Co Create Cross Innovation: Online-Panel auf der KREATOPIA MV 2020

Cross Innovation in Deutschland 

2009 hat die EU-Kommission das „Europäische Jahr der Kreativität und Innovation“ ausgerufen. Seitdem sind Kreativität und Impulse aus der Kultur- und Kreativbranche stärker in das Blickfeld der klassischen Wirtschaft gerückt. Von 2012 bis 2015 wurde z. B. am Nordkolleg Rendsburg das EU-Projekt „Unternehmen! KulturWirtschaft« realisiert, das ich damals journalistisch begleitet habe mit Interviews und Filmen.
Wie sehen branchenübergreifenden Kokreationen in der Praxis aus? Zuerst denkt man wahrscheinlich an kokreative Produkte, wie z. B. den legendären DeLorean aus dem SciFi-Film „Zurück in die Zukunft“ von der Plattform Lego.Ideas oder die blauen Fruchtgummis von Haribo. Beide Produkte sind in kokreativer Zusammenarbeit über Fan-Plattformen entstanden.

© MassivKreativ

Was entsteht durch kokreativen Austausch?

Menschen sind kreativer und leistungsstärker, wenn sie auf Kooperation, Kollaboration und Kokreation setzen. Doch warum ist das so? Inwiefern ist kokreatives Arbeiten zukunftsweisend und chancenreicher? Warum ist die Zeit der Alleingänge und der Einzelkämpfer vorbei? Welche Mehrwerte entstehen in kokreativen Prozessen? Mit welchen Methoden und unter welchen Rahmenbedingungen verläuft kokreatives Arbeiten zielführend und erfolgreich? Neben Produkten können durch kokreative Zusammenarbeit auch neue Wertschöpfungsketten und Dienstleistungen, eue Prozesse für Unternehmensabläufe, neue Organisationsformen und kokreative Orte entstehen,  wie z. B. Coworking – und Makerspaces, Fablabs und Repaircafés.

Fast all diese Themen haben wir im Online-Panel gestreift. In der ersten Stunde gab es zwei Kurzimpulse zum Thema Cross Innovation von Lena Hoffstadt vom Verein fint e.V und Raffaela Seitz von der HH Kreativgesellschaft. In der zweiten Stunde kamen vier Tandems aus MV zu Wort: jeweils ein Kreativunternehmen und ein klassisches Unternehmen, die bereits gemeinsam einen Cross Innovation-Prozess durchlaufen haben und in Kurz-Interviews mit mir darüber berichteten.

Cross Innovation Hub der Kreativgesellschaft Hamburg

Der erste IMPULS kam von Raffaela Seitz. Sie konzipiert und organisiert bei der Kreativgesellschaft Hamburg branchenübergreifende Projekte im Cross Innovation Hub. Sie ist ursprünglich Kulturwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin, hat auch einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund und bewegt sich daher gern und intensiv an den Schnittstellen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Raffaela Seitz stellte die Aktivitäten im Cross Innovation Hub vor, eine Plattform, die dabei hilft, neue Innovationspotenziale in der Zusammenarbeit von Kreativwirtschaft und anderen Branchen zu erschließen. In ihrem Impulsvortrag schilderte Seitz die Potenziale von Cross Innovation mit der Kreativwirtschaft und entsprechende Rahmenbedingungen, gab Einblicke in zwei Best Practice-Formate: das Cross Innovation Lab und das Emergency Lab, in denen jeweils visionäre Kreativschaffende unterschiedlicher Disziplinen mit Unternehmensakteuren der klassischen Wirtschaft (u.a. Vibracoustic, Garz & Fricke und Trailer Lloyd) auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen für (akute) Geschäftsherausforderungen zu entwickeln. Der Cross Innovation Hub wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Kokreative Projekte an der Ostsee und im Südbaltikum

