basthorst bei Crivitz besucht, gewinnt zunächst vor allem eins: Zeit!
https://claudia-stark.jimdo.com/werkstatt-laden

Die Graveurmeisterin Carola Frericks in Schwerin

In der Tiefe glänzend: Ein Frauenberuf, der auf die Knochen geht. Wenn Carola Frericks in ihrem Atelier in der Schweriner Münzstraße den Stichel in das Metall treibt, dann ist das Schwerstarbeit. http://www.gravur-manufaktur.de

 Die Interviews führte meine Verlagskollegin Corinna Hesse. Sie hat mit den kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.

Besuchen Sie mit uns 16 Manufakturen (Beitragsreihe und Podcast in vier Teilen) und ihre schöpferischen Inhaber.

Teil 1: Mode- und Möbeldesign, Goldschmiede, Buchdruck: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 2: Holzbildhauerei, Taschenmanufaktur, Uhren, Kindermöbel: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 3: Porzellan- und Textilmanufaktur, Gravur-Atelier: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 4: Hutsalon, Kürschnerei, Kreativ-Hof und Schmiede: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

 

Kulturlandschaften im Norden

Die Manufakturen-Route entstand für die Metropolregion Hamburg im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

 

Holzbildhauerei, Taschenmanufaktur, Uhren, Kindermöbel in Mecklenburg-Schwerin

 © Jürgen Dackweiler, Pixelio.de 

Podcast MK 37: Manufakturen Teil 2 im Garten-und Seenland Mecklenburg-Schwerin

Die Holzbildhauermeisterin Silke Krempien in Schwerin

Auf Spurensuche: Für die einen ist es ein Stück Holz. Für Silke Krempien offenbart sich das Geheimnis eines Baumlebens, wenn sie den Rohstoff für ihre Kunstwerke in den Händen hält. Denn in jedem Holz lässt sich das Wachstum des Baumes nach-lesen. http://www.gedok-mv.eu/kuenstlerinnen/krempien.html

Die Taschen-Manufaktur Red Rebane in Schwerin

Mein Freund, der Rucksack: In der offenen und lichtdurchfluteten Werkstatt von Christian Karius und Stephan Porth in der Schweriner Möwenburgstraße wird alles noch von Hand gefertigt. Christian entwirft neue Designs und schneidet die Stoffe zu, zwei Näherinnen fügen alles zusammen. Stephan ist für den Einkauf zuständig. https://www.red-rebane.de

Der „Klockenschauster“ von Schwerin

Alles zu seiner Zeit: Eigentlich heißt er ja Hans-Joachim Dikow. Aber er ist eine Instanz in der Schelfstadt von Schwerin. Und als solche wird der Uhrmacher einfach „Klockenschauster“ genannt. https://www.de-klockenschauster.de

Kindermöbel aus Dömitz

Schnurstracks eingenommen: Viele Erfinder entwickeln ihre Ideen aus einem eigenen Bedürfnis heraus und gar nicht in erster Linie für einen Markt. Aber wo ein eigenes Bedürfnis ist, könnte es ja sein, dass auch andere Menschen so etwas brauchen. So wurden Tim und Sabine Schinkel zu Produzenten von Kindermöbeln. https://www.timkid.de

Die Interviews führte meine Verlagskollegin Corinna Hesse. Sie hat mit den kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.

Besuchen Sie mit uns 16 Manufakturen (Beitragsreihe und Podcast in vier Teilen) und ihre schöpferischen Inhaber.

Teil 1: Mode- und Möbeldesign, Goldschmiede, Buchdruck: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 2: Holzbildhauerei, Taschenmanufaktur, Uhren, Kindermöbel: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 3: Porzellan- und Textilmanufaktur, Gravur-Atelier: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 4: Hutsalon, Kürschnerei, Kreativ-Hof und Schmiede: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

 

Kulturlandschaften im Norden

Die ManufakTouren-Route entstand für die Metropolregion Hamburg im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

Heimat leidenschaftlicher Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

 © Rainer Sturm, Pixelio.de

Von 2016-2018 haben wir im Silberfuchs-Verlag für die METROPOLREGION HAMBURG an den Schnittstellen zwischen analog und digital fünf Audioguides entwickelt – im Rahmen des partizipativen Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Den Audioguide “Manufakturen im Garten-und Seenland Mecklenburg-Schwerin” stelle ich hier gerne näher vor.

Die weite Landschaft Mecklenburgs zieht Naturliebhaber an und Menschen mit Sinn für das Schöne. Und so kommt es, dass sich hier immer mehr Handwerker und Künstler ansiedeln. Sie suchen Inspiration in der Natur und genießen den Platz, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.