Lena Hoffstadt steuerte den zweiten IMPULS bei. Sie ist als Projektmanagerin bei fint e.V. Rostock tätig. Sie hat einen Masterabschluss in klinischer Psychologie und absolviert berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin. Bei fint bringt sie Prinzipien der Positiven Psychologie ein und hat dort u. a. das Projekt Creative Traditional Companies Cooperation aktiv mit betreut – kurz „CTCC“ im Rahmen des EU-Interreg-Programmes „Von Gdynia bis nach Neustrelitz – traditionelle Unternehmen und Kreativschaffende aus dem südbaltischen Raum erarbeiten gemeinsam nachhaltige Lösungen“. 

Das South Baltic InterReg EU Projekt “CTCC – Creative Traditional Companies Cooperation” hat sich zum Ziel gesetzt, Kreativschaffende und Unternehmen der Blue und Green Economy grenz- und branchenübergreifend in erfahrungsbasierten Lernformaten zusammenzubringen und kokreativ Lösungen für bestehende Fragestellungen zu entwickeln. Neben Projektpartnern aus Litauen, Schweden, Polen und Dänemark begleitete die Quereinsteiger-Projektmanagerin Lena Hoffstadt von “fint – Gemeinsam Wandel gestalten e.V.” aus Rostock gemeinsam mit der Hochschule Wismar fünf kokreative Tandems in einem anderthalbjährigen Innovationsprozess: vom Kennenlernen und Beschnuppern im gecharterten Reisebus auf dem Weg zu einem CTCC Workshop nach Gdynia über einen Tag eins-zu-eins Jobshadowing bis hin zu fünf Tagen Design Thinking-Innovationswerkstatt in der Basiskulturfabrik in Neustrelitz. 

Lena Hoffstadt hat einen Masterabschluss in klinischer Psychologie der Universität Lübeck und absolviert berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin. Sie bringt ein besonderes Interesse für Motive, Bedürfnisse und Interaktion von Menschen mit. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf den Prinzipien der Positiven Psychologie. Während ihres Studiums hat sie erste Erfahrungen mit agilen Arbeitsmethoden gemacht. Sie thematisiert, wie Arbeitnehmende und -gebende die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 als Chance wahrnehmen und für sich nutzen können. 

Kokreative Projekte aus MV als best practices 

Im 2. Teil des Online-Panels befragte ich in vier Kurzinterviews jeweils ein Kreativunternehmen und ein klassisches Unternehmen, die bereits gemeinsam einen Cross Innovation-Prozess durchlaufen haben: 

1. Kundenservice: durch passende Dienstleistungen zum kundenfreundlichen Produkt – Wie kann Kokreation dabei helfen, das Produktangebot durch passende Dienstleistungen für Kund*innen zu erweitern? Interviews mit: 

Ulf Lunge / Geschäftsführer Lunge Manufaktur Düssin & Lunge Lauf- und Sportschuhe GmbH
Jan Lunge / IT und Kommunikationsdesigner, Online Marketing Rockstars (verhindert)

2. Forschung und Entwicklung: Warum ist Kokreation geeignet, neue Produkte durch Forschung und Entwicklung voranzutreiben? Interviews mit: 

Torsten und Kristina Goertz / Goertz Möbelmanufaktur GmbH Wismar
Dr. Jan Sender / Abteilungsleitung Produktionssysteme und Logistik, Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP Rostock


Kristina und Torsten Goertz, Moebelmanufaktur Goertz in Wismar, © Uwe Tölle

3. Neue Geschäftsfelder: Inwiefern können kokreative Methoden helfen, Innovationsprozesse in einem Unternehmen anzustoßen?  Welche kokreativen Räume braucht es dazu? Interviews mit: 

Norbert Olschewski, Stadtwerke Rostock AG
Veronika Busch, fint – Gemeinsam Wandel gestalten

4. Menschen und Organisationen: Wie lässt sich das Potenzial von Mitarbeiter*innen durch kokreative Organisationsentwicklung und Wertschöpfung durch Wertschätzung fördern und entfalten? Interviews mit: 

Mirco Hitzigrath, Upstalsboom Weg, Bereich Kultur und Entwicklung, Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH
Barbara Schneider, Illustratorin, Graphic Recording, Strategische Visualisierung, Training, Visual Facilitators GmbH

Das Panel “Co Create Cross Innovation” mit Antje Hinz aus Sicht der Illustratorin Barbara Schneider (Foto: B. Schneider, https://visualfacilitators.com/de/unternehmen/the-visual-facilitators-team/barbara-schneider/)

LINKS ZUM THEMA CROSS INNOVATION:

Portal MassivKreativ mit Medienbeiträgen, Filmen, Interviews über verschiedene Cross Innovation-Projekte und Künstlerische Interventionen

Cross Innovation Hub und Emergency Lab (digital) der Hamburg Kreativgesellschaft, mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) co-finanziert.

CTCC – Creative Traditional Companies Cooperation, Projektflyer von fint e.V – Gemeinsam Wandel gestalten, CCTC wird gefördert im Rahmen des Interreg South Baltic Programm mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), EU-Projektwebsite

Initiative »Unternehmen! KulturWirtschaft« am Nordkolleg Rendsburg (2012-2015), gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein mit europäischen Mitteln aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft, begleitende Studie zu Cross Innovation und Künstlerischen Interventionen von Prof. Dr. Ariane Berthoin Antal vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Atelier im IT-Großraumbüro von CommunityArtWorks

Labor für Kunst und Wirtschaft NRW

Kunstbasierte Interventionen in Unternehmen von KalendArt

 

Virtuelle Wunderräume

Für die KREATOPIA 2020 habe ich als Kuratorin das Konzept für die virtuellen Wunderräume entworfen und geeignete kokreative Projekte aus allen 12 Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft in ganz MV ausgewählt. 

spokenwork: Poetry-Slam bei der BTC AG Oldenburg

 © Foto: Katarina Plener, BTC AG

Was kann ein IT-Consulting-Unternehmen von einem Slam-Poeten lernen? Wie wirkt Poetry-Slam auf die Unternehmenskultur? Wieviel Mut und Risikobereitschaft braucht der Vorstand, um mit Kollegen an einem Poetry-Slam-Workshop teilzunehmen, eigene Texte zu schreiben und sie in einem öffentlichen Wettbewerb im Unternehmen zu präsentieren? Wie reagieren die Kollegen im Publikum?  

Kunst in der Organisationsentwicklung

Nele Tiemeyer arbeitet seit September 2017 im Bereich Mitarbeiterdialog der BTC Business Technology Consulting AG im niedersächsischen Oldenburg westlich von Bremen. Sie hatte die Idee, mit einem künstlerischen Projekt frischen Wind in das IT-Beratungsunternehmen zu bringen. Im Poetry-Slam sieht Tiemeyer ein geeignetes Format, “weil man eine Geschichte erzählen und Zukunftsszenarien entwickeln kann”, wie sie sagt. Sie engagiert den norddeutschen Slam-Poeten Björn Högsdal, den sie von einer früherer Zusammenarbeit im Projekt Unternehmen! KulturWirtschaft 2012-2015 am Nordkolleg Rendsburg kennt. Högsdal würde ein idealer Workshopleiter sein, weil er kreatives Schreiben an unterschiedliche Persönlichkeiten vermitteln kann.