Tradition und Innovation

Viele der in der Region ansässigen Produzenten üben ein traditionelles Handwerk aus. Mit neuen Ideen und moderner Technik führen sie die Traditionen in die Zukunft. Manche ihrer Berufe sind andernorts fast ausgestorben. Dennoch spüren alle Menschen, die mit eigenen Händen etwas schaffen, eine tiefe innere Befriedigung – gerade in Zeiten digitaler, virtueller Welten. Und so regt der Besuch in den Manufakturen im Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin auch zum Nachdenken über das eigene Leben an. Was erwarten wir eigentlich von unserem Beruf? Welche Werte stecken in den Produkten, die uns umgeben? Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um?

  © Astrid Götze Happe, Pixelio.de

Handwerk als Berufung  

Die Handwerker im Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin sprechen gern mit den Besuchern – über ihr Schaffen und über ihre Lebensphilosophie. Eine Haltung, die sich auf andere Menschen in ihrem Umfeld überträgt. Denn viele der Produzenten gestalten nicht nur ihre Werke, sondern auch den Ort, an dem sie leben, aktiv mit.

Meine Verlagskollegin Corinna Hesse hat mit diese kreativen Machern gesprochen – über das Handwerk, über das Leben, über die Zukunft.
Besuchen Sie mit uns 16 Manufakturen (Podcast in vier Teilen) und ihre schöpferischen Inhaber.

 

Mode- und Möbeldesign, Goldschmiede, Buchdruck: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Podcast MK 36: Manufakturen Teil 1 im Garten-und Seenland Mecklenburg-Schwerin

1. Das Landhaus Apmann in Thandorf

Gesamtkunstwerk zum Leben und Arbeiten: Es war Liebe auf den ersten Blick, als die Modedesignerin und Kürschnerin Olivia Althaus-Apmann den Ort Thandorf zum ersten Mal für sich entdeckte. Modedesign und Kirschnerei Apmann: https://www.apmann.de

2. Die Gläserne Möbelmanufaktur Goertz in Wismar:

Hightech und Handwerk – Backstein und Holz prägen das Hafenviertel in Wismar. Ein weiter Ausblick auf die Ostsee und – ein tiefer Einblick in ein altes Handwerk. Torsten Goertz ist gelernter Möbeltischler. Als er 2010 seine eigene Firma gründete, baute er seine ersten Möbel bei sich zu Hause im Schuppen zusammen. Heute beschäftigt er zehn Mitarbeiter und ist Herr über einen Maschinenpark. Möbel Goertz: https://www.moebelgoertz.de

3. Ramona Stelzer Design in Wismar

Gold aus dem Meer – „Fishing for Compliments“ steht als Motto am Eingang zur Goldschmiede-Werkstatt in Wismar. Der Name ist Programm – denn die Designerin Ramona Stelzer stellt Schmuck aus einem Rohstoff her, der erklärt werden muss: Fischleder! https://www.ramonastelzerdesign.com

4. Das Buchdruck-Museum in Krakow am See

Jetzt erst recht! Manchmal sind es gerade die ausweglosen Situationen, in denen die besten Ideen entstehen. Anders ist es kaum zu erklären, dass Hans-Hilmar Koch mitten in der digitalen Revolution beschloss, ein Buchdruckmuseum zu eröffnen. http://www.druck-buchkultur.de

Kulturlandschaften im Norden

Die ManufakTouren-Route entstand für die METROPOLREGION HAMBURG im Rahmen des Leitprojektes KulturLandschaftsRouten (2016-2018). Entwickelt wurden insgesamt fünf neue Erlebnisrouten sowie Hörgeschichten mit je 15 bis 20 Tracks pro Region, die zu Hause oder per Smartphone auch unterwegs gehört werden können.

  © MassivKreativ

Leitfiguren und Helden

Die Audioguide-Routen werden jeweils von einer Leitfigur präsentiert:

– durch das Pinneberger Baumschulland begleitet der weitgereiste Hamburger Kaufmann und Gutsbesitzer Baron Caspar Voght die Gäste

– durch die Lüneburger Heide führt der fiktive Heidebewohner Hinnerk Heidjer interessierte Besucher

– die kleine Haselmaus Hazel leitet durch die Segeberger Knicklandschaft

– die Kinder Benni und Jenni laden mit dem Wassertropfen Enni zu spannenden Abenteuern entlang von Kurs Elbe zwischen Wittenberge und Hamburg ein

– im Garten- und Seenland Mecklenburg-Schwerin geben (Kunst-)HandwerkerInnen in persönlichen Interviews Einblicke in ihre Manufakturen.

 

Besuchen Sie mit uns 16 Manufakturen (Beitragsreihe und Podcast in vier Teilen) und ihre schöpferischen Inhaber.

Teil 1: Mode- und Möbeldesign, Goldschmiede, Buchdruck: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 2: Holzbildhauerei, Taschenmanufaktur, Uhren, Kindermöbel: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 3: Porzellan- und Textilmanufaktur, Gravur-Atelier: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin

Teil 4: Hutsalon, Kürschnerei, Kreativ-Hof und Schmiede: Kunst-Handwerker in Mecklenburg-Schwerin