 © Foto: Katarina Plener, BTC AG

 Slam-Poet Björn Högsdal im Workshop und auf der Bühne

Mut für Neues

Im Herbst 2017 wird #spokenwork im Intranet und über Mund-zu-Mund-Propaganda bei der BTC breit angekündigt – bereichsübergreifend , damit sich verschiedene Hierarchieebenen mischen. Björn Högsdal präsentiert den MitarbeiterInnen seinen kreativen Workshop in einem kurzen Vorabvideo. Nele Tiemeyer  und Lena Mäusezahl aus dem Mitarbeiterdialog sprechen die KollegInnen direkt an: „Poetry-Slam – wäre das nicht etwas für Dich? Mal etwas Neues ausprobieren, kreatives Schreiben, und dann ein wenig Risiko wagen, an eigene Grenzen gehen und über sich hinauswachsen?” Einige Kollegen winken schnell ab. Kreatives Schreiben ginge ja noch! Aber den eigenen Text bei der Adventsfeier Ende November vor versammelter Mannschaft vortragen – wie bei einem echten Poetry-Slam? Dafür fehlte dann doch der Mut. Doch einige aus dem BTC-Team stellen sich der Herausforderung.

Literarischer Aufbruch 2018

Neun Mitarbeiter am Stammsitz in Oldenburg und vier am Standort Berlin wagen es einen Tag lang, aus eigenen Gedanken zum Unternehmen eine Geschichte zu machen und dabei mit Worten zu jonglieren. Das Motto: Literarischer Aufbruch 2018 – ein Ausblick auf das neue Jahr mit Ideen, Wünschen, Zweifeln, Hoffnungen, mit Lob und Kritik der Mitarbeiter von BTC. “spokenwork war meine Assoziation zu spoken word“, so Nele Tiemeyer, “als Möglichkeit und Chance, Dinge offen vor Kollegen auszusprechen, die man immer schon mal sagen wollte.”

 © Foto: Nele Tiemeyer, BTC AG

WarmUp

Ann Cathrin Bach, Mitarbeiterin im Bereich Führungskräfteentwicklung, ist dankbar für den lockerer Start des Workshops. Schließlich muss man erst Vertrauen fassen, sich mit der ungewohnt kreativen Situation anfreunden. Björn Högsdal beginnt mit einer Assoziationsübung, Begriffe zum Stichwort Winter sammeln.  Gemein nur, dass genau diese Begriffe im ersten Testgedicht nicht verwendet werden dürfen. Für Björn Högsdal ist diese Fingerübung ebenso wichtig wie für die Teilnehmer. Er gewinnt so ein Gespür für die Persönlichkeiten, mit denen er es zu tun hat, für ihre Ernsthaftigkeit, ihren Humor, ihre Interessen. “Sprache und Literatur ist Beschäftigung mit Gedanken! Jeder kann schreiben”, so Högsdal, “wenn er sich auf das konzentriert, was ihm wichtig ist. Das Talent zum Schreiben macht nur 10-20% aus, alles andere ist Routine und Handwerk.” Folgerichtig geht es im Workshop auch um Informationen über das Format. Was zeichnet  einen gelungenen Vortrag beim Poetry-Slam aus? Wie findet man Themen und Ideen? Wie entwickelt man eine Geschichte?  

 © Foto: Nele Tiemeyer, BTC AG

Kunst als Mittler

Auch die beiden Vorstände im Unternehmen, Dr. Jörg Ritter und Dirk Thole, nehmen am Workshop teil. Sie wollen selbst erleben, was es heißt, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dirk Thole sieht #spokenwork als “Chance, Persönlichkeiten und Mitarbeiter im Unternehmen weiterzuentwickeln, neue Reize zu setzen, neue Stufen zu erreichen, um Kunden noch besser helfen zu können. Es geht um positive Effekte für alle.” 

Kunst sei ein Medium, so Thole, um Mitarbeitern Offenheit und Mut zu zeigen, ihnen Chancen des Ausprobierens zu bieten. Thole ist überrascht, dass er als Zahlenmensch und Betriebswirtschaftler durch den Workshop eine kreative Ader ins sich entdeckt. Er schreibt eine Weihnachtsgeschichte, äußert darin Wünsche für sein Unternehmen, die ein Christkind am Ende tatsächlich erfüllt. Thole ist überzeugt: “Jeder Mensch kann mehr als er selbst glaubt, man hat nichts zu verlieren, sondern man kann sich nur weiterentwickeln.”

Nele Tiemeyer, die schon Erfahrungen mit Künstlerischen Interventionen und Kunst in der Organisationsentwicklung sammeln konnte, fügt hinzu: “Kunst in Organisationen liefert eine neue Perspektive, die Teil der Organisation wird. Kunst ist eine andere Form des Tätigseins für Mitarbeiter. Durch künstlerische Methoden entstehen neue Ergebnisse.”

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Über Fehler reden

Die Fehlerkultur bei BTC hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Früher, so Thole, wollte sich niemand die Blöße geben, etwas nicht zu wissen oder einen Fehler zuzugeben. Heute kommuniziere der Vorstand offen und zeige damit, dass Fragen und gegenseitige Hilfe alle im Team voranbringen. Wenn er selber etwas nicht wisse, würde er dies unumwunden als Frage in die Runde geben. Wenn eine/r der KollegInnen dann eine Antwort weiß, sei das nicht nur inhaltlich hilfreich, sondern auch eine schöne Bestätigung für die/den MitarbeiterIn, um Rat gefragt worden zu sein. 

Ann Cathrin Bach erwähnt ausdrücklich den solidarischen und positiven Austausch mit den Kollegen im Workshop, jeder konnte fragen, Meinungen erbitten und erhielt Rat . “Diese Erfahrung lässt sich hervorragend auf den Arbeitsalltag übertragen”, sagt Bach. Björn Högsdal bestätigt, dass niemand im Workshop eingeschüchtert war. Hierarchien seien ja auch abhängig von Kompetenzen: “Im Workshop ist jeder auf sich selbst zurückgeworfen, jeder ist in neuem Umfeld auf gleicher Ebene.” Die Interaktion in der Gruppe sei für jeden hilfreich, auf neue Gedanken zu kommen, sich neue Inspirationen zu geben.

Lerneffekte und Vielfalt

Neben positiven Teamerfahrungen hat Ann Cathrin Bach auch auf handwerklich-praktische Ebene hilfreiche Methoden der Kommunikation aus dem  Workshop mitgenommen, z. B. sprachliche Gestaltungsmittel zu aktivieren, eine wirksame Bildsprache zu nutzen, um Menschen in ihrem Umfeld anders zu erreichen und stärker zu motivieren. Ihren Text spinnt sie um das Thema Vielfalt mit Blick auf das umfangreiche Portfolio von BTC, das insbesondere für neue Mitarbeiter eine Herausforderung darstellt. “Bauchladen” sei im Grunde eine verkürzte Beschreibung dafür, was BTC ausmacht. Ihren Text sieht sie als Anstoß dafür, die umfangreichen Angebote Ihres Unternehmens nach außen hin bewusster zu kommunizieren.  (siehe Podcast unten:  Kapitelmarke  ab 35:23)

Gelebte Vielfalt zeichnet BTC aus, die Mitarbeiter stammen aus 25 Herkunftsländern. Sowohl inhaltlich als auch stilistisch vielfältig sind die Textbeiträge im Workshop. Thole resümiert: “Poetry Slam bietet Raum für Kritik, Ironie, Sarkasmus in positivem Sinne, um Punkte transparent zu machen.” Björn Högsdal lobt  begeistert das hohe Niveau und die Vielfalt der Texte. 

Ungewöhnliche Adventsfeier

Ein Bild wird Thole für immer im Kopf behalten: Wie sich bei der Adventsfeier unzählige Mitarbeiter, so viele wie noch nie, dicht gedrängt in der Innenhalle von BTC versammeln und mit selbst gebastelten Plakaten den Kollegen zujubeln. Jeder Beitrag wird mit viel Applaus bedacht.  Thole empfindet eine positive Anspannung bei seinem Bühnenauftritt, vergisst dabei sogar seine Vorstandsposition. Doch beim Applaus denkt er plötzlich darüber nach, wieviele Mitarbeiter wohl nur deshalb länger klatschen, weil er der Vorstand ist. Reflexion ist auch eine Erfahrung.

Ann Cathrin Bach hat eine Doppelrolle, steht auf der Bühne und sitzt im Publikum. Auch sie spürt eine gewisse Aufregung, fühlt sich aber zugleich getragen von der begeisterter Atmosphäre im Saal und der Anerkennung, die ihr Kollegen für Ihren Text und ihre Präsentation spenden. Es bleibe bei ihr eine positive Grundstimmung vom Poetry-Slam zurück, eine Begeisterung, die nachwirkt. Das Ziel, bei der Adventsfeier Aufbruchsstimmung für 2018 zu erzeugen, ist ganz klar aufgegangen, meint Nele Tiemeyer. 

  Interview bei BTC (von links: Björn Högsdal, Dirk Thole, Nele Tiemeyer, Ann Cathrin Bach, Antje Hinz © Foto: Katarina Plener, BTC AG

Ausblick: Was Kunst bewegt

Als Ermutigung für andere Mitarbeiter werden nun kurze Filme der Poetry-Präsentationen ins Intranet oder auf die Yammer-Plattform gestellt. Kollegen können dort die angesprochenen Themen aufgreifen, kommentieren, durchdenken, weiterentwickeln. Thole sieht im Poetry-Slam-Projekt viel Potential, um Dinge besser zu machen – immer mit Blick nach vorn. Die Texte sind eine Art Gedächtnisstütze, um sich brachliegenden Herausforderungen bei BTC konsequenter zu widmen.

Dinge neu oder bewusst anders zu machen, genau das können Kunst und speziell das Format Poetry-Slam anstoßen: “Wir brauchen Kreativität, um Innovationen zu fördern, um am IT-Markt, der sich rasant verändert, weiterhin mithalten zu können.” Menschen hätten ja auch Emotionen und dürften nicht immer nur auf der sachlogischen Ebene agieren und angesprochen werden. “Kunst verbindet! Wir brauchen Kunst bei BTC als verbindendes Element, weil bei uns Teamarbeit sehr stark im Vordergrund steht.”

Nele Tiemeyer ist erleichtert und zufrieden: “Die Erfahrungen mit #spokenwork bei BTC und die positiven Reaktionen haben mich im Team Mitarbeiterdialog bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, weil er viel Potential hat.”


Das Podcast-Interview über #spokenwork wurde unterstützt von BTC.

BTC Business Technology Consulting AG Oldenburg ist eines der führenden IT-Consulting-Unternehmen in Deutschland, gegründet im Jahr 2000 mit dem Ziel, Kunden aus den Branchen Energie, Industrie, Telekommunikation und Öffentlichem Sektor ganzheitlich zu beraten: im Bereich Software und IT. BTC bietet vielfältige Dienstleistungen an: von Prozessberatung über Systemintegration bis hin zum Betrieb von IT-Systemen, der Entwicklung von Softwareprodukten und Social Workplace – Beratung in der Arbeitswelt 4.0. Über 1.600 Mitarbeiter arbeiten in 8 Niederlassungen in Deutschland und an 8 Standorten weltweit, u. a. in der Schweiz, in Japan, in Polen, Frankreich, Rumänien und in der Türkei. 

Der Mensch steht bei der BTC AG immer im Mittelpunkt – als Kunde, Partner und als Mitarbeiter. Das Motto von BTC heißt: „Menschen beraten“. Es ist Basis für eine partnerschaftlich geprägte Unternehmenskultur, die auf Fairness, Wertschätzung und Gleichbehandlung setzt. Was das mit dem Projekt #spokenwork zu tun hat, ist im Podcast zu hören.